Hallo,
bitte entschuldigen Sie, dass ich erst jetzt antworte,
ich hatte sehr viel zu arbeiten.
Ich danke Ihnen für Ihre Offenheit.
Gerne gehe ich auf Ihre mail ein und hoffe, Sie damit
auf Ihrem Weg zu unterstützen.
Ich rate Ihnen zu Offenheit Ihren Arbeitskollegen und
Vorgesetzten gegenüber.
Meine Erfahrung: Ehrlichkeit bringt in dieser Welt den
Positivsten und besten Effekt. Sie schreiben es selber:
Wenn Ihre Kollegen das nicht verstehen, dann würden Sie
sich nicht wohl fühlen. Jetzt stellen Sie sich vor, Sie
sagen, Sie gehen zur Kur und einer bekommt raus, wo Sie
wirklich waren. Wenn Sie das mit bekämen, wie fühlten
Sie sich dann?
Gewöhnen Sie sich motivierte, absichtsvolle, ehrliche,
respektvolle, positive, direkte, zielgerichtete
Kommunikation an. Sie werden staunen, wieviel Schönes
Ihnen plötzlich begegnet.
Hier noch ein kleiner Hinweis: Mit Ehrlichkeit meine ich
nicht, alles ausplaudern, was ich weiß. Es geht darum,
Klarheit mit seinen Mitmenschen zu schaffen und zu
leben, so dass Sie und Ihre Mitmenschen genau wissen,
woran sie sind und womit sie rechnen können.
Ich gebe Kurse zum Thema Kommunikation, Interaktion und
„Powersprache“
Sie schreiben, dass Sie selber sich bereits entschlossen
haben, eine stationäre Therapie zu machen.
Das ist das wichtigste, Ihre eigene Motivation. Das ist
sehr gut, wenn Sie das möchten, machen Sie die
stationäre Therapie. Ich denke, es wird Ihnen sehr gut
tun.
Ich glaube nicht, dass die stationäre Therapie DAS
EINZIGE ist, was Sie sinnvoll unterstützen kann.
Das ist allerdings schwer zu beurteilen, ohne Ihre, wie
Sie es nannten „Persönlichkeitsstörung“ zu kennen.
Wenn Sie möchten, schreiben Sie mir gerne, worum es sich
bei Ihnen handelt. Dann kann ich noch mehr dazu sagen.
In der Klinik wird man nicht „repariert“, dann man
„produziert“ selber das ungewünschte „Verhalten“.
Jede körperliche und psychische Regung ist eine
Konsequenz aus vorherigen Verhaltens-, Denkweisen, dem
Umfeld (familiär und Arbeit) und vielen weiteren
Faktoren. Daher ist wichtig, herauszubekommen, was genau
zu Ihrer Persönlichkeitsstörung geführt hat (und noch
dazu führt).
In der Klinik kann man Sie in dem Prozess des Erkennens
unterstützen, und das im geschützten Rahmen. Das ist es,
was eine Klinik bieten kann: Selbstfindung, Erkenntnis
von Verhaltensmustern, Erprobung von neuem Verhalten
- Schritt: Erkenntnis
- Schritt: Was daran möchte ich anders haben? Eine
Zielvorstellung entwickeln
- (kleine) Schritte dahin erarbeiten und: SIE AUCH
GEHEN! Messbare, nachvollziehbare kleine Ziele stecken
und überprüfen, ob sie erreicht sind.
Bei allen Schritten kann ein Therapeut eine sehr
wichtige Unterstützung bieten. Die Klinkik kann den
geschützten Rahmen bieten, um wieder „atmen zu können“
und zur Besinnung zu kommen. Wichtig ist, sich
anschließend wieder auf die Selbständigkeit zu
konzentrieren und sich aus dem geschützten Rahmen wieder
herauszulösen.
Leben kann man und frau nur selbst.
It’s in YOUR hand. Always.
Ich hoffe, ich konnte Sie auf Ihrem Weg unterstützen.
Liebe Grüße und alles Gute.
Und schreiben Sie mir gerne, was Sie gemacht haben und
was dann passiert ist.
Ihr Wittich Wolf
Ich bin seit einigen Monate einmal die Woche bei einer
Therapeutin. Inzwischen, so nach ca. 17 Sitzungen,
haben wir
feststellen müssen, dass ich durch die langen Lücken
zwischen
den Sitzungen, nicht recht voran komme und auf der
Gefühlsebene keine Fortschritte erzielen kann.
Wir wollen nun in der nächsten Sitzung besprechen wie
meine
Chancen stehen eine stationäre Therapie zu machen um
mit
meiner „Persönlichkeitsstörung“ lernen zu können
umzugehen.
Ich informiere mich schon und werde von ihr sicher auch
noch
genügend Informationen bekommen. Dennoch möchte ich
natürlich
auch von anderen Seiten Meinungen einholen.
Ich habe große Angst meinem Job zu riskieren. Ist es
besser
ehrlich zu sagen weshalb man wohin geht? oder schiebe
ich eine
Kur vor um meine Privatsphäre zu schützen?
Ich arbeite in einer kleinen Firma in der meine
Tätigkeit
nicht die wichtigste ist und durchaus ersetzbar aber
allen
anderen etwas Luft gibt für die eigenen Tätigkeiten.
Ich würde sogar verstehen wenn sie mich nicht 2 Monate
( der
Zeitraum den meine Therapeutin mir geraten hat)
freistellen
würden wollen und würde dann sogar aus dem
Arbeitsverhältnis
austreten. Denn es wäre schlimmer für mich
wiederzukommen und
Unverständnis und Abneigung entgegenzutreten.
Andererseits habe ich innerlich eigentlich schon
beschlossen
das ganze stationär zu machen. Denn ich befürchte nur
das kann
mir wirklich helfen mein Leben zu ändern.
Wir haben auch über intensivere Therapien gesprochen, 3
mal
die Woche und Selbsthilfegruppen…
Nur wie realistisch ist es das neben dem Job
durchzuziehen
ohne diesen zu vernachlässigen bzw. der „Behandlung“
die
richtige Zeit zu geben? Ich laufe jetzt schon nur noch
auf 30%
meiner eigentlichen Leistung. Da bin ich skeptisch.
ich hoffe auf eine Antwort und bedanke mich im vorraus.