Wie muss das Komma gesetzt werden

Hallo,

Ich wollte mal fragen, an welchen Stellen im folgenden Satz ein Komma gesetzt werden muss:

„Julias Kinn war in den Sand gedrueckt worden, und sie versuchte vergeblich, sich in eine bessere Liegeposition zu bringen.“

Stimmen die zwei Kommas, die ich gemacht habe?
Wenn ja: Welche Regeln legen das fest?
Wenn nein: Wo muss es dann hin und welche Regeln legen das fest?

Danke fuer alle Antworten

David

hi,

„Julias Kinn war in den Sand gedrueckt worden, und sie
versuchte vergeblich, sich in eine bessere Liegeposition zu
bringen.“

Stimmen die zwei Kommas, die ich gemacht habe?
Wenn ja: Welche Regeln legen das fest?
Wenn nein: Wo muss es dann hin und welche Regeln legen das
fest?

seit reform musst du hier gar kein komma mehr setzen; es sind aber beide beistriche erlaubt.

der erste beistrich trennt 2 durch „und“ verbundene haupsätze, die nach § 72 (vgl. www.canoo.net, http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Amtlich…) nicht mehr getrennt werden müssen, aber nach § 73 getrennt werden dürfen.

das 2. komma trennt eine erweiterte infinitivgruppe vom satz. lt. § 75 muss man kein komma setzen, denn die erzwingenden bedingungen sind hier nicht gegeben. lt. ergänzungsregel E2 darf man aber ein komma setzen.

in beiden fällen darf das komma gesetzt werden, um die satzgliederung deutlich zu machen.

hth
m.

Bestätigt mich mal wieder in meiner Auffassung der totalen Sinnfreiheit und des Schwachsinns der sog. „Rechtschreibreform“. Kein Komma vor „sich“ zu setzen erscheint mir offensichtlich falsch, nur wird es jetzt verrichtigt, um irgendwelchen Deppen das Falschschreiben auch noch zu legalisieren… *Ironie an* Ich wäre ja für eine grundlegende Abschaffung der Rechtschreibung *Ironie aus* (sowas wird bestimmt noch in den nächsten fünfzig Jahren vorgeschlagen werden…)

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Okay… vielen Dank fuer eure Antworten.
Dann habe ich das mit den Kommas ja doch so ein bisschen verstanden.
Trotzdem wuerden mich noch interessieren ob diese Saetze auch richtig sind:

Das koennte ich mir vorstellen:

„Die Bruecke wurde, von einem Riss, durchzogen.“
„Dann legte Felix, den kleinen Armeerucksack, vor sich.“
„Eventuell ist es doch schlauer, den Wagen, nicht hier zu parken.“
„Es war eine Platte Blech, die im Innenraum, durch etwas gestuetzt wurde.“

Hallo,

„Die Bruecke wurde, von einem Riss, durchzogen.“

Da darf kein Komma hin.

„Dann legte Felix, den kleinen Armeerucksack, vor sich.“

Da darf kein Komma hin.

„Eventuell ist es doch schlauer, den Wagen, nicht hier zu
parken.“

  1. Komma : kann, aber muss nicht.
  2. Komma: Da darf kein Komma hin.

„Es war eine Platte Blech, die im Innenraum, durch etwas
gestuetzt wurde.“

  1. Komma: da muss ein Komma hin, also richtig.
  2. Komma: Da darf kein Komma hin.

Gruß
Elke

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Moin, 777,

Dann habe ich das mit den Kommas ja doch so ein bisschen
verstanden.

eher nicht :frowning:

„Die Bruecke wurde, von einem Riss, durchzogen.“

Einschübe kann man rausnehmen, das probieren wir mal:

„Die Bruecke wurde durchzogen.“
Ziemlich sinnfrei, oder? Folgerung: von einem Riss ist kein Einschub, deshalb keine Kommata.

„Dann legte Felix, den kleinen Armeerucksack, vor sich.“

Gleiches Muster:

„Dann legte Felix vor sich.“

„Eventuell ist es doch schlauer, den Wagen, nicht hier zu
parken.“

Jetzt wird’s schon schwieriger, weil da das Anhängsel mit dem Einschub verwechselt wird: den Wagen ist für einen Einschub einfach zu wenig. Ein Satzgegenstand und ein Verb sollten schon sein, dann wird daraus ein Anhängsel:

„Eventuell ist es doch schlauer, den Wagen nicht hier zu parken.“

„Es war eine Platte Blech, die im Innenraum, durch etwas
gestuetzt wurde.“

Hier zieht wieder die Sinnfreiheit, aber auch die Magerkeit des Einschubs:

„Es war eine Platte Blech durch etwas gestuetzt wurde.“
Geht das? Geht nicht, aber als Anhängsel passt es: „Es war eine Platte Blech, die im Innenraum durch etwas gestuetzt wurde.“

Gruß Ralf

Hallo!

„Eventuell ist es doch schlauer, den Wagen, nicht hier zu
parken.“

  1. Komma : kann, aber muss nicht.

Da bin ich etwas anderer Meinung:
Weil hier der Infinitiv das Pronomen „es“ erläutert, muss m. E. ein Komma gesetzt werden, gemäß „Die amtliche Regelung …“ § 77,5.
Beispiel dort: „Sein größter Wunsch ist es, eine Familie zu gründen.“
Oder hat sich das inzwischen wieder geändert?
Schönen Gruß!
Hannes

Hallo Ralf,

Deine Argumentation:

„Die Bruecke wurde durchzogen.“
Ziemlich sinnfrei, oder? Folgerung: von einem
Riss
ist kein Einschub, deshalb keine Kommata.

funktioniert nicht, denn sonst kann ich mir auch den Relativsatz hier versuchen wegzudenken:

„Eventuell ist es doch schlauer, den Wagen nicht hier zu
parken.“

Eventuell ist es doch schlauer. Ziemlich sinnfrei. Folgerung: „den Wagen nicht hier zu parken“ ist kein Einschub (soweit stimme ich Dir auch zu), deshalb keine Kommata???

Liebe Grüße
Immo

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Gut - ich war schon davon ausgegangen, dass hier viele Kommas falsch sind.
Aber die Erklaerungen sind gut - vielen dank.
Ich werd das in Zukunft beachten.

In dem Satz mit dem Wagen muessten aber dann zwei Kommas hin, wenn ich den Wagen noch naeher beschreibe, oder?

Also so zum Beispiel:

Es ist wohl besser den Wagen auf der Strasse, woanders zu parken.

oder:

Es ist wohl besser den Wagen, der auf der Strasse steht, woanders zu parken.

Es ist wohl besser den Wagen auf der Strasse, woanders zu
parken.

So nicht. Sondern:
Es ist wohl besser, den Wagen auf der Straße woanders zu parken.

Es ist wohl besser den Wagen, der auf der Strasse steht,
woanders zu parken.

Richtig; denn der Nebensatz muss durch Komma vom Hauptsatz abgetrennt werden, wenn er eingeschoben ist, eben durch deren zwei.

Wie sieht es in dem Satz hier aus?
Handelt es sich da um erweiterten Infinitiv und das ist der Grund, warum ein Komma da stehn muss?

Aber bedauerlicherweise, hatte es keine Alternative fuer ihn gegeben.

Es hatte bedauerlicherweise, keine Alternative fuer ihn gegeben.

(Infinitiv: hatte gegeben?!)

Wie sieht es in dem Satz hier aus?
Handelt es sich da um erweiterten Infinitiv und das ist der
Grund, warum ein Komma da stehn muss?

Aber bedauerlicherweise, hatte es keine Alternative fuer ihn
gegeben.

Es hatte bedauerlicherweise, keine Alternative fuer ihn
gegeben.

Bedauerlicherweise ist ein Adverb, das steht im Satz ohne Komma. Hier also definitiv kein Komma. Man schreibt ja auch nicht hinter „heute“ ein Komma: * Ich habe heute, Fisch gegessen. :wink:

Gruß,

  • André

Moin, Immo,

was Du Relativsatz nennst, heißt bei mir Anhängsel (meine Schulzeit ist schon länger her).

Ob ein Einschub wirklich einer ist, lässt sich durch Streichen recht leicht feststellen - der Rest muss allein überleben können.

Gruß Ralf

funktioniert nicht, denn sonst kann ich mir auch den
Relativsatz hier versuchen wegzudenken:

„Eventuell ist es doch schlauer, den Wagen nicht hier zu
parken.“

Moment mal, das ist doch gar kein Relativsatz, oder? Ich sehe nämlich nicht, worüber da relativiert wird. Allerdings kann ich nicht sagen, wie man diese Satzart sonst nennen könnte.

Grüße,

  • André

„Eventuell ist es doch schlauer, den Wagen nicht hier zu
parken.“

Allerdings kann
ich nicht sagen, wie man diese Satzart sonst nennen könnte.

Infinitivkonstruktion http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Kom…

Gruß
Kreszenz

„Eventuell ist es doch schlauer, den Wagen nicht hier zu
parken.“

Moment mal, das ist doch gar kein Relativsatz, oder?

Hast natürlich recht.

Allerdings kann
ich nicht sagen, wie man diese Satzart sonst nennen könnte.

Es ist ein Subjektsatz.
(Zumindest, wenn man Großzügig die Infinitivgruppen zu den Nebensätzen zählt.)

Liebe Grüße
Immo

Hallo!

Aber bedauerlicherweise, hatte es keine Alternative fuer ihn
gegeben.

Hier ist kein Infinitiv eines Verbs (Nennform eines Tätigkeitswortes) zu erkennen, sondern nur „aber“ (Bindewort/Konjunktion) und „bedauerlicherweise“ (Umstandswort/Adverb). Kein Grund für ein Komma.

Es hatte bedauerlicherweise, keine Alternative fuer ihn
gegeben.

(Infinitiv: hatte gegeben?!)

„Hatte gegeben“ ist kein Infinitiv (Infinitiv heißt ja, dass das Verb so im Wörterbuch steht). Der Infinitiv von „hatte gegeben“ ist nämlich „geben“.
Und wenn Du schon erkennst, dass „hatte gegeben“ zusammengehört, dann kannst Du diese beiden Wörter doch nicht einfach mutwillig durch ein Komma trennen!

Übrigens war in Deinem letzten Satz auch noch ein Fehler, da müssen nämlich drei Kommata hin:

Eventuell ist es günstig, den Wagen, der auf der Straße steht, woanders zu parken.

Alle drei Kommata wurden zwar schon erklärt, jedoch immer an anderer Stelle; und dieser Satz blieb dann zuletzt ohne das Komma vor „den“ stehen.

Liebe Grüße
Immo

Es ist ein Subjektsatz.

Ah, Subjektsatz, das hätte ich eigentlich wissen sollen. Danke!

Grüße,

  • André