Achtung, es wird lang. Hoffentlich nicht zu langweilig. Aber ihr habt Euch große Mühe mit den Antworten auf meine Fragen gegeben, da möchte ich in meinen Ausführungen nicht nachstehen.
So, der Oktober-Urlaub ist durch und ich möchte von meinen Erfahrungen berichten. (Wer achtet schon darauf, dass ich ein Jahr mit der Umsetzung gewartet habe.)
Wenn ich Markennamen nenne, dann tue ich das nicht, um Werbung zu machen, sondern, um nicht zu verallgemeinern.
Testwagen
Es wurde doch kein Mercedes CLA - der ist mir zu klein - sondern ein Cupra Born, der schnittige zweieiige Zwilling vom VW ID3. Denn dieses Auto kann ich mir als Nachfolger meines Seat Leon 5F vorstellen. (HSN/TSN 7593/ATL 170kW, 310 Nm, 60 kWh netto)
Vermieter
Es ist auch ein Jahr später schwierig, einen Vermieter zu finden, der dem Kunden Elektroautos als Kategorie zusichert. Nach meiner Recherche hatte lediglich Europcar ein paar Cupra im Fuhrpark - nach Aussagen meiner Station in Nordostdeutchland zwei (2!). Mit viel Bemühungen der Mitarbeiter der Station und ein wenig Glück konnte ich den Wagen vorletzte Woche Samstag übernehmen und bis heute früh fahren.
Aufladen
Der Wagen „versteht“ AC mit 22 kW - ein Kabel lag im Kofferraum und liegt laut Mitarbeiter bei der Firma immer bei.
Per DC kann er laut Wiki bis zu 165 kW ziehen.
Beides habe ich getestet und konnte Erfahrungen mit recht kaltem und gut durchgewärmten Akku machen. Der warme Akku zog an einer 300 kW-Station knapp 160 kW in der Spitze und 134 kW im Schnitt. (20-80%)
3-Phasen-Steckdose
Ich fragte nach der Steckdose bei einem meiner Ziele. Das fiel natürlich in Wasser. Das ist noch eine uralte, bei der die Pole flach nebeneinander liegen. Also habe ich keinen Versuch unternommen, zu laden. Am Supermarkt im nächsten Ort waren genügen Säulen vorhanden.
Bezahlung
Ich habe in der Woche vor dem Urlaub mit Perplexity Pro diskutiert. Da der Algorithmus nur das wiederholt, was überall steht (ich habe es nicht geschafft, ihn dazu zu überzeugen, wirklich alle Anbieter auf deren Seiten zu scannen…) empfahl er mir eine Ladekarte von enBW, konkret im Tarif L. Ja, es wird eine Monatsgebühr fällig, der Vertrag ist aber monatlich kündbar. Die Gebühr an enBW-Säulen beträgt 30ct/kWh, ich fand Partner zwischen 59-69 ct/kWh.
Die enBW-Ladesäulen fand ich meist auf Autohöfen oder bei Fast Food Stationen neben der Autobahn.
Kosten/Verbrauch
Ich bin 1.212 km gefahren - etwa 50 % Autobahn, 40 % Landstraße, 10 % geschlossene Ortschaften.
Insgesamt habe ich 138,06 € bezahlt. Also 11,4 ct/km. (Mein Seat Leon fährt bei den derzeitigen Preisen von Super E10 für 15 ct/km.)
Insgesamt habe ich 278 kWh geladen. (149 kWh davon für 39 ct/kWh) Ich habe den Wagen mit 86% Füllstand übernommen und mit 94% abgegeben. (Europcar verlangt einen Ladestand von mindestens 80% bei der Rückgabe.) Daraus ergeben sich ein paar Ungenauigkeiten bei den folgenden Berechnungen.
Am Ende ergeben sich 49,7 ct/kWh im Durchschnitt.
Der Wagen errechnete 20,1 kW/100km durchschnittlichen Verbrauch. (Ich konnte einen Unterschied von 3-4 kW/100km feststellen, wenn ich statt 140 km/h mit 130 km/h fuhr.) Die Rechnung aus meinen Zahlen ergibt 22,9 kWh/100km.
Erfahrungen im Umgang
Das Laden ist ein wenig anders als Tanken, aber nicht sehr und geht oft nebenher. Alle Säulen konnten per App aktiviert werden. Ich fand nur an einem Platz eine deaktivierte Säule, eine von zweien. 
Fazit
Ich will mein Auto nicht mehr fahren…
Beschleunigung, Verzögerung und Fahrruhe sind bei einem BEV einfach überragend. Das bisschen Änderung der Komfortzone scheint mir problemlos möglich zu sein. Mein Wunschfahrzeug wird einen Akku mit mehr Kapazität haben und einen effizienteren Motor. Statt 300 sollten 400 km pro Ladung bei meinem Nutzungsverhalten möglich sein.
Also nochmals danke für Eure Tipps und Erfahrungen, die mir den Einstieg leichter gemacht haben.