Hallo,
wenn ich lese, dann muss ich Sätze teilweise mehrmals lesen, damit ich sie verstehe. Nicht, weil ich dumm bin, sondern weil ich zu schnell und unkonzentriert lese. Ich verstehe dann den Satz und den Zusammenhang nicht.
Oft lese ich auch ein Wort falsch. Meist einen falschen Endbuchstaben, sodass sich ein anderes, aber bestehendes Wort ergibt oder ein komplett anderes Wort, welches aber vorhanden ist.
Oft muss ich auch über andere Dinge nachdenken und unterbreche das Lesen oder lese weiter, ohne aber den Sinn verstanden zu haben.
Wenn ich lese, dann muss es leise sein. Wenn Hintergrundgeräusche (TV, Waschmaschine, Spülmaschine, Verkehr, Gespräche von Familienmitgliedern, …) vorhanden sind, dann ist es für mich nahezu unmöglich zu lesen.
Wenn ich laut lese, passieren mir diese Dinge nicht.
Wie lerne ich, konzentriert und richtig leise zu lesen, ohne dass ich leicht abzulenken bin?
Bitte um eure Antworten.
Vielen Dank im Voraus.
Schöne Grüße
Marcel
Hallo Marcel,
diese Probleme haben fast alle Menschen, mehr oder weniger.
Wenn ich müde oder abgespannt bin, kann ich auch kaum vernünftig lesen, bin ich ausgeruht ist es viel besser.
Das falsche Lesen ist auch so ein Ding.
Beispielsweise habe ich fast drei Bände von ‚Per Anhalter durch die Galaxis‘ lesen müssen, bis ich merkte, daß es Ford Prefect heißt und nicht Perfect. Witzigerweise ist das meiner Frau auch passiert.
Da hilft nur, den Text in Stückchen zu konsumieren und ev. diese Stückchen mehrfach lesen, zusammensetzen und dann erst weiterlesen.
Bei sehr komplizierten Texten mache ich das meistens.
Klappt aber nicht immer, bei Texten von Hegel hat das bisher versagt, irgendwie will diese Wissen nicht in mein Hirn.
Gandalf
Hallo, Marcel,
vielleicht hilft es Dir, wenn Du beim Lesen mitmurmelst, Du schreibst, dass es klappt, wenn Du laut liest, also das Gelesene vokalierst.
Wenn Du jetzt diese Fähigkeit kultivierst und dabei schrittweise leiser wirst, bis Du nur noch die Lippen bewegst, dann hast Du erreicht, was Du erreichen willst. Irgendwann wirst Du dann sogar darauf verzichten, die Lippen zu bewegen. Das Mitsprechen zwingt Dich dazu, dass Du langsamer liest, also nicht mehr nur den Text überfliegst, sondern ihn Dir sozusagen zu eigen machst.
Hat irgendwie mit der Funktionsweise des Gehirns zu tun. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Lesen auch die Gehirnregionen aktiviert werden, die für die Steuerung der Lauterzeugung verantwortlich sind.
Grüße
Eckard
Hallo Marcel,
ich habe auch Schwierigkeiten, mich richtig zu konzentrieren, wenn im Hintergrund nervende Geräusche sind. (Das führt dazu, dass ich auf Zugfahrten schon einiges gestrickt habe - denn mit dem Lesen ist es da nicht so weit her.)
Aber das, was du so schreibst, klingt noch nach etwas mehr. Vielleicht Legasthenie oder ADHS oder etwas dieser Art? Ich bin mir nicht so ganz sicher, welcher Arzt für so etwas zuständig ist - aber ich würde das einmal untersuchen lassen. Vielleicht kann man ja etwas dagegen tun.
Oft muss ich auch über andere Dinge nachdenken und unterbreche
das Lesen oder lese weiter, ohne aber den Sinn verstanden zu
haben.
Das geht mir auch so. Ich lese manchmal unglaublich langsam. Vor allem dann, wenn mir die Handlung des Buches nicht gefällt (was bei Büchern über den Holocaust ja regelmäßig der Fall ist), kann es gut passieren, dass ich mir eine andere Handlung ausdenke und auch mal eine halbe Stunde einfach vor mich hinträume.
Was mir bei diesem Problem hilft: Wenn ich nichts anderes mache, bevor ich mit dem Lesen anfange. Also keine E-Mails schreiben, nicht ins Forum gehen, nicht fernsehen, etc. Ich lese meist gleich nach dem Aufstehen.
Wenn ich laut lese, passieren mir diese Dinge nicht.
Das ist bei mir anders. Wenn ich laut lese oder vorlese, verstehe ich den Sinn des Gesagten schwerer.
Wie lerne ich, konzentriert und richtig leise zu lesen, ohne
dass ich leicht abzulenken bin?
- Übung
- Lesen, bevor der Kopf mit anderen Gedanken gefüllt ist
- Mal einen Arzt auf das Problem ansprechen.
Schöne Grüße
Petra
Hi Marcel,
ja, das Problem kenne ich auch, kann Dir dazu sagen, das ich gemerkt habe, das ich nicht immer die gleiche Konzentration fürs Lesen habe. Im Zug (Fahrt zur Arbeit) kann ich morgens gar nicht mehr in einem Buch lesen. Die Leute nerven mich zu sehr mit ihren Handygeräuschen und lautstarken Gesprächen. Da lese ich dann 1, 2 Artikel in der Spotlight, was geht. Ich greife nur noch zum Buch, wenn ich mich noch halbwegs fit fühle. Konzentriertes Lesen ist mit einer Kanne grünem Tee oft gut möglich, dieser hält Dich wach, ohne das Du davon abhängig wirst. Er belebt sehr angenehm. Nach Sport kann ich viel besser lesen, gerade schwimmen macht mich nach einem anstrengenden Arbeitstag nochmals ein bißchen wach.
Vielleicht ist ja was für Dich dabei. Viele Grüße, Nicole.