Hi,
durch die etwas weiter unten stehende Diskussion drängte sich mir folgende Frage auf:
Wie können Hochbegabte das Lernen lernen?
Wie können Sie lernen, mit der niedrigen Frustrationstoleranz umzugehen?
Vielleicht hat ja jemand von euch einige Tipps auf Lager - gerade im Bereich von Motivation und Konzentration/Fokus auf eine Sache.
Best regards
Chris
Moin Chris,
Vielleicht hat ja jemand von euch einige Tipps auf Lager -
gerade im Bereich von Motivation und Konzentration/Fokus auf
eine Sache.
Was ich persönlich sehr hilfreich fand war das Erlenen eines Musikinstruments. Hier bei hilft einem eine Hochbegabung (sofern sie nicht auch im musikalischen Bereich eh vorhanden ist) relativ wenig. Man muss wie alle anderen auch üben , um zu guten Ergebnissen zu kommen. Zudem erhöht das Musizieren die Konzentrationsfähigkeit und es ist eine super Methode, das Hirn, das ansonsten permanent vor sich hin denkt, mal abzuschalten und „einfach nur“ Musik zu machen und sich an der Musik zu erfreuen und vielleicht sogar in Gemeinschaft mit anderen, wenn man die Möglichkeit hat, in einem Orchester oder einer Gruppe zu spielen.
Man darf sich nur nicht so sehr unter Druck setzen, dass man meint, man müsse nun gleich ein zweiter Mozart werden 
Gruß
Marion
Hi Chris,
das Zauberwort heißt hier meist, ist wie so oft, ‚Training‘
Hochbegabte werden im normalen Umfeld weing bis gar nicht gefordert und somit auch nicht gefördert. So haben sie kein Training, was Problembewältigung etc. betrifft.
Wenn ein Sporttalent nicht gefördert wird, wird es auch kein Spitzensportler, das sehen alle ein, wenn ein Denkriese nicht gefördert wird, wundern sich alle, daß daraus kein Spitzendenker wird (der kann das doch).
Wenn Hochbegabte unter sich sind (und dabei geeignet gefördert werden), sehen sie auch, daß ihre ‚Besonderheit‘ eben nur eine ist in Bezug auf die ‚Normalen‘. Das hilft vielen, besser mit ihren Gaben umzugehen.
Gandalf
Hi Chris,
ich noch mal.
Eine weitere bewährte Methode ist es, Hochbegabte in einer Disziplin zu fordern, die nicht in den Rahmen ihrer Begabung fällt.
Dort sind sie ganz ‚Normale‘ und müssen sich mit Frust und Mühe auseinandersetzen.
So was wird aber sehr! gerne von HB vermieden, (die sind schließlich nicht dumm
. Da muß schon mal mehr oder weniger sanfter Druck ausgeübt werden.
Ein Sesselpupser muß also sportlich rangenommen werden, ein Musikus muß sich sozial einbringen etc.
Gandalf
Hallo Chris!
Na, das stellst Du aber eine Frage!
Bei den HBs gibt es ebensoviele unterschiedliche Lerntypen wie sonst auch, und man sollte sich ansehen, wie der Schüler lernt.
Mehr visuell, mehr optisch, mehr haptisch…meistens doch auf mehreren Ebenen.
Was viele Eltern immer noch nicht begriffen haben ist, dass auch die Zeit des Lernens eine Rolle spielt.
HBs können sich oft besser konzentrieren, wenn sie körperlich müde sind.
(„Wenn ich müde bin, muss ich nicht mehr soviel denken“)
Also später am Tag/Abend, wenn die Eltern eigentlich die Kids lieber im Bett sehen würden.
Das Auswendiglernen z.B. von Vokabeln oder Texten war bei unserem Sohn nicht selten von Rundendrehen um den Tisch begleitet, oder auch von lauter Rock-Musik und Hin- und Herrennen.
Womit meine Vorschreiben sicher Recht haben: das Wiederholen.
Es ist wichtig, wird aber von HBs überhaupt nicht gern gemacht.
Aus meiner Erfahrung insbesondere bei den Dingen, die ihnen nicht „mal eben“ in den Schoß fallen.
Aber da gilt es, sich als Eltern/Ansprechpartner mit liebevoller Konsequenz durchzusetzen und gewisse Dinge einzufordern.
Schließlich haben auch wir täglich Dinge zu tun, die wir nicht aus lauter Freude erledigen, sondern sie erledigen müssen.
(…„Du hast keine Lust zu den Hausaufgaben? Ich habe keine Lust zum Kochen! Dann bleibst Du eben hungrig“)
Mit dem Kind schriftliche Verträge zu schließen, mit umsetzbaren Konsequenzen, ist eine gute Möglichkeit gemeinsam am Lernen und dem Lernstil zu arbeiten!
Angelika