Hallo,
in deutschen Krankenhäusern ist der Schockraum der erste Behandlungsraum in der Notaufnahme, in den Patienten eingeliefert werden. Dort wird die Erstversorgung vorgenommen, d. h. dort können Ärzte verschiedener Fachrichtungen den Patienten zugleich untersuchen, einen Status erheben / Diagnosen stellen und die ersten lebensrettenden Maßnahmen durchführen.
Wenn der Patient dann stabilisiert ist bringt man ihn zur weiteren Behandlung in die jeweils benötigte Abteilung.
Dabei ist der Schockraum vor allem für Unfallopfer geeignet, wo Chirurgen, Neurochirurgen, Radiologen und die Anästhesie am Patienten arbeiten.
Bei internistischen Notfällen (wie im Falle deiner Oma) werden manche Patienten auch direkt auf die Intensivstation gebracht weil klar ist, dass sie dort von Internisten behandelt werden müssen.
Wie das in Serbien läuft weiß ich natürlich nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass man dort ähnlich organisiert ist und vielleicht nur ein Übersetzungsfehler vorliegt? Sie dürfte wohl auf einer (internistischen) Intensivstation liegen, eher nicht in einem Schockraum.
Deine Oma hat offensichtlich ein Lungenödem. Das ist höchst lebensbedrohlich und steht oft in engem Zusammenhang mit Erkrankungen des Kreislaufs und des Herzens - was sich bei ihr ja auch bestätigt.
Im Augenblick wird man sie in ein künstliches Koma gelegt haben. Dann kann sie nämlich künstlich beatmet werden - was angesichts der Lungenprobleme höchst sinnvoll ist - und man wird sich um ihren Kreislauf und das Herz bemühen. Wenn sie jetzt also ohne Bewusstsein ist, liegt das natürlich allein schon am künstlichen Koma.
Es ist unmöglich über das Netz Ferndiagnosen zu stellen. Man kann sich von einem Lungenödem und schweren Herzproblemen erholen. Ich will dir aber auch ganz ehrlich und offen sagen, dass es auch anders kommen kann. Manche Menschen überleben eine so schwere Erkrankung nicht.
Offensichtlich wurde deine Oma vom Notarzt gut behandelt und lebend in die Klinik gebracht. Dort ist sie am nächsten Tag vermutlich sehr schnell reanimiert worden, denn sie wird vermutlich nicht in einem normalen Krankenzimmer gewesen sein, sondern auf einer Intensivstation, wo man den Herzstillstand sofort bemerkt haben dürfte und gleich gehandelt hat. Das alles ist wahrscheinlich gut gelaufen. Die Grunderkrankung ist aber sehr gefährlich.
Bei einem Lungenödem tritt Wasser aus Blutgefäßen in die Lunge ein und es droht ein innerliches Ersticken. Es gibt dafür verschiedene Ursachen, im Falle deiner Oma dürfte ihr schwaches Herz die Ursache dafür sein.
Insofern wird man deine Oma jetzt zum einen mit Sauerstoff, der mit einem gewissen Druck zugeführt wird (PEEP-Beatmung, musst du dir aber nicht merken), künstlich beatmen, ihr Mittel zur Entwässerung geben (Diuretika) und vor allem das sehr angeschlagene Herz massiv unterstützen um die Ursache der ganzen Situation in den Griff zu kriegen.
Das kann gelingen, aber wie ich schon schrieb, ihr solltet auch verstehen, dass die ganze Situation lebensbedrohlich ist und es sein kann, dass deine Oma es nicht übersteht.
Eins ist aber klar: im künstlichen Koma ist sie nicht bei Bewusstsein und leidet somit nicht an Schmerzen. Auch wenn die ganze Situation nicht gut ist, ist es doch gut zu wissen, dass sie im Augenblick weder Angst noch Schmerzen empfindet.
Alles Gute,
MecFleih