Wie läuft eine stationäre Therapie genau ab?

Ich bin seit einigen Monate einmal die Woche bei einer Therapeutin. Inzwischen, so nach ca. 17 Sitzungen, haben wir feststellen müssen, dass ich durch die langen Lücken zwischen den Sitzungen, nicht recht voran komme und auf der Gefühlsebene keine Fortschritte erzielen kann.
Wir wollen nun in der nächsten Sitzung besprechen wie meine Chancen stehen eine stationäre Therapie zu machen um mit meiner „Persönlichkeitsstörung“ lernen zu können umzugehen.

Ich informiere mich schon und werde von ihr sicher auch noch genügend Informationen bekommen. Dennoch möchte ich natürlich auch von anderen Seiten Meinungen einholen.

Ich habe große Angst meinem Job zu riskieren. Ist es besser ehrlich zu sagen weshalb man wohin geht? oder schiebe ich eine Kur vor um meine Privatsphäre zu schützen?
Ich arbeite in einer kleinen Firma in der meine Tätigkeit nicht die wichtigste ist und durchaus ersetzbar aber allen anderen etwas Luft gibt für die eigenen Tätigkeiten.
Ich würde sogar verstehen wenn sie mich nicht 2 Monate ( der Zeitraum den meine Therapeutin mir geraten hat) freistellen würden wollen und würde dann sogar aus dem Arbeitsverhältnis austreten. Denn es wäre schlimmer für mich wiederzukommen und Unverständnis und Abneigung entgegenzutreten.

Andererseits habe ich innerlich eigentlich schon beschlossen das ganze stationär zu machen. Denn ich befürchte nur das kann mir wirklich helfen mein Leben zu ändern.
Wir haben auch über intensivere Therapien gesprochen, 3 mal die Woche und Selbsthilfegruppen…
Nur wie realistisch ist es das neben dem Job durchzuziehen ohne diesen zu vernachlässigen bzw. der „Behandlung“ die richtige Zeit zu geben? Ich laufe jetzt schon nur noch auf 30% meiner eigentlichen Leistung. Da bin ich skeptisch.

ich hoffe auf eine Antwort und bedanke mich im vorraus.

Erstmal ist es sehr schwierig auf Deine berufliche Situation einzugehen, da natürlich kein Einblick in die Firma möglich ist, nur durch ein Schreiben. Hierbei hängt es sicher an der sozialen Einstellung Deines Chefs ab. Wenn er sehr verständnisvoll ist, würde ich sagen, dass Du ein Burn-Out hast und somit eine Therapie machen möchtest. Ansonsten kannst Du für die Zeit auch einfach Urlaub anmelden.

Die Antwort, ob Dir die stationäre Behandlung in der Klinik auch das bringt, was Du erhoffst, kann Dir niemand geben. Allerdings hast Du die Möglichkeit ohne Druck vom Job verschiedenen Angeboten abzuchecken. Da gibts unter Anderem Wassergymnastik, Trommelkurse, Kunstkurse und andere Möglichkeiten Dich auszudrücken.

Deine Therapeutin kann Dir natürlich auch verschiedene Angebote in Vereinen suchen, die für Ausgleich und Wohlfühlatmosphäre sorgen, soll ja kein Therapiestress sein. Wenn Deine Angst zu gross ist, Dich für eine Stationäre Therapie zu entscheiden, dann ist es besser erst mal diese Möglichkeiten auszuloten. Du kannst Dich nach 2 oder 3 Monaten immer noch für die stationäre Behandlung entscheiden.

Du kennst Dich am Besten und weisst, wo Deine Stärken sind. Lass Dich einfach überraschen was es Dir bringt.

Wenn Du gerne schreibst, dann mach Dir doch auch ein Therapieheft. Darin kannst Du was Dich gerade bewegt auch reinschreiben ohne Termin bei der Therapeutin. Die Themen aus dem Heft kannst Du dann in der Therapie systematisch durchgehen.

Ich hoffe ich konnte Dir etwas weiterhelfen

Liebe Grüsse Jogy Wolfmeyer

Guten Morgen!

Nun, ich kann Dir wenig über den Ablauf einer stationären Behandlung aus erster Hand berichten, da ich nicht stationär arbeite. Ich denke jedoch, da mir Dein Verhältnis zu Deiner Therapeutin vertrauensvoll erscheint, dass Du sicher alle diesbezüglichen Fragen offen mit ihr erörtern kannst. Vielleicht kannst Du Dir ja auch mal vorher unverbindlich die Stadion ansehen und Dich dort konkret kundig machen.

Zur Frage des „Outings“ gegenüber Deines Arbeitgebers: Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung kann ich Dir aus meiner Sicht nur zu einer sachlichen Offenheit raten. Es macht das Leben langfristig einfach einfacher, die Dinge beim Namen zu nennen.

Der stationäre Aufenthalt aufgrund einer psychischen Diagnosestellung dürfte sich im Arbeitsverhältnis nicht anders auswirken als ein längerer Krankenhausaufenthalt. Ich sehe hier keine Grundlage für eine von Dir ausgehende Kündigung Deines Arbeitsverhältnisses.

Falls Dein jetziger Arbeitgeber dies jedoch zu einer „Kündigung aufgrund betriebsinterner Umstände“ nutzt, dann sagt dies eher etwas über die mangelnde Fürsorgepflicht des Arbeitgebers aus und nichts über Dich. Außerdem würdest Du in diesem Falle, falls Du Arbeitslosengeld bei der Arbeitsagentur beantragen möchtest, dort nicht für einen bestimmten Zeitraum gesperrt.

Und, ganz nebenbei und obwohl ich Dich ja nicht persönlich kenne: Es tut Deiner Seele gut, wenn Du offen und wohlwollend über Dich und Deine momentane psychische Situation sprichst. Der liebevolle und ehrliche Umgang mit Dir selbst, auch in der Außendarstellung, ist Labsal für die Seele. Sie goutiert diese Achtsamkeit und offen kommunizierte Aufmerksamkeit und dies ist eine wunderbare Ausgangsposition für einen wie auch immer gearteten „Heilungsprozess“.

Alles Liebe

Heidrun Müller

Hallo,

bitte entschuldigen Sie, dass ich erst jetzt antworte,
ich hatte sehr viel zu arbeiten.
Ich danke Ihnen für Ihre Offenheit.
Gerne gehe ich auf Ihre mail ein und hoffe, Sie damit
auf Ihrem Weg zu unterstützen.

Ich rate Ihnen zu Offenheit Ihren Arbeitskollegen und
Vorgesetzten gegenüber.
Meine Erfahrung: Ehrlichkeit bringt in dieser Welt den
Positivsten und besten Effekt. Sie schreiben es selber:
Wenn Ihre Kollegen das nicht verstehen, dann würden Sie
sich nicht wohl fühlen. Jetzt stellen Sie sich vor, Sie
sagen, Sie gehen zur Kur und einer bekommt raus, wo Sie
wirklich waren. Wenn Sie das mit bekämen, wie fühlten
Sie sich dann?
Gewöhnen Sie sich motivierte, absichtsvolle, ehrliche,
respektvolle, positive, direkte, zielgerichtete
Kommunikation an. Sie werden staunen, wieviel Schönes
Ihnen plötzlich begegnet.

Hier noch ein kleiner Hinweis: Mit Ehrlichkeit meine ich
nicht, alles ausplaudern, was ich weiß. Es geht darum,
Klarheit mit seinen Mitmenschen zu schaffen und zu
leben, so dass Sie und Ihre Mitmenschen genau wissen,
woran sie sind und womit sie rechnen können.

Ich gebe Kurse zum Thema Kommunikation, Interaktion und
„Powersprache“

Sie schreiben, dass Sie selber sich bereits entschlossen
haben, eine stationäre Therapie zu machen.
Das ist das wichtigste, Ihre eigene Motivation. Das ist
sehr gut, wenn Sie das möchten, machen Sie die
stationäre Therapie. Ich denke, es wird Ihnen sehr gut
tun.

Ich glaube nicht, dass die stationäre Therapie DAS
EINZIGE ist, was Sie sinnvoll unterstützen kann.
Das ist allerdings schwer zu beurteilen, ohne Ihre, wie
Sie es nannten „Persönlichkeitsstörung“ zu kennen.
Wenn Sie möchten, schreiben Sie mir gerne, worum es sich
bei Ihnen handelt. Dann kann ich noch mehr dazu sagen.

In der Klinik wird man nicht „repariert“, dann man
„produziert“ selber das ungewünschte „Verhalten“.
Jede körperliche und psychische Regung ist eine
Konsequenz aus vorherigen Verhaltens-, Denkweisen, dem
Umfeld (familiär und Arbeit) und vielen weiteren
Faktoren. Daher ist wichtig, herauszubekommen, was genau
zu Ihrer Persönlichkeitsstörung geführt hat (und noch
dazu führt).
In der Klinik kann man Sie in dem Prozess des Erkennens
unterstützen, und das im geschützten Rahmen. Das ist es,
was eine Klinik bieten kann: Selbstfindung, Erkenntnis
von Verhaltensmustern, Erprobung von neuem Verhalten

  1. Schritt: Erkenntnis
  2. Schritt: Was daran möchte ich anders haben? Eine
    Zielvorstellung entwickeln
  3. (kleine) Schritte dahin erarbeiten und: SIE AUCH
    GEHEN! Messbare, nachvollziehbare kleine Ziele stecken
    und überprüfen, ob sie erreicht sind.

Bei allen Schritten kann ein Therapeut eine sehr
wichtige Unterstützung bieten. Die Klinkik kann den
geschützten Rahmen bieten, um wieder „atmen zu können“
und zur Besinnung zu kommen. Wichtig ist, sich
anschließend wieder auf die Selbständigkeit zu
konzentrieren und sich aus dem geschützten Rahmen wieder
herauszulösen.

Leben kann man und frau nur selbst.
It’s in YOUR hand. Always.

Ich hoffe, ich konnte Sie auf Ihrem Weg unterstützen.

Liebe Grüße und alles Gute.
Und schreiben Sie mir gerne, was Sie gemacht haben und
was dann passiert ist.

Ihr Wittich Wolf

Ich bin seit einigen Monate einmal die Woche bei einer
Therapeutin. Inzwischen, so nach ca. 17 Sitzungen,

haben wir

feststellen müssen, dass ich durch die langen Lücken

zwischen

den Sitzungen, nicht recht voran komme und auf der
Gefühlsebene keine Fortschritte erzielen kann.
Wir wollen nun in der nächsten Sitzung besprechen wie

meine

Chancen stehen eine stationäre Therapie zu machen um

mit

meiner „Persönlichkeitsstörung“ lernen zu können

umzugehen.

Ich informiere mich schon und werde von ihr sicher auch

noch

genügend Informationen bekommen. Dennoch möchte ich

natürlich

auch von anderen Seiten Meinungen einholen.

Ich habe große Angst meinem Job zu riskieren. Ist es

besser

ehrlich zu sagen weshalb man wohin geht? oder schiebe

ich eine

Kur vor um meine Privatsphäre zu schützen?
Ich arbeite in einer kleinen Firma in der meine

Tätigkeit

nicht die wichtigste ist und durchaus ersetzbar aber

allen

anderen etwas Luft gibt für die eigenen Tätigkeiten.
Ich würde sogar verstehen wenn sie mich nicht 2 Monate

( der

Zeitraum den meine Therapeutin mir geraten hat)

freistellen

würden wollen und würde dann sogar aus dem

Arbeitsverhältnis

austreten. Denn es wäre schlimmer für mich

wiederzukommen und

Unverständnis und Abneigung entgegenzutreten.

Andererseits habe ich innerlich eigentlich schon

beschlossen

das ganze stationär zu machen. Denn ich befürchte nur

das kann

mir wirklich helfen mein Leben zu ändern.
Wir haben auch über intensivere Therapien gesprochen, 3

mal

die Woche und Selbsthilfegruppen…
Nur wie realistisch ist es das neben dem Job

durchzuziehen

ohne diesen zu vernachlässigen bzw. der „Behandlung“

die

richtige Zeit zu geben? Ich laufe jetzt schon nur noch

auf 30%

meiner eigentlichen Leistung. Da bin ich skeptisch.

ich hoffe auf eine Antwort und bedanke mich im vorraus.

Entschuldigung - ich habe im Moment kaum Zeit- und diese Frage kann man nicht in ein paar Sätzen beantworten- imgrunde müßten Sie das jedoch unbedingt mit Ihrer Therapwutin besprechen .
mfg
MM

Liebe Elkamina,
so sehr leid tut mir das, wenn ich das lese und dir nicht mehr antworten konnte!!! Ich hatte lange keinen PC mehr.
Ich hoffe sehr für dich, dass es dir inzwischen gut geht, bzw. besser und du gute Ratschläge gefunden hast.
Sollte das nicht sein, kannst du mich gern anrufen. Bis zum 11.3. unter 0431/7298573, danach ziehe ich um nach Berlin, eine neue Nummer habe ich noch nicht, aber meine Daten hier sind dann die aktuellen.
Alles Gute erst mal und VLG von Astrid