Moin,
also Wikipedia ist zu dem Thema leider extrem dünn (und zT auch fragwürdig). Zu meinen ersten drei Suchbegriffen existieren nicht mal Artikel…
Naja, da ich gerade keine Lust hab, alte Vorlesungsmitschriften zu durchsuchen, kommt das ganze jetzt recht trivialwissenschaftlich, ein Fachmann oder Genetiklehrbuchinhaber dürfen gerne korrigieren und ergänzen.
Also die Antwort,
ob das Genmaterial im Alter qualitätsmäßig sukzessive nachlässt,
vorneweg: Ein Mann kann, falls er noch kann, bis zum Tode mit konstanter „Genqualität“ Nachkommen zeugen.
Ein Mann hat (fast) keine Degeneration in seinen Spermatogonien. Das sind die Zellen, die durch mehrfache Teilung Spermien entstehen lassen. Jede Teilung verdoppelt die Anzahl der Zellen, aus denen später Spermien werden können. Das heißt, dass die Zellzahl exponentiell mit der Anzahl der Teilungsschritte steigt. Deshalb lagern auch so viele Spermien in den Hoden.
Bei Frauen hingegen wird in den letzten 2 Teilungen vor der reifen Form eine von vier möglichen Zelle „bevorzugt“, die spätere Eizelle. Die anderen drei bezeichnet man als Polkörperchen und werden, soweit ich weiß, wieder resorbiert.
So und jetzt kommt „altes“ Wissen, dass evtl auch noch aus dem Bio-LK stammt oder aus ner Zoologie-VL und somit nicht unbedingt für den Menschen gilt. Doch hoffe ich, dass mich mein Gedächtnis nicht (allzusehr) trügt:
Bei Frauen werden die Oogonien/Oozyten(?) („Ureizellen“) schon während der embryonalen Entwicklung angelegt und noch in der frühen Kindheit fertig entwickelt. Auf dem Weg zur Eizelle legen sie dann eine Pause ein und werden bei Bedarf reaktiviert, um fertig zu reifen.
Durch das jahr(zehnt)elange Lagern und Nichtbenutzen können genetische Schäden auftreten.
Dagegen arbeiten die männlichen Keimzellen permanent und somit auch deren genetische Kontroll- und Reparaturmechanimsmen.
Was meint Ihr? Wäre es zu verantworten, wenn ein Mann mit,
sagen wir 80 Jahren, noch Vater wird? Gibt es Studien dazu?
Es spricht nichts dagegen biologischer Vater werden zu können, wenn man in diesem Alter noch lebt, aber sozialer Vater (heißt das so?), wird er nach Studien des Statistischen Bundesamtes wohl nicht mehr werden, da die Lebenserwartung für Männer bei ca 76 Jahren liegt.
Gruß
Schicker Name
mfg,
peargroup
PS: Außerdem durchlaufen die Zellen der Keimbahn viiiiiiel weniger Teilungszyklen, als andere, zB Haut-, Zellen. Solche sind im Alter schon degeneriert.