Wie offensichtlich ist dieses Arbeitszeugnis?

Guten Tag,

ich habe vor einigen Jahren das folgende Zeugnis bekommen. Ich weiß, dass dieses Zeugnis das Ergebnis eines „suboptimalen“ Beschäftigungsverlaufes war und wollte hier mal in die Runde fragen, wie offensichtlich dies ist und welchen konkreten Mangel man als Profi darin wohl sofort entdecken wird.

Zu den krummen Ein-/Ausstiegsdaten muss ich sagen, dass ich die selbst zu verantworten habe und nachträglich schon weiß, dass das zumindest beim Ausstieg eine bescheidene Idee war :expressionless:

Um keine Firmengeheimnisse zu verraten, habe ich ein paar fachliche Dinge umbenannt, aber die Formulierungen ansonsten wortgetreu übernommen.


Zeugnis

Herr Dr. X, geboren am x.x.19xx in X, trat am 18.Juli 2004 als Senior IT Consultant in die Abteilung ABC der Z GmbH & Co. OHG am Standort X ein.

Das ABC ist eine Kooperation zwischen der Z und der X. Das Aufgabengebiet umfasst die Erforschung, Entwicklung und Markteinführung von Softwarekomponenten und Lösungen im Bereich der Informationstechnologie. Ein Schwerpunkt dabei die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet eingebetteter Systeme. Das Arbeitsumfeld im ABC ist geprägt durch die Enge Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Projektpartnern aus der Wissenschaft.

Herr Dr. X war als Leiter der Gruppe GGG mit fünf Mitarbeitern im Themenumfeld X und Y aktiv. Die Gruppe bearbeitet sowohl Forschungs- als auch Kundenprojekte zur Qualität von Software. Ein Schwerpunkt der Gruppe ist die Beratung und Begleitung von Kunden bei der Einführung von Prozessen zur qualitätsorientierten Gestaltung von eingebetteter Software.

Das Aufgabengebiet von Herrn Dr. X umfasste die strategische und operative Durchführung verschiedener Projekte der Gruppe. Dazu zählten Akquise, Projektkleitung und Mitarbeit in Projekten zu den Themen

  • Umsetzung und Überprüfung von qualitätsorientierten Prozessmodellen
  • Consulting zum Wissensaufbau in Unternehmen im Bereich des Software-Engineering

Die operative Projektarbeit umfasste die Leitung, Unterstützung und Umsetzung von Software-Engineering-Maßnahmen methodisch in den Bereichen

  • Analyse (Use-Case-Erhebung, Code-Analyse)
  • Prozesskonzeption
  • Bewertung von Produkten und Prozessen

Anwendungsfelder dieser Projekte waren ERP-Software, Flugzeughersteller und Medizinische Software.

Im Rahmen der strategischen Ausrichtung unterstützte er auch die Basiskonzeption eines neuen Geschäftsfeldes von qualitätssichernden Prozessen („XYZ-Prozess“)

(neue Seite)

Herr Dr. X vertrat die jeweiligen Themen auf verschiedenen Kundenebenen professionell und erfolgreich. Er agierte verantwortungsbewusst und im Sinne der komplexen Zielsetzung des ABC. Er erledigte die ihm übertragenen Aufgaben eigenverantwortlich, lösungsorientiert, zuverlässig, mit großem Engagement und stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Sein Verhalten gegenüber Kunden, Führungskräften, Industrie- und Forschungspartnern und Kollegen war stets vorbildlich.

Herr Dr. X verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 15. Januar 2006. Wir danken Herrn Dr. X für seine stets sehr guten Leistungen und wünschen ihm auf dem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.

Z GmbH

(Unterschriften)

Dr. A – Line Manager M. B. – HR Consultant

krumm?

Zu den krummen Ein-/Ausstiegsdaten muss ich sagen, dass ich
die selbst zu verantworten habe und nachträglich schon weiß,
dass das zumindest beim Ausstieg eine bescheidene Idee war :expressionless:

trat am 18.Juli 2004 als
bis zum 15. Januar 2006.

Ist unter 2 Jahre, gem. BGB, auch zum 15. d. M. offiziell möglich. Erst ab 2 Jahren Beschäftigungsdauer wirds zum Kalendermonatsletzten vorgeschrieben.

Weicht das Datum daher vom 15. (2J.) nicht ab, wärs doch noch nicht krumm? Es sei denn für jemanden ist alles was nicht auf den Monatsletzten endet krumm?

Offensichtlich Consulting!
Zuerst einmal: Es wird viel substanzloses Gelaber produziert, das wenig handfeste Resultate bietet, also typisch Consulting …

Um keine Firmengeheimnisse zu verraten, habe ich ein paar fachliche Dinge umbenannt, aber die Formulierungen ansonsten wortgetreu übernommen.

Das kann so oder so losgehen. Anhand dessen was Du geschrieben hast kommt wirklich der Verdacht auf, dass es um substanzloses Gelaber geht.

Herr Dr. X, geboren am x.x.19xx in X, trat am 18.Juli 2004 als Senior IT Consultant in die Abteilung ABC der Z GmbH & Co. OHG am Standort X ein.

„Up or Out“ heißt es so schön in der Beratung -> Logische Konsequenz war die Beendigung des Vertrags.

Herr Dr. X war als Leiter der Gruppe GGG mit fünf Mitarbeitern im Themenumfeld X und Y aktiv.

laberlaber… Und - hat er da auch was erreicht?
Mich wundert ja schon mal, dass da nicht mal Standardverfahren aus QS/QM zum Einsatz kommen, geschweige denn irgendwelche nennenswerten Custom Techniken entwickelt wurden. Bisschen wenig für zwei Jahre.

Im Rahmen der strategischen Ausrichtung unterstützte er auch die Basiskonzeption eines neuen Geschäftsfeldes von qualitätssichernden Prozessen („XYZ-Prozess“)

Hat sich in Meetings gesetzt, Kekse gefuttert, Kaffee getrunken und bisschen blöd gelabert. Daß davon irgendwas hilfreich war, kann ja nicht ehrlich berichtet werden.

Herr Dr. X vertrat die jeweiligen Themen auf verschiedenen Kundenebenen professionell und erfolgreich.

Heißt - konkret?

Er agierte verantwortungsbewusst

Ein Wunder! Ein verantwortungsbewußter Teamleiter! (scnr)

und im Sinne der komplexen Zielsetzung des ABC.

Im Sinne, aber nicht wirklich mit konkreter Zielerfüllung…

Er erledigte die ihm übertragenen Aufgaben

Das ist aber schon mal interessant für einen Teamleiter, dass man ihm alles vorkauen muss - Umkehrschluss „alles was er von sich aus initiiert hat, ging völlig in die Hose“.

eigenverantwortlich, lösungsorientiert, zuverlässig, mit großem Engagement und stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Lösungs_orientiert_ - aber dass dabei am Schluss auch tatsächlich brauchbare Lösungen rauskamen wird nicht erwähnt.

Sein Verhalten gegenüber Kunden, Führungskräften, Industrie- und Forschungspartnern und Kollegen war stets vorbildlich.

Und seine Mitarbeiter hat er wie Ar*** behandelt?

Herr Dr. X verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 15. Januar 2006.

  1. geht ja noch das ist eine „runde“ Monatsmitte.
    Wenigstens hatte Dr X das Rückgrat, zu gehen. Die Frage ist ob das so ganz freiwillig war…

Wir bedauern dies nicht und danken Herrn Dr. X für seine stets sehr guten Leistungen

Welche?

und wünschen ihm auf dem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.

… den er bei uns nicht hatte.

Dr. A – Line Manager M. B. – HR Consultant

Nicht der Unterschrift eines C- oder D-Levels würdig? Ohje…

Dick aufgetragen, aber im Endeffekt alles heiße Luft. Wie bei Consultants so oft.

Klingt für mich irgendwie nach einem aufgrund von Dienstjahren in die Leitung berufenen Fachspezialisten, der aber leider nicht managen kann.

Gruss,
Michael

Zuerst einmal: Es wird viel substanzloses Gelaber produziert,
das wenig handfeste Resultate bietet, also typisch Consulting

Naja, die Fragestellung ist ja nicht, ob Consulting eine sinnvolle Tätigkeit ist :smile:)

Herr Dr. X, geboren am x.x.19xx in X, trat am 18.Juli 2004 als Senior IT Consultant in die Abteilung ABC der Z GmbH & Co. OHG am Standort X ein.

„Up or Out“ heißt es so schön in der Beratung -> Logische
Konsequenz war die Beendigung des Vertrags.

s.u.

Im Rahmen der strategischen Ausrichtung unterstützte er auch die Basiskonzeption eines neuen Geschäftsfeldes von qualitätssichernden Prozessen („XYZ-Prozess“)

Hat sich in Meetings gesetzt, Kekse gefuttert, Kaffee
getrunken und bisschen blöd gelabert. Daß davon irgendwas
hilfreich war, kann ja nicht ehrlich berichtet werden.

Wobei Herr X, also ich, das Thema erfunden, aufgebaut und sogar für einen sechsstelligen Betrag verkauft hatte. „Unterstützt“ war mir da auch zu schwach, aber ich war froh, da weg zu sein.

Herr Dr. X vertrat die jeweiligen Themen auf verschiedenen Kundenebenen professionell und erfolgreich.

Heißt - konkret?

Wer soll das jetzt beantworten? Würde der nächste Leser das nun positiv oder negativ bewerten?

Er agierte verantwortungsbewusst

Ein Wunder! Ein verantwortungsbewußter Teamleiter! (scnr)

und im Sinne der komplexen Zielsetzung des ABC.

Im Sinne, aber nicht wirklich mit konkreter Zielerfüllung…

ok

Er erledigte die ihm übertragenen Aufgaben

Das ist aber schon mal interessant für einen Teamleiter, dass
man ihm alles vorkauen muss - Umkehrschluss „alles was er von
sich aus initiiert hat, ging völlig in die Hose“.

eigenverantwortlich, lösungsorientiert, zuverlässig, mit großem Engagement und stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Lösungs_orientiert_ - aber dass dabei am Schluss auch
tatsächlich brauchbare Lösungen rauskamen wird nicht erwähnt.

Wozu dient dann die abschließende Bewertung „zur vollsten Zufriedenheit“? Gilt die nicht?

Sein Verhalten gegenüber Kunden, Führungskräften, Industrie- und Forschungspartnern und Kollegen war stets vorbildlich.

Und seine Mitarbeiter hat er wie Ar*** behandelt?

  1. Sind Mitarbeiter nicht auch Kollegen?
  2. ja :smile:

Herr Dr. X verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 15. Januar 2006.

  1. geht ja noch das ist eine „runde“ Monatsmitte.
    Wenigstens hatte Dr X das Rückgrat, zu gehen. Die Frage ist ob
    das so ganz freiwillig war…

ja, ein neuer Tarifvertrag mit 10-20% Lohnverzicht sollte in Kraft treten. Daraufhin hat Herr X eine bessere Anstellung gesucht, gefunden und angenommen.

Wir bedauern dies nicht und danken Herrn Dr. X für seine stets sehr guten Leistungen

Welche?

und wünschen ihm auf dem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.

… den er bei uns nicht hatte.

Kann man alles so interpretieren, aber ist das die normale Interpretation? Sehen das andere auch so?

Dr. A – Line Manager M. B. – HR Consultant

Nicht der Unterschrift eines C- oder D-Levels würdig? Ohje…

Vielleicht durchs Layout missverständlich: Unterschrieben hat der höchste Chef des Standortes und zusätzlich eben ein HR-Mensch.

A und B sind nur Platzhalter gewesen.

Klingt für mich irgendwie nach einem aufgrund von Dienstjahren
in die Leitung berufenen Fachspezialisten, der aber leider
nicht managen kann.

Also das mit den Dienstjahren ist definitiv falsch: X war frisch aus einem anderen Job (ohne Leitungsfunktion) in seinen ersten Führungsjob gestolpert.

Bevor ich mehr Details über die tatsächlichen Mängel verliere, würde ich mich noch über weitere Bewertungen oder Meinungen zu diesem Zeugnis freuen.

Danke aber schonmal an Dich.

Moin,

nachdem das Thema Vollständigkeit ja hier schon ausreichend diskutiert wurde, hier fällt es dann selbst mir auf :smile:


Zeugnis

Herr Dr. X, geboren am x.x.19xx in X, trat am 18.Juli 2004 als
Senior IT Consultant in die Abteilung ABC der Z GmbH & Co. OHG
am Standort X ein.

Das ABC ist eine Kooperation zwischen der Z und der X. Das
Aufgabengebiet umfasst die Erforschung, Entwicklung und
Markteinführung von Softwarekomponenten und Lösungen im
Bereich der Informationstechnologie. Ein Schwerpunkt dabei die
Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet eingebetteter
Systeme. Das Arbeitsumfeld im ABC ist geprägt durch die Enge
Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen
Projektpartnern aus der Wissenschaft.

Herr Dr. X war als Leiter der Gruppe GGG mit fünf Mitarbeitern
im Themenumfeld X und Y aktiv. Die Gruppe bearbeitet sowohl
Forschungs- als auch Kundenprojekte zur Qualität von Software.
Ein Schwerpunkt der Gruppe ist die Beratung und Begleitung von
Kunden bei der Einführung von Prozessen zur
qualitätsorientierten Gestaltung von eingebetteter Software.

alles wohl Firmenspezifisch.

Das Aufgabengebiet von Herrn Dr. X umfasste die strategische
und operative Durchführung verschiedener Projekte der Gruppe.
Dazu zählten Akquise, Projektkleitung und Mitarbeit in
Projekten zu den Themen

  • Umsetzung und Überprüfung von qualitätsorientierten
    Prozessmodellen
  • Consulting zum Wissensaufbau in Unternehmen im Bereich des
    Software-Engineering

Die operative Projektarbeit umfasste die Leitung,
Unterstützung und Umsetzung von Software-Engineering-Maßnahmen
methodisch in den Bereichen

  • Analyse (Use-Case-Erhebung, Code-Analyse)
  • Prozesskonzeption
  • Bewertung von Produkten und Prozessen

Anwendungsfelder dieser Projekte waren ERP-Software,
Flugzeughersteller und Medizinische Software.

ganz schön umfangreich. Habe ich so noch nie gesehen. Mag ne Stilfrage des Schreibers sein.

Im Rahmen der strategischen Ausrichtung unterstützte er auch
die Basiskonzeption eines neuen Geschäftsfeldes von
qualitätssichernden Prozessen („XYZ-Prozess“)

„unterstützt“ ist tatsächlich recht lau.

(neue Seite)

Herr Dr. X vertrat die jeweiligen Themen auf verschiedenen
Kundenebenen professionell und erfolgreich. Er agierte
verantwortungsbewusst und im Sinne der komplexen Zielsetzung
des ABC.

Hier geht’s dann los: Auf Kundenebene erfolgreich aber ansonsten nur „im Sinne“ (also eher nicht wirklich erfolgreich)?

Er erledigte die ihm übertragenen Aufgaben
eigenverantwortlich, lösungsorientiert, zuverlässig, mit
großem Engagement und stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Wenn man die Steigerung „mit großem“ in der Mitte sieht, vermisst man sie bei den Elementen weiter vorne. Vielleicht doch nicht 100% zuverlässig, eigenverantwortlich etc.?

Sein Verhalten gegenüber Kunden, Führungskräften, Industrie-
und Forschungspartnern und Kollegen war stets vorbildlich.

ok

Herr Dr. X verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 15.
Januar 2006. Wir danken Herrn Dr. X für seine stets sehr guten
Leistungen und wünschen ihm auf dem weiteren Berufs- und
Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.

Ich als Leser würde die „stets sehr guten Leistungen“ als heilend für die restlichen Widersprüche ansehen.

Die größten Defizite scheinen bei Herrn X in der Genauigkeit und Zuverlässigkeit zu liegen. Auch zum Thema Personalführung wird erstaunlich wenig (nichts) gesagt, was auf ein Defizit hinweisen kann.

Insgesamt eher Verkäufer als Führungskraft?

Danke, aber was wäre die Gesamteinschätzung?

Nachgelegt

Naja, die Fragestellung ist ja nicht, ob Consulting eine sinnvolle Tätigkeit ist :smile:

In der Form, dass es so manchen Consulter gibt bei dem dies üblich ist; könnte andeuten, dass die Leute gar nicht mehr wissen dass konkete Erfolge wichtig sind - und wäre somit möglicherweise verzeihlich.

Wobei Herr X, also ich, das Thema erfunden, aufgebaut und sogar für einen sechsstelligen Betrag verkauft hatte.

In 2 Jahren mit 6 Leuten? Das deckt nichtmal die „opportunity cost“!

Herr Dr. X vertrat die jeweiligen Themen auf verschiedenen Kundenebenen professionell und erfolgreich.

Heißt - konkret?

Wer soll das jetzt beantworten? Würde der nächste Leser das nun positiv oder negativ bewerten?

Negativ, weil man sich nichts darunter vorstellen kann und es „alles oder nichts“ heißen kann.

Wozu dient dann die abschließende Bewertung „zur vollsten Zufriedenheit“? Gilt die nicht?

Wie so oft, es gilt der Kontext. Ist das Zeugnis mies und am Schluß steht „zur vollsten Zufriedenheit“, kann das als Ironie ausgelegt werden. Wer Dir erzählt, dass nur diese 3 Worte dafür sorgen, dass ein Zeugnis sehr gut ist - hat schlichtweg keine Ahnung.

  1. Sind Mitarbeiter nicht auch Kollegen?
  2. ja :smile:

Bei Führungskräften will das Verhältnis zu Mitarbeitern gesondert genannt werden.

ja, ein neuer Tarifvertrag mit 10-20% Lohnverzicht sollte in Kraft treten.

Sieht der Leser nicht.

Daraufhin hat Herr X eine bessere Anstellung gesucht, gefunden und angenommen.

Das verzeiht alles was im Zeugnis steht, wenn ein Nachfolgearbeitsverhältnis nahtlos gefunden wurde.

Wir bedauern dies nicht und danken Herrn Dr. X für seine stets sehr guten Leistungen

Kann man alles so interpretieren, aber ist das die normale Interpretation?

Eigentlich ja. Bedauern des Ausscheidens ist notwendig bei Eigenkündigung. Fehlen Selbigens bedeutet explizit „Lieber heute als morgen loswerden“.

Und dass nicht „weitehin“ Erfolg gewünscht wird ist auch eindeutig.

Also das mit den Dienstjahren ist definitiv falsch: X war frisch aus einem anderen Job (ohne Leitungsfunktion) in seinen ersten Führungsjob gestolpert.

Sowas meinte ich: X hat zuerst was Anderes gearbeitet, über Jahre hinweg und dann durfte er mal was leiten. Laut Zeugnis lief das aber nicht so toll.

Bevor ich mehr Details über die tatsächlichen Mängel verliere, würde ich mich noch über weitere Bewertungen oder Meinungen zu diesem Zeugnis freuen.

Im Endeffekt ist mir relativ egal, was der Grund für die Mängel ist (Du musst Dich nicht offenbaren) - das war nur das, was ich lesen würde wenn mir die Bewerbung vorliegen würde.

Gruss,
Michael

1 „Gefällt mir“

Daraufhin hat Herr X eine bessere Anstellung gesucht, gefunden und angenommen.

Das verzeiht alles was im Zeugnis steht, wenn ein
Nachfolgearbeitsverhältnis nahtlos gefunden wurde.

Hab ich die Ironie verpasst? Wieso verzeiht das Finden einer Neuanstellung das Zeugnis?

Das war doch 'nen Witz oder?

Und mich würde jetzt auch mal anhand dieses vollständigen Zeugnisses deine abschließende Bewertung seines Zeugnisses interessieren:

„Ganz gut, aber als Führungskraft 'ne Pleite“

oder eher

„insgesamt mäßig - die sind froh, dass sie ihn los sind“

Das verzeiht alles was im Zeugnis steht, wenn ein
Nachfolgearbeitsverhältnis nahtlos gefunden wurde.

Hab ich die Ironie verpasst? Wieso verzeiht das Finden einer Neuanstellung das Zeugnis?

Weil jeder mal Pech mit dem Arbeitgeber haben kann. Ist der Nachfolge-Arbeitgeber glücklich und zufrieden und möchte den guten Mann gar nicht mehr weglassen, ist doch eindeutig geklärt bei wem die Schuld liegt!

Zwei schlechte Zeugnisse in Folge wären jedoch fatal…

Und mich würde jetzt auch mal anhand dieses vollständigen Zeugnisses deine abschließende Bewertung seines Zeugnisses interessieren:

„insgesamt mäßig - die sind froh, dass sie ihn los sind“

Diese Richtung. Man war nicht begeistert und hat ihn auch nicht gebraucht.

Notenmäßig insgesamt unterer 3er Bereich.

Gruss,
Michael

Wobei Herr X, also ich, das Thema erfunden, aufgebaut und sogar für einen sechsstelligen Betrag verkauft hatte.

In 2 Jahren mit 6 Leuten? Das deckt nichtmal die „opportunity
cost“!

Naja, die Leute haben ja hauptamtlich was anderes gemacht. Kostendeckung war nach einigen Anlaufproblemen (Auftragseingang war zu Beginn bei 0 und am Ende immerhin bei 80% Kostendeckung) absehbar OK.

Wozu dient dann die abschließende Bewertung „zur vollsten Zufriedenheit“? Gilt die nicht?

Wie so oft, es gilt der Kontext. Ist das Zeugnis mies und am
Schluß steht „zur vollsten Zufriedenheit“, kann das als Ironie
ausgelegt werden. Wer Dir erzählt, dass nur diese 3 Worte
dafür sorgen, dass ein Zeugnis sehr gut ist - hat schlichtweg
keine Ahnung.

hmmm… aber warum schreibt der Zeugnisverfasser dann nicht „zur Zufriedenheit“ oder so? Wär doch einfacher.

Daraufhin hat Herr X eine bessere Anstellung gesucht, gefunden und angenommen.

Das verzeiht alles was im Zeugnis steht, wenn ein
Nachfolgearbeitsverhältnis nahtlos gefunden wurde.

Kannst Du das bitte erläutern? Ist das eine ernst gemeinte Antwort? Ich habe ja tatsächlich erst die neue Anstellung unterschrieben und dann gekündigt und natürlich am 16.1. gleich dort angefangen.

Eigentlich ja. Bedauern des Ausscheidens ist notwendig bei
Eigenkündigung. Fehlen Selbigens bedeutet explizit „Lieber
heute als morgen loswerden“.

ok, würde aber passen.

Und dass nicht „weitehin“ Erfolg gewünscht wird ist auch
eindeutig.

Ohje.

Sowas meinte ich: X hat zuerst was Anderes gearbeitet, über
Jahre hinweg und dann durfte er mal was leiten. Laut Zeugnis
lief das aber nicht so toll.

Ja, das passt.

Im Endeffekt ist mir relativ egal, was der Grund für die
Mängel ist (Du musst Dich nicht offenbaren) - das war nur das,
was ich lesen würde wenn mir die Bewerbung vorliegen würde.

Darum ging es ja auch. Vielen Dank dafür.

Ich wollte nur abgleichen, ob die damals geäußerte Kritik an Herrn X dann auch so im Arbeitszeugnis wieder auftauchte oder ob es noch schlimmer wäre (oder besser).

Nur zum Abgleich: Ja, als Fachmann hatte X insbesondere bei den Kunden große Erfolge und einige gute neue Kunden geholt. Aber alles was mit der Führung der Gruppe zu tun hatte, war eine ziemliche Pleite. X war schlicht überfordert als absoluter Anfänger eine Gruppe zu leiten, die in 5 Jahren 4 Vorgänger auf seinem Posten verschlissen hatte (2x mit anschließender Psychatrie! 2x mit Rauswurf bzw. Degradierung). Am Ende dieser Episode war die Gruppe faktisch gesprengt, was der GF ganz gelegen kam, so dass X auf ein geheimes Wohlwollen hoffen konnte.

X hat dann in dem Moment die Flucht ergriffen, als dann auch noch der Lohn (aller in dem ganzen Konzernteil) gekürzt werden sollte und seine eigenen Vorgesetzten sich aus dem Staub machten. Die eigentliche Verfasserin des Zeugnisses kündigte 2 Wochen später selbst.

Zum Glück war das dem nächsten AG egal. Der bewertete das Zeugnis dann später mit „super“ (ehrlich) :wink: Sorgen macht mir ein eventueller übernächster AG, wobei bis dahin ja auch einige Jahre ins Land gegangen sein werden.

Also nochmal danke und vielleicht kommt ja noch eine andere Einschätzung.

Falsch

Ist unter 2 Jahre, gem. BGB, auch zum 15. d. M. offiziell
möglich. Erst ab 2 Jahren Beschäftigungsdauer wirds zum
Kalendermonatsletzten vorgeschrieben.

Wenn Du schon mit Gesetzen und §§ um Dich wirfst, dann solltest Du wenigstens ihren Inhalt kennen.

Kurz:
Deine Aussage ist falsch - im 622 BGB ist nicht geregelt, dass es bei AN-Kündigung (Zitat des UP:Herr Dr. X verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 15. Januar 2006) der Monatsletzte sein muss.

Gruß
Guido