Wie komme an die Infos günstiger PKV?

Hallöchen,
ich bin auf der Suche nach einer Privaten Krankenversicherung. Nun rennen mir die Makler die Türen ein. Wie kann man denn ohne Makler und persönlichem Gespräch (was dann in blutigen Ohren endet) herausbekommen, welche Gesellschaft für einen günstig ist?
Ich bin über der Beitragsbemessungsgrenze und lege Wert auf Zwei-Bett-Zimmer im Krankenhaus und falls mir die Zähne aus dem Mund fallen auf Zahnersatz.
Wer kann mir denn ganz neutral sagen, was der Nachteil der PKV ist, und auf was ich bei Vertragsabschluß achten muß?

Völlig verzweifelte Sina

hallo Sina,
ganz einfach.
Du gehst ins Internet und suchst Dir verschienene Makler. In deren Homepage füllst Du das Anforderungsformular aus und lässt Dir Vergleiche und Angebote zusenden. Gebe keine Telefonnummer an und schreibe im Nachrichtenfeld: kein Besuch und kein Anruf!
Einige werden dann nicht antworten: auf die kannst Du getrost verzichten. Andere werden Dir nur ein Angebot zusenden: auch auf die kannst Du verzichten. Und einige wenige werden Dir einen Vergleich mit sämtlichen, den Voreinstellungen entsprechenden Versicherungen und Tarifen und Beiträgen zusenden. Dazu 2 oder 3 Angebote mit ausführlicher Beschreibung.
Sollten die Namen verschlüsselt sein: wegwerfen, taugt nichts.
Ruft einer an und will Dir ein Gespräch reindrücken: hinweisen, dass er sich strafbar macht und einhängen. Außer: er braucht noch einige Informationen. Die kann er aber auch über e-mail erhalten.
Wähle den Makler, der sich an das alles hält. Und natürlich die Versicherung und den Tarif, der Dir zusagt.
Grüße
Raimund

Hi Sina,
ich meine mich zu erinnern, daß im Test-Heft (Stiftung-Warentest.de) auch ein Fragebogen ist, wo Du dann entsprechend Deine Wünsche ankreuzen kannst und für ein paar Mark dann eine Auswertung erhälst. Ich vermute mal, die bieten das auch im Internet an.
Gruß
F.Doe

kostet 50,- DM und ist hahnebüchen!
Grüße
Raimund

Hallihallo!
Den Weg hatte ich die letzten Monate auch vor mir.
Auch wenn einige von sowas abraten, ich hatte wirklich großes Glück bei einem Versicherungs-/Finanzdienstleister

Ich bin so vorgegangen:
Erst habe ich mir von denen einige Angebote nach meinen Vorstellungen zusammenstellen lassen (Computerauswertungen + Detailierte Vorschläge verschiedener Versicherer)
Danach habe ich mir über Internet die angebotenen Versicherungen angeguckt und „zur Kontrolle“ nochmal Angebote via Internet eingeholt. (Die meisten haben dort eine Online-Beitragsberechnung).

Da haben sich dann ein paar konkretere Fragen ergeben, die ich wiederum an meine Ansprechpartnerin bei dem Versicherungsmakler/Finanzdienstleister gestellt habe.

Natürlich kam ich um ein bis zwei Anrufe von denen nicht drum rum, aber nachdem ich gebeten habe via E-Mail zu kommunizieren hatte ich Ruhe. Und den ganzen Formularkram mit Verschicken usw. haben die für mich übernommen.

Fazit: Auch nach meinen Recherchen stellte sich heraus, dass das, was der Makler zusammengestellt hatte auch eine absolut gute Auswahl für mich war. Letztendlich musst du nur wissen, was dir am wichtigsten ist bei den Leistungen und dann auswählen!

Wenn du da noch konkret was wissen willst kannst du mich gerne anmailen.

Viel Spaß noch :wink:

Tanja

Hallöchen,

ich bin auf der Suche nach einer Privaten Krankenversicherung.
Nun rennen mir die Makler die Türen ein. Wie kann man denn
ohne Makler und persönlichem Gespräch (was dann in blutigen
Ohren endet) herausbekommen, welche Gesellschaft für einen
günstig ist?
Ich bin über der Beitragsbemessungsgrenze und lege Wert auf
Zwei-Bett-Zimmer im Krankenhaus und falls mir die Zähne aus
dem Mund fallen auf Zahnersatz.
Wer kann mir denn ganz neutral sagen, was der Nachteil der PKV
ist, und auf was ich bei Vertragsabschluß achten muß?

Völlig verzweifelte Sina

Hallo Sina!
Stehe grad vor dem gleichen Problem und hab hier im Internet einen Fragebogen ausgefüllt auf der Seite
http://www.versicherung-vergleiche.de/
Die haben telefonisch noch einige Fragen abgeklärt und mir jetzt die Angebote, die für mich in Frage kommen zugesandt.
Es wurde auch schon in dieser Info-Mappe auf Besonderheiten der einzelnen Versicherer hingewiesen, wie z.B. Einschränkungen bei bestimmten Behandlungsmethoden.

Viele Grüße
Esta

Hallo Sina,

einen guten Einstieg in Dein Thema kann die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ (Stiftung Warentest) bieten, die Du an jedem etwas besser sortierten Kiosk erhalten kannst.

Hier solltest Du davon ausgehen können, dass die dargestellten Informationen relativ objektiv (wenn es sowas überhaupt gibt) und breit angelegt (z.B. in Bezug auf die berücksichtigten PKVen) sind; Beratungen, die Du von Vertretern und/oder Maklern erhälst, sind häufig durch Provisionsinteressen (legitim, aber nicht immer gut für den Kunden) beeinflußt.

Die Ausgabe geht darauf ein, worauf man prinzipiell beim Abschluß eines privaten Krankenversicherungsvertrages achten sollte, warum billig in diesem Zusammenhang wahrscheinlich nicht günstig ist und bewertet Versicherungstarife (Ranking).

Ich rate Dir, leg die paar Mark an und kauf Dir das Heft.
Es bietet eine gute Basis für weitere Recherchen und kann vielleicht auch schon eine Entscheidungsgrundlage sein, wenn ich persönlich auch mehr Gewicht auf Beitragsstabilität legen würde als Finanztest das tut. Allerdings kann so ein Beitrag in Finanztest natürlich kaum auf individuelle Gegebenheiten eingehen.

Viel Erfolg bei Deinen Bemühungen wünscht Dir

Ulrich

@ Raimund
Bitte verzeih mir meinen wiederholten Hinweis auf Vertreter und Makler und vor allem, dass ich beide Gruppen schon wieder in einen Topf geworfen habe.

hallo Ulrich,
kein Problem damit. Ein Makler ist ja auch im gewissen Sinn ein Vertreter, ein Verkäufer.
Ich sehe diesen Beruf des Verkäufers für emminent wichtig an. Ohne Verkäufer bricht unsere Wirtschaft zusammen.
Aber was anderes. Leider weiss ich, was und wie die Tests diverser Zeitschriften gemacht werden. Und mit welchem Vergleichsprgramm gearbeitet wird.
Dieses Ranking, das so oft zitiert wird, ist eine sehr kitzlige Angelegenheit. So muss z.B. ein sehr hohes Eigenkapital einer KV-Gesellschaft nicht unbedingt etwas positives sein. Es kann sich recht negativ auswirken. Auch der Preis eines Tarifes sagt nicht unbedingt, ob er auch empfehlenswert ist.
Oder es kommt so, wie es eine bekannte Versicherung (die immer so gerne die Makler abmahnt)gemacht hat. Sie bekam im Test eine recht gute Bewertung. Da der Tarif für die Werbung zu teuer war, nahme man einen anderen (extrem billigen mit fast keiner Leistung) und warb damit, dass dieser Tarif vom Tester als besonder gut bewertet wurde. Das halte ich schon für kriminell.
Oder: es wurde zum Beispiel nicht bewertet, dass es ca. 3 Versicherungen in D gibt, die den Alkohol§ im Tagegeldtarif haben. Was das ist? Das Bedeutet, dass die Versicherung die Möglichkeit hat, die Tagegelder im Krankheitsfall zu sperren, wenn diese Krankheit auf Alkoholgenuss beruht. Trifft Dich nicht? Nurt wenn Du absoluter Antialkoholiker bist! Stell Dir vor, Du trinkst Sylvester etwas Sekt. Du bist angeheitert (nicht hacke zu!). Du rutscht aus und brichst Dir ein Bein so kompliziert, dass Du länger als 42 Tage (zahlt der AG) krank bist. So und jetzt sagt die Versicherung: njet! Was amchst Du dann?
Du siehst, es ist nicht alles Gold, was glänzt. Es ist allerding auch wahr, dass es Kollegen gibt, die keine Gesamtliste aller Gesellschaften und Tarife dem kunden vorlegen. Das ist allerdings lt.Gerichtsurteil verboten. Ebenso die Verschlüsselung vomn Versicherung- und Tarifnamen.

Hallo ulrich,

aus purer Neugier und Berufsinteresse habe ich mir mal das Magazin geholt und wurde mal wieder in meiner Ansicht bestätigt. :-/

Es ist leider so, dass Leistungen, die eh durch die MB/KK (Musterbedingungen Krankheitskostenvollversicherung) weitestgehend vorgeschrieben sind bzw. gesetzlich keine Rolle spielen, die Leistungsfähigkeit des Tarifes zu 88% beeinflussen.
Da wären z.B.

-> Beschränkung auf 1000 DM oder 10 Behandlungen bei Psychotherapie (BGH-Entscheid, dass der Versicherungsnehmer diese Tragweite solch einer Entscheidung nicht erkennen kann und somit sind schon Tarife mit Begrenzung auf 25 Sitzungen für unzulässig beurteilt worden.)

-> Im Krankenhaus 2-Bettzimmer mit Chefarzt (warum gehe ich eigentlich in die PKV?)

-> Arzt- und Zahnarzthonorare bis Höchstsatz (3,5fach) der Gebührenordnung werden erstattet (-> was anderes anzubieten ist vom VR schon fast eine Frechheit in meinen Augen)

-> Zahnersatz, Inlays zu 65% und Zahnbehandlung zu 90% (letzteres käme für mich schonmal gar nicht in Frage und ich kenne auch keinen Tarif der dafür nicht 100% leistet)

-> bei Reisen ins außereuropäische Ausland die Krankheitskosten auf Reisen von vier Wochen Dauer ( schreiben MB/KK § 1(4) sogar zwingend vor) (-> dafür würde ich aber aus mehreren Gründen eine Auslandsreise-KV zusätzlich abschließen)

Diese Leistungen machen 88% der Leistungsfähigkeit aus… super Sache… :smile:

Darüber hinaus gibt es etwa 16 Punkte, wenn ich es noch richtig im Kopf habe, die insgesamt 12 % ausmachen.

Dies sind aber Punkte, ohne die es eigentlich auch keinen Sinn macht, in die PKV zu wechseln.

-> Arzt- und Zahnarzthonorare über GOÄ ( würde ich als Angestellter immer wählen)

-> Heilpraktikerleistung (-> gibt kaum Tarife, die das nicht anbieten)

-> Brillen und Hilfsmittel (warum sollte ich einen Tarif wählen, der soetwas nicht leistet?)

-> ambulante Psycho über obige Sätze hinaus (-> wie gesagt, gesetzlich sogar untersagt)

-> Fahrtkosten zum Arzt/Krankenhaus (-> warum sollte mein Tarif das nicht leisten? wäre ja sonst schlechter als GKV)

-> Verzicht auf Summenbegrenzung in den ersten Versicherungsjahren (zumindest aber unfallbedingt) (->Wartezeitenerlass lt. MB/KK §3 (2)a greift lediglich nicht… bei allen mir bekannten Versicherungstarifen wird somit auch die Summenbegrenzung außer Kraft gesetzt)

–> Alles in allem Punkte, die in meinen Augen nur sehr unzureichend die wirkliche Leistungsfähigkeit der Tarife darstellen…

Dazu kommt, dass das Preis-Leistungsverhältnis die Note zu 70% beeinflusst…die Beitragsstabilität (2.Preiskomponente)

Das Preis-Leistungsverhältnis errechnet sich aus folgender Komponente:

Leistungspunkte durch Preis…

also die Grundvoraussetzung sollte ja jeder haben:

  1. 88 / 50 DM = 1,76
  2. 100 / 50 DM = 2
  3. 95 / 55 = 1,72
  4. 97 / 55 = 1,76

Meine Frage… ist jetzt Tarif 4 schlechter als Tarif 1?

*grübel*

Soviel zur Sinnhaftigkeit eines solchen Vergleiches…

Wer die Kriterien festlegt…der kann das Ergebnis entsprechend beeinflussen…

In diesem Sinne…

Gruß
Marco

PS. ich habe auch Tarife entdecken können, die weiter hinten waren und schlechter sind, weil sie teurer sind… aber letztendlich leisten sie über GOÄ… die oberen teilweise nicht… Äpfel und Birnen? :smile:

Hallo Marco,

natürlich sind die Kriterien nach dem „Geschmack“ der Finanztestredaktion und lassen sich sicher diskutieren. Ich würde meine Gewichtungen auch etwas anders legen. Dennoch bin ich der Meinung, dass der Beitrag einen guten Einstieg ins Thema liefert, zumindest um weitere Fragen stellen zu können. Denn effektiv fragen zu können, setzt ja schon immer Wissen voraus.

Es grüßt

Ulrich

hallo Ulrich,
siehst Du, hier geht´s schon los: der eine legt Wert auf höhere Leistung, der andere will möglichst sparen.
Ich bin jetzt seit 1978 in dem KV-Geschäft. Damals fragte mich der Kunde: „Was bekomme ich“ und dann erst was das kostet, heute werde ich gefragt:„Was kostet mich eine KV“ und dann erst, was er dafür bekommt.
Die Gewichtung ist gänzlich anders.
Ich verkaufe meinen Kunden fast ausschließlich leistungsfähige Tarife. Nicht deswegen, weil die oft teuerer sind (angenehme Begleiterscheinung), sondern weil ich dann in Zukunft keine Probleme mit meinen Kunden habe. Wenn der Tarif sagt: wird bezahlt, so ist das doch besser, als wenn der Kunde dauernd bei mir anruft und fragt, warum wird mir das nicht bezahlt.
Da diese höherwertigen Tarife nicht unbedingt immer zu den teueren gehören müssen, ist es also für den Kunden besser, er wählt den „guten“ Tarif.
Grüße
Raimund

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Hallo Sina,
ein Tipp aus eigener Erfahrung:
schreibe dir die Fragen auf, die wichtig sind. Heute kannst du deine gesundheitliche Laufbahn noch nicht absehen. Es kann aber schnell anders kommen, als geplant:

  1. was wäre mit Psychotherapie (im Bedarfsfalle sind 25 Stunden/Jahr ein Witz)
  2. was wäre mit Kur, Reha-- da kann es leicht sehr!!! teuer werden. (meine private KV zahlt da kaum, nach dem Motto man kann schliesslich sich nicht auf Kosten der Allgemeinheit sanieren)
  3. was wäre im Falle von Zahnersatz, Plomben aus Kunststoff usw.
  4. wie hoch ist die Erstattung bei Medikamenten
  5. dürfen alle Medikamente verschrieben werden
  6. was ist mit freier Arzt- und Klinikwahl
  7. was wäre mit alternativen Heilmethoden wie z. B. Akupunktur, traditionelle chin. Medizin…

Die Liste lässt sich noch erweitern. Das sind Themen, die gerne ausgespart werden. Und dann ist plötzlich die günstige Versicherung nicht mehr günstig. Oder sie ist gedeckelt worden, du musst jedes Risiko getrennt absichern. Vorher fragen ist billiger als später ein Vermögen zu zahlen (ich spreche aus bitterer Erfahrung).
Lieben Gruss und gute Entscheidung
Chris

Hallo Christel,

nur kurze Anmerkung zur Kur…
bei Angestellten wird die oftmals durch die BfA gezahlt…

Aber du hast schon recht… gerade als Angestellter sollte man da nicht unbedingt sparen…

Gruß
Marco

Hallo Sina,
die günstigse PKV ist die , die keine Provisionen - und Abschlußkosten- für Vertreter und Makler und Versicherungsgesellschaft eingerechnet hat. Dazu musst Du Dich aber nicht an einen Makler sondern an einen Honorarberater wenden - der eben keine Provision (bis 10 Monatsbeiträge!) kassiert!
Grüsschen
Franz K.

Günstig und Billig…
Hallo Franz,

ich glaube, du wirfst hier 2 Paar Schuhe in einen Topf.

So wie ich sina verstanden hatte, wollte sie eine für sie günstige (gute) Versicherung.

Die Provisionszahlung eines Krankenversicherungsunternehmens hat in meinen Augen keinen (und wenn dann nur einen indirekten) Einfluss auf das Preis-Leistungs-Verhältnis einer Versicherung.

Sicherlich sind Provisionen = Kostenfaktoren des Versicherers, wenn er aber anderweitig spart, kann er dennoch günstiger sein, als ein Versicherer, der keine Provisionen zahlt.

Vielmehr hängt es doch vom jeweiligen Tarif und der Risiken innerhalb des Tarifes/Versicherers ab, ob der jeweilige T/V günstig ist…

Ein preisgünstiger Versicherer muss noch lange kein günstiger Versicherer sein.

Gruß
Marco