Wie kommt Farbe auf's TV (CRT)?

Hallo,

Hab in 4 Tagen mündliche Prüfung.
Auf 2 Seiten von einem der Vorlesungsskripte wird da PAL Signal und Fernsehtechnik erklärt - und das leider völlig unzureichend.

In der Prüfung fragt er dann wohl u.a. oft, wie die Farbe auf den Bildschirm kommt.

Okay… aus Wikipedia und Fachliteratur weiß ich nun: ich hab also YUV, 2 Kanäle. Y für Helligkeit, UV für Farbe.
Und am Ende jeder Zeile geht die Amplitude des Fernsehsignals auf 100% hoch um den Zeilenwechsel anzuordnen. Diese Phase nennt sich wohl Schwarzschulter und auf der rechten Schwarzschulter ist ein Burst Signal. Dieses synchronisiert wohl die Farbe.

So … und nun verlier ich den Faden.
Was synchronisiert dieses Burst Signal am Ende der Zeile?
Was passiert da?
Ein alter schwarz-weiß Fernseher ignoriert diesen Burst wohl einfach und zeigt nur Y… also die Helligkeit an?

Noch eine Frage: Wieso ist Schwarz bei 75% der Amplitude und Weiß bei 10% und nicht umgekehrt? Das fragt er wohl auch oft.

Hallo Fragewurm,

Okay… aus Wikipedia und Fachliteratur weiß ich nun: ich hab
also YUV, 2 Kanäle. Y für Helligkeit, UV für Farbe.
Und am Ende jeder Zeile geht die Amplitude des Fernsehsignals
auf 100% hoch um den Zeilenwechsel anzuordnen. Diese Phase
nennt sich wohl Schwarzschulter und auf der rechten
Schwarzschulter ist ein Burst Signal. Dieses synchronisiert
wohl die Farbe.

FBAS = F arbe, Bild , A ustast, S ynchronisation

So … und nun verlier ich den Faden.

Also dein Y-Signal ist eine der Graustufe entsprechende Spannung.
Über dieses Signal wird nun einfach noch ein ein hochfrequentes Signal darüber gelegt. Für einen SW-Empfänger ist das einfach nur eine hochfrequente Brummspannung und er zeigt einfach nur den Mittelwert dieser Spannung auf dem Schirm an, also im Endeffekt das alte Y-Signal.

Was synchronisiert dieses Burst Signal am Ende der Zeile?
Was passiert da?

Die Farbe ist nun als Phasenverschiebung in diesem Farbträger moduliert. Um die Phasenveschiebung zu demodulieren benötigst du aber einen Referenz-Oszillator. Aus der Phasendifferenz der Referenz und dem Farbträger, erhältst du dann die Farbe.

Mit dem Burst wird nun bei jeder Zeile dein Referenzoszillator wieder mit dem Oszillator im Sender synchronisiert.

Noch ein Detail: Der Burst befindet sich am ANFANG der Zeile :smile:

NTSC funktioniert eigentlich wie PAL, hat aber keine Synchroniations-Bursts, deshalb:
NTSC = Never Traces the Same Color :wink:)

Ein alter schwarz-weiß Fernseher ignoriert diesen Burst wohl
einfach und zeigt nur Y… also die Helligkeit an?

Genau, das war die Idee bei der Entwicklung, dass die Leute nicht einfach alle ihre Geräte wegschmeissen müssen oder man ein zweites Sendernetz für Farbe hätte bauen müssen.

Hast du das bei Wiki auch schon gelesen ?
http://de.wikipedia.org/wiki/FBAS

Noch eine Frage: Wieso ist Schwarz bei 75% der Amplitude und
Weiß bei 10% und nicht umgekehrt? Das fragt er wohl auch oft.

Kommt jetzt drauf an welches BAS-, bzw FBAS-Signal du betrachtest. Das „normale“ BAS-Signal hat Weiss bei 100%. Schwarz ist dann bei 10% des B-Signals. Dadurch wird erreicht, dass das A-Signal auf jeden Fall den Elektronenstrahl auf schwarz, bzw. schwärzer als schwarz, tastet und somit der Zeilenrücklauf mit Sicherheit nicht sichtbar ist. Dadurch konnte Schaltungstechnisch das BAS-Signal direkt am Steuergitter der Bildröhre angeschlossen werden.

Beim ganzen darf man nicht vergessen, dass das BAS-Signal zu einer Zeit entwickelt wurde als es noch keine Transistoren und ICs gab. Damals war jede eingesparte Verstärker-Röhre ein riesiger Kostenfaktor. Heute befinden sich in einem normalen Fernseher 10’000 Transistorfunktionen, so ein Röhrendings, kam mit etwa 10 Verstärkerröhren aus. Also bau du erst mal einen Fernseher mit nur 10 Transistoren :wink:

Das B-Signal gibt es in zwei Versionen, einmal „normal“ und dann noch invertiert.

MfG Peter(TOO)

Hi,

die Frage mit der Syncronisation des Oszillators mit dem Burst-signal steht hier noch mal explit unter punkt 5:

http://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehsignal#FBAS-Signal

Noch eine Frage: Wieso ist Schwarz bei 75% der Amplitude und
Weiß bei 10% und nicht umgekehrt? Das fragt er wohl auch oft.

Das das beim BAS offenbar nicht so ist schrieb ja Peter schon. Ganz Allgemein kann man sich bei der Spezifikation von solchen Signalen auch überlegen was z.B. für Störungen auftreten werden und wie die behandelt werden sollen. Bei Bilder ist es so, dass gestörte Pixel wohl besser dunkel (schwarz) dargestellt werden sollen als hell (weiß) da die sonst noch mehr auffallen. Erwartet man als Störung nun hauptsächlich Spannungseinbrüche ist es besser kleine Spannungen als Schwarz zu definieren. Würde man Spannungsspitzen erwarten sollten dann _diese_ besser schwarz sein. Hmm, ich hoffe, dass konnte man jetzt verstehen :wink: Sonst frage bitte noch mal nach.

Grüße,
J~

hi,

Noch ein Detail: Der Burst befindet sich am ANFANG der Zeile

-)

genau, auf der hinteren schwarzschulter, nach dem sync-impuls.

NTSC funktioniert eigentlich wie PAL, hat aber keine
Synchroniations-Bursts, deshalb:
NTSC = Never Traces the Same Color :wink:)

hier leg ich mal wiederspruch ein: auch ntsc hat die bursts (sonst würden die farben ständig durchlaufen), nur werden diese nicht alternierend geschaltet, im gegensatz zu pal (phase-alternate(ed)-line). pal hat den vorteil, das phasenfehler (die zu farbverfälschungen führen würden) in farbsättigungsfehler „umgewandelt“ werden.

gruss wgn

Hallo Peter,

NTSC = Never Traces the Same Color :wink:)

… und PAL heisst in USA „pay for additional luxus“ :wink:)
Im Übrigen fand ich das NTSC-Fernsehen in UISA (vor 30 Jahren!) gar nicht so schlimm.

Gruss
Laika