Wie lernen mit ADHS?

Hallo,

ich hab mir selbst ADHS diagnostiziert und frage mich wie ich am besten lernen soll.

Ich war bisher nicht sehr gut in der Schule bzw. im Studium aber es hat immer gereicht. Reichen tut es zwar jetzt auch aber ich bin sehr unproduktiv, vor allem bei Faechern welche mich nicht interessieren (z.B. Statistik). Es kommt vor dass ich eine Stunde vor meinem Statistikbuch sitze ohne ein Wort gelesen zu haben, bei anderen Faechern ist es auch nicht besser.

Mir schweben immer irgendwelche Ideen, Gedanken oder einfach nur Tagtraeume durch den Kopf und ich weiss nicht wie ich diese am besten loswerde.

Ab und zu probiere ich mich zusammenzureissen aber ab und zu lasse ich Ablenkungen auch einfach zu und hoere auf zu lernen um z.B. irgendetwas unwichtiges zu googeln was mir gerade eingefallen ist.

Vielleicht hat jemand das gleich Problem und hat es in den Griff bekommen oder vielleicht weiss jemand von euch was ich am besten machen sollte?

Gruss und Dank

Desperado

Hallo,

vielleicht weiss jemand von euch was ich
am besten machen sollte?

Dich nicht auf Selbst-Diagnose verlassen.
ADS und ADHS (z.B. gehen deine Beschreibungen eher in die Richtung von ADS als von ADHS) sind umstrittene Diagnosen und es wird immer wieder daraufhingewiesen, dass eine Diagnose von Fachleuten nach festgelegten Kriterien geschehen soll.

Gruß
Elke

eklastic hat Recht.

Es kann viele Gründe haben, wieso Du es vermeidest, zu arbeiten und stattdessen einfach vor Dich hinträumst… Erschöpfung, Liebeskummer, Übereifer, mangelnde Flüssigkeitszufuhr etc. etc.

Wenn Du meinst, das Problem würde Dir über den Kopf wachsen, dann empfehle ich Dir, zu einem professionellen Therapeuten zu gehen.

Gruß, iceage

szmmctag

Hallo eklastic und iceage,

wenn man sich einigermassen auskennt finde ich dass es wenig Unterschiede zwischen einer Selbst- und einer Fachdiagnose gibt.

Ich studiere selbst Psychologie (deshalb auch mein Problem mit Statistik) und wie ihr sagt ist die Diagnose auch unter Fachleuten umstritten, deshalb denke ich dass ein Fachmann/frau genauso eine falsche oder richtige Diagnose erstellen kann wie man selbst da diese ihr Wissen schliesslich auch nur aus Literatur beziehen und das kann jeder selbst nachlesen. (Natuerlich sollte man andere Gruende ausschliessen und nicht einfach einen Fragenkatalog durchgehen).

Aber wie kann ich am besten lernen? Habt ihr einen Tipp fuer mich?

Gruss

Desperado

DAs kann auch einfach eine Neurose sein.

Hallo eklastic und iceage,

wenn man sich einigermassen auskennt finde ich dass es wenig
Unterschiede zwischen einer Selbst- und einer Fachdiagnose
gibt.

Ein anderer Mensch kann Dich ganz anders wahrnehmen als Du selbst, oder? Und vier Augen sehen immer mehr als zwei, oder? Und Du könntest ja z.B. auch eine verzerrte Sicht von dem haben, was Dich am Lernen hindert? Und und.

Du willst Psychologe werden und argumentierst u.a. so, dass ja auch ein/e Fachmann/frau nicht unbedingt eine richtige Diagnose stellt… na, was würdest Du denken, wenn ein Klient zu Dir käme und Dir sagen würde: „Im Grunde weiß ich längst, was mit mir los ist und will gar nicht wissen, was Sie dazu sagen können, weil sie ja auch nicht hundertprozentig wissen werden, was mir wohl fehlt.“ (Ich hätte dazu eine Idee, was ich dazu denken würde, Desperado:smile:

(Natuerlich sollte man andere Gruende ausschliessen
und nicht einfach einen Fragenkatalog durchgehen).

Ja.

Aber wie kann ich am besten lernen? Habt ihr einen Tipp fuer
mich?

  • Du könntest Dir andere suchen, mit denen Du zusammen lernst.
  • Du könntest vor dem Lernen (und zwischendurch sowie danach) z.B. raus gehen, laufen, Radfahren, Dich an einen See setzen und ausgiebigst träumen.
  • Du könntest versuchen Techniken zu erlernen, wie „Braingym“, Entspannungsmethoden, Meditation… was Dir liegt, machst Du dann weiter.
  • Du könntest für Dich überprüfen, wie Du Deine Zeit strukturierst und herausfinden, ob Du z.B. immer bloß geistig unter Strom stehst oder auch Ruhe (und auch Abfeier-)phasen hast.
  • Du könntest Dich hinsetzen und aufschreiben, was Dir alles durch den Kopf geht, wenn Du so da vor den Aufgaben sitzt und nicht zu arbeiten anfängst… auch Gedanken dazu, ob die Inhalte velleicht so bescheuert und so kompliziert sind Deiner Auffassung nach, dass Du einfach gar keine Lust hast.
  • Und wenn das (und was anderen vielleicht noch einfällt) nichts hilft, dann geh und hol Dir konkrete Hilfe!

Gruß. iceage

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ADHS? krank oder nicht krank?
hi,

sich selbst eine diagnose zu geben birgt das erhebliche risiko der falschdiagnose.

das von dir beschriebene problem deutet auf eine ganze palette von störungen hin, da ist ADHS nur eins von.

ADHS hat auch viele gesichter, es sieht aus wie unaufmerksamkeit/ ablenkbarkeint, ist aber vorrangig eine depressive phase, eine anpassungsstörung, eine beginnende psychose, eine traumastörung, eine lebenskrise oder schlechte ernährung mit zuwenig bewegung…

die studiumskrise, die mit dem „hängenbleiben“ auf buchseiten und den ausweichen auf 1000 sachen, statt zu lernen, einhergeht, ist normal und jedem studenten bekannt.

zudem leiden konzentration und vigilanz sofort, wenn man körperlich und psychisch aus dem gleichgewicht geraten ist, dazu muss man nicht krank sein, dazu gehören mehr symptome:

-beginn der störung vor der einschulung (!)
-hohe ablenkbarkeit
-kurze aufmerksamkeitsleistung (nach minuten ist´s vorbei mit zuhören)
-starke impulsivität (drang, sofort etwas zu tun, ohne zu planen)
-chronischer verlauf durch das ganze leben mit
-vielen beziehungs- und lebensplan-abbrüchen
-schulversagen
-beziehungsprobleme

aber selbst wenn das alles da ist, muss noch differezialdiagnostisch geguckt werden, es erfordert einen erfahrenen kliniker, denn ADHS ist, achtung!, nach den ärztlichen leitlinien eine ausschlussdiagnose! das heisst man hat erst dann ADHSD, wenn alle anderen störungen ausgeschlossen wurden! und das mus immer ein fachmann beurteilen.

dennoch: konzentration lässt sich gut fördern, in dem man sich gut ernährt, regelmäßig mit freude bewegt, lebensprobleme offen angeht und auflöst und viel pausen macht! jeder hat eine andere vigilanz-leistung, meine z.b. ist gerade zuende, ich hol jetzt kaffee, da ist koffein drin, ein chemisch dem amphetamin sehr ähnliches psychostimulanz, danach geht´s wieder.

wenn man sich einigermassen auskennt …

ich kenn mich auch einigermassen im maggi kochstudio aus…

finde ich dass es wenig
Unterschiede zwischen einer Selbst- und einer Fachdiagnose
gibt.

… würde aber deshalb nicht behaupten, dass ich drei sterne im michelin habe…
merkst was`?

Ich studiere selbst Psychologie

DAS waren nach aussagen unseres profs immer die schlimmsten… die mit ihrer „selbstdiagnose“ auch noch hausieren gehen.
lesen
bei sich symptome suchen
und der überzeugung sein, sterben zu müssen…

hat nix mit wissen zu tun…

so what…

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Hi Desperado

ich hab mir selbst ADHS diagnostiziert

Gratuliere - da gehörst zu zu einer gewissen Massenbewegung. :wink:
Ich lese dauernd von Leuten, die meinen ADHS zu haben und fast erleichtert sind, dass sie nun für ihre lästigen Probleme mit sich selbst eine griffige Diagnose haben.

Es kommt vor dass
ich eine Stunde vor meinem Statistikbuch sitze ohne ein Wort
gelesen zu haben, bei anderen Faechern ist es auch nicht
besser.

Auch hier gilt wiederum: Welcome to the club!

Mir schweben immer irgendwelche Ideen, Gedanken oder einfach
nur Tagtraeume durch den Kopf und ich weiss nicht wie ich
diese am besten loswerde.

Als ich mich noch mit Statistik herumschlagen musste (Psychologie-Studium Anfang der 70er Jahre), gingen mir auch gaaaanz andere Dinge im Kopf herum. :wink:

Ab und zu probiere ich mich zusammenzureissen aber ab und zu
lasse ich Ablenkungen auch einfach zu und hoere auf zu lernen
um z.B. irgendetwas unwichtiges zu googeln was mir gerade
eingefallen ist.

Wie sagt Tom Gerhard dazu so schön? : „Total normal!“

Vielleicht hat jemand das gleich Problem und hat es in den
Griff bekommen oder vielleicht weiss jemand von euch was ich
am besten machen sollte?

Ich hab das Studium gewechselt. (Leider erst) Nach 8 Semestern Psychologie rüber zur Medizin. Da gabs nicht so viel Statistik (heute vielleicht schon, aber das geht mir am A… voebei…)
Viel Glück wünscht dir
Branden

Hey,

ich finde die Diagnose Prokrastination viel viel interessanter.
Das hat nicht jeder!

Oder habe ich selber ADHS??? -und habs noch nicht gemerkt…

Wenn ich dein Posting so durchlese, dann trifft jeder Punkt so voll auf mich zu, wenn ich im Studium Statistik oder Organisation oder BGB machen musste…

Oder wenn jetzt im Job mal wieder eine Datenerfassung ansteht… da schau ich auch mal aus dem Fenster oder in www rein…

grüße
miamei

Hi,

zum Thema Lernen und Prokrastination habe ich noch einen Link:
http://imgriff.com/

grüße
miamei

Danke
Danke allen Antwortenden. Ich werde einige der Ratschlaege ausprobieren und auch meine Selbstdiagnose ueberpruefen (lassen).

Gruss

Desperado