Wie kauft man Ackerland?

Hallo,

der Titel sagt an sich schon alles. Wie geht der Kauf von Ackerland vor sich? So wie bei einer Eigentumswohnung? Oder anders? Ist da auch Grunderwerbssteuer und sowas fällig? Spekulationsfrist?

Wie besichtigt man das Ackerland? Ich meine - woher weiß man überhaupt, was alles dazugehört? Fährt man mit dem Verkäufer hin und der zeigt es einem? Oder wie muss man sich das vorstellen?

Wie sind die Preise beim Ackerland?

Wie verpachtet man das Ackerland? Was macht man, wenn die Pacht nicht bezahlt wird? Gibt es Regeln, um wie viel man die Pacht pro Jahr erhöhen darf (wenn die Inflation kommt …)?

Fragen über Fragen… die wird man hier im Forum gar nicht alle beantworten können. Weiß jemand zu diesem Thema eine gute Website oder Bücher, Veranstaltungen?

Schöne Grüße

Petra

Hallo,

der Titel sagt an sich schon alles. Wie geht der Kauf von
Ackerland vor sich? So wie bei einer Eigentumswohnung?

Im Prinzip ja

Ist da auch Grunderwerbssteuer und sowas fällig?

Klar

Spekulationsfrist?

Interessiert doch den Käufer nicht, oder?
Für den Verkäufer ist sie auch uninteressant, weil es sich bei Ackerland meist um Betriebsvermögen handelt.

Wie besichtigt man das Ackerland?

In dem man hinfährt und kuckt.

Ich meine - woher weiß man
überhaupt, was alles dazugehört? Fährt man mit dem Verkäufer
hin und der zeigt es einem? Oder wie muss man sich das
vorstellen?

Ja, man kann sich auch einen Katasterauszug geben lassen.

Wie sind die Preise beim Ackerland?

Quer durch Deutschland nach Lage und Qualität unterschiedlich.

Wie verpachtet man das Ackerland?

Per Pachtvertrag

Was macht man, wenn die
Pacht nicht bezahlt wird?

Das gleiche, wie wenn sonstige Forderungen nicht bezahlt werden.

Gibt es Regeln, um wie viel man die
Pacht pro Jahr erhöhen darf (wenn die Inflation kommt …)?

Kommt auf den Pachtvertrag an

Hallo,

Fragen über Fragen… die wird man hier im Forum gar
nicht alle beantworten können. Weiß jemand zu diesem Thema
eine gute Website oder Bücher, Veranstaltungen?

Vielleicht wäre ein unverbindliches Gespräch mit einer Mitarbeiterin/einem Mitarbeiter von Landwirtschaftsamt, Landwirtschaftskammer, Bauernverband usw. hilfreich.

Gruß
Jörg Zabel

Hallo,

Ist da auch Grunderwerbssteuer und sowas fällig?

Klar

Zumindest hier in Bayern entfällt die bei landschaftlichen Grundstücken (bei Nicht-Landwirten kann es aber durchaus sein, daß die Ausnahme nicht greift - wobei man durch den Kauf womöglich automatisch zum Landwirt wird). Dafür meldet sich dann aber die Berufsgenossenschaft, an die man jährlich einen Obolus entrichten darf.

Spekulationsfrist?

Interessiert doch den Käufer nicht, oder?
Für den Verkäufer ist sie auch uninteressant, weil es sich bei
Ackerland meist um Betriebsvermögen handelt.

Wir sind hier bei „Geldanlage“, daher ist es schon interessant.

Ich meine - woher weiß man
überhaupt, was alles dazugehört? Fährt man mit dem Verkäufer
hin und der zeigt es einem? Oder wie muss man sich das
vorstellen?

Notfalls muß man es eben neu vermessen lassen, wenn man die Grenzsteine nicht mehr findet. Landwirte haben für die Zuschußanträge in der Regel zugriff auf die exakten Koordinaten der Grenzen, da hat man mit einem GPS gute Chancen fündig zu werden, wenn man sich etwas damit beschäftigt, wie man mehr als die normale Auflösung rausholen kann.

Cu Rene

typo

Zumindest hier in Bayern entfällt die bei landschaftlichen
Grundstücken

landwirtschaftlich natürlich

Hallo René,

Zumindest hier in Bayern entfällt die bei landschaftlichen
Grundstücken (bei Nicht-Landwirten kann es aber durchaus sein,
daß die Ausnahme nicht greift - wobei man durch den Kauf
womöglich automatisch zum Landwirt wird). Dafür meldet sich
dann aber die Berufsgenossenschaft, an die man jährlich einen
Obolus entrichten darf.

Ok, klingt schon mal gut. Wenn, dann würde ich wohl sowieso in Bayern kaufen. Wird nicht überflutet, wenn der Meeresspiegel steigt; außerdem bin ich da sowieso öfter mal.

Ich meine - woher weiß man
überhaupt, was alles dazugehört? Fährt man mit dem Verkäufer
hin und der zeigt es einem? Oder wie muss man sich das
vorstellen?

Notfalls muß man es eben neu vermessen lassen, wenn man die
Grenzsteine nicht mehr findet. Landwirte haben für die
Zuschußanträge in der Regel zugriff auf die exakten
Koordinaten der Grenzen, da hat man mit einem GPS gute Chancen
fündig zu werden, wenn man sich etwas damit beschäftigt, wie
man mehr als die normale Auflösung rausholen kann.

Hmm … meine Schwester macht Geo-Caching. Die kann mich ja mal in den Gebrauch ihres GPS einweisen :wink:

Der Acker wird ja sowieso noch nicht gleich morgen gekauft. Ich muss mich da noch schlau machen.

Meine größte Sorge ist ehrlich gesagt, dass ich da einen Acker kaufe, und dann, wenn es wirklich drauf ankommt, d.h. wenn es nichts mehr zu essen bei Aldi gibt, meint der Pächter „Wos? Wos for a Bacht? Dös is mei Acker, scho immer gwen. Schleich di!“ Und dann? *grübel* So ganz ausgreift ist die Idee mit dem Acker noch nicht.

Schöne Grüße

Petra

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Zumindest hier in Bayern entfällt die bei landschaftlichen
Grundstücken

Hast Du da ne Rechtsgrundlage?

(bei Nicht-Landwirten kann es aber durchaus sein,
daß die Ausnahme nicht greift - wobei man durch den Kauf
womöglich automatisch zum Landwirt wird).

Ja, definitiv, es ist nur ´nicht genau geklärt, ab welcher Grösse.

Spekulationsfrist?

Interessiert doch den Käufer nicht, oder?
Für den Verkäufer ist sie auch uninteressant, weil es sich bei
Ackerland meist um Betriebsvermögen handelt.

Wir sind hier bei „Geldanlage“, daher ist es schon
interessant.

Wieso? Beim Wiederverkauf?

Hallo Petra,

Der Acker wird ja sowieso noch nicht gleich morgen gekauft.
Ich muss mich da noch schlau machen.

Du möchtest also kaufen? Das könnte kompliziert werden. Verkauf von landwirtschaftlicher Nutzfläche an Nichtlandwirte ist nicht immer einfach. Es gibt da allerlei Vorkaufsrechte, die zu beachten wären.
Du solltest auch die Rendite im Auge behalten. Was musst Du für die Fläche bezahlen und wieviel Pacht kannst Du bekommen?

Meine größte Sorge ist ehrlich gesagt, dass ich da einen Acker
kaufe, und dann, wenn es wirklich drauf ankommt, d.h. wenn es
nichts mehr zu essen bei Aldi gibt,

Wieviel Land in welcher Qualität möchtest Du für diesen Fall kaufen? Aus Erfahrung kann ich Dir sagen, daß „schlechtes Land“ oft in großen Mengen „zu haben“ ist. Attraktive Ackerflächen sind gesucht. Wenn sie überhaupt veräussert werden, dann meist irgendwo innerhalb der bestehenden sozialen Beziehungen. Oder zu Preisen, die dann indiskutabel sind.

meint der Pächter „Wos?
Wos for a Bacht? Dös is mei Acker, scho immer gwen. Schleich
di!“ Und dann? *grübel* So ganz ausgreift ist die Idee mit dem
Acker noch nicht.

Da würde ich mir keine Sorgen machen. Bei aller Bauernschläue und einem möglichen „starken Rechtsbewusstsein“ wissen die Damen und Herren Ökonomen recht gut, was es mit dem Grundbuch auf sich hat.

Gruß
Jörg Zabel

Hallo,

Da würde ich mir keine Sorgen machen.

ich schon

und einem möglichen „starken Rechtsbewusstsein“ wissen die
Damen und Herren Ökonomen recht gut, was es mit dem Grundbuch
auf sich hat.

Aber wenn Aldi dann pleite ist (für diesen Fall kauft die Fragestellerin ja)? Gibt es dann überhaupt noch ein Grundbuch? Und einen Gerichtsvollzieher, der einen Herausgabeanspruch durchsetzt?

Ich persönlich würde ja für den Weltuntergang eher mit Gold vorsorgen.
Bin mir ziemlich sicher, dass ich dann irgendwo einen Bauern finden werde, der mir für ein paar Krügerränder einen Laib Brot übereignet…

Viele Grüße, Trobi

1 „Gefällt mir“

Hallo,

Ich persönlich würde ja für den Weltuntergang eher mit Gold
vorsorgen.

Gold taugt nur für die platzsparende Aufbewahrung größerer Beträge, ist aber für alltägliche Geschäfte ungeeignet. Für diesen Zweck ist Silber das Mittel der Wahl. Pro Tag und Person kann man überschlägig man von einer Unze ausgehen. In Deutschland sind die österreichischen Philharmoniker in der Regel die günstigsten (derzeit 14,70 je Unze).

Bin mir ziemlich sicher, dass ich dann irgendwo einen Bauern
finden werde, der mir für ein paar Krügerränder einen Laib
Brot übereignet…

Ein Krügerrand kostet derzeit gut 800 Euro.

Gruß
Christian

Hallo Trobi,

Aber wenn Aldi dann pleite ist (für diesen Fall kauft die
Fragestellerin ja)? Gibt es dann überhaupt noch ein Grundbuch?
Und einen Gerichtsvollzieher, der einen Herausgabeanspruch
durchsetzt?

Stimmt schon. Der Bauernhof meiner Großeltern war sicher auch in irgendeinem Grundbuch eingetragen … heute ist da kein Bauernhof mehr, und ein Stück Wiese irgendwo in Tschechien neben einer Bundesstraße.

Bin mir ziemlich sicher, dass ich dann irgendwo einen Bauern
finden werde, der mir für ein paar Krügerränder einen Laib
Brot übereignet…

Kann sein, kann auch nicht sein. Letztendlich ist Gold ziemlich nutzlos. Man kann nicht viel damit anfangen, außer elektronische Bauteile anfertigen oder Zähne füllen.

Außerdem steigen in Krisenzeiten dann die Preise für Essbares astronomisch an. Ich kann mich da erinnern, dass so etwas in Schindlers Liste vorkam. Da konnte man plötzlich nur noch gegen Diamanten überhaupt Brot bekommen. Dann hat Schindler sich darum gekümmert, und die Preise „normalisierten“ sich wieder.

So furchtbar viel ist Gold aber nicht mehr wert, wenn es nichts zu essen gibt.

Vielleicht ist es dem inneren Gleichgewicht auf Dauer nicht allzu förderlich, gleichzeitig was übers 3. Reich und über den nächsten Finanzcrash zu lesen :expressionless: Ach herrjeh, was mach ich nur?

Schöne Grüße

Petra

Hallo Petra,

Vielleicht ist es dem inneren Gleichgewicht auf Dauer nicht
allzu förderlich, gleichzeitig was übers 3. Reich und über den
nächsten Finanzcrash zu lesen :expressionless: Ach herrjeh, was mach ich
nur?

Les was über Buddhismus - das entspannt!
Wenn es tatsächlich soweit kommt, nützt dir dein Acker in Bayern auch nichts. Denn bis du in Bayern ankommen würdest, hätten eifrige „Erntehelfer“ schon alles abgeräumt. :wink:
Da hilft nur ein entsprechend grosses Grundstück ums Haus, dass mit einer Schrotflinte zu verteidigen ist und dem man Rüben und Kartoffeln entlocken kann.

Gruss ich

Hallo du vogel,

Les was über Buddhismus - das entspannt!

*gg* Gute Idee! Was liest man denn da so?

Da hilft nur ein entsprechend grosses Grundstück ums Haus,
dass mit einer Schrotflinte zu verteidigen ist und dem man
Rüben und Kartoffeln entlocken kann.

Vielleicht hast du damit gar nicht so unrecht. Irgendwas braut sich da zusammen!

Originalzitat von Max Otte, 27.02.10: „Die Währungsreform in Europa ist noch weit weg. Viele Jahre, mindestens fünf.“

Ich mache mir jedenfalls Sorgen darüber, was passieren wird, wenn der Staat Hartz IV nicht mehr bezahlen kann, weil einfach seine finanzielle Lage noch schlechter ist als heute und es noch mehr Hartz IV Empfänger geworden sind. Was wird dann passieren? Sprunghafter Anstieg der Kriminalität? Plünderungen bei Aldi? Suppenküchen an allen Straßenecken?

Gar nicht gut, das alles. In Berlin wird gerade ein Wohnhaus mit Auto-Aufzug gebaut - damit der Mercedes nicht abgefackelt wird: http://www.zeit.de/2010/09/DOS-Carloft

Schöne Grüße

Petra

Hallo,

Aber wenn Aldi dann pleite ist (für diesen Fall kauft die
Fragestellerin ja)? Gibt es dann überhaupt noch ein Grundbuch?
Und einen Gerichtsvollzieher, der einen Herausgabeanspruch
durchsetzt?

Nunja, „das Grundbuch“ hat zwei Weltkriege, Inflationen, Währungsreformen, sogar „die DDR“ überlebt. Ich denke, das ist sicher genug. Gegen „Alles“ kann man sich sowieso nicht absichern.

Ich persönlich würde ja für den Weltuntergang eher mit Gold
vorsorgen.
Bin mir ziemlich sicher, dass ich dann irgendwo einen Bauern
finden werde, der mir für ein paar Krügerränder einen Laib
Brot übereignet…

Wenn es denn um die große Katastrophe geht, dann dürfte einzig Salz das Mineral sein, das „überlebenswichtig“ ist. Auf alles Andere kann man „irgedndwie“ verzichten …

Gruß
Jörg Zabel

Hallo Petra,

Ich mache mir jedenfalls Sorgen darüber, was passieren wird,
wenn der Staat Hartz IV nicht mehr bezahlen kann, weil einfach
seine finanzielle Lage noch schlechter ist als heute und es
noch mehr Hartz IV Empfänger geworden sind. Was wird dann
passieren? Sprunghafter Anstieg der Kriminalität? Plünderungen
bei Aldi? Suppenküchen an allen Straßenecken?

Wenn der Sozialstaat fällt, fallen auch einige andere Gesetze und Regeln. Dann kann man auch in Deutschland ohne irgendwelche Papiere und Genehmigungen einfacher Geld verdienen. Dann steht man in der Mittagspause vor dem Bürogebäude und verkauft selbstgemachte Suppe oder belegte Brote. Oder, oder…
Beinahe die ganze Welt überlebt ohne Hartz4, auch die Deutschen können das, wenn es sein muss.

Gar nicht gut, das alles. In Berlin wird gerade ein Wohnhaus
mit Auto-Aufzug gebaut - damit der Mercedes nicht abgefackelt
wird: http://www.zeit.de/2010/09/DOS-Carloft

Ach das gibt es schon lange. Auch die Luxuswohnungen verkaufen sich nicht mehr so üppig. Da muss man sich immer mal wieder ein neues Gadget einfallen lassen, um die an den Mann zu kriegen. :smile:

Gruss ich