Hallo Mondschein 18,
das sind keine guten Neuigkeiten. Ich weiß, wie Ihr Euch fühlt. Aber glaube mir, es wird besser mit der Zeit. Wenn Ihr jetzt den Antrag stellt, wird das geprüft und wenn das Gericht zustimmt, ab dann läuft die Inso. Dies wird heute im Internet eingetragen. Früher standen wohl alle Insos in der Zeitung, heute kann man sowas im Internet nachlesen (aber wo, weiß ich nicht, man kanns eh nicht ändern). Es bleibt Euch nicht erspart, der Vermieter und auch der Arbeitgeber wird von der Inso informiert. Bei mir war das so. Es gab aber deswegen keine Schwierigkeiten. Wieso glaubst Du, daß es dann zur Kündigung kommen kann? Ja, es kann zu ner Kündigung kommen. Viele Firmen tun sich schwer damit, das war mir auch immer ein Rätsel wieso. Es kommen viele neue Probleme auf Euch zu, das ist sicher. Andererseits hören andere Probleme dann auf. Es gibt z. B. keine Mahnbescheide mehr usw. Diese kann man einfach dann dem Anwalt übergeben. Man muß beim Angeben der Gläubiger ehrlich sein, wie sonst in allen anderen Angaben auch. Sobald der Antrag bei Gericht durch ist und die Inso eröffnet wird, wird Euch ein Inso-Betreuer genannt und zu dem habt Ihr dann Kontakt die ganzen 6 Jahre. Dann braucht Ihr keinen Anwalt mehr. Ab inso sollte es keine Kontopfändung mehr geben, denn der Verdiener darf monatlich einen bestimmten Betrag verdienen, wie hoch der ist, richtet sich nach dem Einkommen und nach Kindern. Da gibts im Internet die sog. Pfändungstabelle, in der Du genau siehst, was zum Leben übrig bleibt. Alles über dieser Grenze wird gepfändet, bzw. muß der Arbeitgeber DIREKT an den Inso-Verwalter überweisen. Deswegen wahrscheinlich gibts Kündigungen, dies kann man aber nicht sagen. Evtl. vorher mit dem Arbeitgeber absprechen. Evtl. läßt sich auch der Inso-Verwalter darauf ein, dem Arbeitgeber die Inso nicht mitzuteilen. Ich war arbeitslos und mußte wegen meinen Schulden die Inso eröffnen. In meinem Fall hats den Verwalter nie interessiert, ob ich nen Job kriege oder nicht. Es war immer so, daß ich den Arbeitgeber informiert habe, auch in den Vorstellungsgesprächen. Sollte es zur Kündigung kommen, lautet mein Rat: Bei ner Zeitarbeitsfirma unterkommen versuchen. Bei denen ist der Vorteil, daß sie Erfahrung haben mit dem Ausrechnen der Beträge, die abgeführt werden müssen und sie zahlen auch Verpflegungspauschale sowie Fahrtkosten an Tagen, an denen gearbeitet wurde. Diese Einnahmen dürft Ihr behalten. Dies machen „normale“ Firmen fast nicht mehr. Welche Firma zahlt heute noch Spritkosten? Auch werden bei ner Zeitarbeitsfirma mal Überstunden ausbezahlt, da darf man auch nen Teil davon behalten. So gesehn, hat man bei denen netto etwas mehr in der Tasche- und bei Inso zählt jeder Cent. Ich war vorher bei ner Zeitarbeit und hatte netto mehr wie jetzt. Der einzige Vorteil bei dieser Firma ist, daß ich mehr Urlaub habe als bei der Zeitarbeitsfirma. Damals bin ich umgezogen in nen anderen Landkreis. Die Inso-Eröffnung war bei dem anderen Kreis. Und ein Gläubiger hat versucht, zu pfänden. Dies dürfen sie nicht tun. Da muß man gleich zum Amtsgericht und Einspruch erheben. Denn jeder Gläubiger wird aus dem Geld, was der Arbeitgeber abgibt, bezahlt. Es dürfen auch keine Gläubiger von Euch Geld bekommen, da kann man in Teufels Küche kommen. Es läuft alles über den Inso-Verwalter. Und von dessen „Gnade“ hängt alles ab. Der kostet aber auch noch mal Geld, bloß wie viel, weiß ich nicht. Also als ich umzog, wußte ich das noch nicht mit dem anderen Amtsgericht, ich hatte damals mein Konto bei der VoBa. War o.k. so. Die haben aber sofort aufgrund der Pfändung das Konto gekündigt- ohne Wenn und Aber. Auch als ich vom Amtsgericht den Schrieb vorlegte, daß gar nichts gepfändet werden darf. Da wurden sofort 50,-Euro abgehoben, angeblich wegen der Mühen, die der VOBa entstanden sind. Dabei hatten sie gar nichts zu tun. Egal, sie blieben bei der Kündigung und damit hatte ich RiesenProbleme. Denn wegen meiner negativen Schufa bekam ich nirgendwo mehr ein Konto. Zumindest ein kostenloses Konto, wie ich eines wollte. Ich war 3 Monate ohne Konto- und hatte Glück, denn dem Arbeitgeber war dies egal (war die Zeitarbeitsfirma) die haben das Geld auf das Konto meines Freundes gebucht. Erst bei der norisbank bekam ich nach langem Suchen und vielen Absagen ein Guthabenkonto- allerdings OHNE karte. Man kann dann nur noch über das Guthaben verfügen und nicht mehr mit Karte bezahlen. Dafür ist das Konto kostenlos wie ich es wollte und sie haben mich genommen. Meine Güte, wie man sich da fühlt!!! Bei den verlogenen Banken betteln und junge Angestellte, die im Leben noch nichts geleistet haben, schicken einen weg weil man Inso hat. Dies kann aber heutzutage JEDEM passieren, auch so nem Lackaffen oder so ner Tusse von der Bank!! Egal, diese Erfahrung liebt nun auch hinter mir. Gut an der Inso ist, daß wie gesagt, ihr nach 6 Jahren schuldenfrei seid und Ihr Euch um jegliche Arbeit bemühen müsst, sofern es zur Kündigung kommen sollte. Hoffentlich spielt Euer Vermieter da mit. Dies war damals kein Problem für mich, denn ich achtete darauf, daß er immer die Miete bekam. Insoweit war das kein Problem. Heute wohne ich mit meinem Freund zusammen (dies nicht aus Liebe sondern aus Geldmangel ne Interessensgemeinschaft sozusagen). Denn mit Inso ist nichts mehr so, wie es vorher war. Z. B. Sachen aus dem Internet bestelle ich im Namen meines Freundes usw. denn die holen ne Schufa-Auskunft ein, und damit fangen alle Probleme an. Da die Schufa negativ ist - und dies auch wohl noch nach Ablauf der 6 Jahren 2 jahre drin stehen bleibt bevor ne Löschung ansteht- kann man fast gar nichts mehr kaufen - auch solche Sachen nicht, wie z.B. im Media-Markt in Raten ohne Zinsen. Man muß bei der Inso ehrlich alles Vermögen angeben. Damals hatte ich ein altes Auto, das hat keinen interessiert. Wäre es ein neues gewesen, hätte es vielleicht verkauft werden können. Vor 2 Jahren ist dann endgültig kaputt gegangen und weil mein Freund nicht immer alles und ständig repaieren wollte, hat er auf seinen Namen ein Auto gekauft, das jetzt 7 Jahre alt ist aber und für mich damals fast neu war. Ich hätte ja niemals nen Kredit bekommen. Dafür muß ich jetzt jeden Monat ihm natürlich das Geld überweisen. Nur so erfährt keiner was von dem Auto. Es gehört mir offiziell auch gar nicht. Es ist auf ihn zugelassen. Wenn jetzt ne größere Ausgabe kommt, habe ich einfach Pech gehabt oder ich muß mit den Leuten sprechen, ob die Raten von mir akzeptieren. Oder eben ich bestelle über meinen Freund und überweise dann das Geld - so ist es am einfachsten. Vielleicht habt Ihr noch Freunde, wo Ihr es genauso machen könnt. Das ist glaube ich, zwingend erforderlich. Manches Mal kann man im Internet günstiger einkaufen und in den 6 Jahren braucht man auch mal so einiges. Wie gesagt, über das Guthaben darf ich jederzeit verfügen. Und da die Sache nun dem Amtsgericht klar ist, und die nun von meiner Inso wissen, kann keiner mehr pfänden. Dies waren schlimme und nervenaufreibende Erfahrungen. Die ich nie mehr machen wollte. Es ist ja klar, daß man mit Inso nicht reich wird. Jedes Vermögen muß man angeben. Bzw. alles vorher kündigen. Ich habe außer der Versicherung fürs Auto keine einzige Versicherung mehr. Dies kann ich mir nicht leisten. Auch eine eigene Wohnung kann ich mir bei den horrenden Mietpreisen nicht mehr leisten. Wahrscheinlich hätte ich auch kein Telefonanschluß mehr bekommen. Usw. usw. Alles eben, wo die Leute eine Schufa-Auskunft wollen, fällt flach. Zumindest bei Neuanfragen. Ob die Telecom nen Kunden rauswirft, der Inso macht, glaube ich nicht, denn da ist man ja schon Kunde. Aber wer wechseln will, wird warhscheinlich Probleme haben. Man kann dann höchstens noch ein Prepaid Handy kaufen. Alles auf Guthabenbasis eben. Dafür gibt es wie gesagt, kein gesperrtes Konto mehr und solche Sachen. Man kann aber davon ausgehen, daß der Inso-Verwalter ab und an das Konto überprüft, dies kann er tun auch ohne meine Zustimmung, um zu sehen, ob und wie viel Geld ich drauf habe. Ob ich in letzter Zeit vielleicht sehr viel einnehme oder so. Dies ist aber nicht der Fall. Mein jetziger Arbeitgeber hatte mit der Inso zum Glück kein Problem. Andere dagegen schon. Da kam immer gleich ne Absage. Das waren harte Zeiten, dies kann man nicht verschönern. Auch daß man so schlecht bei den Banken behandelt wird, ist auch keine schöne Erfahrung. Banken sind nur nett zu Geld. Hat mein keins, sieht man immer gleich deren böse Fratze. leider braucht man ja heutzutage ein Konto, schon allein, wenn man Geld verdient. Ich selber bin jetzt nach den 3 Jahren in der Wohlverhaltensphase, sie läuft noch bis Ende 2011. Dann ist es Gott sei Dank vorbei und hoffentlich hat keiner Einspruch. Daß ich dann die Schulden los bin. Dies waren harte 6 Jahre. Während meiner Hartz-VI Zeit bekam ich auch ein Schreiben vom Verwalter, daß ich die Insokosten bezahlen muß. Dann bekam ich aber Arbeit und die Kosten werden aus meinen Abgaben bezahlt. Ansonsten sollte man alle Bewerbungen alles immer gut aufheben und sich alles schriftlich geben lassen. Es kann sein, daß man dem Verwalter mal seine Bemühungen, wie auch dem Arbeitsamt, offen legen muß. Da ich am Anfang der Inso Miterbin eines Hauses wurde, kommt nun die nächste böse Erfahrung. Sofort bekam ich vom Grundbuchamt die Schreiben, daß der Eigentümer nun der Inso-Verwalter ist und ich nicht länger. Da ich aber nicht alleine geerbt habe, stand auch zur Diskussion, daß das Haus versteigert wird. Zum Glück wurde es vorher verkauft. Da hätten aber die anderen Erben kein Mitspracherecht gehabt. Hätte der Verwalter das Haus in die Versteigerung gedrängt, hätte keiner was dagegen tun können. Und leider bekam ich keinen Cent von dem Erbe. Hätte ich etwas später geerbt, ich glaube nach den 3 Jahren, wenn man in der Wohlverhaltensphase ist, darf man die Hälfte des Erbes bekommen. So hatte ich auch da Pech. Sonst hätte ich einige tausend Euro bekommen, was mir gut getan hätte. Aber so hatte ich eben Pech. Das Erbe verschweigen darf man ja nicht. Und ausschlagen darf man es auch nicht. Darüber habe ich mich schon genug aufgeregt. Denn Rücksicht auf einen Trauerfall gibt es in der Inso nicht. Da darf man auf keinen Fall ne dünne Haut haben. Der einzige Lichtblick ist, daß es vorbei geht. Und dann ich hoffentlich nochmal neu anfangen. Das wünsche ich Euch auch. Ich glaube zur Eröffnung der Inso bei Gericht braucht man einen Anwalt, dann nicht mehr. Denn meiner hat mir damals nur den Schriftkram erledigt, und jede Menge Geld dafür kassiert, na klaro, die verdienen na nicht schlecht, wie wohl jeder weiß. Ansonsten braucht man keinen Anwalt, es sei denn, man hat was Komplizierteres oder so. Anwalt ist für mich jetzt nicht nötig, ich habe auch keine Versicherung dafür mehr. Und die Kosten sind mir zu hoch. Ach so, sollte es bei der Anstellung bleiben und es gibt Weihnachts bzw. Urlaubsgeld, auch das wird weggenommen - man darf aber ein bißchen was davon behalten. Bloß wie viel, das weiß ich nicht. Diese Berechnungen stehen im Internet, das war mir aber immer zu kompliziert dies auszurechnen, denn es ändert ja nichts an der Sache, daß ich den größten Teil abgeben muß. Ist nur ein weiteres Ärgernis. Dafür schaue ich schonmal auf das nächste Jahr das Ende meiner Inso. Das ist, wie gesagt, der einzige Trost. Dann nochmal bis 2013, dann steht auch nichts mehr in der Schufa und man sollte wieder einen Kredit bekommen. Oder Telefon oder all diese Dinge eben. Hoffentlich finde ich bis dahin Arbeit, denn mein Vertrag läuft Mitte nächsten Jahres aus. Aber zumindest habe ich dann einige Schulden abbezahlt, da ich ja Geld verdiene. Und dann dürfte ich auch endlich wieder über das ganze Geld verfügen.!!! Für diese Zeit wünsche ich Euch Mut und Kraft, man darf einfach nicht aufgeben. Wie gesagt, es gibt auch Vorteile. Jetzt weiß ich einige Sachen eben besser. Ich hoffe, damit einige Fragen beantwortet zu haben. Du kannst Dich ja nochmal melden, falls Du was nicht verstanden hast. Und mir mal erzählen, wie es jetzt aussieht. Ob sich schon was getan hat.
Vlele liebe Grüße