Wie müssen Hausaufgaben der 6.Kl. gestaltet sein?

Sehr sinnvoll finde ich diese Aufgaben mit Internet nie. Das

kann eigentlich nur was werden, wenn alle Kinder einen eigenen
PC haben, und alle die gleichen Systemvoraussetzungen, und vor
allem auch einen 10-Finger-Schreiblehrgang absolvieren können.

Hallo,
bei uns gibt es auch öfter mal solche Hausaufgaben.
Da gibt es durchaus Alternativen zum eigenen PC:
In der Schule gibt es ein Computerkabinett mit Internetanschluss, wo die Aufgaben auch erledigt werden könnten. Oder:
Man könnte sich auch mal mit einem Schulfreund zusammensstzen an dessen PC.

Ich hatte früher auch manchmal so blöde Aufgaben, wo ich in die Bibliothek gehen musste zum Recherchieren, weil meine Eltern dummerweise nicht alle Fachbücher zu Hause hatten.

Manchmal muss man sich vielleicht auch als Schüler mal ein bisschen organisatorische Gedanken machen…

Beatrix

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Hallo

bei uns gibt es auch öfter mal solche Hausaufgaben.
Da gibt es durchaus Alternativen zum eigenen PC:

Ja sicher, aber eben nicht immer. Damals, als wir so einen lahmen PC hatten, war mein Sohn erst 11, und er durfte z. B. deswegen nicht die PCs in der Stadtbücherei bei uns nutzen (erst ab 12). Das heißt ja, dass ich dann theoretisch immer mit zur Bücherei musste, wenn er seine Hausaufgaben machen wollte.

Einen Schulfreund mit PC kann man als Lehrer auch nicht einfach voraussetzen. Und auch wenn man einen solchen hat, dann heißt das ja noch lange nicht, dass er einen daran arbeiten lässt und einen nicht nur zuschauen lässt wie er daran arbeitet.

In die Computerräume der Schule dürfen die auch nicht immer rein, wie sie das gerade wollen, jedenfalls nicht die Unterstufenschüler.

Ich wollte eigentlich nur sagen, dass die Voraussetzungen bei allen Hausaufgaben, die mit PC oder Internet zu tun haben, zwischen den Schülern sehr ungleich sein können, und dass das von den Lehrern oft nicht ausreichend berücksichtigt wird.

Ich fände es ja gut, wenn sie das Nötige dafür in der Schule lernen würden, z. B. auch Tippen mit 10 Fingern. Das braucht doch heutzutage jeder. Aber dann muss auch irgendwie geklärt werden, welches Equipment von jedem Schüler erwartet wird, oder es muss eben in der Schule zur Verfügung gestellt werden.

Viele Grüße
Thea

Hallo, Thea,

Ich finde übrigens, dass die Hausaufgabe „Ausarbeitung über
den Golfstrom“ für Kinder aus der 6. Klasse zu schwierig ist.
Die meisten Kinder in dem Alter brauchen noch genauere
Anweisungen darüber, was sie denn jetzt machen sollen,
jedenfalls, wenn genau das unter dieser Bezeichnung noch nicht
geübt worden ist.

das kann man m. E. erst beurteilen, wenn die exakte Aufgabenstellung bekannt ist, dies war aber offenbar nicht der Fall:

Ich kenn im Moment noch nicht die genaue Aufgabenstellung im
Wortlaut. Diese bringt sie mir heute erst mit.(Ronny 19.1.2006 08:29)

Und es ist ja offensichtlich im Unterricht auch nicht gesagt
worden, was die Lehrerin sich bei dieser Aufgabe von den
Schülern erwartet.

Auch das ist Spekulation - ich zumindest konnte Ronnys Postings nicht entnehmen, ob im Unterricht darüber gesprochen wurde, ob die Tochter das mitbekommen und verstanden hat.

Es ist - leider - ein bekanntes Szenario bei der Hausaufgabenstellung, dass ein Großteil der Schüler zu diesem Zeitpunkt (auch wenn er nicht nach dem Gong liegt) mit der Stunde „abgeschlossen“ hat, mit den Gedanken schon beim nächsten Fach ist oder sich mit dem Einpacken der Schultasche beschäftigt, gerade noch die Stichpunkte bzw. Seite/Nr. der Aufgabe notiert und es kaum bzw. gar nicht mehr zur Kenntnis nimmt, wenn der Lehrer noch etwas dazu erläutert und die Schüler auffordert, bei Unklarheiten Rückfragen zu stellen. Und mit schöner Regelmäßigkeit erscheinen dann einige zur nächsten Stunde ohne Hausaufgabe mit der Begründung: „Ich hab nicht kapiert, was ich da machen soll.“ …

Vielleicht informiert uns Ronny ja noch, wenn er die Details kennt?

Gruß
Kreszenz

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huhu,

ehm…du klingt nicht wie ein elternteil, das seine tochter unterstuetzt.
du sagst ihr, dass sie den artikel ausdrucken soll und so abgeben soll???
der artikel wurde vermutlich von einem geophysiker oder so geschrieben. dass der lehrerin das auffaellt, steht wohl ausser frage.
die hausaufgabe hiess sicher nicht: internetrecherche oder?
wenn ich eine hausarbeit beim studium aus dem internet kopiere, ohne die quelle anzugeben, und das dann als meine arbeit verkaufe, bekomme ich null punkte, wenn der prof. es merkt.

also ich bin ein wenig erschrocken ueber deine ansicht der schule. natuerlich gibts auch haufenweise faule lehrer und scheisslehrer, aber jemand, der hausaufgaben ausdruckt, darf sich darueber nicht aufregen.

aus dem internet ausdrucken ist nicht verboten, aber das muss kommentiert und mit einer quellenangabe verbunden werden.
im richtigen leben kann das teuer werden.

bringe deiner tochter fleiss bei - nicht kopieren…das lernt sie beim studium…:smile:

mfg
rene

Sie Fragte mich ob sie das nun abschreiben muss?
Da ich aus eigener Erinnerung solche abpinseleien ziemlich
gehasst habe und auch bis heute keinen Sinn darin sehe
Informationen die ich aus öffentlichen Quellen habe per
Handschrift als meine eigene Idee zu tarnen, meinte ich „nöö“
wichtig ist nur das du weist was da drin steht.

Braucht man sich doch nicht wundern über die verkorksten Kinder von heute (die immer größere Anteile an der Schülerschaft stellen), wenn Kindern in dem Alter (und vorher schon) eine solche Einstellung indoktriniert wird.

Paßt alles ins Schema PISA. Die Eltern waren eben selbst damals zu faul und da darf das Junior auch.

Gestern beim Abendbrot eröffnete sie mir, sie hätte für diese
Hausaufgabe eine „5“ bekommen!!!

Da kann sie noch froh sein; es hätte eine ‚6‘ hageln müssen.

Ihre Freundin hatte den
gleichen Text (also auch von wikipedia), diesen aber mit der
Hand abgeschrieben, und hat daraufhin eine „1“ bekommen.

Verständlich, wenn auch übertrieben.

Eine ‚3‘ oder eine ‚2‘ hätte es auch getan (in Anbetracht, was eine ‚1‘ darstellen soll) - aber bei einer handschriftlichen Überarbeitung bleibt i.d.R. sehr, sehr viel hängen.

Man könnte an dieser Stelle sogar auf die Idee kommen, gleich zwei '6’er gebracht zu haben - die erste für das Aus-dem-Netz-ziehen und die zweite für die pure Faulheit, noch nichtmal soviel den Finger krumm zu machen, und sich damit sichtbar auseinanderzusetzen.

Also bevor ich mir jetzt Morgen oder Montag diese kleine
verbohrte Dorflehrerin vornehme

Hier spricht nicht das Elternteil, sondern der noch nicht erwachsen gewordene Schüler aus Dir, der anscheinend immer noch nicht über gewisse fragwürdige Ansichten seines eigenen Schülerdaseins hinweg ist. Irgendwann sollte schon der Schalter kippen, welche Werte ein Schüler ohne Diskussion zu bringen hat.
Dazu gehört nicht, solche Klugscheißersprüche zu bringen wie „Man muß nicht alles wissen, sondern nur, wo das jeweilige geschrieben steht.“.

Sowas kann man vielleicht in einem schwachen Moment als Erwachsener bringen oder als ironischen Spaß - bei Schülern und vor allem Kindern (also 1. bis 10. Klasse) ist das mehr als Fehl am Platze.

Think about it.

Anstatt der Lehrerin mangelnde Vorbildfunktion vorzuwerfen, erst einmal vor der eigenen Tür kehren.

Ich möchte jetzt hier auch keine Diskussion über die
moralische Verwerflichkeit der Arbeitserleichterung lostreten,
mir geht’s lediglich um den Fakt: Darf man eine Hausarbeit in
der 6.Klasse am PC ausdrucken oder nicht?

Eindeutige Antwort: Man darf das, was die Aufgabenstellung sagt, oder nicht sagt.

Man mußte aber schon immer - wenn man schon faul und selbstgefällig gewesen ist - so clever gewesen sein, Erklärungen zu dem Geschriebenen abzugeben, in etwa so, wie man für eine Belegarbeit ein Vorwort verfassen sollte. Dort kann man dann zumindest für andere nachvollziehbar darlegen, weshalb das alles so und so und nicht anders abgewickelt worden ist.

Wenn ich so einen Ausdruck abgebe, muß ich einfach so clever sein (auch in dem Alter), einen kleinen Absatz als Begründung zu schreiben.

Besser ist es aber, es gar nicht erst mit der Methode Wikipedia durchzuziehen, sondern die knüppelharte Tour (auch als Elternteil) zu gehen und die Kinder von heute sich die Finger wund schreiben lassen (im übertragenen Sinne natürlich).

Also sich über die ‚5‘ freuen und aus Fehlern lernen.

Die Sache hat sogar etwas richtig Gutes: So einen Bockmist wird Dein Töchterlein im Normalfall nie wieder abliefern - der beste Lerneffekt überhaupt.

MfG