Wie lange trauert man nach Liebeskummer

Hallo,

im Juni habe ich nach zweijähriger Dreiecks-Beziehung Schluss mit diesem Mann gemacht. Anfang des Jahres wurde ich noch während der Beziehung sehr krank. Bekam psychomatische Störungen, Depressionen. Ich bekam Anti-Depressiva, die ich im August wieder abgesetzt habe.Ich habe zwei Kinder, die unbedingt wieder eine gesunde Mutter brauchten. Ich wußte, dass es mir nur besser gehen wird, wenn ich etwas ändere. Also habe ich die Beziehung beendet. Wollte keinen Kontakt mehr. Er hat sich daran gehalten und lässt mich auch in Ruhe. Aber wir begegnen uns sehr oft, da wir im gleichen Ort wohnen und es immer wieder Gelegenheiten gibt, bei denen wir uns sehen. Wir grüßen uns, gehen uns aber sofort aus dem Weg.
Ich weiss, dass auch er leidet, aber eine Zukunft gibt es definitiv nicht.
Nun meine Frage, vier Monate sind nun vergangen und es tut immer noch so weh. Wer hilft mir und gibt mir Trost, und kann mir aufgrund eigener Erfahrungen mitteilen, dass dieser Schmerz bald ein Ende nimmt.
Vielleicht noch folgendes: Ich hatte gerade eine 18jährige Ehe hinter mir (gewollte beiderseitige Trennung) und habe mein „Verhältnis“ erst ein Jahr später kennen gelernt). Wie kann es passieren, dass man psychisch so abhängig wird von einem Mann, der einen nur verletzt hat.Er hat mich belogen, weil er von Anfang an wusste, dass er sich niemals für mich entscheiden wird. Aber er wollte mich auch nicht loslassen. Reiner Egoismus!
Nun sitze ich hier, mein Verstand weiss alles, aber mein verdammtes Herz lässt nicht los. Versuche mich mit allen Mitteln abzulenken, doch es will einfach nicht besser werden.

Danke für die Geduld, diesen langen Text zu lesen.

Liebe Grüße,
Conni

Hi
Erfahrungsgemäß solang die Beziehung dauerte oder länger. Das ist aber nur meine Erahrung. Extreme können bedeutend ausdauernder sein. Letztes Jahr hatte ich eine unverhoffte Begegnung, die hat mich in Sekunden 15 jahre zurückgehauen und ich fühlte mich genauso beschissen wie damals. Dieser Dame verdanke ich in regelmässigen Abständen wiederkehrende plastische (Alb-)Träume. Die Beziehung ist seit 88/89 beendet.
HH

ich schick Dir ein längeres eMail.

wölfchen

Hallo Conni,

so ganz schlau geworden, bin ich nicht aus Deiner Geschichte:

im Juni habe ich nach zweijähriger Dreiecks-Beziehung Schluss
mit diesem Mann gemacht.

mit WELCHEM Mann? Dreiecks-Beziehung- dazu gehören drei.

Störungen, Depressionen. Ich bekam Anti-Depressiva, die ich im
August wieder abgesetzt habe.

Warum? Weil Du gesund wurdest? Wenn Deine Kinder eine gesunde Mutter brauchen, hättest Du doch die Medikamente weiter nehmen sollen…

passieren, dass man psychisch so abhängig wird von einem Mann,
der einen nur verletzt hat.Er hat mich belogen, weil er von
Anfang an wusste, dass er sich niemals für mich entscheiden
wird. Aber er wollte mich auch nicht loslassen. Reiner
Egoismus!

Bezieht sich dass auf Deinen Ex-Ehemann, oder Deine kürzlich beendete Beziehung?

Nun gut, was ich Dir schreiben möchte ist folgendes:
Dein Artikel ist für mich etwas verwirrend und ich vermute deshalb, dass Du auch nicht ganz „KLAR“ bist in Deinen Entscheidungen.
Ich meine damit, dass die Dauer des Schmerzes mitunter davon abhängig sein kann, in wie weit ich tatsächlich etwas beendet, bzw. ABGESCHLOSSEN habe- und zwar tatsächlich und innerlich ABGESCHLOSSEN habe.
Wenn ich etwas beende, oder abschließe, dann mache ich das in der Regel nur dann, wenn es mir NICHT mehr gefällt, oder es für mich nicht mehr von Bedeutung ist. Von Menschen, die mir weh getan haben, oder die mich betrogen und belogen haben, fällt es mir leicht mich zu verabschieden. Von Menschen die mir etwas bedeuten, brauche ich mich nicht verabschieden, oder wenn, dann nur für eine gewisse Zeit, weil mein Bestreben doch dann darin besteht, die Beziehung weiter aufrecht zu halten, vorausgesetzt, derjenige möchte das auch.

Bei Dir scheint es anders zu sein, Du trauerst, wenn ich das richtig verstanden habe, einem Mann nach, der Dir nichts gutes getan hat?
Warum?-
Es gibt eine ganze Menge Menschen denen es so ergeht und manchmal heiraten sie 4, ja 5 mal einen Mann der sie schlägt, betrügt und belügt und jedes Mal fragen sie sich: Warum passiert das mir, dass ich an solche Typen gerate?
Die Antworten sind dann oft: Alle Männer sind Schweine.
Es gibt auch Menschen die es mit LIEBE erklären: „Aber ich LIEBE ihn doch! Trotz allem was er mir angetan hat!“

Beide Erklärungen lass ich nicht gelten- Wenn ich mich zu einem Menschen hingezogen fühle, der mir weh tut, dann hat es etwas mit mir zu tun.
Du könntest vielleicht eine Erklärung finden, wenn Du wirklich ABSCHLIESST, und wenn Du Dir die Frage stellst, was hat mir dieser Mann gegeben, dass ich ihn trotz allem liebe?
Kein Mensch hält so eine Beziehung aufrecht, wenn es nicht irgendwo einen Nutzen für ihn hat, wenn er nicht auf irgendeine Weise davon „profitiert“

Die meisten Menschen finden nicht auf Anhieb diesen Nutzen und manchmal brauch man eine neutrale Person, die einem bei der Suche hilft- vielleicht ein Therapeut?

Du schreibst von Veränderung.
Um etwas zu verändern, muss ich aber zunächst einmal wissen, was die Ursache meiner Handlungen ist, die mich in diese Situation gebracht hat.
Bei Dir liest es sich: So geht es nicht weiter, also beende ich es einfach:

dass es mir nur besser gehen wird, wenn ich etwas ändere. Also
habe ich die Beziehung beendet. Wollte keinen Kontakt mehr. Er

… wenn ich ETWAS ändere- Für Dich war dieses ETWAS das Ende der Beziehung- hätte es nicht auch ETWAS anderes sein können?
Ich ändere nicht einfach ETWAS- sondern gezielt- also Ursache finden, nachfragen, warum läuft es so, woran liegt es- an meinem Verhalten- was kann ich ändern was ist sinnvoll, u.s.w.

Einfach ist natürlich: Es tut mir nicht gut- also mach ich Schluss!
Dann habe ich aber NICHT BEENDET und nicht ABGESCHLOSSEN, sondern lediglich die vermeintlich simpeleste Lösung angestrebt.

Meine Vermutung ist: Du kannst abschließen, wenn Du Deine Konzentration von diesem Mann weg nimmst- und bei Dir schaust. Es ist mein Leben, dass ich unabhängig führen möchte in Zukunft- Zufriedenheit und Glück sind nicht abhängig von anderen Menschen, sondern dafür bin ich zuständig und deshalb konzentriere ich mich auf mich!! Ich schaue, was mir gut tut und da nach handel ich, unabhängig von allem was andere sagen und denken und gerne hätten.

Dein Schmerz und Deine Trauer dauert ME so lange, wie Du NICHT bei Dir bist!

LG
Frank

so lange, wie der Kummer ein Teil von dir ist
Hallo Conni,

solche Durchhänger sind scheußlicher als eine Grippe, bei der man wenigsten weiß, dass dagegen ein Kraut gewachsen und ein Ende abzusehen ist.
Ich glaube, dass jede Beziehung, die wir eingehen, sich bedingt. Damit meine ich, dass zwei sich zusammen findende Personen immer etwas voneinander wollen, sehr oft mehr als sie sich dessen bewußt sind. So erinnert mich dein Kummer an den meiner Schwiegermutter, die nach ihrer Scheidung nicht allzu lange alleine blieb, und zog auch bald mit ihrem Freund zusammen. Und nach Beendigung der Freundschaft ging es ihr schlechter als nach der Scheidung, eben mit diesem bitterem Nachgeschmack: „entweder sind Männer für mich unerträglich oder ich bin unfähig eine Beziehung aufrecht zu erhalten“.

Aber ich denke, es ist verschenkte Zeit darüber nachzudenken, wieso man keine Zweisamkeit aufrechterhalten kann. Wichtiger wäre es, eine beendete Beziehung nicht nur mit Verstand sondern auch mit Herz aufzuarbeiten, sie so zu beenden, dass man Standfestigkeit und Autonomie erlangt. Und das ist eine gute Voraussetzung den Richtigen zu sehen oder den Falsche zu erkennen. Denn dann kann man entscheiden, ob man in Ruhe und Harmonie alleine leben, oder in Ruhe und Harmonie eine Beziehung eingehen will.

Ich schreibe das mal jetzt so locker, wissend, dass es nicht einfach ist: Akzeptiere als erstes das Ende der Freundschaft im Hinblick, dass es für dich richtig und wichtig ist. Und wenn du es nicht alleine schaffst, dann brauchst du einen Therapeuten, der dich aus krank machenden und lähmenden Gedankenspiralen herausholt. Du brauchst Selbstvertrauen. So sind Maßnahmen zur Selbstaufwertung eine gute Möglichkeit, um aus dem Traurigkeitssumpf ein wenig leichter herauszukommen.

liebe Grüße
grilla

Liebe Conni,

ich kann mich sehr gut in Deine Situation hineinfühlen. Die Schwierigkeit ist ein aufgebautes Vertrauensverhältnis, wir
haben Menschen herzlich gerne und schließen sie mit in unsere „innere“
Welt mit ein. Wie ich jedoch aus der Situation entnehme, tut Euch beiden die Trennng weh, weil ihr Euch noch gut verstehen wollt da Ihr zufällige „meetings“ nicht vermeiden könnt. Laß das Gefühl einfach zu und versuch Ihn als netten Menschen zu sehen. Versuche mit dem Gefühl zu leben! Sich davor abzuschotten führt nicht zu einer glücklichen Lösung, da wir uns dann trotzdem immernoch insgeheim Gedanken machen und das verarbeiten müssen. Wir haben aus Prinzip Angst davor, nach einer Beziehung Schwäche und Gefühle dem anderen zu zeigen mit dem wir nicht mehr zusammen sein wollen. Das ist normal, aber man sollte versuchen, allen Mut zusammen zunehmen und den Ex-Partner nicht als etwas störendes Element im Leben zu sehen. Reden mit Ihm ist da die beste Medizin. Wenn wir uns einen Gedanken verbieten, denken wir erst recht daran! Es fasziniert mich immer wieder, das ich selbst nach meiner ersten 2-1/2 Jährigen Beziehung immer noch 3-4 Jahre später von sexuellen Träumen heimgesucht wurde. Das gleiche betrifft auch Ex-Raucher mit Träumen die sich um das Rauchen von Zigaretten drehen. Man ist dann heilfroh, das wenn man wach wird, alles nur ein Traum war.
Was die Länge dieser Periode betrifft, so kannst Du die Zeit damit
verkürzen, Dir klar zu werden, was Du im Leben von einem Partner erwartest bzw. wie Du Dir eine glückliche Beziehung vorstellst und
wo es halt mit dem Ex-Partner nicht paßt. Frag nicht danach wie lange es dauert bis es überstanden ist. Unser psychisches und ganzes Leben ist dynamisch, und hängt von so sehr vielen Faktoren ab, das man das
nur ausleben, aber nicht be(und er-)greifen kann.

ich hoffe ich konnte Dir helfen und wünsche Dir von Herzen alles Gute
Tim Bär

Ich möchte gerne allen, die mir hier geantwortet haben, danken. Es hilft , wenn man ehrliche Worte lesen kann und man merkt, dass man ernst genommen wird.