Wie krieg' ich ihn von Fernseher/PC/Fernsteuerung?

Hallo, mein 8Jähriger guckt in letzter Zeit am liebsten stundenlang Fernsehen (wenn ich ihn lasse)und ist von PC, Gameboy usw. absolut fasziniert. Aus entsprechenden Abteilungen/Geschäften ist er nur schwer wieder loszueisen, zu Hause ist das PCspiel rationiert…trotzdem schockiert mich die Grenzenlosigkeit, mit der er auf diese Dinge „abfährt“ und ich weiß nie, ob es besser ist es zu regulieren oder ob dadurch die Gier erst recht wächst. Jedenfalls wird Weihnachten für mich dieses Jahr ein echtes Problem: Er wünscht sich nur PCspiele, Videofilme oder alternativ zwei (nebenei sau-teure) Fernsteuerautos, die er - ratet mal- natürlich aus der Fernsehwerbung kennt. Ein Teil würde ich ihm ja noch davon kaufen, wenn es vom Preis-Leistungsverhältnis her wenigstens einigermaßen wäre (bezweifle ich allerdings auch stark), aber alles andere, was ich anbringen könnte/eigentlich lieber kaufen würde, wird ihm wohl kaum Freude bereiten, fürchte ich. Außerdem verstehe ich nicht, wieso er seine anderen Spielsachen kaum noch benutzt, die tw. neu sind (und sein Kinderzimmer ist keins der total überfüllten - er hatte vor zwei Monaten Geburtstag…)und sich, außer fürs Fußballspiel für keine Bewegung mehr interessiert, was bisher sein „Liebstes“ war (Radfahren, Inliner, Laufen usw…)Er ist nicht isoliert und es gab auch keine besonderen Vorfälle in letzter Zeit- seine Freunde sind aber mehr und mehr auch solche Kinder, die viel „vor Geräten“ hängen…wie geht Ihr mit diesem Thema um?

Hallo aimee.
Das Problem habe ich auch.
Bei meinem 17-jährigen Sohn habe ich es aufgegeben, die machen einfach nichts anderes ( er und seine Freunde auch )als PC. Bis zu einem gewissen Alter konnte ich das gut regeln, das war das allerdings auch noch nicht so exzessiv mit den verschiedenen Sachen.
Das Thema Gameboy haben wir so geregelt: Ich bekam den Gameboy zu Weihnachten und habe ihn dann zeitweise verliehen. So konnte ich die Spielzeiten einschränken. Spielkonsolen jedweder Art habe ich bis heute verboten. Kommt nur über meine Leiche ins Haus. Fernsehzeiten sind verabredet, darüber hinaus ist der Fernseher codegesperrt. Der Computer gehört dem Ältesten, der die beiden Jüngeren mal dranlässt.
PC-Spiele habe ich noch nie gekauft. Die mussten die Kinder selbst bezahlen und einige wenige haben sie geschenkt bekommen. Bei den Preisen überlegen sie sich das zweimal.
Das hört sich vielleicht ziemlich drastisch an, hat sich aber bewährt, vor allem, weil die Kinder völlig unkritisch vor allem sitzen, was sich bewegt. Andere Spiele bleiben liegen, die Familie ist uninteressant.

Bei einem 8-jährigen sollten Regelungen eigentlich noch relativ unproblematisch möglich sein.

Was man nicht aus den Augen lassen sollte: Wenn man sie zu kurz hält, gehen sie zu anderen und spielen doch. Dann können sie nicht mehr so leicht dran, aber du weißt auch nicht, was für Ballerspiele sie spielen. Es gibt genügend Eltern, die froh sind, wenn die Blagen vor der „elektrischen Großmutter“ sitzen und nichts wollen.

Viele Grüße
Corinna

fernsehen ist keine erzeihung!
hi,
ich weiss zwar nicht, wie es bei euch ist, aber ungebremstes fernsehen klingt mir sehr nach eigenem fernseher im kinderzimmer. das finde ich grundsaetzlich falsch! wir = familie mit drei kindern - hatten EINEN einzigen fernseher im wohnzimmer! es war bewusst so gemacht, mit der absicht, dass man sich absprechen musste, wer was wann sehen wollte - es mussten kompromisse verhandelt werden.
leider werden fernseher oft als ersatzkindermaedchen eingesetzt, um die beschaeftigungsverpflichtung mit kids gering zu halten - ist auch zweifelsfrei bequemer so… wenn aber da gewoehnung eingetreten ist, laest sich das kaum mehr zurueckschrauben.
zum anderen thema habe ich kuerzlich was rausgelassen

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/www/service.fpl?..

viel spass
khs

Hallo Karl-Heinz,

nein, so weit ist es noch nicht! Es gibt keinen Fernseher im Kinderzimmer und natürlich wird das Fernsehen auch rationiert und soll BEI UNS möglichst kein Ersatz für Zuwendung/Babysitter sein! Aber, es GIBT einen Fernseher und einen PC im Haushalt und zumindest der PC läuft auch aus beruflichen Gründen täglich, der Fernseher nicht, im Sommer sowieso weniger als im Winter, aber mein Mann guckt gerne Fußball und ich bin schon auch Filmfan, also ist er auch mal an. Das Kernproblem ist auch Gott sei Dank noch nicht, dass mein Sohn NUR noch fernsehen will, aber ich will eben den Anfängen von zu viel Glotzerei „wehren“ und finde das jetzt gar nicht sooo einfach wie noch vor einem oder zwei Jahren, als konsequente Regeln ganz gut geholfen haben. Z.Zt. haben wir ein Gutscheinsystem, von dem ich selbst aber nicht überzeugt bin, denn es führt dazu, dass mein Sohn am liebsten alle Gutscheine hintereinander „verbraten“ würde und den Rest der Woche dann zu Nachbarn und Freunden geht…DAS ist nämlich aus meiner Sicht mein Problem! In seinem Alter habe ich natürlich viel weniger Einfluss auf seine Freunde, viele sind jetzt aus dem Fußballverein, nur spielen sie leider -außerhalb des Trainings- immer weniger Fußball! (Und WIR haben leider verständnislose Nachbarn: Fußballspielen wurde von unserer Eigentümergemeinschaft kürzlich verboten!)Die meisten dieser Kinder haben nämlich inzwischen den eigenen PC oder/und Fernseher im Zimmer oder es kontrolliert eh keiner, was sie gucken. Ich habe leider sehr oft das Gefühl, dass es den Eltern schnurz ist und wenn ich sie drauf anspreche, werde ICH als hoffnungslos altmodisch oder übertrieben streng dargestellt…und ich musste mir auch schon anhören, wie ich DAS denn meinem Sohn gegenüber vertrete, dass ich selbst am PC arbeite, aber er dürfe dann nicht da ran?
Also, meine Frage: Gucken die nicht einfach immer mehr auswärts und schüre ich nicht die Attraktivität dieser Geräte, wenn ich verbiete? Wie findet man anständige Kompromisse bzw. wie regeln Andere das? Was macht man mit anderen Eltern, die schon ihre 5jährigen „Terminator“ oder „Herr der Ringe/Teil2“ gucken lassen (und meinen Sohn dann gleich mit - seitdem hat er seine AugsburgerPuppenkiste z.B. nicht mehr geguckt, aber vielleicht hat’s ja auch keinen Zusammenhang, nur sind das dann leider schon so Phantasien, die bei mir auftauchen:noch ein Actionfilm und alle Kinderfilme sind uninteressant!??)
Aimee

ich weiss zwar nicht, wie es bei euch ist, aber ungebremstes
fernsehen klingt mir sehr nach eigenem fernseher im
kinderzimmer. das finde ich grundsaetzlich falsch! wir =
familie mit drei kindern - hatten EINEN einzigen fernseher im
wohnzimmer!

Ja, so ist es bei uns auch!:wink:

es war bewusst so gemacht, mit der absicht, dass

man sich absprechen musste, wer was wann sehen wollte - es
mussten kompromisse verhandelt werden.
leider werden fernseher oft als ersatzkindermaedchen
eingesetzt, :

Link funktionierte nicht:http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/www/service.fpl?..

viel spass
khs

Gutscheinsystem
Hallo Forum,

die Idee mit dem Gutscheinsystem hat bei uns ganz gut geklappt.
Unser junior (jetzt 10) hat von fünf bis 8 Jahren pro Woche 10 Chips bekommen, von denen er max. 2 Stück am Tag ausgeben konnte. Diese galten für TV, PC, Video und PlayStation (gibt auch nette Spiele für sechsjährige), für je eine halbe Stunde.

Alles was Naturwissenschaft und Tierfilme betraf, war frei, und ein 90-Minuten-Film (Disney oder so)kostet 2 Chips. Angespart werden durfte auch, kam aber eher selten vor. Wir waren (möglichst) immer dabei.

Und wenn er sich mit Kumpels, die Eltern hatten, die sich nicht um die Glotzgewohnheiten ihrer Lendenfrüchte scherten, verabredete, wurde entweder eingeladen, oder es gab eine klare Anweisung, was dort gespielt werden durfte (Kein Quake - Ohh, schade…Resident Evil!!! - mit acht!), also z.B. draussen. In dem Alter verraten sich die kurzen noch ganz gut, was sie den Tag über so treiben…Wir haben einfach gefragt, und dann passende Konsequenzen gezogen.

Da meine kurzer Schnuckelhuckel drei ist, läuft bei uns tagsüber der Glotzomat eher wenig, aber sie ist - ganz Papa - Wicki-Fan, und wartet auch sehnsüchtig auf die Wiederholungen beim Kika. Trotzdem finde ich, dass wir zu viel gucken.

Der Große ist jetzt halt 10, spielt bis in die Puppen Strategiespiele am Papa-Wochenende mit seinem Erzeuger, und entwickelt grad ein herziges Interesse an Schach…

Zu dem PC: Wenn das Arbeit ist, ist das Arbeit, dann sollte konsequenterweise während der Kinderanwesenheit nicht gedaddelt werden…find ich.

Ach, a propos Glotze als Erzieher, kennt jemand die Simpsons-Szene auf Burns Angestellten-Feier, wo die Frauen einen heben wollen, und dann eine sagt: „Wir können die Kleinen doch nicht unbeaufsichtigt lassen!“
und dann die Glotze anschaltet und rausgeht? Prima Gesellschafts-kritik, darum laufen die Simpsons in den USA auch nach 21:00 Uhr…

Soweit meine ungeordneten Ergüsse

So long

MainBrain

Vergessen: Link
Ich vergaß:

unter http://www.flimmo.de findet man gute Serienkritikien, zum Thema: Was sollten Kinder glotzen dürfen…

So long

MainBrain

Hallo,

wie immer bei Themen mit „persönlichem“ Einschlag, gebe ich eine kurze Beschreibung von mir, da ich denke, dass dies zur Beurteilung meines Beitrages sehr nützlich sein wird.
Meinen ersten Fernseher habe ich mit (schätzungsweise) 8 bekommen (damals noch die totale Ausnahme), meine erste Konsole (Atari 2600) auch so um die Zeit.
Mein erster Computer (C64) war dann so mit 12 fällig, ebenso wie mein eigener Videorekorder. Nutzungszeiten oder andere Einschränkungen hatte ich nicht zu erdulden (ach ja, Filme durfte ich auch so ziemlich alle sehen).

Nach jeglicher Theorie müsste ich also eine Mischung aus einem stubenhockenden, vor sich hinvegetierendem Analphabeten und einer amoklaufenden Killermaschine sein. Nun, ich kann sagen, dass nichts davon zutrifft. Ich kann auch die ganze Panik nicht verstehen. Eine Analogie: Damals, als gerade die Druckerpresse erfunden wurden, haben bestimmt auch Eltern gesagt:„Schrecklich, mein Sohn sitzt nur noch vor diesen neumodischen ‚Büchern‘. Das kann doch nicht gut sein. Und was dann noch alles da drin steht: Mord und Totschlag (Schiller, Goethe), Sex and Crime (Shakespeare), Folter und Gewalt (Homer). Und noch schlimmer: inzwischen gibt es sogar schon Bücher, die ganz offen unsere altherbrachten Lebensweisen angreifen (Harriet Beecher Stowe, Dante Alighieri )! Das kann ja nur in einer Katastrophe enden!“
Nicht sehr überzeugend, oder?
Ich glaube diese schreckliche Panikmache vom Zerfall der Gesellschaft durch Fernseher und Videospiele soll nur vom eigentlichen Problem ablenken: Eltern beschäftigen sich nicht mit ihren Kindern. Zumindest nicht so, wie die Kinder es wollen.
Fast alle Kinder sind neugierig und wissenshungrig. Nur interessieren sie sich nicht unbedingt für das was Mama und Papa machen, jedenfalls nicht nur. Videospiele (und Spiele generell) bieten Kindern die Möglichkeit „auf einer Ebene“ mit Erwachsenen zu stehen, was für sie in einer Gesellschaft, in der es auf „Status“ anzukommen scheint psychisch wichtig ist.
Mein (ganz persönlicher) Rat: Lasst Eurem Kind möglichst viel Freiheit, es wird schon von alleine wieder andere Dinge machen, als nur vor der Glotze zu hängen (ich spreche, wahrscheinlich als einziger hier, aus Erfahrung). Fördert möglichst alle Interessen, die nichts damit zu tun haben (Achtung: Fördern ist nicht Zwingen). Zeigt eurem Kind, dass Ihr Euch für seine „Welt“ interessiert und zeigt ihm im Gegenzug das was Ihr für wichtig haltet (bei meinen Eltern war’s z.B. Naturwissenschaft und Mathematik, Politik und Sprachen).

Grüße,

Anwar

Hallo Aimee,

bei uns stellte sich das Problem aehnlich.
Ich hatte verschiedenste Ideen (auch Gutschein)
und das war alles nicht das Wahre.
Dann haben wir uns an den runden Tisch gesetzt
und darueber geredet: die Kinder (sie waren damals
8+9) waren durchaus einsichtig und haben zugestimmt,
dass zuviel TV usw. ungesund ist.
Dann gab’s brainstorming.
Der juengste kam mit dem Modell raus: ein Tag ist
der TV an, ein Tag aus, Sonntags darf geguckt werden,
wenn keine Hausaufgaben liegen geblieben sind.
Ich fand die Idee, naja, nicht so gut, aber musste
zugeben, dass dieses System zumindest einfacher
als meine Vorschlaege waren. Also haben wir’s
ausprobiert. Und siehe da: es hat wunderbar geklappt.
Seither werden bei uns sehr viele Entscheidungen
auf diese Art getroffen: wenn sich die Kinder nicht
ueber den Tisch gezogen fuehlen, sondern ihnen wirklich
zugehoert wird und ihre Meinung ernstgenommen wird, dann
sind sie ziemlich einsichtig. Und Regelungen, die sie
selbst aufgestellt haben
[selbst wenn die Regelungen
uns nicht als die besten erscheinen] werden viel eher
eingehalten, als von uns auferlegte Regeln. Das spart
im Endeffekt viel Zeit (die Diskussion im Vorfeld kostet
mehr Zeit, aber es wird ganz wenig Zeit auf die Einhaltung
der Regeln verwandt). Und die Familienatmosphaere ist
auch um vieles besser.

Mit anderen Worten: setzt euch hin, vielleicht hat euer
Sohn Ideen, die ihr ihm gar nicht zutraut und die funktionieren.

Gruesse, Elke

1 „Gefällt mir“

Danke, Anwar!

Hallo,

Ebenso.

Ich glaube diese schreckliche Panikmache vom Zerfall der
Gesellschaft durch Fernseher und Videospiele soll nur vom
eigentlichen Problem ablenken: Eltern beschäftigen sich nicht
mit ihren Kindern. Zumindest nicht so, wie die Kinder es
wollen.

Bingo und Volltreffer. Gebt dem Mann 'ne Zigarre. Stichwort gestörte Lebenswelt heutiger Kinder. Gibts ne MENGE Fachliteratur drüber, Verinselung von Aktivitäten, etc.

Fast alle Kinder sind neugierig und wissenshungrig. Nur
interessieren sie sich nicht unbedingt für das was Mama und
Papa machen, jedenfalls nicht nur. Videospiele (und Spiele
generell) bieten Kindern die Möglichkeit „auf einer Ebene“ mit
Erwachsenen zu stehen, was für sie in einer Gesellschaft, in
der es auf „Status“ anzukommen scheint psychisch wichtig ist.
Mein (ganz persönlicher) Rat: Lasst Eurem Kind möglichst viel
Freiheit, es wird schon von alleine wieder andere Dinge
machen, als nur vor der Glotze zu hängen (ich spreche,
wahrscheinlich als einziger hier, aus Erfahrung).

Da habe ich einen Einspruch zu tätigen, m.E. kann dauernder, ungesteuerter TV Konsum zu Bewegunsstörungen, Wahrnehmungsstörungen und retardierter Sprache führen. Dadurch, dass viele Kinder (anders als
ich und wohl auch du) in der Großstadt aufwachsen, ist die Lebenswelt heutiger Kinnings durch Straßenverkehr, fehlende Bolzplätze und ganz tolle Mitmenschen (Lärmverbote, Rasen betreten und atmen verboten) doch sehr eingeschränkt.

Fördert
möglichst alle Interessen, die nichts damit zu tun haben
(Achtung: Fördern ist nicht Zwingen). Zeigt eurem Kind, dass
Ihr Euch für seine „Welt“ interessiert und zeigt ihm im
Gegenzug das was Ihr für wichtig haltet (bei meinen Eltern
war’s z.B. Naturwissenschaft und Mathematik, Politik und
Sprachen).

Jau. Gute Idee.

Grüße,

Anwar

So long

MainBrain

Hallo Aimee,

wenn Euch das Kind von Babytagen an oft beim konzentrierten Fernsehen tagsüber sieht, wenn auf dem aus beruflichen Gründen im Haus betriebenen PC allerlei PC-Spiele installiert sind, wenn sich nun der 8-jährige zusehr mit TV und PC-Spiel befaßt, dann hat sich da über die Jahre etwas entwickelt, was Dich in einen Erklärungsnotstand bringt, wenn Du nicht selbst Askese leisten magst. Diesen Erklärungsnotstand kannst Du zwar mit elterlicher Macht ein wenig ausgleichen, aber dann hast Du das Fernsehen als ewigen Streit- und Verhandlungsgegenstand.

Ich weiß nicht, ob es für Dich als Anregung dienen kann, aber ich erzähle mal, wie wir das handhaben.

  1. PC ist ständig in Betrieb. Wenn er frei ist, dürfen die Kinder darauf spielen, und zwar Solitär und Freecell - andere Spiele sind nicht installiert.
  2. Für kleine Kinder gibts kein Fernsehen, sondern nur Video, und zwar selbergedrehte Familienaufnahmen und einige wenige Kindersendungen. Das ganze Programm kann man an zwei Nachmittagen durchschauen. Da tun die Kinder ab und zu mal Videoschauen, wenn sie dazu Lust haben.
  3. Nach Abschluß der Grundschule dürfen die Kinder nachmittags den TV einschalten, herumzappen etc., doch hat diese Tätigkeit den Charakter des Ausruhens, kann also jederzeit unterbrochen oder beendigt werden.
    Jetzt wird schon mal ein Sonntagnachmittag vor der Mattscheibe verdämmert, aber das toleriere ich, weil die Kinder die Woche über sehr viel arbeiten.
    Die Kinder sehen nur sehr selten, wie die Eltern konzentriert eine Fernsehsendung verfolgen.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Anwar,

da du anekdotisch argumentierst, mach ich das jetzt auch mal.
Unsere Söhne sind 11 und 12. Wenn wir es nicht kontrollierten,
hingen sie jede freie Minute vorm Fernseher, vorm Computer,
vor der Playstation bei Freunden, oder am (vom Freund geliehenen)
Gameboy.

Es ist zwar gut zu wissen, dass es heute Erwachsene gibt, die
trotz elektronischer Überflutung zu mehr oder weniger normalen
Menschen herangewachsen sind, aber genauso gut könnte man
Negativbeispiele finden, sehr überzeugend sind Einzelbeispiele nie.

Selbst wenn ich betreffs ihrer zukünftigen Entwicklung
keine Befürchtungen hätte – was ich als Mutter aber trotzdem habe,
genauso wie ich mir Gedanken mache, wenn ich sehe, wieviel
Süßigkeiten mein (bohnenstangen-dürrer) Sohn sich täglich
reinschiebt oder über das Gewicht seines Bruders, der zwar
keine Süßigkeiten ißt, dafür aber Fleisch und Kartoffeln in
rauhen Mengen - , so würde ich immer noch die aktuellen
Auswirkungen bemerken. Ich sehe nämlich, dass unsere Jungs
einer langen Session am Computer (oder TV oder Gameboy etc.)
unausgeglichen, aufgedreht, schlecht gelaunt usw. sind und
meist eine ganze Zeit brauchen, bis man wieder normal mit
ihnen reden und umgehen kann.

Und deshalb werde ich weiterhin versuchen, ihnen Alternativen für
ihre Freizeitgestaltung anzubieten und wenn’s nötig ist, den Zugang
zu TV, Computer etc. einzuschränken.

Grüße, Elke

Ansichten
Hallo Elke,

da du anekdotisch argumentierst, mach ich das jetzt auch mal.

Dagegen ist gar nichts einzuwenden. Schließlich kann ein empirisches Gesamtbild immer nur aus einer Kollektion von Einzelbildern entstehen. Eigentlich habe ich auch gar nicht „argumentiert“, sondern lediglich meinen persönlichen Hintergrund (zu diesem Thema) zur Verfügung gestellt, damit man meinen Kommentar besser beurteilen kann.

Unsere Söhne sind 11 und 12. Wenn wir es nicht
kontrollierten,
hingen sie jede freie Minute vorm Fernseher, vorm Computer,
vor der Playstation bei Freunden, oder am (vom Freund
geliehenen) Gameboy.

Die Frage ist: Warum. Ich will Dir wirklich nichts unterstellen, aber kann es sein, dass Ihr noch nie mit Euren Kindern Computerspiele gespielt habt oder Euch sonstwie für „ihre“ Dinge interessiert? Die Kinder merken sehr schnell, dass Ihr ihre Dinge doof findet und reagieren dann aus Trotz mit Ablehnung den Sachen, die Ihr gut findet, gegenüber.
Darüber hinaus: Wenn Ihr es nicht kontroliertet, wäre es nur halb so interessant und die „Manie“ würde nach ca. einem halben Jahr abflauen.

Es ist zwar gut zu wissen, dass es heute Erwachsene gibt, die
trotz elektronischer Überflutung zu mehr oder weniger normalen
Menschen herangewachsen sind
,

Was soll denn das jetzt heißen? Ich nehme es mal als Kompliment, nicht „ganz normal“ zu sein. :smile:

aber genauso gut könnte man
Negativbeispiele finden, sehr überzeugend sind Einzelbeispiele
nie.

Wie gesagt, überzeugen wollte ich gar nicht. Das Thema Erziehung ist so individuell, dass ich da höchstens Anregungen geben kann. Ich nehme für mich nicht in Anspruch das optimale Konzept zu haben, wie kann ich da andere Leute überzeugen wollen?
Aber dennoch denke ich das die „mehr oder weniger normalen“ die „Negativbeispiele“ bei weitem übertreffen.

[Diskussion über Ernährung entfernt.]

Ich sehe nämlich, dass unsere Jungs
einer langen Session am Computer (oder TV oder Gameboy etc.)
unausgeglichen, aufgedreht, schlecht gelaunt usw. sind und
meist eine ganze Zeit brauchen, bis man wieder normal mit
ihnen reden und umgehen kann.

Glaube ich nicht. Beziehungsweise: Glaube ich schon, aber Du verkennst die Ursache. Teilen wir die wahrgenommenen Emotionen mal auf:
Unausgeglichenheit, schlechte Laune Aggressivität:
Diese Emotionen kommen nicht vom Videospiel. Die Ursache liegt woanders, das Medium (TV, Videospiel) wird als Ablenkung genommen. Klappt auch, solange man spielt. Danach holt es einen dann trotzdem wieder ein, quasi eine Art Verzögerungseffekt (Beispiel: Kind kommt von der Schule, hockt sich vor das Videospiel und ist ruhig. Danach ist das Kind aggressiv. => Frag mal was in der Schule los war!).

Überdrehtheit, Hyperaktivität:
Schon mal ein richtig, richtig tolles Buch gelesen, einen wirklich bewegenden Film gesehen?
Solche Dinge, die einen starken emotionalen Einschlag auf Menschen haben, müssen verarbeitet werden. Kinder (auch Jugendliche) haben eine wesentlich intensivere Verarbeitungsphase als Erwachsene (logisch: Die kenne schon das meiste, müssen nicht mehr viel verarbeiten!) und sie leben diese Verarbeitung auch aus, was sich dann als „Überdrehtheit“ darstellt. Das Einzige, was man hinterfragen kann, ist, ob diese „Reizüberflutung“ nicht eventuell schlecht ist.

Und deshalb werde ich weiterhin versuchen, ihnen Alternativen
für ihre Freizeitgestaltung anzubieten

Genau das hab’ ich doch auch gesagt!

und wenn’s nötig ist, den Zugang
zu TV, Computer etc. einzuschränken.

Ich glaube wir unterscheiden uns nur in der Fragestellung wann es nötig ist: Ich würde halt sagen, dass mindestens alle Hausaufgaben und andere Verpflichtungen erledigt sein sollten. Danach kann das Kind schon selbst entscheiden, was es tut.

Grüße,

Anwar

1 „Gefällt mir“

Bewegungsstörungen und Abhilfen…
Hi,

Bingo und Volltreffer. Gebt dem Mann 'ne Zigarre. Stichwort
gestörte Lebenswelt heutiger Kinder. Gibts ne MENGE
Fachliteratur drüber, Verinselung von Aktivitäten, etc.

Vielen Dank für das Lob. Und ich hab’ noch nicht mal Kinder (aber meine Freundin sagt ich sei noch eins!).

Da habe ich einen Einspruch zu tätigen, m.E. kann dauernder,
ungesteuerter TV Konsum zu Bewegunsstörungen,
Wahrnehmungsstörungen und retardierter Sprache führen.

Nur wenn sich die Kinder sonst nich bewegen und niemand mit ihnen redet. Hier sind einige Spieletipps, die den Kids entgegen kommen und trotzdem Bewegung bzw. Sprache fördern:

http://videogames.reviewindex.co.uk/reviews_uk/B0000…
Das ist eine Tanzmatte. Schließt man an eine Konsole an und muss damit dann die Bewegung steuern. Fördert unter anderem das sonst so vernachlässigte hintere Bewegungsfeld (aka „Rückwartslaufen“).

http://www.kbtoys.com/genProduct.html?PID=2500659&ct…
Das ist das „Eyetoy“, eine Kamera, die man an die Konsole anschließt und die die eigene Bewegung auf dem Bildschirm umsetzt. Ebenso wie die Tanzmatte erfordern (und fördern!) die Spiele ein hohes Maß an Körperkoordination und körperlicher Ausdauer.

http://www.helden.de/wasis.htm
Das ist der Ansatz einer Erklärung zum Thema Rollenspiel. Rollenspiele fördern logisches Denken, Teamfähigkeit und sprachliches Ausdrucksvermögen. (Irgendwann fangen sie auch an die Englischkenntnisse zu verbessern, da viele Spiele nicht übersetzt werden).

Dadurch, dass viele Kinder (anders als
ich und wohl auch du) in der Großstadt aufwachsen, ist die
Lebenswelt heutiger Kinnings durch Straßenverkehr, fehlende
Bolzplätze und ganz tolle Mitmenschen (Lärmverbote, Rasen
betreten und atmen verboten) doch sehr eingeschränkt.

Was sehr traurig ist und ein versagen unserer Politik. Hat aber nichts mit einem schädlichen Einfluss von Fernsehen oder Videospielen zu tun.

Fördert
möglichst alle Interessen, die nichts damit zu tun haben
(Achtung: Fördern ist nicht Zwingen). Zeigt eurem Kind, dass
Ihr Euch für seine „Welt“ interessiert und zeigt ihm im
Gegenzug das was Ihr für wichtig haltet (bei meinen Eltern
war’s z.B. Naturwissenschaft und Mathematik, Politik und
Sprachen).

Jau. Gute Idee.

Sag ich doch. :smile:

Grüße,

Anwar

TV + Bewegungsstörungen und Abhilfen…
Hallo,

Dadurch, dass viele Kinder (anders als
ich und wohl auch du) in der Großstadt aufwachsen, ist die
Lebenswelt heutiger Kinnings durch Straßenverkehr, fehlende
Bolzplätze und ganz tolle Mitmenschen (Lärmverbote, Rasen
betreten und atmen verboten) doch sehr eingeschränkt.

Was sehr traurig ist und ein versagen unserer Politik. Hat
aber nichts mit einem schädlichen Einfluss von Fernsehen oder
Videospielen zu tun.

Und ich finde eben doch: Dadurch, dass die Umwelt nicht gefahrlos selbst entdeckt werden kann - durch Straßenverkehr und strukturelle Gewalt wie eben ‚Rasen betreten verboten‘ - ist es für Großstadtkinder schwierig, eine sinn-volle (sic!) Freizeitgestaltung zu entdecken und zu entwickeln, ohne die Glotze einzubeziehen. Durch langjährige Tätigkeit in Kindertagesstätten mit Bewegungsbaustellen kann ich nur sagen, dass die Glotze entwicklungsschädigend sein kann, und zwar eher in der Großstadt als auf’m Land, wegen der gefahrloseren und größeren Bewegungsfreiheit…

Wir sind übrigens fünf Tage vor Geburt unseres Schnuckelhuckels von Braunschweig (ca. 125.000 Ew.) aufs Dorf mit 8.000 Ew. gezogen, mit Wiese, Rehen und Äckern drumherum. Haben es bisher nicht bereut.

So long
MainBrain

Hallo Anwar,

da du anekdotisch argumentierst, mach ich das jetzt auch mal.

Dagegen ist gar nichts einzuwenden. Schließlich kann ein
empirisches Gesamtbild immer nur aus einer Kollektion von
Einzelbildern entstehen. Eigentlich habe ich auch gar nicht
„argumentiert“, sondern lediglich meinen persönlichen
Hintergrund (zu diesem Thema) zur Verfügung gestellt, damit
man meinen Kommentar besser beurteilen kann.

Ich hab es auch nicht als Vorwurf oder sonst wie verstanden,
im Gegenteil. Nur vor dem Verallgemeinern muss man aufpassen.

Unsere Söhne sind 11 und 12. Wenn wir es nicht
kontrollierten,
hingen sie jede freie Minute vorm Fernseher, vorm Computer,
vor der Playstation bei Freunden, oder am (vom Freund
geliehenen) Gameboy.

Die Frage ist: Warum. Ich will Dir wirklich nichts
unterstellen, aber kann es sein, dass Ihr noch nie mit Euren
Kindern Computerspiele gespielt habt oder Euch sonstwie für
„ihre“ Dinge interessiert?

Nein. Wir sind beileibe keine technikferne Familie. Es gibt
zwei (vernetzte) PCs (die von den Jungs) und einen (hauptsaechlich
fuer mich, der fuer die Arbeit [und wer-weiss-was :wink:] gedacht ist.

Die Kinder merken sehr schnell,
dass Ihr ihre Dinge doof findet und reagieren dann aus Trotz
mit Ablehnung den Sachen, die Ihr gut findet, gegenüber.

Nein, das ist es ganz bestimmt nicht. Wir spielen viel, am PC
und am Tisch und draussen miteinander. Zum Glueck sind inzwischen
PC-Spiele interessant, denen die Grossen auch etwas abgewinnen
koennen.

Darüber hinaus: Wenn Ihr es nicht kontroliertet, wäre es nur
halb so interessant und die „Manie“ würde nach ca. einem
halben Jahr abflauen.

DAS stimmt nicht. Dafuer haben wir das Zeug schon viel zu lange.
Und irgendwer schleppt immer irgendwoher ein neues Spiel und …
schwupps … das gleiche gilt fuer TV. :

Es ist zwar gut zu wissen, dass es heute Erwachsene gibt, die
trotz elektronischer Überflutung zu mehr oder weniger normalen
Menschen herangewachsen sind
,

Was soll denn das jetzt heißen? Ich nehme es mal als
Kompliment, nicht „ganz normal“ zu sein. :smile:

Ich glaub, du weisst schon wie das gemeint war. :smile:

Aber dennoch denke ich das die „mehr oder weniger normalen“
die „Negativbeispiele“ bei weitem übertreffen.

Mhm. Dem will ich ohne Zahlen (die ich auch nicht habe)
nicht so ohne WEiteres zustimmen.

Glaube ich nicht. Beziehungsweise: Glaube ich schon, aber Du
verkennst die Ursache. Teilen wir die wahrgenommenen Emotionen
mal auf:
Unausgeglichenheit, schlechte Laune Aggressivität:
Diese Emotionen kommen nicht vom Videospiel.

Kommen schon, zumindest zum Teil. Du unterstellst mir hier
(obwohl du sagst, das wolltest du nicht), dass ich nicht mit
meinen Kindern rede, nicht weiss, was in der SChule, was bei
Freunden, was bei ihnen generell los ist. Ich glaube (und dieser
Glaube basiert auf den Beobachtungen von meinen Jungs wie auf
dem Beobachten von anderen Kindern), dass uebermaessiger
Konsum von Video und TV etc. sich auf Verhalten und Laune
auswirkt – und dass es dabei gar nicht mal so sehr auf den
Inhalt ankommt, sondern auf das Medium.

Die Ursache liegt

woanders, das Medium (TV, Videospiel) wird als Ablenkung
genommen. Klappt auch, solange man spielt. Danach holt es
einen dann trotzdem wieder ein, quasi eine Art
Verzögerungseffekt (Beispiel: Kind kommt von der Schule, hockt
sich vor das Videospiel und ist ruhig. Danach ist das Kind
aggressiv. => Frag mal was in der Schule los war!).

Nein, das sehe ich nicht so. Die Art der Unausgeglichenheit
und der schlechten Laune nach einem verpatzten Tag in der SChule
ist eine ganz andere, wie die nach langem Videospiel oder langer
Zeit vorm Fernseher. Das ist hier schwer auszufuehren, aber
die schlechte Laune hat eine ganz andere Qualitaet.

Überdrehtheit, Hyperaktivität:
Schon mal ein richtig, richtig tolles Buch gelesen, einen
wirklich bewegenden Film gesehen?
Solche Dinge, die einen starken emotionalen Einschlag auf
Menschen haben, müssen verarbeitet werden. Kinder (auch
Jugendliche) haben eine wesentlich intensivere
Verarbeitungsphase als Erwachsene (logisch: Die kenne schon
das meiste, müssen nicht mehr viel verarbeiten!) und sie leben
diese Verarbeitung auch aus, was sich dann als „Überdrehtheit“
darstellt. Das Einzige, was man hinterfragen kann, ist, ob
diese „Reizüberflutung“ nicht eventuell schlecht ist.

Ist es, ja. Und diese Reizueberflutung ist ja vielleicht das
Schlimme.

Ich glaube wir unterscheiden uns nur in der Fragestellung wann
es nötig ist: Ich würde halt sagen, dass mindestens alle
Hausaufgaben und andere Verpflichtungen erledigt sein sollten.
Danach kann das Kind schon selbst entscheiden, was es tut.

Das ist aber ein ziemlicher Gummibegriff. Bei uns kommen die
Kinder um 3 von der Schule, bis Essen und Hausaufgaben usw. durch
sind, ist es meist schon Abend, da hat kein Mensch was gegen
ein bissel TV oder PC-Spiel oder was auch immer. Aber z.B. in den
Ferien sieht das anders aus.
Ich glaube auch, dass wir nicht so weit voneinander entfernt sind,
was unsere Positionen betrifft, aber ich fand (und finde), dass
man nicht alle Befuerchtungen vom Tisch wischen kann und Eltern
nicht nur das Recht sondern auch die Pflicht haben, einer negativen
Entwicklung ihrer Kinder gegenzusteuern.

Gruesse, Elke

Stimme zu…
Hi,

Und ich finde eben doch: Dadurch, dass die Umwelt nicht
gefahrlos selbst entdeckt werden kann - durch Straßenverkehr
und strukturelle Gewalt wie eben ‚Rasen betreten verboten‘ -
ist es für Großstadtkinder schwierig, eine sinn-volle (sic!)
Freizeitgestaltung zu entdecken und zu entwickeln, ohne die
Glotze einzubeziehen.

Stimme Dir voll und ganz zu. Aber auch ganz ohne Medienkonsum ändert sich die schlechte Lage der Stadtkinder nicht. Alles was ich sage ist: Gebt nicht den neuen Medien die Schuld dafür, dass die Politik und die Gesellschaft beim Thema Kinder komplett versagt hat.
Wenn man einfach so rausgehen könnte und irgendwas cooles Tun, dann würden die Kids das auch machen, anstatt immer nur zuhause (oder noch schlimmer: auf irgendwelchen Plätzen) abzuhängen.

Durch langjährige Tätigkeit in
Kindertagesstätten mit Bewegungsbaustellen kann ich nur sagen,
dass die Glotze entwicklungsschädigend sein kann, und zwar
eher in der Großstadt als auf’m Land, wegen der gefahrloseren
und größeren Bewegungsfreiheit…

Und auch wegen anderer Aspekte: auf dem Dorf ist das soziale Umfeld wesentlich enger, es gibt mehr Kommunikation zwischen den Altersgruppen, z.B. in Vereinen, freiwilligen Feuerwehren etc. Und die Kinder sind (AFAIK) nicht so eingeengt wie in der Großstadt (um 6 zu Hause sein, nicht alleine weggehen dürfen etc.).

Wir sind übrigens fünf Tage vor Geburt unseres
Schnuckelhuckels von Braunschweig (ca. 125.000 Ew.) aufs Dorf
mit 8.000 Ew. gezogen, mit Wiese, Rehen und Äckern drumherum.
Haben es bisher nicht bereut.

Das glaub’ ich. Persönlich habe ich ein echtes Faible für Großstädte (Hamburg, London, Kopenhagen). Aber für Kinder ist es „auf dem Land“ sicherlich auch ganz toll. Naja, zur Zeit muss ich mir da noch keine Gedanken machen. :smile:

Grüße,

Anwar

Hallo Anwar,

Stimme Dir voll und ganz zu. Aber auch ganz ohne Medienkonsum
ändert sich die schlechte Lage der Stadtkinder nicht. Alles
was ich sage ist: Gebt nicht den neuen Medien die Schuld
dafür, dass die Politik und die Gesellschaft beim Thema Kinder
komplett versagt hat.
Wenn man einfach so rausgehen könnte und irgendwas cooles Tun,
dann würden die Kids das auch machen, anstatt immer nur
zuhause (oder noch schlimmer: auf irgendwelchen Plätzen)
abzuhängen.

Ich glaub, ganz stimmt das nicht. Der (kritische)Umgang mit diesen Medien will gelernt sein, genau wie z.B. der Umgang mit Schokolade. Wenn ich ein paar Stunden mit einem PC-spiel verbracht habe, bin ich körperlich total verspannt, außerdem sauer auf mich selbst, weil es mich überhaupt nicht befriedigt hat und mich bloss sinnlos Zeit gekostet hat. Trotzdem passiert es immer wieder mal.
Kinder haben da aber wohl noch weniger Selbstdisziplin, darum sollten sich Eltern schon darum kümmern, dass ihre Sprösslinge einen vernünftigen Umgang mit diesen Medien erlernen. Automatisch nutzen sie andere Angebote nicht, wenn diese vorhanden sind. Ich habe mal ein Kind gesehen, dass auf einem Naturerlebnispfad rumsass, mit einem Gameboy!

Was zu tun ist, weiss ich auch nicht. Es gibt sicher auch kein Patentrezept. Bei mir hat das mit der Schokolade übrigens genau so funktioniert wie bei Dir mit den Medien: Es gab einen „Naschkorb“ und man konnte sich nehmen, so viel man wollte (außer direkt vor dem Essen). Wir haben uns da nicht draufgestürzt, wie die Kinder, die bei uns zu Besuch waren. Hat funktioniert, muß aber nicht immer so sein.

Daran sind natürlich nicht die neuen Medien an sich schuld, und eine der wichtigsten Fähigkeiten, die man heutzutage braucht, ist das Herausfiltern wichtiger Informationen aus einem Überangebot.

Viele Grüße

Bianca

PS: Moderne Medien haben durchaus auch ein gewisses Suchtpotential

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