Hallo Experten!
Meine Oma ist nach einem Schlaganfall zum Pflegefall geworden und wird nun von uns zu Hause gepflegt. Nachts sollen wir sie öfters mal drehen. Wie oft dreht man sich denn nachts im Schlaf um? Danke für ihre Hilfe.
Hallo,
im Schlaf ist man ständig in Bewegung, der Eine mehr der Andere weniger. Aber für die Pflege ist ein anderer Rhythmus wichtig.
Damit sich der Patient nicht wund liegt, sollte er alle zwei Stunden gedreht werden. Dabei wird immer eine andere Position gesucht. Ich weiß nicht, ob sich das auch für die häusliche Pflege realisieren lässt, aber zwei oder dreimal die Position verändern solltet ihr schon.
Wenn es vor Ort eine Beratungsstelle, für häusliche Pflege gibt, empfehle ich, daß ihr euch dort beraten last. Und googlt mal „Lagerung nach Bobath“, dort gibt es bestimmt gute Anleitungen.
Wenn es noch Fragen gibt,stehe ich gern zur Verfügung.
Gruß
Hallo!
In der Pflege sollte man beim Lagern darauf achten, dass alle 2 Stunden die lage verändert wird. Kann Ihre Oma irgendwie selbst noch die Lage verändern? Wenn nicht, dann müssen Sie das übernehmen. Es gibt viele Lagerungshilfen (Kissen, Rollen, etc.) Ich hoffe, ich konnte helfen, bei weiteren Fragen dürfen Sie sich gerne melden.
Gruß
Christine
Hallo,
ich habe mehrere Jahre in der Pflege gearbeitet und wir haben es so gehalten:
Ist die Person akut gefährdet sich wund zuliegen, dreht man alle zwei Stunden in eine andere Position. Also: rechte Seite, Rücken, linke Seite. Ist diese Gefahr nicht gegeben, reicht es 1x pro Nacht die Position zu wechseln. Kann die Patientin sich überhaupt noch bewegen oder ist es eine komplette Lähmung?
LG
knuffelchen
Hallo VollesMass,
vielen Dank für die Anfrage. Nachts drehen wir uns physiologischer Weise selbst um. Das schwankt bei jedem sehr individuell. Das schwankt von sehr wenig bis zu 10 mal pro Stunde. In der Regel bekommen wir das selbst nicht mit. Ist diese eigene Funktion nicht mehr möglich, wie z.B. nach einem Schlaganfall, müssen diese Personen von den Pflegenden „gedreht“ werden. Das müssen keine großen Lagerungswechsel sein, es reichen auch sog. Mikrolagerungen oder Minimalbewegungen. In Ihrem Fall wird es Ihnen empfohlen worden sein, weil Ihre Oma nicht mehr viel Eigenbewegung hat. Hier ist hauptsächlich im Vordergrund, dass sich Ihre Oma nicht durchliegt und es dient somit der sog. Dekubitusprophylaxe. Je nach Ernährungszustand und restlicher Eigenbewegung empfiehlt es sich, Ihre Oma alle 2-3 Stunden umzulagern. Das ist die Richtlinie. Hat man hier Erfolg, d.h. es enstehen keine Druckstellen an der Haut, kann man die Intervalle auch verlängern, damit Ihre Oma auch zum Schlafen (und Sie auch!)kommt.Ich empfehle Ihnen folgendes Vorgehen:Lassen Sie sich von einer Pflegefachkraft (Krankenschwester oder Altenpflegerin) zeigen, wie solche Lagerungswechsel durchgeführt werden. Holen Sie siche eine spezielle Matratze - wird in der Regel von der Kasse übernommen und machen Sie vielleicht einen Kurs für pflegende Angehörige - das hilft bei vielen Fragen. Und, falls Sie keinen unterstützenden Pflegedienst haben, lassen Sie sich zumindest von einem beraten. Das wird jeder Pflegedienst anbieten.
Falls noch Fragen bestehen, bitte gern wieder.
Liebe grüße
Tine
Eine allgemeine Aussage, wieviele Drehungen man im gesunden Zustand im Schlaf macht, gibt es meines Wissens nicht.
In Bezug auf den Schlaganfall der Oma ist es allerdings empfehlenswert, eine regelmäßige Lageveränderung zur Verhinderung eines Druckgeschwüres durchzuführen. Wie lange die Zeiträume sein dürfen von einem Lagewechsel zum anderen, entscheidet letztendlich der Hautzustand. Allerdings reicht es hier bereits häufig aus, wenn ein Kopfkissen oder eine Deckenrolle im Bereich zwischen Schulter und Steiß unter die Matratze geschoben wird und ca. alle 2 Stunden stückchenweise hervorgezogen wird, was jedes Mal zur Folge hat, dass eine Druckumverteilung erfolgt. Wenn die Haut keine Rötungen an den Liegestellen aufzeigt, können die Zeiträume durchaus verlängert werden.
Geeignete Techniken kann man als pflegender Angehöriger in einem Pflegekurs erlernen. Sie können aber auch einen Pflegedienst beauftragen, Ihnen geeignete Techniken zu zeigen. Dazu steht Ihnen ein Zeitraum von bis zu 2 Stunden zur Verfügung, die über die Pflegekasse abgerechnet werden können.
Falls Sie noch nähere Informationen wünschen, antworte ich Ihnen gerne.
Viele Grüße
Hallo !
Tut mir leid dass ich jetzt erst antworte, hatte eine Weile kein Internet.
Wie oft sich ein gesunder Mensch im Schlaf dreht ist bei der Pflege eines kranken Menschen irrelevant. Bei der „Anordnung“ sie öfters umzudrehen geht es um folgendes :
Wenn ein Mensch, der sich selbst nicht mehr normal/ausreichend bewegen kann still liegt kommt es dazu, dass durch den Druck des Körpers auf die Unterlage (Matratze) etliche Körperstellen schlecht durchblutet werden. Hält dieser Druck zu lange an (länger als 2 Stunden) kann das Gewebe beginnen durch den Blutmangel abzusterben (ist übrigens auch sehr !! schmerzhaft)Die am meisten gefährdeten Körperstellen sind alle die, an denen nahe unter der Haut schon Knochen ist, z.B. : die Fersen, das Steißbein, die Wirbelsäule, der Kopf, die Ellenbogen, die Schulterblätter…
Es ist unrealistisch, bei der Pflege zu Hause nachts alle 2 Stunden den Menschen neu zu lagern, macht es so oft es möglich ist, zuletzt vor dem eigenen Schlafen gehen, zuerst nach dem Aufstehen. (Die Gefahr ist übrigens auch vorhanden beim Sitzen, z.B. im Rollstuhl) Man nennt dieses Absterben von Gewebe „Dekubitus“. Im schlimmsten Fall stirbt das Fleisch ganz ab, es gibt böse schmerzhafte Wunden und häufig Blutvergiftungen.
Neben der Lageänderung gibt es aber einiges, was ihr tun könnt um das Risiko zu reduzieren : weiche Unterlagen, Anti - Dekubitus - Felle oder alternativ Schaffell/Babyfelle (Billiger, falls euch der Hausarzt keine verschreibt)als Unterlage, gute Hautpflege mit häufigem Eincremen mit Körperlotion (kein Alkohol/Franzbranntwein, die Haut darf nicht austrocknen), das hat auch einen Massageeffekt und wirkt durchblutungsfördernd, ausreichend Trinken, gesunde Ernährung, kleine Hautwunden sofort mit Heilsalbe versorgen.
Kritisches erstes Zeichen einer Durchblutungsstörung ist eine Rötung, danach wird die Haut weiß bevor sie beginnt abzusterben.
So, ich hoffe, ich konnte euch ein wenig helfen.
Im Übrigen : Habt ihr eine Pflegstufe beantragt ? Solltet ihr. Auch gibt es gute reha - Einrichtungen für ältere menschen nach Schlaganfall, manchmal läßt sich mit einem Aufenthalt in einer Gerontologischen reha - Klinik der Zustand insgesamt sehr verbessern. (Krankenkasse konsultieren und beantragen, bei Ablehnung Widerspruch einlegen). Auch das Einbeziehen eines ambulanten Pflegedienstes stundenweise ist keine Schande, manche Krankenkassen bieten auch Kurse und Begleitung für pflegende Angehörige an, die sind auch zu empfehlen.
Ich wünsche euch alles Gute !
Grüße !
Habe die anfrage erst jetzt zugestellt bekommen. Kann leider auch nicht helfen.