Hallo zusammen,
man hat bei meiner Freundin eine Depression diagnostiziert und ich versuche jetzt für sie eine „Therapie“ zu finden, wir haben auch Adressen von Ärzten bekommen, aber die sind meist alle belegt oder nehmen keine neuen Patienten auf. Da sie aufgrund ihrer Depression ziemlich am Boden ist und ihr keiner helfen will fühlt sie sich noch mehr niedergeschlagen. Deswegen wollte ich fragen ob jemand weiß wie man an einen Therapieplatz ( so nenn ich es jetzt mal ) kommt? Ich habe gehört das einem die Krankenkasse dabei helfen muss, stimmt das? Wen könnte man ansprechen?
Danke schonmal im voraus
MfG
Timmy
Lieber Frager
als Chirurg bin ich da sicherlich nicht der ideale Anschprechpartner. Versuchen Sie es doch mal in der Ambulanz einer großen Klinik, am besten der nächsen Uni oder Landesklinik
Viel Erfolg
BüNo
Ich habe
gehört das einem die Krankenkasse dabei helfen muss, stimmt
das? Wen könnte man ansprechen?
Helfen ja, sofortigen Platz garantieren nein.
Jede Kasse hat eine andere Verwaltungsstruktur, also: Anrufen und sich durchfragen!
Good luck,
TB
Hallo,
leider ist das ein allzu bekanntes Problem, dass Menschen akut psychisch krank sind und alle örtlichen Therapeuten ausgebucht, das ist ziemlicher Mist. Was ich aus eigener Erfahrung und aus den Erfahrungen von Bekannten und unseren Patienten wei, ist folgendes:
- alle örtlichen therapeuten durchtelefonieren
- die Krankenkasse mit ins Boot holen, schließlich wollen die, dass Ihre freundin schnell wieder gesund wird. Es gibt da bei vielen Kassen auch Ansprechpartner, die sich auf bestimmte Bereiche (zum Beispiel eben psychische Erkrankungen) spezialisiert haben - das erfährt man bei der zuständigen geschäftsstelle oder unter der Hotline.
- Gut ist es auch immer, den Hausarzt bzw. den Arzt, der die Diagnose gestellt hat, zu involvieren. Dieser kann von seiner Praxis aus auch die örtlichen therapeuten anrufen, ein Anruf von Arzt zu Arzt hat oftmals mehr Erfolg.
- Ein weiterer Ansprechpartner sind auch die Ambulanzen der Psychiatrischen krankenhäuser in Ihrer Umgebung. manchmal haben die ambulante Therapieplätze frei oder wissen, welche niedergelassenen Psychiater/ Psychotherapeuten noch Plätze frei haben.
Das ist alles ganz schön viel Arbeit und es ist eine Frechheit im System, dass sich die ohnehin schon kranken und verzweifelten Patienten noch selbst kümmern müssen. insofern ist es super, dass Sie Ihre Freundind unterstützen. Sie können sicherlich diese ganzen Telefonate auch führen bzw. sie in die Wege leiten.
Alles gute für Sie und ihre freundin!
Depressionen sind gut behandelbar
Est einmal ist wichtig, das deine Freundin Antidepressiva verschrieben bekommt (das kann auch der Hausarzt machen) und diese auch regelmäßig einnimmt, damit die Depression sich nicht verschlimmert und sondern langsam zurückgeht. Die Pillen wirken jedoch meist est nach 2-4 Wochen. Je eher man mit der Einnahme beginnt desto besser.
Der Hausarzt, bzw. der Arzt, der die Depression festgestellt hat, sollte euch auch bei der Auswahl eines geeigneten Psychiaters bzw. Therapeuten helfen können.
Bis dort eine weitere Behandlung erfolgen kann, sollte dieser am Besten Wöchentlich die Patientin sehen um so die Entwicklung überwachen zu können.
Im Ernstfall, also wenn die Depression schwer sein sollte, kann man sich auch jeder Zeit an entsprechende Kliniken wenden, die Tag und Nacht ansprechbar sind.
Weitere infos findest du auch auf meiner Website unter:
http://www.thies-martens.de/depression.html
Und nicht verzagen. Depressionen gehen von ganz seltenen Ausnahmen abgesehen immer wieder vorbei, auch wenn dies die Patienten meist nicht glauben können, was eines der Symptome ist.
Hallo, Sie können es bei der Krankenkasse versuchen, aber ohne
Wartezeit geht es nirgendwo, 2 Monate sind normal. Sie sollte sich
parallel zur Suche und Anmeldung für die Psychotherapie vom
Hausarzt ein Antidepressivum verschreiben lassen, bei
Schlafstörung Mirtazapin 15mg 1 h vor dem Zubettgehen. Falls
Schlaf ok aber tagsüber kaum Kraft: Sertralin 50mg morgens. Alles
Gute für die Freundin: Dr. U
Hallo Timmy,
das Problem mit den überlasteten Therapeuten ist ein bekanntes und weitverbreitetes, man kann aber auch immer wieder Glück haben. Wichtig sind v.a. Geduld und Hartnäckigkeit. So hat einer meiner Patienten 80 (!!!) Therapeutenadressen abtelefoniert, bis er Erfolg hatte.
Die Krankenkassen senden einem auf Anfrage Broschüren mit ortsnahen ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten zu, um mehr kümmern sie sich meiner Info nach nicht, da muß man schon Eigeninitiative zeigen.
Man kann auch schlicht und einfach in die Gelben Seiten schauen und passende ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten/Innen anrufen oder auf Internetseiten wie z.B. www.therapie.de oder der vom BDP schauen.
Auf jeden Fall gilt: Auf mehrere Wartelisten setzen lassen! Und: Dran bleiben!
Für den Notfall bzw. in der akuten Krise sind auch die Institutsambulanzen der Psychiatrien passende Ansprechpartner. Sie müssen im Notfall jede/n nehmen, allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum, d.h. zur Krisenintervention und ggf. zur Überbrückung der Wartezeit auf einen Therapieplatz bei jemand Niedergelassenem. Denn die Institutsambulanzen dürfen per sé keine klassische Psychotherapie anbieten, sondern müssen weiterverweisen. Dort wird dann auch geprüft, ob jemand erstmal stationär aufgenommen werden sollte, weil er/sie z.B. suizidal ist, und eine stationäre Aufnahme ggf. in die Wege geleitet.
Alles Gute und viel Erfolg!
Yvonne
Hallo Timmy,
Danke für deine Anfrage.
Ich weiss nicht, ob ich dir weiterhelfen kann. Ich lebe in Österreich und bei uns wird das folgendermassen gehandhabt: der Arzt, der die Diagnose stellt behandelt den Patienten bei entsprechender Ausbildung selber oder muss an einen Facharzt für Psychiatrie überweisen. Bei einer Depression erfolgt eine medikamentöse Behandlung und eine begleitende Psychotherapie. Eine andere Möglichkeit ist , bei einer Klinik für Psychiatrie einen ambulanten Ersttermin zu vereinbaren. Hier erfolgt nach dem Erstgespräch dann die weitere Therapie je nach Krankheitsbild.
Des weiteren gibt es bei uns öffentliche Institutionen in jeder größeren Stadt, bei denen ebenfalls ein Termin vereinbart werden kann und auch hier wird dann die weitere Therapie eingeleitet.
Entweder googelst du da nach oder erkundigst dich bei deiner zuständigen Krankenkasse. In keinem Fall darf der Patient einfach im Regen stehen gelassen werden. Eine Depression ist eine ernstzunehmende Krankheit, die behandelt werden muss.
Ich hoffe, dass ich dir ein bisschen weiterhelfen konnte.
Alles Gute für dich und deine Freundin.
Seerose
Hallo,
-
Will diese Freundin selber wirklich eine Therapie
machen? Falls nicht, würde eine Therapie nicht
anschlagen bzw. es wäre eine Therapie zu wählen, bei der
erst die Motivation, wieder gesund zu werden, aufgebaut
wird.
-
Oft dauert es lange, bis eine therapie anfangen kann,
weil die Ärzte überlastet sind und es dadurch lange
Wartelisten gibt.
Frage: Ist die depressive Freundin selbstgefährdet oder
fremdgefährdet, konkret: Hat sie Suizidgedanken oder
wird sie anderen gegenüber auffällig aggressiv?
Falls diese Frage mit ja beantwortet werden muss, gibt
es eine Möglichkeit in einer Klinik sofort stationär
untergebracht zu werden. Man meldet sich dann am besten
direkt bei der Klinik und gibt Selbst- oder
Fremdgefährdung an.
Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, in einer
Tagesklinik untergebracht zu werden. Man ist tagsüber in
der Klinik und wird behandelt, bzw. man nimmt an
Therapien teil, abends und nachts ist man zu Hause.
Ich hoffe, ich konnte Sie mit meinem Beitrag
unterstützen.
Viele Grüße und gute Besserung für die Freundin,
Ihr Wittich Wolf
Hallo zusammen,
man hat bei meiner Freundin eine Depression
diagnostiziert und
ich versuche jetzt für sie eine „Therapie“ zu finden,
wir
haben auch Adressen von Ärzten bekommen, aber die sind
meist
alle belegt oder nehmen keine neuen Patienten auf. Da
sie
aufgrund ihrer Depression ziemlich am Boden ist und ihr
keiner
helfen will fühlt sie sich noch mehr niedergeschlagen.
Deswegen wollte ich fragen ob jemand weiß wie man an
einen
Therapieplatz ( so nenn ich es jetzt mal ) kommt? Ich
habe
gehört das einem die Krankenkasse dabei helfen muss,
stimmt
das? Wen könnte man ansprechen?
Danke schonmal im voraus
MfG
Timmy
Lieber Tim Müller,
so sieht’s leider aus und die Lage für Kinder und Jugendliche ist noch schlimmer, aber die dafür Verantwortlichen sagen: es gibt ausreichend Pläzte!
Die Krankenkasse ist verpflichtet, eine Therapie auch bei einem nicht offiziell niedergelassenen Psychotherapeuten (also evtl. ohne Approbation und auf jeden Fall ohne Kassenzulassung)zu bezahlen, wenn nachgewiesen werden kann, dass keine Plätze in angemessener Zeit zur Verfügung standen. Was das genau heißt, solltest Du bei der Kasse mal(freundlich)erfragen.
Ist die Depression Deiner Freundin so schlimm wie es sich anhört, wäre es eine Frage, on ein Psychiater bereit ist, bereits medikamentös etwas zu tun, Zu einer Psychotherapie würde ich in jedem Fall raten. Zu was hat der Diagnostiker geraten? Manchmal hilft auch zunächst eine tagesklinische Behandlung (morgens hin, abends nach hause).
Der Gedanke, dass ihr keiner helfen will, ist so nicht ganz richtig. Es hat bloß keiner Kapazitäten. Dass es einem schlecht geht, heißt (leider?) nicht, dass sofort Hilfe rangerauscht kommt…außerdem helfen Sie ihr ja.
Liebe Grüße und viel Erfolg!
B. Wilkes
Ich würde Hilfe anbieten, sofern es sich noch um einen Akutfall handelt!
LG STSZ