Wer hat schon einmal am Ende seines Leasingvertrages eines PKW bei Privatleasing sein Fahrzeug zurückgegeben und kann mir wertvolle Tipps erteilen? In ein paar Monaten endet mein Vertrag. Ziehen die wirklich die Löcher aus dem Käse? Ich habe die Befürchtung, dass die ganz genau hinschauen werden, da ich nicht bei diesem Autohaus bleiben möchte. Welche „Mängel“ muss/sollte ich selbst beheben, bevor ich es zurückbringe und welche Mängel sind normale Gebrauchsspuren? Gibt es Standardvorgehensweisen der Autohäuser, die man wissen sollte? Worauf kommt es an? Was sind eventuelle Fallen, auf die man vorbereitet sein sollte?
Moin, mitulsky,
privates Leasing ist die Kunst, den Leasingnehmer glauben zu machen, dass Leasing günstig ist, und trotzdem ordentlich daran zu verdienen. Bei der Rückgabe kommt dann das böse Erwachen, nicht umsonst sind die Verträge in diesem Punkt sehr auslegungsfähig.
[…]
Gruß ralf
[Team: Bemerkung über unpassendes Brett nach Verschiebung entfernt]
[…] Das Leasingangebot war tatsächlich günstig. War das sogenannte 3x3 Leasing. Keine Anzahlung, alle Versicherungen im Preis inbegriffen und bei Durchsichten die Arbeitsleistung frei.
Also was passiert denn da genau bei der Rückgabe? Mit deiner Antwort kann ich wenig anfangen. Ist mir zu allgemein.
[Team: Bemerkung über Wahl des Bretts nach Verschiebung entfernt]
Hi Steffen,
versuche es doch mal im Rechtsfragen-Brett…
Aber sicher gibt es auch in Deiner Umgebung entsprechende Firmen für die Rückgabe von Leasingfahrzeugen.
Zum Beispiel so wie diese hier:
http://www.erikajocarservice.de/unser-leasing-rueckg…
Ansonsten gibt es auch über die Archiv-Suche hier in wer-weiss-was gute Tipps & Infos. Google hat auch viele Treffer bei „Leasing Rückgabe PKW“.
Ein ziemlich informatives Internetangebot gibt es u.a.:
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/boers…
http://www.mdr.de/ratgeber/geld_versicherung/166590…
LG
Stefanie
Hallo!
[…] Das Leasingangebot war tatsächlich günstig. War das
sogenannte 3x3 Leasing. Keine Anzahlung, alle Versicherungen
im Preis inbegriffen und bei Durchsichten die Arbeitsleistung
frei.
Also was passiert denn da genau bei der Rückgabe? Mit deiner
Antwort kann ich wenig anfangen. Ist mir zu allgemein.
Entgegen einer hier getätigten Aussage ist es mittlerweile eigentlich relativ klar, was durch den Leasinggeber bei Rückgabe berechnet werden darf und welche Mängel er zu „schlucken“ hat.
Er wird möglicherweise versuchen, sich die Rückversetzung des Wagens in den Neuzustand von Dir bezahlen zu lassen, aber Du musst ja nicht darauf eingehen.
Z.B. ist eine „normale Gebrauchsspur“ ein kleiner Kratzer neben dem Türschloß. Ein 30cm langer Kratzer im Kotflügel jedoch nicht mehr.
Eine kleine Beule von der Tür des Nachbarparkers muss er akzeptieren, eine tiefe Beschädigung des Radlaufes nicht.
Mein Tip: das Auto sollte supersauber übergeben werden. Vorher durch den Schlamm fahren, um Kratzer zu verdecken, läuft nicht. Der Dealer wird den Wagen dann waschen und noch genauer ansehen.
Also außen waschen und je nach Zustand polieren bzw. polieren lassen. Beulen vom Beulendoktor beseitigen lassen.
Steinschläge in der Windschutzscheibe noch von der Kasko bezahlen lassen. Nach Rückgabe und Abmeldung des Wagens geht das nicht mehr.
Nachlesen, ob TÜV/AU nach Ablauf der 3 Jahre vom Leasingnehmer zu bezahlen sind. Wenn ja, selbst machen.
Reifen müssen lediglich TÜV-konformes Restprofil ausweisen. Wenn Winterreifen mit geleast worden sind, auch diese überprüfen. kleine Kratzer in Alufelgen muss der LG akzeptieren, stärkere Beschädigungen jedoch nicht.
Daher könnte es Sinn machen, rechtzeitig eine Ersatzfelge desselben Typs bei Ebay zu ersteigern und total abgefahrene Reifen selbst erneuern zu lassen. Der Billigreifen von ATU ist vermutlich günstiger als der Premiumreifen, den der LG aufzieht.
Innen alles sauber abwischen, aussaugen und Flecken auf den Sitzen und im Teppich mit Polsterschaum beseitigen. Scheiben putzen.
Wenn geraucht wurde, einige Monate vor Rückgabe damit aufhören und gemahlenen Kaffe in einer offenen Schüssel im Auto aufstellen.
Brandlöcher vom Sattler beseitigen lassen!! Das kostet sonst richtig Geld.
Ist das Auto stark verschmutzt und überall verkratzt, würde ich es professionell aufbereiten lassen. Es gibt Autoaufbereiter, die ins Haus kommen, einfach im Branchenbuch nachsehen. Das kostet dann vielleicht 300 - 500 Eur, kann aber 3.000 Eur sparen.
Gibt es größere Schäden (keine Unfallschäden, die muss man dem LG soweiso melden und kann sie über die Vollkasko begleichen lassen), die man nicht wegpolieren oder vom Lackdoktor beseitigen (also wirklich in den Neuzustand versetzen) lassen kann, sollte man selbst einen professionellen Lackierer- und Karosseriebetrieb beauftragen.
Wird die Beschädigung professionell beseitigt, hat der LG meiner Erfahrung nach die Arbeit zu akzeptieren. Mercedes zickt hier ab und an, da deren Lackierstandard höher ist als das, was ein normaler Lackierer vernünftigerweise macht, aber ich sehe da vor Gericht gute Chancen für den LN. Bin jedoch kein Anwalt, also keine Gewähr für die hier gemachten Aussagen!
Generell darf man davon ausgehen, dass die Beseitigung von Schäden durch den LG oder das für ihn arbeitende Autohaus bei der Leasingrückgabe teurer ist, als den Wagen vorher selbst in Ordnung bringen zu lassen.
Sehr wichtig ist es, bei der Rückgabe sofort ein abschließendes Protokoll anzufertigen und dieses von beiden Parteien unterschreiben zu lassen. „Machen wir morgen fertig“ o.ä. darf man keinesfalls akzeptieren.
Ich habe dieses Problem der Rückgabe eines sehr gepflegten Autos einmal mit VW durchgefochten. Es wurde jeder Unsinn bemängelt, das Auto war in einem Zustand, in welchem der Händler es so wie es war in die Verkaufsausstellung hätte stellen können. Ich denke behaupten zu können, dass ich mich mit Autos ein wenig auskenne und daher diese Wertung glaubhaft anbringen zu können.
Ärgerlich, aber für den LN generell möglich, sich zu wehren, wenn es ein ordentliches Rückgabeprotokoll gibt.
Wie gesagt, es ist heute relativ klar, was der LG an Schäden zu akzeptieren hat und was nicht.
Gruß,
M.