Wie läuft die Aufnahme in der Psychiatrie ab?

Ich habe eine Einweisung in die Psychiatrie und bin ein wenig ängstlich, was mich da erwartet.

Wie läuft die Aufnahme in der Psychiatrie ab?
Ist das nur ein Gespräch mit dem Arzt, oder sind da noch mehr Leute dabei?
Was wird bei der körperlichen Untersuchung untersucht?

Ich würde mich über Antworten freuen…
Danke schonmal im vorraus!!!

Hallo Leonnero, ich kenne es so, dass das Aufnahmegespräch am ersten Tag durch den Therapeuten (Arzt oder Psychologe) in Anwesenheit eines Pflegers oder einer Schwester gemacht wird. Mehr Leute nehmen normalerweise nicht daran teil. Bei der körperlichen Untersuchung werden Kopf und Hals untersucht, Reflexe geklopft, Bauch abgetastet, Herz und Lunge abgehört, Blutdruck gemessen. Wenn einem irgendetwas unangenehm ist, kann man das ruhig sagen. (Oft geht man in psychiatrische Behandlung, wenn man in irgendeiner Weise traumatisiert ist, und dann mag man es überhaupt nicht, wenn ein fremder Mensch einen berührt).
Keine Angst haben, ja? Lass Dir die Zeit, die Du brauchst, um Vertrauen zu entwickeln. Ich wünsche Dir viel Glück!! Miss Ellie

Hallo Leonnero

Normalerweise läuft die Einweisung so ab wie ein normaler Krankenhausauftenhalt. Wenn die Aufnahme freiwillig ist. Es wird eine Anamnese gemacht. d.h. du wirst gefragt warum du hier bist, was aktuell die psychische Problematik ist. Es ist wichtig bei einem Aufenthalt in der Psychiatrie,dass die Ärzte die Medikamente richtig auf deinen Körper einstellen können. das ist oft schwierig und fordert von dir etwas Geduld und Verständnis. Die körperliche Untersuchung beinhaltet eine Blutuntersuchung und ein allgemeiner Check ob du gesund bist oder ob eine ansteckende Krankheit vorliegt. Dann muss man aufpassen wegen den anderen Patienten auf der Station. Aber das ist keine große Sache.ich weiß nicht wegen welchem Problem es bei dir zu einem Aufenthalt kommt, aber ich möchte dir raten. Sei ruhig und nicht nervös. Nimm die Hilfe die dir angeboten wird an , auch wenn es schwer ist fremde Hilfe anzunehmen als Erwachsener Mensch. Sieh es als Chance danach wieder gesund zu sein und dein Leben wieder gutleben zu können. Ich wünsche dir viel Kraft für den Auftenhalt und Kopf Hoch!
Laura

Danke
Danke für deine Antwort, hast mir sehr geholfen.
Ich habe große Angst, das Gespräch mit einem Arzt und einer Schwester führen zu müssen. Kann ich auch sagen,(ich weiß zwar nicht wie) dass ich nur mit dem Arzt sprechen möchte?

Liebe Grüße
Leonnero

Normalerweise ist es so dass man beim Erstgespräch gemeinsam dem Arzt und der Krankenschwester schildert warum man hier ist und was man sich durch den Aufenthalt erhofft. Die körperliche Untersuchung umfasst eine Blutabnahme, eine Harnabgabe, ein EKG und eine kurze neurologische Untersuchung (Reflexe, auf Zehenspitzen gehen, usw.). Wahrscheinlich bekommst Du auch Medikamente die dir helfen sollen mit der momentanen Situation besser klarzukommen. Wenn Du willst kannst Du sicher eine Bezugsperson mitnehmen, die ist zwar nicht beim Gespräch dabei aber hilft wahrscheinlich die Nervosität zu mindern.
Hoffe Dir dadurch weitergeholfen zu haben. Alles Gute.

Hallo Leonnero!

Ich war bisher mehrmals als Begleitung bei einer Aufnahme in der Psychiatrie dabei und kann dir von meinen Erfahrungen berichten.

Ich weiß ja nicht, ob du bereits einen festen Termin zur Aufnahme hast, oder ob vor hast, dich ohne Termin vorzustellen. Generell ist es nicht schlecht, einen Termin zu haben, oder sich zumindest anzukündigen. Dann kann man dir auch gleich sagen, wann du am besten kommen kannst, ohne so lange zu warten. Du kannst aber natürlich auch einfach so vorstellig werden, falls es dir zum Beispiel unangenehm ist, vorher anzurufen. In der psychiatrischen Aufnahme ist (wie im internistischen Krankenhaus) rund um die Uhr jemand da. Natürlich ist abends, nachts und am Wochenende Sparbesetzung, deshalb würde ich dir empfehlen, tagsüber unter der Woche hinzugehen.

Du kannst natürlich auch jemanden mitnehmen, dem du vertraust und der dich unterstützt. Einen Freund, Verwandten oder Partner. Dann wird die Wartezeit nicht so langweilig oder nervös (leider hatte ich bei der Begleitung bisher immer Wartezeit).

Anfangs lässt du deine Versichertenkarte einlesen und musst Praxisgebühr bezahlen (es sei denn, du hast ne Überweisung oder bist von der Gebühr befreit).
Dann kommt das Arztgespräch. Ihm erzählst du, warum du da bist, wie es dir geht und warum du aufgenommen werden möchtest. (Falls du Begleitung hast, kann die Person auch mit zum Gespräch kommen, einfach nur zur Sicherheit da sein, oder z.B. auch etwas sagen, wenn dir vielleicht die Worte fehlen.) Andere Personen seitens der Klinik sind planmäßig nicht dabei.
Der Arzt wird sich alles notieren und sicher auch noch einige Fragen haben. Die Frage, die immer kommt, ist die, ob du Suizidgedanken/-absichten hast. Das ist eine Standartfrage.
Je nach dem, weswegen du dich aufnehmen lässt (und ob es ein akuter Grund, oder eher etwas längerfristiges ist), kannst du auf einer offenen oder geschlossenen Station aufgenommen werden. Natürlich ist auch eine Verlegung auf eine andere Station während deines Aufenthaltes möglich.

Wenn dann entschieden wurde, auf welcher Station du aufgenommen wirst, bringt dich der Arzt dort hin oder vielleicht wirst du auch von einem Mitarbeiter dorthin abgeholt.
Die körperliche Untersuchung wird entweder noch beim Aufnahmegespräch gemacht, oder auf der Station. Da habe ich bisher unterschiedliche Vorgehensweisen mitbekommen. Was genau untersucht wird, weiß ich aber nicht, da ich als Begleitung dabei natürlich nie anwesend war.
Ich nehme aber an, dass die Lunge und das Herz abgehört werden, Reflexe getestet werden, Blutdruck gemessen wird, und erhoben wird, ob du vielleicht akute Wunden oder andere Probleme hast, die während des Aufenthaltes mitbehandelt werden müssen.

Auf die Station darfst du keine scharfen Gegenstände mitnehmen (so weit ich weiß, zumindest auf der geschlossenen Station war es so). Also kein Taschenmesser, Rasierer mit Klinge, Nagelschere oder Ähnliches. Wie es genau ist, könntest du dich sicher auch vorher erkundigen.

Du wirst voraussichtlich auch noch ein Gespräch mit dem Stationsarzt führen, weil das meist nicht der gleiche ist, wie der aufnehmende Arzt. Da gehts dann einfach auch darum, warum wieso weshalb, und was soll bei dem Aufenthalt erreicht werden. Dann wird gemeinsam überlegt, wie die Zeit der Klinik gestaltet wird. Ob mit Medikamenten gearbeitet wird oder mit Ergotherapie oder Psychotherapie. Da gibt es ja ganz verschiedene Möglichkeiten.

Joa… das wär erstmal das, was ich so weiß. Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Wenn du noch fragen hast, dann meld dich gerne nochmal.

Ansonsten wünsche ich dir viel Erfolg bei der Aufnahme und bei der Behandlung. Und mach dir keinen Stress - es ist im Prinzip überhaupt nicht anders als bei jedem anderen Arzt oder im Krankenhaus auch.

Alles Gute, Gruß, Mona

Antwort
Dankeschön, du hast mir geholfen!!!

Bezugsperson
Danke für deine Antwort, hast mir sehr geholfen.
Ich bin am überlegen, meinen Partner mitzunehmen. Du hast geschrieben, wen man eine Bezugsperson mitnimmt, ist die nicht beim Gespräch dabei. Grundsätzlich immer?, oder wird man vorher gefragt? Oder wird sie nur zur Untersuchung herraus geschickt?

Liebe Grüße
Leonnero

Danke
Vielen Dank für deinen sehr ausführlichen Bericht, du hast mir sehr geholfen!
Danke!

Leonnero

Hallo Lennero,

das Vorgehen ist sicher etwas von Klinik zu Klinik verschieden.

Es gibt ein Aufnahmegespräch mit jemandem vom Pflegepersonal, wo dir auch die Stationsabläufe erklärt werden sollten. Wenn nicht, frag nach allen Einzelheiten, die du zur Orientierung brauchst.

Dann gibt es eine körperliche Untersuchung (in Unterwäsche), wobei besonders nach neurologischen Auffälligkeiten geschaut wird (Reflexe, Hand an die Nase, auf einer Linie gehen…), aber evtl. auch auf dein Herz und deine Lunge gehört wird.

Am Tag nach der Aufnahme sollte es eine Nüchtern-Blutentnahme geben und einen Urintest. Auch wird häufig ein EKG, ein EEG und evtl. eine Computertomographie des Kopfes gemacht, um körperliche Ursache der Beschwerden auszuschließen.

Möglichst am Aufnahmetag sollte es ein Gespräch mit dem Stationsarzt geben, der dich genau über deine Symptome befragt und dir erklärt, was nun medizinisch ansteht. Wenn die Erklärung dir nicht ausreicht, scheu dich nicht, alles zu fragen, was dir auf dem Herzen liegt. Besonders zur Medikation und den evtl. zu erwartenden Nebenwirkungen.

Wenn dir eine vorgeschlagene Maßnahme nicht einleuchtet, lass sie dir erklären.

Ich wünsche dir, dass der Klinikaufenthalt dir Besserung bringen möge, viele Grüße, Helene

Danke
Vielen Dank für deinen Rat!

Leonnero

Hallo Lennero,

die Aufnahme läuft ganz ruhig ab. Zuerst wird ein Gespräch mit dem behandelndem Arzt geführt, in dem eine Anamnese ertsellt wird, heisst: Krankheitsverlauf, Symptome, Vorgeschichte und auch ganz allgemeines, was heisst: bisherige Operationen?, Allergien?, Raucher? andere Erkrankungen?.
Im Normalfall ist dann noch jemand vom Pflegepersonal dabei, der Ihre Aussagen schriftlich festhält, um diese dann in Ihre dortige Akte zu vermerken.

Bei der körperlichen Untersuchung wird ebenfalls eine Pflegefachkraft dabei sein. Untersucht werden dann die neuroligischen Fähigkeiten (sprich Reflexe -Knie, Fusssohlen.)
Also alles in allem nichts, was sie ängstigen oder beunruhigen sollte.

Ich hoffe hiermit geholfen zu haben, falls noch Fraagen offen sind, einfach wieder melden :smile:

MfG

Hallo Leonnero,

ich hoffe, du hast jetzt die Aufnahme schon hinter dir und dabei festgestellt, dass es nicht schlimm war.
Falls du noch zuhause sein solltest und weiterhin ängstlich bist, lies dir noch mal die Antworten von Lena, laura.straub und Miss Ellie durch. Die haben das schon sehr schön beschrieben.

Alles Gute für dich und dass du eine Menge für dich aus der Klinik mitnehmen kannst, was dir gut tut.
Freundliche Grüße
hanna

Hallo Leonnero, ich würde es einfach sagen, wie es ist, nämlich dass Du Angst vor dem Gespräch hast. Das geht ganz vielen so, damit bist Du nicht allein. Es erwartet sicher auch keiner von Dir, dass Du im ersten Gespräch ALLES erzählst. Man geht ja nicht ohne Grund in die Behandlung. Manche Dinge sind so schmerzlich oder schambesetzt, dass man länger braucht, um sie erzählen zu können. Dafür wird man sicher Verständnis haben. Das Pflegepersonal wird voraussichtlich immer Dein erster Ansprechpartner sein, von daher ist es sinnvoll, wenn außer dem Therapeuten auch jemand vom Pflegedienst am Aufnahmegespräch teilnimmt. Ich kenne es auch so, dass diese Schwester oder Pfleger dann Bezugspflegekraft wird, d.h. speziell für Dich zuständig ist. Die Schwestern und Pfleger, die ich kenne (und das sind viele! Ich habe lange in einer psychiatrischen Klinik gearbeitet) haben viel Erfahrung. Ihnen ist nichts Menschliches fremd. Sie werden nicht über Dich lachen oder Dich verurteilen, genauso wenig wie der Arzt oder Psychologe. Aber wenn es Dir zu schwer fällt, mit mehr als einer Person zu sprechen, würde ich das an Deiner Stelle offen ansprechen, denn das ist ja vielleicht ein Teil des Problems, warum Du in die Klinik gehst?
Also nochmals viel Glück und trotz allem schöne Weihnachtszeit! Liebe Grüße von Miss Ellie

hallo Leonnero,
gerne :smile: Meistens wird es so gemacht dass vor oder nach dem gemeinsamen Gespräch gebeten wird dass die Bezugsperson eine Weile rausgeht, weil es oft Dinge gibt, die sonst nicht gesagt werden(von seitens des „Patienten“). Ist aber natürlich individuell, mach Dir darüber keine Sorgen.
Was ich vergessen habe zu schreiben ist folgendes: es gibt zwar grundsätzlich alle Sachen in der Psychiatrie (Shampoo, Handtücher, etc.) aber vielleicht packst Du Dir einen kleinen Rucksack mit den wichtigsten Toilettenartikeln, Hausschuhen, gemütlicher Jogginganzug, Handyaufladegerät, bisserl Taschengeld und so ein. Keine teuren Wertgegenstände weil man nie so recht weiss wer seine Nachbarn sind :smile: Muss nicht sein aber es ist meistens für einen selber nett wenn man sein eigenes Zeug dabei hat.
Alles Gute!

Hallo Leonnero,

ich arbeite nicht mehr in der Akutpsychiatrie, kann Dir trotzdem einiges dazu sagen (obwohl ich natürlich nicht weiß, wie es konkret in dem Krankenhaus ist, wo Du hineinkommst).
Es ist in der Regel unspektakulär:
Eine Schwester wird Dir Dein Zimmer zeigen (+ Dir die Station zeigen, Mahlzeiten + alles sowas erklären), eine Verwaltungsdame wird sich Deine Chipkarte + Deine Daten erbeten, ein diensthabender Arzt wird ein erstes Gespräch mit Dir führen. Später wird ein Sozialarbeiter vom Krankenhaus mit Dir sprechen + Dich fragen, ob es irgendwelche sozialen Probleme (Wohnung, Arbeit, Geld, …) gibt.
Am nächsten Tag wird es sicherlich eine Visite geben, bei der der Oberarzt, ein Stationsarzt +/oder (mehrere) Assistenzärzte, die Stationsschwester, u.U. ein Psychologe, vielleicht der Sozialarbeiter anwesend sein werden (das sind schon mehrere Personen in der Runde)sich mit Dir unterhalten werden, um sich zu überlegen, was Dir am besten helfen könnte … in der Regel ist das in weniger als 5 min erledigt. Das war’s dann meist. Dann ist zumeist viel Ruhe angesagt :smile:
Es ist alles nicht schlimm; Du bestimmst ja mit :smile:
Viel Erfolg (+ gute Besserung?)
Holger

Danke
Danke Holger, jede Information beruhigt mich.

Lg Leonnero

Danke Hanna
Nein ich bin noch daheim, aber ich danke dir herzlich!

lg Leonnero

Danke Melanie
Jede Information beruhigt mich irgendwie. Danke Melanie!

Lg Leonnero

Rucksack
Meinst du ich soll nur einen Rucksack packen? Ich hätte eine Reisetasche mitgenommen mit Kleidung und Kuscheldecke und so… Nicht das sie mich auslachen, wenn ich mit einer Reisetasche komme. Aber es ist ja Winter, da benötige ich ja was warmes zum Anziehen. :wink:

Lg Leonnero