Wie lautet die genaue Definition / Bedeutung von

„transzendenz“???

Hallo,

„transzendenz“???

darin steckt „über“ und „steigen“, als heißt „transzendent“ „übersteigend“, „die Transzendenz“ wäre dann „die Übersteigung“ oder „das Übersteigen“, meistens im Sinne von „die Erfahrung übersteigend“ gemeint: die Religion übersteigt die sinnliche Erfahrung, Phantasie übersteigt die Wirklichkeit.

Philosophisch gibt es noch die Ableitung „transzendent al“, das die Bedeutung verschiebt in Richtung nicht-sinnlicher Voraussetzungen der Sinnlichkeit, aber das würde ich nur weiter ausführen wollen, wenn es dich interessiert.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

„transzendenz“???

„überschreitend“, „übersteigend“.
meistens im Gegensatzpaar ‚immanent/transzendent‘ (‚innewohnend/darüber hinaus gehend‘) verwendet.
z.B. wird gesagt, Gott sei immanent und transzedent, da er in allem steckt und gleichzeitig über alles hinausgeht.

mathematisch: nicht-algebraisch
eine transzendente Zahl lässt sich nicht als Wurzel eines Polynoms mit ganzzahligen Koeffizienten darstellen.
eine transzendente Gleichung lässt sich nicht mit algebraischen Mitteln lösen, sondern erfordert eine numerische Approximation.

Peace,
Kevin.

Why did the Taoist refuse Novocain?
– He wanted to transcend dental medication!

Ja, es interessiert mich…
Danke schonmal für die Antwort… Aber fahre ruhig fort.

Ok, also …
Hallo,

der Wortgebrauch findet sich in der Hauptsache bei Immanuel Kant und seinen Nachfolgern. Demnach bedeutet „transzendent“ wie gesagt ein Überschreiten im Sinne eines grundlosen Spekulierens. Transzendent sind nach Kant insbesondere Fragestellungen, die mit den Begriffen Gott, Freiheit und Unsterblichkeit zusammenhängen. Diesen drei Begriffen liegt nämlich keine Erfahrung als Prüfungsgrundlage zugrunde, genauer: diese Begriffe fügen sich nicht den Formen unserer Sinnlichkeit (Raum und Zeit). Diese Formen der Sinnlichkeit aber übersteigen, also „transzendieren“ unsere Erfahrung ebenso wie die Begriffe Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, nur mit dem wichtigen Unterschied, dass die Begriffe „Raum“ und „Zeit“ (ebenso wie die „Denkkategorien“ Qualität, Quantität, Relation und Modalität, unter die auch solche Denkfunktionen wie die Kausalität, also Ursache und Wirkung, fallen) für die Erfahrung notwendig vorausgesetzt werden müssen. Dadurch sind sie nicht „spekuliert“ (im negativen Sinn), sondern als Voraussetzungen erschlossen, genauer: als Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung überhaupt. Das bedeutet, dass man mit guten Gründen zwar behaupten kann, dass es Raum und Zeit und die Kategorien gibt (obwohl wir das nicht mit der Erfahrung erleben können), diese guten Gründe aber für die (nach-empirischen) Spekulationen über Gott usw. nicht angenommen werden können.
Diese Begriffe, die zwar nicht-empirisch, gleichwohl aber als Voraussetzungen der Empirie notwendig sind, nennt Kant im Unterschied zu den transzendenten Begriffen „transzendent al“.

War das verständlich?

Herzliche Grüße

Thomas Miller

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