Hallo Allerseits,
man hört immer wieder, dass Firmen bei der Anstellung je nach Branche rigoros auf das Alter achten. Schon ab 45 soll man das als alt gelten.
Man hört auch immer wieder Argumente, warum das so sein soll.
Ich würde gerne von Personalfachleuten erfahren, warum das so ist. Welches die wirklichen Argumente sind.
Gruß
Carlos
Hallo,
man hört immer wieder, dass Firmen bei der Anstellung je nach
Branche rigoros auf das Alter achten. Schon ab 45 soll man das
als alt gelten.
Man hört auch immer wieder Argumente, warum das so sein soll.
Ich würde gerne von Personalfachleuten erfahren, warum das so
ist. Welches die wirklichen Argumente sind.
es gibt keine wirklichen Argumente und zum Glück scheint sich der Trend eher umzukehren, denn ältere Mitarbeiter verfügen weit häufiger über so enorm wichtige Skills wie Erfahrung, Weitsicht, Belastbarkeit, Weisheit, Umgangsformen etc. Zudem ist ein 50-jähriger heutzutage ganz anders drauf als ein gleichaltriger vor 10 oder 20 Jahren.
Bei der gesellschaftlichen Entwicklung würde ich mir als Personaler eher Sorgen machen, wo ich in absehbarer Zeit überhaupt noch qualifiziertes Personal her bekomme. Was von „unten“ nachwächst, ist ja mehrheitlich kaum noch einsetzbar.
Gruß
S.J.
Tun sie das?
Hi!
Ich kenne die Problematik mittlerweile eigentlich nur noch aus den körperlich sehr anstrengenden Bereichen.
Wenn körperliche Leistungsfähigkeit das Wichtigste ist, erklärt sich die Sache von selbst…
Da, wo Wissen gefragt ist, gibt es schon seit einigen Jahren den Trend hin zu mehr Wissen, mehr Know How und mehr Lebenserfahrung.
Aber das sagte Steve ja auch schon…
VG
Guido
Hallo Guido,
Da, wo Wissen gefragt ist, gibt es schon seit einigen Jahren
den Trend hin zu mehr Wissen, mehr Know How und mehr
Lebenserfahrung.
Die Aussage von Steven und dir lautet, „Es wird besser“. Die Aussage lautet nicht, dass das Alter in nicht körperlich tätigen Berufen kein Handicap war und ist.
Jetzt stellt sich die Frage, ist die Vorstellung, dass man ab einem bestimmten Alter viel schwerer eine neue Arbeit findet nur ein weit verbreiteter Aberglaube? Die Fördermaßnahmen unter dem Sichwort 50plus sind also nicht durch eine überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit bedingt?
Falls aber das Alter aber bei der Jobsuche ein Hindernis sein könnte, dann würde es dafür auch Argumente geben.
Gruß
Carlos
P.S
Im Februar waren 944.543 Arbeitslosen im Alter von 50 bis 65 gemeldet.
499.824 Arbeitslosen waren im Alter von 55 bis 65 arbeitslos gemeldet, d.h. eine halbe Million Arbeitslosen konzentriert sich in der Alterklasse von 50 bis 55.
Insgesamt waren es 3.551.926 Arbeitslose. Die Agentur für Arbeit unterscheidet feinsinnig zwischen Arbeitslosen und Arbeitsuchenden
Quelle: http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/…
Hi!
Die Aussage von Steven und dir lautet, „Es wird besser“.
Nein, meine Aussage war, dass es schon seit einigen Jahre besser IST.
Die Fördermaßnahmen
unter dem Sichwort 50plus sind also nicht durch eine
überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit bedingt?
Nunja - die Fördermaßnahmen greifen, weshalb der Trend der ist, den Steven und ich ansprachen.
Falls aber das Alter aber bei der Jobsuche ein Hindernis sein
könnte, dann würde es dafür auch Argumente geben.
Naja, das einfachste und stichhaltigste Argument ist, dass in dieser Altersklasse die Leute zu finden sind, die schon seit der längsten Zeit arbeitslos sind - und je länger man raus ist, desto schlechter sind natürlich die Chancen.
Mich würde eher eine Statistik interessieren, die ältere QUALIFIZIERTE Menschen berücksichtigt.
Junge unqualifizierte Kräfte kann man noch (verzeihe mir die Wortwahl, ich lasse einfach mal betriesbwirtschaftliche Argumente fließen) qualifizieren, bei älteren lohnt sich die Investition nicht mehr.
Das einzig andere Argument, was ich früher öfter hörte, war die Formbarkeit, die bei älteren Menschen nicht mehr vorhanden sei.
Allerdings ist die aus Erfahrung schon ab spätestens 35 nicht mehr vorhanden…
VG
Guido
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Hallo,
ich kann nur für mein Unternehmen (Versicherungswesen) sprechen:
es kommt zuerst auf die zu besetzende Position an bzw. die Erfahrung die wir erwarten, das Alter spielt eine untergeordnete Rolle.
Wir haben in den letzten 3 Monaten (seit Dezember 2008) 4 Stellen neu besetzt.
Die Tätigkeiten waren:
Vorstandssekretär/in: neu besetzt mit einer 48jährigen Frau,
IT-Dokumenten-Management-Administrator/in: neu besetzt mit einer 52jährigen Frau
Sachbearbeiter/in Rechnungswesen: neu besetzt mit einerm 47jährigen Mann
Sachbereichsleiter/in Marketing: neu besetzt mit einer 32jährigen Frau.
Bewerbungen von Menschen 55+ hatten wir nicht. Ganz offen gesagt: glücklicherweise. Wir hätten ein Argumentationsproblem gehabt.
Grüße von
Maralena
Hallo Carlos,
Ich würde gerne von Personalfachleuten erfahren, warum das so
ist. Welches die wirklichen Argumente sind.
Es mag auch Unternehmen geben, die mittlerweile einen so hohen Altersschnitt in der Belegschaft haben, dass eine Verjüngung der Organisation dringlich erforderlich ist. Das hat dann nichts mit dem plakativen „Jugendwahn“ zu tun, sondern eher mit dem Gegenteil …
Grüße
Jürgen
Hallo,
Jetzt stellt sich die Frage, ist die Vorstellung, dass man ab
einem bestimmten Alter viel schwerer eine neue Arbeit findet
nur ein weit verbreiteter Aberglaube?
1.) Je älter ein Mensch ist, umso qualifizierter ist er auch. Diese Qualifikationen sind heute, im Gegensatz zur Vergangenheit, immer spezieller. Dementsprechend kann sich die Suche nach einem neuen Job, der „passt“ etwas langwieriger gestalten. Das gilt im übrigen auch für das Unternehmen.
2.) Ich habe schon reichlich Bewerbungen von älteren Arbeitssuchenden gesehen, die offensichtlich den aktuellen Trend verschlafen haben und das auch nicht merken. Die Bewerbungen sehen exakt so aus, wie ich es vor 25 Jahren in der Berufsschule gelernt habe. Das sind teilweise Leute, die 30 Jahre bei Siemens o.ä. gearbeitet haben. Nachdem dann die 300ste Absage auf die immer wieder inhaltlich identisch verschickte Bewerbung eintrifft, meint der Bewerber dann den Grund für die Erfolglosigkeit erkannt zu haben: Er ist zu alt und daher findet er keinen Job mehr. Das ist natürlich nicht der wahre Grund. Häufig sind ältere Menschen, besonders wenn sie lange in eine und demselben Betrieb beschäftigt waren, sehr unflexibel. Wenn bereits das Bewerbungsanschreiben langweilig und altbacken wirkt, hat natürlich kein Betrieb Interesse an solchen MA.
Gut qualifizierte MA werden immer, und zwar unabhängig vom Alter, gesucht. Problematisch wird es bei den weniger qualifizierten. Wenn es ausschließlich um körperliche Leistungsfähigkeit geht, sind die jungen klar im Vorteil: Fitter und billiger.
Gruß
S.J.
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Danke für die aussagekräftige Antworten
Ich habe eure Antworten gelesen und mir die Zahlen betrachtet, die ich selbst geschrieben haben.
Die Arbeitslosigkeit in der Kolonne von 50 bis 55 liegt bei 0,5 Millionen. In der Kolonne von 15 bis 50 sind es 2,6 Millionen. Damit ergibt sich der Eindruck, dass die Arbeitslosigkeit von über 50jährigen höher ist, aber nicht dramatisch.
Zusammen mit euren Antworten ergibt sich mir das Bild, dass das Thema Altersarbeitslosigkeitbei weitem nicht so dramatisch ist, wie man gemeinhin annimmt.
Gruß
Carlos
Hi,
Die Arbeitslosigkeit in der Kolonne von 50 bis 55
das ist eine Spanne von 5 Jahren
In der Kolonne von 15 bis 50
das eine Spanne von 35 Jahren
irgendwo ist da ein Rechenfehler bei Dir drin.
Zusammen mit euren Antworten ergibt sich mir das Bild, dass
das Thema Altersarbeitslosigkeitbei weitem nicht so dramatisch
ist, wie man gemeinhin annimmt.
Nach den paar Antworten kommst Du zu dieser Annahme?
Also mir hat ein Arbeitsvermittler mal gesagt, dass in bestimmten Branchen schon ein 35jähriger als schwer vermittelbar gilt. Und was meinst Du, was er zu meinen 54 Jahren gesagt hat…
Gruß,
Anja
Hi,
Also mir hat ein Arbeitsvermittler mal gesagt, dass in
bestimmten Branchen schon ein 35jähriger als schwer
vermittelbar gilt.
Einmal abgesehen davon, dass Arbeitsvermittler (das ist jetzt gar kein Vorwurf!) beim Arbeitsamt in der Regel eine Sache nicht machen: Arbeit vermitteln:
Nichts Anderes wurde hier gesagt…
VG
Guido
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Mathe
Hallo Anja,
Die Arbeitslosigkeit in der Kolonne von 50 bis 55
das ist eine Spanne von 5 Jahren
In der Kolonne von 15 bis 50
das eine Spanne von 35 Jahren
irgendwo ist da ein Rechenfehler bei Dir drin.
Ich bin gut in Mathe. 
Gehen wir mal davon aus, dass sich auf die Kolonne von 20 bis 50 Jahren 2,5 Millionen Arbeitslose verteilen. Ich kenne nicht die Form der Verteilung und gehe in grober Annäherung von einer flachen Verteilung aus, d.h., dass ich den Anteil der Arbeitnehmer in der Altersgruppe von 20 bis 55 in jedem Jahr ungefähr gleich hoch ist.
Also teile ich die Kolonne von 20 bis 50 durch 6 und erhalten jeweils 5Jahres-Kolonnen. Die Bevölkerungsverteilung hat heutzutage eher eine Spindelform, aber für eine grobe Annäherung im Mittelteil kann man auch ein Rechteck verwenden.
Dann teile ich 2,5 Millionen durch 6 und erhalte 0,4 Millionen. Also wären in bei 30 bis 35Jährige ungefähr 0,4 Millionen arbeitslos.
Man erinnere sich bei 50 bis 55jährige waren es 0,5 Millionen.
Wenn ich nun die Spindelform im Hinterkopf behalten und annehme, dass der arbeitsfähige Anteil leicht reduziert ist, komme ich zum Schluss, dass die Arbeitslosigkeit bei 50 bis 55 merklich erhöht ist, aber nicht dramatisch.
Und weil ich weiss, dass nicht jeder gut in Mathe ist und Viele auch der obigen Rechnung nicht folgen können, hatte ich darauf verzichtet.
Gruß
Carlos
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Erklärung
Hi,
(…)
Nach den paar Antworten kommst Du zu dieser Annahme?
Diese Annahme möchte ich als sehr naheliegende Folgerung bezeichen, die sich aus den genannten (und leicht nachvollziehbaren) Zahlen aufdrängt, selbst wenn da ein Irrtum von Faktor 2 drinstecken sollte.
Also mir hat ein Arbeitsvermittler mal gesagt, dass in
bestimmten Branchen schon ein 35jähriger als schwer
vermittelbar gilt. Und was meinst Du, was er zu meinen 54
Jahren gesagt hat…
Bei dir im künstlerischen Bereich ist die Lage bestimmt eine Grössenordnung schlechter als in Industrie/Dienstleistung.
Und von der Arbeitsvermittlungskompetenz geschweige denn überhaupt Arbeitsmarktwissen einschlägiger „Agentur“ halte ich überhaupt nichts.
Deine 54 Jahre waren für den Sachbearbeiter Grund genug, sich keine zusätzliche Arbeit aufzuhalsen.
Mein Vater wurde mit 60 abgeworben und dann ging die Rakete nochmal richtig los. Was mich betrifft habe ich keine Sorgen mit 55 ohne Arbeit dazustehen.
Gruss,
TR
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Hi,
Und weil ich weiss, dass nicht jeder gut in Mathe ist
Ich als Zahlenlegastheniker sowieso…
Aber danke für Deine Ausführungen, so in etwa habe ich das jetzt verstanden.
Gruß,
Anja