Wie macht man das?

Hallo Zusammen,

eine liebe Bekannte von mir hat mir heute eine Frage gestellt, die ich Ihr leider nicht beantworten konnte, aber ich habe Ihr versprochen, die Frage hier im Forum für sie zu posten.

Sie hat sich mit einem mobilen Nagelstudio selbständig gemacht. Alle Formalitäten hat sie erledigt, unter anderem hat sie sich auch ein Geschäftskonto eröffnet.
Da sie ja mit Null Guthaben anfängt, aber trotzdem Ausgaben hat, möchte sie von Ihrem privaten Girokonto eine Summe zwischen 500 - 1000 Euro auf ihr Geschäftskonto überweisen, damit dieses Konto Guthaben aufweist und sie ihre Ausgaben von Anfang an über dieses Konto laufen lassen kann.
Nun weiss sie aber nicht, wie sie das in den Büchern „verkuddeln“ soll und ob sie sich selber überhaupt Geld leihen kann/darf. Das Geld soll bis zum Ende vom Jahr wieder ihrem Privatkonto gutgeschrieben werden.
Wer kann mir die Frage so beantworten, dass ich sie ihr erklären kann?
Herzlichen Dank schon mal vorab.

Liebe Grüße

Userine

P.S. Bitte nicht sagen, sie soll sich einen Steuerberater suchen, das tut sie nämlich schon - nur ist sie Eigen und da kann es ein bisschen dauern, bis sie für sich den passenden gefunden hat.

hi Userine,

(schöne page hast du ja jetzt :wink: )

also einfach das geld auf das konto überweisen, verbuchen tut sie es dann als „privateinlage“ und wenn das geld dann nicht mehr da gebraucht wird, einfach wieder ausbuchen (z.b. über das Kassenbuch),
wenn sie das geld allerdings noch über ne gute bekannte als „privatdarlehn“ bekommt, kann sie das ganze kann auch noch verzinsen (sind dann betriebsausgaben in der firma - aber zinsen marktnah evtl. etwas weniger), am bessten noch einen ordentlichen darhlehnsvertrag machen, mit sicherheiten etc.

grüße uwe

Hallo Userine,

Genauso wie es eine „Privatentnahme“ gibt, gibt es auch eine
„Privateinlage“.
Das heißt Deine Freundin wird die Überweisung vom
Privat aufs Firmenkonto als „Privateinlage“ verbuchen.
Später wenn Sie Überschüsse hat kann Sie diese Einlage
als „Privatentnamhe“ wieder herausnehmen.

Grüsse aussi

Hallo Ihr Zwei,

lieben Dank für eure schnellen Antworten.
Ich drucke ihr Eure Postings aus und faxe sie ihr heute Abend zu.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

Userine

Da sie ja mit Null Guthaben anfängt, aber trotzdem Ausgaben
hat, möchte sie von Ihrem privaten Girokonto eine Summe
zwischen 500 - 1000 Euro auf ihr Geschäftskonto überweisen,
damit dieses Konto Guthaben aufweist und sie ihre Ausgaben von
Anfang an über dieses Konto laufen lassen kann.

ich weiss nicht, ob es ueberhaupt eine gute idee ist,
mit einem de facto minus-betrag ein nagelstudio zu gruenden.

aber ansonsten wie eine privateinlage behandeln.
ist ja auch nicht ein derartig horrender betrag fuer den fall dass es eine ‚fehl-investition‘ werden sollte…

gruss mit bedenken ob des erfolges - digi

Hallo digi,

also das interesssiert mich nun privat.
Jeder fängt irgendwann bei Null an oder bringt sein Erspartes als Startkapital ein - oder etwa nicht?
Könntest Du mir das mal näher erläutern?
Danke schon mal vorweg.

Liebe Grüße

Userine

hallo userine, …

also das interesssiert mich nun privat.
Jeder fängt irgendwann bei Null an oder bringt sein Erspartes
als Startkapital ein - oder etwa nicht?
Könntest Du mir das mal näher erläutern?

ja, natuerlich, so ist es.
jedoch bevor ich irgendeine summe ‚investiere‘,
schaue ich mir die realen chancen an, was dabei
herauskommt.
es koennte ja auch sein, dass mit einer dienstleistung
eine zahlung faellig wird, und diese zahlung dann
als grundlage dient. hier muss dann keine privateinlage
erfolgen.

nun werde ich die nagelstudiobranche nicht an den
pranger stellen, und ich begruesse auch sehr die
initiative an sich, aber …
…sind die 500…1000 nicht irgendwie ‚unsinnig‘ angelegt?
besonders weil dieser betrag offensichtlich dazu dienen
soll, ‚einstandsmaterial‘ abzukaufen.
kommt mir irgendwie vor wie die beruehmte schreibmaschine,
die man nun mal unbedingt erwerben muss,
bevor man adressen tippen ‚darf‘.

und … es gibt durchaus chancen,
bei denen man nichts investieren muss.
ich mache hier aber dafuer keine reklame;
und das wuerde auch nichts zum thema an sich beitragen.

DAS beides wollte ich eigentlich zu bedenken geben.

ansonsten: es ist kein substantieller schaden,
mal 1000 eier in den sand zu setzen,
die ver’frisst’ (o-ton) joschka fischer
beim bahnfahren in einem monat.

freundschaft - wuenscht digi

Hallo digi,

ups, vor lauter Ice Age hätte ich jetzt beinahe meine Mails nicht mehr abgerufen :smile:.

Nein-nein, ich hab das nicht böse gemeint - gaaaanz bestimmt nicht.
Ich hab nur deshalb gefragt, weil ich letztens zu hören bekam, jemand der sich selbständig macht und das ohne Schulden, der sei behämmert. Da ich das nun ganz und garnicht glaube (lieber klein Anfangen, ohne Schulden - als dicke Einsteigen und auf die Nase fallen), wollte ich nur wissen, ob Du ähnlich denkst.

Nun, sie hat kein Nagelstudio, sondern ein mobiles Nagelstudio. das heißt, sie kommt zu den Kunden nach Hause. Ich kann dich in sofern beruhigen, als dass sie sich nebenberuflich einen Kundenstamm aufgebaut hat und sie viiiieel zu geizig wäre, um etwas zu tun, was ihr Verluste einbringen könnte.
Meine Bekannte hat nämlich einen „Geldtick“ :wink:.
Im Stillen denke ich mir, dass sie das Geld auch nicht braucht um irgendwelche eventuellen Rechnungen zu bezahlen, sondern weil ein Konto mit einer gewissen Deckung für sie einfach angenehmer ist.

Ich hoffe, dass du mir meine neugierige Nachfrage nicht übel nimmst - ich habs wirklich nicht böse gemeint :smile:.

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag

Userine

Hallo Userine,

Deine Frage ließ in mir doch noch einige Fragen aufkommen.

  1. Was hält mich davon ab, mit meinem - offiziell verdienten und bereits versteuertem - Geld, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Ob nun 100,-- oder 1.000,-- Euro, meine Kosten für den Start in die Selbständigkeit muss ich doch von irgendetwas bestreiten.

  2. Will Deine Freundin von Beginn ihrer Selbständigkeit an Steuern zahlen ? Da es sich um ein mobiles Studio handelt, muss sie ja auch für die Mobilität bereits gesorgt haben. Wie wurde diese Mobilität finanziert ?

  3. Für die Behandlung wird „Werkzeug“ benötigt. Hat sie dieses geschenkt bekommen oder gekauft ?

  4. Sie behandelt ihre Kunden. Wie sieht es mit der Betriebshaftpflichtversicherung aus ?

  5. Hat Deine Freundin Erkundigungen zu Ihrer eigenen Absicherung (Kranken- und Rentenversicherung) eingeholt ?

  6. Wenn sie einen Geldtick hat, hat sie sich einmal nach den Fördermöglichkeiten (Zuschuss vom Arbeitsamt) erkundigt ?

Dies sind nur einige meiner Gedanken, mit denen auch ich mich derzeit auseinandersetze, da ich ebenfalls den Schritt in die Selbständigkeit vorbereite.

In diesem Sinne, viel Glück für Deine Freundin

Norbert

Hallo Norbert,

ich werde versuchen, das zu beantworten, was ich weiss.

  1. Was hält mich davon ab, mit meinem - offiziell verdienten
    und bereits versteuertem - Geld, ein eigenes Unternehmen
    aufzubauen. Ob nun 100,-- oder 1.000,-- Euro, meine Kosten für
    den Start in die Selbständigkeit muss ich doch von irgendetwas
    bestreiten.

Das sehe ich ebenso.

  1. Will Deine Freundin von Beginn ihrer Selbständigkeit an
    Steuern zahlen ? Da es sich um ein mobiles Studio handelt,
    muss sie ja auch für die Mobilität bereits gesorgt haben. Wie
    wurde diese Mobilität finanziert ?

Sie hat auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet.
Sie hat ihr Auto etwa zwei Jahre (glaube ich zumindest). Sie hat das von ihrem Geld bar bezahlt.

  1. Für die Behandlung wird „Werkzeug“ benötigt. Hat sie dieses
    geschenkt bekommen oder gekauft ?

Sie hat sich alles im Laufe der Zeit, in der sie diese Tätigkeit nebenberuflich ausgeübt hat, gekauft.

  1. Sie behandelt ihre Kunden. Wie sieht es mit der
    Betriebshaftpflichtversicherung aus ?

  2. Hat Deine Freundin Erkundigungen zu Ihrer eigenen
    Absicherung (Kranken- und Rentenversicherung) eingeholt ?

Das weiss ich nicht.

  1. Wenn sie einen Geldtick hat, hat sie sich einmal nach den
    Fördermöglichkeiten (Zuschuss vom Arbeitsamt) erkundigt ?

Das weiss ich auch nicht. Aber ich kann es mir kaum vorstellen.

Dies sind nur einige meiner Gedanken, mit denen auch ich mich
derzeit auseinandersetze, da ich ebenfalls den Schritt in die
Selbständigkeit vorbereite.

Da drücke ich dir beide Daumen und wünsche dir viel Erfolg.

Liebe Grüße

Userine

Hallo Userine,

Sie hat auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet.
Sie hat ihr Auto etwa zwei Jahre (glaube ich zumindest). Sie
hat das von ihrem Geld bar bezahlt.

Und genau da solltet Ihr euch auch einmal Gedanken machen.
Zu unterscheiden ist hier die Privatperson „lieschen müller“ mit Ihrem Privatvermögen und der Unternehmerin „L.M.“ mit dem Unternehmensvermögen.
Selbstverständlich kann sie auch das Auto mit in Ihr Unternehmen nehmen und als „gewinnmindernd“ verbuchen.
Genaueres und ob es sich überhaupt lohnt, oder andere Abrechnungsformen, z.B. nach km, genommen werden ist mit dem Steuerberater zu klären.

  1. Wenn sie einen Geldtick hat, hat sie sich einmal nach den
    Fördermöglichkeiten (Zuschuss vom Arbeitsamt) erkundigt ?

Das weiss ich auch nicht. Aber ich kann es mir kaum
vorstellen.

Nun, wenn sie die Tätigkeit noch nicht aktiv ausübt und noch ein wenig liquide ist, sofort wieder abmelden und versuchen Fördermittel zu bekommen.
Sie verzichtet u.U. dabei auf sehr viel Geld welches sie nicht zurückzahlen muss, z.B. 6 Mon Arbeitslosengeld als Überbrückungsgeld vom AB, oder ca 10.000 Euro vom ESF für 12 Mon.

Gruß
der Alex

hallo user :smile:
nein ich hab nix boese aufgefasst.

ups, vor lauter Ice Age hätte ich jetzt beinahe meine Mails
nicht mehr abgerufen :smile:.

Nein-nein, ich hab das nicht böse gemeint - gaaaanz bestimmt
nicht.
Ich hab nur deshalb gefragt, weil ich letztens zu hören bekam,
jemand der sich selbständig macht und das ohne Schulden, der
sei behämmert. Da ich das nun ganz und garnicht glaube (lieber
klein Anfangen, ohne Schulden - als dicke Einsteigen und auf
die Nase fallen), wollte ich nur wissen, ob Du ähnlich denkst.

wer mit schulden anfaengt,
macht irgendwas falsch.
ch meine nicht die paar hundert mark/euro, mit denen das konto
ggf mal ueberzogen wird. ich meine wenn es um geld geht,
und wenn sich jemand was aufschwaetzen laesst und dafuer
dann in die roten geht.
DAS endet im chaos. m.e.

gruss - digi

Hi!

wer mit schulden anfaengt,
macht irgendwas falsch.
ch meine nicht die paar hundert mark/euro, mit denen das konto
ggf mal ueberzogen wird. ich meine wenn es um geld geht,
und wenn sich jemand was aufschwaetzen laesst und dafuer
dann in die roten geht.
DAS endet im chaos. m.e.

??? Wie soll das denn bitte funktionieren, wenn man als Arzt
bspw. eine Praxis eröffnen will oder - was weiss ich - eine
Windkraftanlage betreiben will oder oder…
Du kannst doch nicht ernsthaft der Überzeugung sein, dass jemand,
der Schulden macht, was FALSCH macht?? Sollen die Leute, die
für ihr Geschäft erstmal einiges investieren müssen, erstmal
10 Jahre lang auf der Strasse stehen und singen und darauf hoffen
so an ihr nötiges Startkapital zu kommen?

Kann ich nicht nachvollziehen diese Einstellung - sorry!

kai

Mal so grundsätzlich (m.E.)…*off topic*
Hallo alle zusammen,

ein wenig amüsiert mich die ganze Diskussion ja schon.
Also ich denke wir sollten hier mal unterscheiden zwischen „Schulden“ und Investitionsgütern.
Schulden in diesem Sinne sind, wenn ich mir 10.000 Euro von der Bank o.ä. leihe und damit ne riesen Sause auf Mallorca mache.
Einstand zur Selbständigkeit.
Nun, bewusst ins lächerlich gezogen erkennt hier jeder Laie, daß dieses Schwachsinn ist und über kurz oder lang zum Ende der Selbständigkeit führt.

Andere angesprochene Sachen sind hier aber Investitionsgüter.
Hier steht erst einmal IMMER ein entsprechender Gegenwert der Sache, d.h. wenn ich eine verünftige Druckerei eröffnen möchte brauche ich leider zwingend auch eine vernünftige Druckmaschine.
Diese können auch schon einmal leicht um die 700.000,00Euro kosten.
Selbstverständlich ist das ein ganzer Haufen Geld, wenn ich ihn denn bar in der Tasche hätte, aber a) muss ich investieren um überhaupt erst einmal drucken zu können, b) steht dann auch ein entsprechender Gegenwert da (eine Druckmaschine kann ich nicht verprassen), c) wer 700.000 Euro in bar auf der Tasche hat ist entweder von Beruf Sohn, hat im Lotto gewonnen oder ist über 60 Jahre um die Summe angespart haben zu können.

Selbstverständlich ist die ganze Sache auch noch buchhalterisch und gewinnermittlungstechnisch interessant.
Wenn ich keinerlei Investitionen tätige steigt zwangsläufig mein Unternehmensgewinn und damit auch die zu zahlende Steuer.
Weiterhin kann ich die Maschine nantürlivh nicht sofort nach Kauf für den gleichen Preis wiederverkaufen, Wertverlust, aber ein wneig Gegenwert steht da schon.
Also, Unternehmen ohne „Schulden“ gibt es nicht. Ausgenommen natürlich lang eingesessene Kleinbetriebe mit eigener Immobilie in der dritten Generation.

Um Geld verdienen zu können muss ich auch investieren, denn von nichts kommt nichts. Weiterhin schon mal von dem Begriff „Unternehmerrisiko“ gehört?
Selbstverständlich, um es allgemein zu halten, sollten ALLE anstehenden Investitionen genauestens durchkalkuliert und überlegt werden. Ein gewisses Restrisiko bleibt aber immer.
Es muss ja nicht gleich zu Anfang die neue E-Klasse sein.
Nach einigen Jahren kann der Unternehmer dann auch genauer abschätzen welche Investitionen das Unternehmen verkraften kann (sollte er, ist aber auch nich immer die Regel, siehe Kirch oder Auto Becker).

Weiterhin bedeutet der Begriff Unternehmer ja auch unternehmen, also MACHEN und nicht schwätzen.
Und MACHEN kostet erst einmal, ob Geld, Energie oder Schweiss- es kostet.
Um auf der absolut sicheren Seite zu bleiben kann ich auch gleich ins Beamtenleben wechseln. Da ist kein Restrisiko.

-Alles nur ein paar Gedankengänge.
Gruß
der Alex