Hallo Leonnero!
Ich war bisher mehrmals als Begleitung bei einer Aufnahme in der Psychiatrie dabei und kann dir von meinen Erfahrungen berichten.
Ich weiß ja nicht, ob du bereits einen festen Termin zur Aufnahme hast, oder ob vor hast, dich ohne Termin vorzustellen. Generell ist es nicht schlecht, einen Termin zu haben, oder sich zumindest anzukündigen. Dann kann man dir auch gleich sagen, wann du am besten kommen kannst, ohne so lange zu warten. Du kannst aber natürlich auch einfach so vorstellig werden, falls es dir zum Beispiel unangenehm ist, vorher anzurufen. In der psychiatrischen Aufnahme ist (wie im internistischen Krankenhaus) rund um die Uhr jemand da. Natürlich ist abends, nachts und am Wochenende Sparbesetzung, deshalb würde ich dir empfehlen, tagsüber unter der Woche hinzugehen.
Du kannst natürlich auch jemanden mitnehmen, dem du vertraust und der dich unterstützt. Einen Freund, Verwandten oder Partner. Dann wird die Wartezeit nicht so langweilig oder nervös (leider hatte ich bei der Begleitung bisher immer Wartezeit).
Anfangs lässt du deine Versichertenkarte einlesen und musst Praxisgebühr bezahlen (es sei denn, du hast ne Überweisung oder bist von der Gebühr befreit).
Dann kommt das Arztgespräch. Ihm erzählst du, warum du da bist, wie es dir geht und warum du aufgenommen werden möchtest. (Falls du Begleitung hast, kann die Person auch mit zum Gespräch kommen, einfach nur zur Sicherheit da sein, oder z.B. auch etwas sagen, wenn dir vielleicht die Worte fehlen.) Andere Personen seitens der Klinik sind planmäßig nicht dabei.
Der Arzt wird sich alles notieren und sicher auch noch einige Fragen haben. Die Frage, die immer kommt, ist die, ob du Suizidgedanken/-absichten hast. Das ist eine Standartfrage.
Je nach dem, weswegen du dich aufnehmen lässt (und ob es ein akuter Grund, oder eher etwas längerfristiges ist), kannst du auf einer offenen oder geschlossenen Station aufgenommen werden. Natürlich ist auch eine Verlegung auf eine andere Station während deines Aufenthaltes möglich.
Wenn dann entschieden wurde, auf welcher Station du aufgenommen wirst, bringt dich der Arzt dort hin oder vielleicht wirst du auch von einem Mitarbeiter dorthin abgeholt.
Die körperliche Untersuchung wird entweder noch beim Aufnahmegespräch gemacht, oder auf der Station. Da habe ich bisher unterschiedliche Vorgehensweisen mitbekommen. Was genau untersucht wird, weiß ich aber nicht, da ich als Begleitung dabei natürlich nie anwesend war.
Ich nehme aber an, dass die Lunge und das Herz abgehört werden, Reflexe getestet werden, Blutdruck gemessen wird, und erhoben wird, ob du vielleicht akute Wunden oder andere Probleme hast, die während des Aufenthaltes mitbehandelt werden müssen.
Auf die Station darfst du keine scharfen Gegenstände mitnehmen (so weit ich weiß, zumindest auf der geschlossenen Station war es so). Also kein Taschenmesser, Rasierer mit Klinge, Nagelschere oder Ähnliches. Wie es genau ist, könntest du dich sicher auch vorher erkundigen.
Du wirst voraussichtlich auch noch ein Gespräch mit dem Stationsarzt führen, weil das meist nicht der gleiche ist, wie der aufnehmende Arzt. Da gehts dann einfach auch darum, warum wieso weshalb, und was soll bei dem Aufenthalt erreicht werden. Dann wird gemeinsam überlegt, wie die Zeit der Klinik gestaltet wird. Ob mit Medikamenten gearbeitet wird oder mit Ergotherapie oder Psychotherapie. Da gibt es ja ganz verschiedene Möglichkeiten.
Joa… das wär erstmal das, was ich so weiß. Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Wenn du noch fragen hast, dann meld dich gerne nochmal.
Ansonsten wünsche ich dir viel Erfolg bei der Aufnahme und bei der Behandlung. Und mach dir keinen Stress - es ist im Prinzip überhaupt nicht anders als bei jedem anderen Arzt oder im Krankenhaus auch.
Alles Gute, Gruß, Mona