heisst aber jetzt in Klartext , ich gehe jetzt zu meinem
Hausarzt lege ihm 10 Euro auf den Tisch , damit er eine neue
Überweisung schreibt, obwohl ich seine Leistung als Arzt
überhaupt nicht in Anspruch nehme und setze mich dort 2
Stunden hin für 1 Stk Papier ?
Lieber Toni,
nein, das heißt das nicht.
Ich wiederhole mich noch einmal:
Du brauchst keine Überweisung, um einen Augenarzt besuchen zu können.
Nicht vom Hausarzt, von gar keinem. Die Überweisung war früher mal wichtig, heute gilt das nicht mehr. Es gibt zwei Gründe für eine Überweisung:
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Damit der Patient das erneute Bezahlen der 10 Euro Praxisgebühr spart. (Das ist hinfällig, wenn du in dem Quartal eh nur zum Augenarzt gehst. Solltest du danach dann doch noch zum Hausarzt wollen, kann (muss!) der Augenarzt dir eine Überweisung zum Hausarzt ausstellen. Dann zahlt man auch nur ein Mal)
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Wenn es um eine von einem Arzt veranlasste Mit- oder Weiterbehandlung geht, dann schreibt der erstbehandelnde Arzt noch was auf die Überweisung drauf. (Bespielsweise beim Röntgen oder wenn es um die Bestätigung einer Verdachtsdiagnose geht) Das gilt aber in deinem Fall nicht.
Bleibt also nur der erste Fall. Ergo hätte dich die Sprechstundenhilfe nicht nach Hause schicken dürfen!
Daher würde ich folgendes machen:
Ruf in der Praxis an und verlange den Arzt. Am besten kurz vor Beginn der Sprechstunde anrufen. Ihm schildern, dass du, obwohl du pünktlich zum Termin da warst, nach Hause geschickt wurdest, weil die Überweisung „abgelaufen“ war. Heisst der Arzt das Verhalten gut und verweist dich auf den Termin in 6 Monaten, dann kündige ihm an, dass du dich bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), der Ärztekammer und bei der Krankenkasse darüber beschweren wirst. (Was du dann auch tust). Ggf. sind auch andere Schritte denkbar: Einschalten der Lokalpresse oder vielleicht sogar Anwalt (wenn du im Rechtsschutz bist) - ggf. kannst du einen Schaden geltend machen (Verdienstausfall weil umsonst angereist? ianal…)
Das ist eine gerade auf dem Land nicht selten anzutreffende, ganz ätzende und absolut unethisch ausgenutze Machtposition, auf die sich Fachärzte setzen. Bevorzugt anzutreffen bei Augenärzten (warum auch immer). Dem kann man nur entgegen treten, wenn man das nicht mit sich machen lässt.
Auch wenn die Beschwerden direkt vielleicht nicht viel bringen werden. Es wäre schon etwas geholfen, wenn der Arzt dann mehrere Stellungnahmen schreiben muss.
Auf jeden Fall würde ich bei diesem Arzt dann keinen Termin mehr machen und mir einen der anderen beiden auspicken. Oder ggf. überlegen, ob ich den Museums- / Theaterbesuch in der nächsten Großstadt nicht mit einem Augenarztbesuch koppel.
LG Petra