Wie lange dauert es Französisch zu lernen?

Hi,

Ich möchte nächstes Jahr im Sommer (2 Monate) nach Paris „ziehen“ …

Doch ich habe ein kleines Problem! Ich kann überhaupt kein Französisch! Nur einmal vorweg… ich LIEBE die Sprache und hab mir auch schon einen Langenscheid Selbstlernen gekauft … somit ist mein Interesse an der Sprache schonmal ziemlich hoch (Lernwille usw.).

Doch ich hab keine Ahnung ob ich iwie durchkomme, bzw. dann auch wirklich (zumindest) einfaches, halbwegs fließendes Französisch kann.

Meine Frage nun … ist es möglich Französisch in diesem Zeitraum, bei dementsprechendem Interesse, zu erlernen?

Hallo,

wenn du dich gerne und viel mit anderen Franzosen unterhälst lernst du in 2 Monaten bestimmt so viel, dass es zum Überleben reicht,
sprich einfache Dialoge, Grundwortschatz. Wenn du sprachtalentiert und ehrgeizig bist vlt. mehr. Schwer die Frage zu beantworten, da jeder Mensch eine anere Auffassungsgabe in solchen Dingen besitzt.
Aber ich denke nicht, dass man nach 2 Monaten Frankreichaufenthalt schon so gut ist, den groben Inhalt einer einfachen Zeitung (so wie in Deutschland die Bild) zu checken.

Nach 2 Monaten fängt das Lernen und Verstehen einer anderen Sprache erst richtig an. Ich befürchte, dass du gerade dann abreist, wo es gerade anfängt spaß zu machen, einige französische Sätze fehlerfrei auszusprechen.

Und wenn du einen deutschen Zimmergenossen hast bzw. nicht allzu oft auf die französche Sprache angewiesen bist, ist das nicht sehr lernfördernd.

Hi,

obwohl es möglicherweise etwas entmutigend für dich ist, möchte ich trotzdem meine Erfahrungen mitteilen. Ich hatte drei Jahre Französisch in der Schule (als dritte Fremdsprache) und war recht gut. An der Uni machte ich ein paar Kurse, um meine Fertigkeiten aufzufrischen und zu vertiefen, und war wieder sehr gut und brachte mein Französisch auf Vordermann. Dann ging ich für ein Jahr nach Frankreich und verstand am Anfang Bahnhof. Nach einem Monat begann ich zu verstehen, was die von mir wollen, wenn die mit mir reden. Nach einem halben Jahr war ich dann soweit, dass ich relativ problemlos an alltagssprachlichen Gesprächen teilnehmen konnte. Und das zweite halbe Jahr konnte ich mich dann endlich ohne Sprachbarrieren im Land bewegen und meinen Aufenthalt so richtig genießen. Dabei habe ich natürlich immer wieder dazugelernt und lerne immer noch dazu, was auch noch Jahre dauern wird.

Wenn du ab jetzt ein Dreivierteljahr lang im Selbststudium lernst, wirst du mit Fähigkeiten auf dem Niveau „Ich heiße XY“, „Ich komme aus Deutschland“, „Ich gehe gern ins Kino“ und Consorten nach Frankreich fahren. Am Ende der zwei Monate wirst du wahrscheinlich gerade beginnen, dich mit Franzosen auf diesem Niveau unterhalten zu können, aber auch nur, wenn du ausschließlich Französisch sprichst (also du einen frankophonen Zimmergenossen hast). Und dann beginnt die eigentliche Sprachlernarbeit erst so richtig.

Vorteilhaft ist das trotzdem. Ich schätze, du kannst danach auf einem Niveau sein, dass man an der Schule nach zwei Jahren hat, so dass du also einen Zeitvorteil hast, wenn du Französisch weitermachst. Und garantiert wirst du Spaß haben, Paris ist ne coole Stadt. Und deine kulturelle und soziale Kompetenz wirst du gewaltig erweitern.

Viel Spaß also und Gruß

Marco

Moin,

Ich möchte nächstes Jahr im Sommer (2 Monate) nach Paris
„ziehen“

Genieße die Zeit!

Doch ich habe ein kleines Problem! Ich kann überhaupt kein
Französisch!

In Paris kannst Du auch mit Händen und Füßen, Englisch und Deutsch und anderen Sprachen zurecht kommen.

(…)ich LIEBE die Sprache und hab mir auch schon
einen Langenscheid Selbstlernen gekauft … somit ist mein
Interesse an der Sprache schonmal ziemlich hoch (Lernwille usw.)

das ist sehr gut!

Doch ich hab keine Ahnung ob ich iwie durchkomme,

auf jeden Fall kommst Du durch

bzw. dann auch wirklich (zumindest) einfaches,
halbwegs fließendes Französisch kann.

Nein.

Meine Frage nun … ist es möglich Französisch in diesem
Zeitraum, bei dementsprechendem Interesse, zu erlernen?

Nochmal nein.

Pit

Hi!

Ich möchte nächstes Jahr im Sommer (2 Monate) nach Paris
„ziehen“ …

Beneidenswert!

Meine Frage nun … ist es möglich Französisch in diesem
Zeitraum, bei dementsprechendem Interesse, zu erlernen?

Das hängt sicher davon ab, wieviel Zeit und Energie du bereit bist zu investieren.

Ein Tipp von mir, wie du dein Lernen unterstützen kannst:

Schau dir französische Fernsehsender an (mit digitalem Receiver ist das ja möglich eine Handvoll Sender zu empfangen).
Ich lasse nachmittags immer französische Sender laufen und so wird mir die Sprache einfach geläufiger.

Dann gibt es französische Filme auf DVD, die du dir im Original ansehen kannst und - nach Belieben - Untertitel in Deutsch oder Französisch anzeigen lassen. Auch das trainiert dein Hörverständnis.
Die Schwierigkeit ergibt sich nämlich nicht nur beim Sprechen, sondern auch beim Verstehen, denn die Franzosen reden ganz schön schnell.

Viel Spaß
wünscht
Flaschenpost

Hallo,

auch wenn es vielleicht nicht ganz ernst wirken mag, so ist folgende Anregung gleichwolh ein Zitat aus einer Didaktikvorlesuung eines durchaus renomierten Professors:
„… wenn sie wirklich Französisch lernen wollen, dann lassen sie die Finger von Büchern und all diesem Kram. Fahren sie zunächst mal nach Paris, setzen sich in ein Cafe, bestellen eine Flasche Rotwein und dann warten sie, bis sie sich unsterblich in eine wunderschöne Französin verlieben. Was glauben sie, in welch kurzer Zeit sie einen Perfektionsgrad erreichen, für den sie im Studium Jahre benötigen würden. Für die Damen gilt dies natürlich unter ugekehrten Voraussetzungen.“

Hallo,

Ich möchte nächstes Jahr im Sommer (2 Monate) nach Paris
„ziehen“ …

Freue dich auf diese wunderschöne Stadt… Aber im Sommer wirst du nur sehr wenige echte Pariser antreffen, die sind dann in Urlaub in der Bretagne oder an der Cote d’Azur.

Doch ich habe ein kleines Problem! Ich kann überhaupt kein
Französisch! Nur einmal vorweg… ich LIEBE die Sprache und
hab mir auch schon einen Langenscheid Selbstlernen gekauft …
somit ist mein Interesse an der Sprache schonmal ziemlich hoch
(Lernwille usw.).

Ich bin ohne Vorkenntnisse nach Paris gezogen, habe mir einen Job gesucht, gefunden, und konnte nach ca. 2 Jahren fließend französisch, aber bei ausschl. Konzentration auf das Sprachstudium, Jobben bei französischen Firmen, französische Freunde usw.

Nach 2 Monaten konnte ich radebrechend einkaufen, nach 6 einfachere Unterhaltungen führen und dann ging es relativ schnell aufwärts.

Doch ich hab keine Ahnung ob ich iwie durchkomme, bzw. dann
auch wirklich (zumindest) einfaches, halbwegs fließendes
Französisch kann.

Das hängt auch davon ab, ob man sprachbegabt ist, dem Einen fällt es leicht, dem Nächsten schwerer. Halbwegs fließend ist man vielleicht nach einem Jahr - da versteht aber auch jeder etwas anderes darunter. Willst du in die Comédie Francaise und dort Molière, Racine usw. verstehen, dann dauert’s wohl zwei Jahre…

Meine Frage nun … ist es möglich Französisch in diesem
Zeitraum, bei dementsprechendem Interesse, zu erlernen?

Nein. Aber jedes Wort, daß man vorher schon kann hilft. Bei der Alliance Francaise kann man auch im Sommer Kurse belegen. Da oft Schüler aus 20 verschiedenen Ländern in einer Klasse sitzen, läuft alles auf französisch, mit vielen Bildern, Zeichnungen, Mimik, da lernt man die Grundzüge sehr schnell. Und die Lehrer sind sehr erfinderisch, um abstrakte Begriffe bildlich darzustellen…

Bedenken sollte man auch, daß die Pariser, deren Stadt jeden Sommer von nicht französisch sprechenden Touristen regelrecht überrant wird, häufig die Nase gestrichen voll haben, wenn ihnen schon wieder jemand in unverständlichem Französisch eine Frage stellt. Da bekommt man schon mal eine ruppige Reaktion zu spüren, auch die Geduld eines Pariser Bürgers hat eben ihre Grenzen. Andererseits honorieren sie aber den richtig ausgesprochenen Satz bei einem Ausländer gern mit Freundlichkeit.

Gruß,
Cantate

Servus,

der Mann ist mir suspekt.

Flasche Rotwein im Café ohne Essen ist eines der absoluten Don’ts, die dafür sorgen, dass die Verliebtheit platonisch bleibt, ergo keinerlei Sprachkenntnisse bei der Unternehmung abfallen werden.

Schöne Grüße

MM

Servus,

das wird nicht klappen: Französisch Lernen funktioniert grade umgekehrt wie Englisch Lernen - es ist am Anfang, bis eine grundlegende Kommunikation möglich ist, sehr schwer; dann später gar nicht mehr, es kommt bloß noch Wortschatz dazu.

Verlass Dich nicht auf die zwei Monate, das wird enttäuschend. Sieh zu, dass Du Dir Grundkenntnisse vorher aneignest - halbes Jahr reicht -: Dann macht das richtig Spaß nachher in Paname.

Schöne Grüße

MM

Hi,

Ich weiß nicht, ob Dir das jemand gesagt hat, aber schlaggebend ist ganz sicher nicht Dein Wille (auch wenn der bekannterweise Berge versetzt), sondern dein tatsächlichen Aufwand, die Du dem Lernen der Sprache widmest.

Will heissen: Undendlich viel Interesse allein bringt Dir nichts. Wenig Interesse aber viele Stunden täglich lernen, wird Dich in einem Jahr dahin führen, daß Du evtl. sogar französische Zeitungen lesen kannst.

ABER: Mit Lernen meine ich nicht Wörter auswendig lernen (nach dem Motto: „Je = Ich“, „Tu = Du“, „Il = Er“, etc…) sondern vielmehr, daß Du dich intensiv mit der Sprache auseinander setzst. Ich persönlich halte nichts davon, Wörter -einfach so- auswendig zu lernen. So habe ich das nie gemacht und ich bin mir ganz sicher: Bei mir würde das überhaupt nichts taugen.

Was ich aber meine ist, daß du Dich dauernd mit der Sprache beschäftigst. Das geht von hören von französische Musik, bis hin zu DVDs auf diese Sprache sehen; über chatten auf Französisch (z.B. „Sharedtalk.com“) oder zweisprachige Zeitschriften lesen (immer auf Französisch erst!) (wie z.B. „écoute“); französische Stammtische besuchen; TV auf Französisch; (Was mir auch half) Kindermärchen auf Französisch lesen;… Dabei spielt keine Rolle wie weit Du jetzt bist. Es geht darum, daß Du Dich mit der Sprache beschäftigst und diese dauernd hörst oder gar schreibst oder sprichst. Und möglichst aktiv, d.h. Du versuchst immer ein bißchen mehr zu verstehen.

Ich hoffe diese Denkanstöße helfen Dir. Mir haben sie schon SEHR geholfen, auch als ich Null Deutsch gesprochen habe (bis meinem 20. Lebensjahr).

Viel Durchhaltevermögen und Spaß wünscht Dir,
Helena
PS. In dem von dir genannten Zeitraum, wenn du das beherzigst, was ich sagte, ist es mMn. mehr als durchaus möglich ein mittelschweres Gespräch in dieser Sprache zu führen.

Hi Flaschenpost!
Ich mußte an diese Stelle schmunzeln:

Die Schwierigkeit ergibt sich (…)
beim Verstehen, denn die Franzosen reden ganz
schön schnell.

Das höre ich dauernd vom Spanischen.
Und ich weiß, genauso denken meine Landsleute über die Deutsche und die Französische Sprachen. ;o))

Ich habe eine Theorie dazu:
Ein Mensch A fängt an, eine Fremdsprache F zu lernen. Wenn er Muttersprachler (M) der Sprache F miteinander sprechen hört, denkt A garantiert, daß diese M sehr bzw. zu schnell reden. Wetten???

Das habe ich immer wieder bestätigen können. Und diese Theorie habe ich mir selbst zusammen gebastelt aber sie ruht auf Erfahrung. ;o))
(Und im Gegensatz dazu: Umso besser A diese Fremdsprache F lernt bzw. kann, desto „langsamer“ reden plötzlich M!) ;o))

Schöne Grüße,
Helena *die garantiert für manche hier zu schnell Spanisch und Katalanisch redet* ;o))

Hallo

nun ja - einmal abgesehen davon, dass ich das Zitat vielleicht nur noch unvollkommen erinnere, könnte es auch sein, dass er die Flasche Rotwein nur als ein Mittel sieht, um die Wartezeit zu überbrücken, bis die Französin erscheint. Vielleicht ist es aber auch die notwendige Voraussetzung, damit man sich traut sie letzten Endes dann auch anzusprechen. Der weitere Verlauf ist in der geschilderten Situation ja ohnehin äußerst „elliptisch“ beschrieben :smile:
MFG Cleaner

Servus,

die Flasche Rotwein habe ich auch nicht so konkret auf die Demoiselle bezogen, sondern generell als einen Tip für Frankreich-Besucher aus D, die sich vor dem inneren Auge Jean-Jacques Dupont mit Baskenmütze, Baguette und einem Fläschlein Roten auf dem Gepäckträger vorstellen:

In F ist, wie in allen rotweinlastigen Mittelmeerländern, der Weinkonsum strikt sozial kontrolliert. Eine Flasche Wein bestellt man zum Essen, niemals nicht ohne was dabei. Im „Café/Bar des Sports“ an der Theke ist ein Quart das Maximum. Was nicht heißt, dass man auch drei Quarts nacheinander kriegt. Aber das unter dem gestrengen Auge des Wirts und der andren, und wer seinen Spiegel zu sehr hebt, wird schon auch mal überhört, wenn er noch einen haben will.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

nun nimm das doch bitte nicht so bierernst. Ich denke nämlich nicht, dass es als konkrete Handlungsanweisung aufzufassen war. Mir drängt sich vielmehr die Vermutung auf, dass lediglich mit einem Augenzwinkern auf die Bedeutung der intrinsischen Motivation im Prozess des Zweitspracherwerbs hingewiesen werden sollte.

MFG Cleaner

aalso…

Wow, ich bin echt begeistert und dankbar für die vielen Antworten !!
echt toll von euch !

Ich hab jetz eigesehen, dass 2 Monate doch „etwas“ zu knapp sind und nun beschlossen nach meiner Maturura nach Paris zu ziehen (vorläufig mal 1 Jahr, ich lass mich aber auch gern von ner netten Französin anders überreden … was sich halt ergiebt :wink: ) …

Nochmals danke für all eure Antworten oder besser „merci“ !!! :wink:

Grüße Ares