Wie mache ich gute Nachtaufnahmen?

Hallo,

jetzt, wo viele Häuser weihnachtlich beleuchtet sind, möchte ich die, sowie ein paar Bäume aus meiner Stadt fotografieren. Wie stelle ich das am besten an, daß das Bild insgesamt scharf ist (wenn möglich auch in die Tiefe) und man auch den Hintergrund noch einigermaßen gut erkennen kann? Welche Blende, Belichtungszeit, ASA, usw. sollte ich wählen?

Benutzung eines Stativs ist klar. Blitz sollte man vermeiden, denke ich. Ich verwende eine Spiegelreflex von Minolta (Dynax 500si), das Objektiv ist ebenfalls von Minolta. Ich kenne mich noch nicht sehr mit den ganzen Angaben aus, aber es steht drauf: 1:3.5(22)-4.5 35-70mm. Was auch immer das heissen mag.

Wäre toll, wenn mir jemand eine „Kurzanleitung“ oder Tips geben könnte.

Danke für die Hilfe, Robert

hi,

ich hoffe das dir noch einige ander antworten, da ich kein echter experte bin, aber nach erfahrung würd ich dir folgendes raten:

Wie stelle ich das am besten an, daß das Bild insgesamt scharf
ist (wenn möglich auch in die Tiefe)

kleinste blende (also die größte zahl) … wahrscheinlich 22

Welche
Blende, Belichtungszeit, ASA, usw. sollte ich wählen?

belichtung manuell. normalerweise ist das längste so 1-2 sekunden. du brauchst 10-60 sek. das hängt ganz von den lichtbedingungen ab.

Benutzung eines Stativs ist klar. Blitz sollte man vermeiden,
denke ich.

allerdings.

35-70mm. Was auch immer das heissen mag.

das ist deine brennweite. also zoom. desto niedriger desto verzehrter das bild. 35mm ist allerdings normalobjektiv, also mußt du dir darum keine gedanken machen…

byebye volker

Hallo!
Eigentlich ist der Begriff Nachtaufnahmen falsch. Es sollte lieber Dämmerungs-Aufnahmen heißen. Also bitte nicht bei völliger Dunkelheit fotografieren. Wenn die Lichter gut zu sehen sind und in den dunklen Bäumen noch Struktur sichtbar ist dann los. Die Camera kann ruhig auf Automatik stehen. Würde aber auf alle Fälle eine Belichtungsreihe machen. Also: eine Blende, dann zwei usw. öffnen oder Zeit verlängern.
Viel Spaß und schöne kalte Füsse!
Grüße aus Bremen

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35-70mm. Was auch immer das heissen mag.

Also ich denke ja, dass 50 (52) mm die Brennweite ist, die der Wahrnehmung des menschlichen Auges am ehesten entspricht - 35mm ist Weitwinkeliger und wird daher verzerrter Erscheinen (muss deshalb kein schlechteres Bild werden - im Gegenteil)

Wenn Du allerdings Spass dran findest, hol´ Dir vielleicht irgendwann `n Objektiv mit Festbrennweite, da die Lichtausbeute besser ist (d.h., Du kannst bei gleichen Lichtverhältnissen mit kürzerer Belichtungszeit fotografieren)

Tipp: den Spiegel der Spiegelreflexkamera vor dem Auslösen (also, wenn alles eingestellt und die Kamera auf dem Stativ steht) nach oben klappen und mit Auslösedraht auslösen - vermeidet Wackler …

Also bitte nicht bei
völliger Dunkelheit fotografieren.

  • halte ich nicht fuer ganz richtig, musst Du aber ausprobieren (Belichtungsreihe heisst uebrigens, dass Du mehrere Aufnahmen vom selben Motiv machst, wobei Du von Aufnahme zu Aufnahme andere Belichtungszeiten oder Blenden probierst)

und mach ruhig auch mal Belichtungszeiten von 30 sek. / 5 min usw. und guck mal, was dabei `rauskommt

„viel Spass mit kalten Füssen“ - stimmt genau … viel Spass

Tim

Hallo Robert,
im Forum des Net Foto Art Clubs findest Du weitere Antworten zum Thema Nachtaufnahmen.
http://www.photo-tipps.de
Gruß
Wolfgang

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Die Camera kann ruhig auf Automatik stehen.
Würde aber auf alle Fälle eine Belichtungsreihe machen. Also:
eine Blende, dann zwei usw. öffnen oder Zeit verlängern.
Viel Spaß und schöne kalte Füsse!
Grüße aus Bremen

Moin moin,

es wird Dir nicht erspart bleiben mit Fehlaufnahmen eigene Erfahrungen zu machen, aber die gegebenen Tips sind o.K.
Ich habe bei meiner Kamera (Minolta XD-7 - schon fast antik) mit der Automatik sehr gute Erfahrungen gemacht - das Ding belichtet teilweise minutenlang…
Ob die Automatik Deiner Kamera das leistet mußt Du ausprobieren.
Ansonsten bleibt Dir bei jedem Motiv nur die angesprochene Belichtungsreihe. Wenn Du ein wenig Erfahrung gesammelt hast, wirst Du nur noch wenige Aufnahmen pro Motiv brauchen, aber am Anfang würde ich doch mit dem Filmaterial nicht sparsam sein (Du brauchst ja mißlungene Aufnahmen nicht bezahlen).
Eines darfst Du aber keinesfalls vergessen: Block und Stift mitnehmen, und zu jedem Bild die Belichtungswerte (Blende und Belichtungszeit) aufschreiben!

Viel Spaß mit den kalten Füßen… *g* (es lohnt sich)

Gruß Stefan

Tipp: den Spiegel der Spiegelreflexkamera vor dem Auslösen
(also, wenn alles eingestellt und die Kamera auf dem Stativ
steht) nach oben klappen und mit Auslösedraht auslösen -
vermeidet Wackler …

Wirklich wichtiger Tipp!!! (was das aber mit dem Spiegel soll, ist mir nicht ganz klar…)
Alternative zum Draht: Der Selbstauslöser! Das Problem besteht ja darin, daß Du selbst eine auf dem Stativ stehende Kamera bewegst, wenn Du auslöst. Draht oder Selbstauslöser verhindern das…

Wirklich wichtiger Tipp!!! (was das aber mit dem Spiegel soll,
ist mir nicht ganz klar…)

1.:
Der Zweck ist, dass dann leichte Verwackler, wie sie sonst durch die Hochklapp-Bewegung des Spiegels verursacht werden koennen (je schlimmer, desto höher die Brennweite) vermieden werden - Du musst Dich ja nicht `dran halten (deswegen heisst es ja auch „Tipp“)

2.:
Der Vorteil der Kabelausloesung ist, dass dann der Effekt „Oh, bin ich Ihnen ins Bild gelaufen, dass tut mir aber leid!“ vermieden werden kann (das kommt bei der Zeitausloese - Variante naemlich haufiger vor - ab und zu gibt es ja schliesslich Fussgaenger, kann man schlecht vermeiden und frustet auf Dauer);
der Nachteil sind natuerlich die Anschaffungskosten (fast zweistellige DM - Betraege) und das immense Gewicht des Auslösedrahtes :wink:

Der Vorteil der Kabelausloesung ist, dass dann der Effekt „Oh,
bin ich Ihnen ins Bild gelaufen, dass tut mir aber leid!“
vermieden werden kann (das kommt bei der Zeitausloese -
Variante naemlich haufiger vor - ab und zu gibt es ja
schliesslich Fussgaenger, kann man schlecht vermeiden und
frustet auf Dauer);
der Nachteil sind natuerlich die Anschaffungskosten (fast
zweistellige DM - Betraege) und das immense Gewicht des
Auslösedrahtes :wink:

…wobei die Fußgänger sich natürlich die 10 sec. Vorlauf zum reinlaufen aussuchen, und während der Belichtungsminute rücksichtsvoll warten… :wink:

Hallo Robert,
Du hast zwar schon eine Menge Tips bekommen, aber ich denke da ist noch ein bisschen Aufklärungsbedarf:
Zugrunde liegt eine Minolta Dyn 500si.

  1. Diese Kamera verfügt nicht über eine „Spiegelvorauslösung“, der Tip, den Spiegel vor der Belichtung hochzuklappen, auch wenns sinnvoll ist, kommt für Dich nicht in Frage.
  2. Wie bei allen modernen Kameras kann der Belichtungsmesser der 500 si Belichtungszeiten bis 30sec. berechnen. Eine XD-7, die mehrere Minuten berrechnet, erscheint mir etwas übertrieben :wink:.
    Das wäre wohl Rekordverdächtig !
  3. Unter einer Belichtungsreihe versteht man mehrere Fotos von einem Motiv mit unterschiedlichen Belichtungen. Dabei läßt man stets einen Wert konstant, z.B. die Zeit, und verändert den anderen, also die Blende nach oben oder unten. Dabei wird gegenüber dem Normalwert, den der Belichtungsmesser errechnet, stets mutwillig über- oder unterbelichtet. Man traut dem Belichtungsmesser sozusagen nicht zu, das richtige zu messen und tastet sich halt ans richtige Ergebnis ran. Deine Kamera läßt das in 1/3-Blenden-Schritten zu, das ist übertrieben. Wähle ganze Blendenschritte, erst recht wenn Du Papierbilder machst, und die Entwicklungsautomaten im Großlabor evtl. noch eigenmächtig korrigieren.
  4. Bei der 500si kommt kein Drahtauslöser in Frage. Es gibt 2 Minolta-Fernauslöser, der Unterschied ist nur die Kabellänge.
  5. Wähle an Deiner Kamera „mittenbetonte Integralmessung“ wenn Du in der Bildmitte einen beleuchteten Baum hast. Der Belichtungsmesser gewichtet am stärksten die kleinen Lämpchen, läßt aber auch das Umfeld in seine Berechnungen mit einfließen.
    Hüte Dich vor „mittenbetonte Integralmessung“ wenn Du ein Haus fotografieren willst, das von Lämpchen eingerahmt ist. Wenn Du keine Lämpchen in der Bildmitte hast, wird der Belichtungsmesser die Hauswand richtig ausmessen, sie wird grau und die Lämpchen außen herum sind überbelichtet.

Das ist jetzt ein Roman geworden, aber es ist eben auch kein leichtes Thema. Übrigens, nimm einen 400 ASA Film und Blende 16 reicht bestimmt für Deine Tiefenschärfe.
Und wenn Du mal experimentieren willst, dann nimm Deinen Blitz einfach in die Hand, ohne Kameraverbindung, und bring Ihn in Bereitschaft. Wenn Du einen Tannenbaum fotografieren willst und dazu mehr als 5-10sec. belichten mußt, dann löse aus, lauf dann hinter den Baum, natürlich nicht ins Bild, und feure Deinen Blitz auf die Umgebung ab. Du wirst Dich wundern, was Du da für tolle Effekte bekommst. Wenn Du dann noch den Blitz mit Farbfolie bestückst… wenn Du Fragen hast, auch zu Deiner Kamera, schick mir ein Mail !
Gruß, Stephan

Guten Morgen Goosi,

is´schon klar … wenn ich mit „leichtem Gepäck“ unterwegs bin, benutz´ ich natuerlich auch die Zeitauslösung (ich bin ja schlieslich auch kein Vertreter fuer Ausloesedraehte) - nur ist mir halt ein mal zu oft folgendes passiert:

Zeitausloeser gedrueckt (bzzz…)
Fußgaenger kommt („Lauf einfach weiter, bitte, bitte …“)
Verschluss geht auf (klapp)
Fussgaenger bleibt stehen (im Bild, natuerlich), guckt auf Kamera … "Oh, Entschuldigung "
Verschluss geht zu (kling)
Fussgaenger geht weiter
ambitionierter Hobbyfotograf verzweifelt, weil´s schon das dritte (fuenfte, zwoelfte) Mal passiert (WAAAH !!!)

… hattest Du das noch nie ?! (oder sollte ich mich doch auch fuer weniger urbane Gebaeude interessieren ?!)

Bis bald

Tim