Wie lange kann man(n) gesunde Kinder zeugen?

Hallo in die Runde,

im Bekanntenkreis entstand gerade eine Diskussion darüber, ob das Genmaterial im Alter qualitätsmäßig sukzessive nachlässt. Was meint Ihr? Wäre es zu verantworten, wenn ein Mann mit, sagen wir 80 Jahren, noch Vater wird? Gibt es Studien dazu?

Gruß
Schicker Name

Hallo,

ob es Studien gibt weiss ich nicht, aber guck doch mal zu den Promis, da gibt es einige, die mit 70 noch Vater werden.

Gruß
Kati

Moin,

also Wikipedia ist zu dem Thema leider extrem dünn (und zT auch fragwürdig). Zu meinen ersten drei Suchbegriffen existieren nicht mal Artikel…

Naja, da ich gerade keine Lust hab, alte Vorlesungsmitschriften zu durchsuchen, kommt das ganze jetzt recht trivialwissenschaftlich, ein Fachmann oder Genetiklehrbuchinhaber dürfen gerne korrigieren und ergänzen.

Also die Antwort,

ob das Genmaterial im Alter qualitätsmäßig sukzessive nachlässt,

vorneweg: Ein Mann kann, falls er noch kann, bis zum Tode mit konstanter „Genqualität“ Nachkommen zeugen.

Ein Mann hat (fast) keine Degeneration in seinen Spermatogonien. Das sind die Zellen, die durch mehrfache Teilung Spermien entstehen lassen. Jede Teilung verdoppelt die Anzahl der Zellen, aus denen später Spermien werden können. Das heißt, dass die Zellzahl exponentiell mit der Anzahl der Teilungsschritte steigt. Deshalb lagern auch so viele Spermien in den Hoden.

Bei Frauen hingegen wird in den letzten 2 Teilungen vor der reifen Form eine von vier möglichen Zelle „bevorzugt“, die spätere Eizelle. Die anderen drei bezeichnet man als Polkörperchen und werden, soweit ich weiß, wieder resorbiert.

So und jetzt kommt „altes“ Wissen, dass evtl auch noch aus dem Bio-LK stammt oder aus ner Zoologie-VL und somit nicht unbedingt für den Menschen gilt. Doch hoffe ich, dass mich mein Gedächtnis nicht (allzusehr) trügt:
Bei Frauen werden die Oogonien/Oozyten(?) („Ureizellen“) schon während der embryonalen Entwicklung angelegt und noch in der frühen Kindheit fertig entwickelt. Auf dem Weg zur Eizelle legen sie dann eine Pause ein und werden bei Bedarf reaktiviert, um fertig zu reifen.
Durch das jahr(zehnt)elange Lagern und Nichtbenutzen können genetische Schäden auftreten.

Dagegen arbeiten die männlichen Keimzellen permanent und somit auch deren genetische Kontroll- und Reparaturmechanimsmen.

Was meint Ihr? Wäre es zu verantworten, wenn ein Mann mit,
sagen wir 80 Jahren, noch Vater wird? Gibt es Studien dazu?

Es spricht nichts dagegen biologischer Vater werden zu können, wenn man in diesem Alter noch lebt, aber sozialer Vater (heißt das so?), wird er nach Studien des Statistischen Bundesamtes wohl nicht mehr werden, da die Lebenserwartung für Männer bei ca 76 Jahren liegt.

Gruß
Schicker Name

mfg,
peargroup

PS: Außerdem durchlaufen die Zellen der Keimbahn viiiiiiel weniger Teilungszyklen, als andere, zB Haut-, Zellen. Solche sind im Alter schon degeneriert.

Hallo,
wer hat in hohem Alter noch Kinder gezeugt?
Mir fallen ein Franz Konz und Jean Pütz.
Gruss Helmut

Mir fallen ein Franz Konz und Jean Pütz.

Und Pablo Picasso.

Gruß,
Anja

Wenn es mit 80 noch geht, hat sich die Natur schon was dabei gedacht und soll so sein :wink:

Spermien werden im Hodengewebe alle Paar Tage komplett abgebaut und neu produziert, d.h. alles ist immer „frisch“ :smile:

Frauen hingegen tragen Ihre Eizellen bereits bei der Geburt in den Eierstöcken, eine bestimmte Anzahl ist als Anlage im Gewebe angelegt. Die Anzahl variiert individuell, wovon der Beginn der Menopause einer Frau abhängt.

Da sie die ganze Zeit Ihre Eizellen mit sich rumtragen, sind die Zellen auch VIEL empfindlicher auf mutagene Faxtoren, wie Medikamenteneinflüsse, Virenerkrankungen, (Handy!)Strahlung etcpp.

Deswegen sollten Frauen (!) ab einem bestimmten Alter keine Kinder mehr zeugen, abgesehen davon, dass eine Geburt somit das Schmerzhafteste und Heftigste ist, was man sich bei vollem Bewusstsein vorstellen kann.

Eine 60jährige oder 70jährige Frau wird das evtl. gar nicht überleben.
Deswegen geht es nicht mehr. Die Natur regelt das alles.

So seh ich das.

Liebe Grüße !