Es ist
viel farbenfroher, irgendwie kontrastreicher, sieht schöner,
aber auch unwirklicher und optimierter aus.
Nun, das ganze hängt von sehr vielen Faktoren ab. Zu allererst muß man überhaupt ein geeignetes Motiv finden. Das ist nicht so einfach wie es klingt - versuch mal in Neuseeland genau den richtigen Hügel für Szene 147 zu finden!
Dann wäre da die Beleuchtung: das Licht hat je nach Zeit und Wetter einen anderen Charakter (Farbe). Zudem kann man den Vordergrund mit Kunstlicht aufhellen und/oder seine Farbcharakteristik ändern - was sich dann auch wieder auf den Hintergrund auswirkt.
Eng mit diesen beiden Phänomenen hängt der „weißabgleich“ zusammen. Dir wird sicher nicht entgangen sein, dass Fotos, die von Glühlampen beleuchtet werden, einen Ockerton haben, während das Blitzlicht eher bläulich ist. Diesen Farbton kann man im Nachhinein beseitigen, ebenso kann man eine bestimmte Farbcharakteristik nachträglich erzeugen (jedoch kann nachträgliche Bearbeitung das Bild nur schlechter machen, technisch gesprochen - die ästhetik könnte jedoch höhere priorität genießen).
Farbwahrnehmung generell ist nur sehr dürftig erklärt und all diese hier erläuterten Auswahlen werden weitestgehend „aus dem Bauch“ getroffen. Das ist keine exakte Wissenschaft. So beeinflussen sich Farbwarhnehmungen gegenseitig:
http://www.echalk.co.uk/amusements/OpticalIllusions/…
Trotzdem gibt es leute, deren Wahrnehmung und Vorstellungskraft da sehr präzise funktioniert und verläßlich „gute“ Bilder liefern kann.
Dann kann man sich für verschiedene Belichtungszeiten entscheiden, die die Wirkung der Bilder krass beeinflussen kann. Etwas zu lang gewählt, und Glanzlichter bekommen einen „Halo“ (dessen aussehen dann wiederum von der Kamera abhängt). Etwas zu kurz gewählt, und Texturen und Schatten werden sehr viel kräftiger. Zudem hat die Wahl der Belichtungszeit dann wieder einen Einfluß auf die Wiedergabe von Bewegungen: kurze belichtung -> stroboskopartig, präzise, klar definiert, gut für gewisse Arten von Action (schon seit einiger Zeit läuft eine C*ca C*la Werbung im Kino - Preßlufthammer - da wird dieser Effekt im Extrem eingesetzt, aber auch in „der soldat james ryan“), lange belichtung -> weich, natürlich, aber auch undeutlich - wird gerne in der Sportfotografie eingesetzt, da es auch bei einem Standbild einen Eindruck von Bewegung zu vermitteln vermag.
Dann gibt es noch diverse optik-Tricksereien in der Kamera, z.B. weichzeichner (gerad im HDR in den Elfenszenen bis zum Erbrechen eingesetzt
, die die wahrnehmung ein und desselben Motivs drastisch verändern können. Oder Polarisierungsfilter, mit denen man selektiv manche Glanzlichter dämpfen kann.
Dann spielt die Kameraführung (Blickwinkel, Schwenks) eine sehr große Rolle - winzige Abweichungen ergeben mitunter recht große optische unterschiede.
In der Filmproduktion werden überigens all diese Tätigkeiten („Location spotting“, Kameramann, manchmal gibt es sogar einen „Panner“ - der NUR schwenks macht, Beleuchter, Postproduction) in der Regel von verschiedenen Leuten ausgeführt, die alle allein von dieser Tätigkeit leben können - muß also doch ein gewisses Maß an Expertise dabei sein.
Insgesamt kann man sagen dass man halt ein gewisses Geschick braucht, die Bilder so leuchten zu lassen wie man sie sich vorstellt.
Die Postproduction ist dann „nur“ der letzte schliff. Als Studienmaterial empfehle ich alles was Slawomir Idziak gefilmt hat:
http://www.imdb.com/name/nm0005744/
sowie Koyaanisqatsi, Blade Runner und eigentlich alle Filme von David Lynch (Lost Hightway zB) und Stanley Kubrick (2001 zB). Allesamt mit extrem wenig „Retusche“. Achte mal darauf, wie die farbigen Flächen im Bild verteilt sind (butterbrotpapier vor die mattscheibe halten hilft). Neulich lief ein Tatort namens Sheherazade, der war auch super Fotografiert.
Wobei ich noch als einschränkung anbringen muß: heutige Filme kommen ja meist vollständig aus dem Computer, da würde mich eigentlich nichts mehr wundern ^^ - aber soweit ich weiß ist das Auenland „einfach“ nur ein Stück Neuseeland, eindrucksvoll in Szene gesetzt.
Was retusche angeht, kann man natürlich auch ne Menge machen:
http://www.retouch.ca/pp/pp_001.htm
…aber wunder brauchen halt etwas länger.