Wie organisiert man einen Transport, von der Planung bis zur Auslieferung?
Mein Schwiegersohn braucht das Ganze für eine Schularbeit und hat mittlerweile auch einiges zusammengefasst, jedoch ist das noch zu wenig.
Er kennt sich auf diesem Gebiet nicht wirklich aus und auch im Internet ist nichts Entsprechendes zu finden. Kann uns vielleicht jemand weiterhelfen?
Vielen Dank schon im Vorraus
Hallo Andrea,
das kann auf einige Schritte aufgeteilt werden u.B.
a) Erfassung/Formulierung des Bedarfes (Auftrages)
b) Angebote einholen und Vergabe
c) Abwicklung/Ueberwachung/Abrechnung/Bewertung
Der erste Schritt ist entscheidend fuer die Qualitaet.
Wenn fuer die Offert-/Transportauftrag-Erfassung moeglichts genaue Daten bereitgestellt werden, kann eine Optimale Abwicklung und Preisgestaltung erreicht werden.
Wenn Sie wollen kann ich Ihnen im Internet noch Suchtips beschaffen.
Gruss
Transportexperte
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ja er hat schon einiges selbst zusammengefasst, welches jedoch zu ergänzen wäre. und genau das ist das problem, er weiß nicht was er noch ergänzen soll 
Hallo Andrea,
ich kann dir da nur pauschal etwas zu schreiben, da es doch sooo viele Arten von Transporten gibt.
Stückgut, Frischware, Tiefkühlware, flüssige Ware, Gefahrgut usw.
Die vielen Arten der Transporte unterscheideb sich natürlich auch in der Planung und Durchführung einwenig bis zu ganz schön viel.
Aber gehen wir die Sache mal aus dem Stückgut/Ladungsverkehr an:
Du bekommst zum Beispiel den Auftrag, eine Ladung Sammelgut, also Paletten, Kartons, Säcke, Fässer und was auch immer bei mehreren verschiedenen Absendern abzuholen und auch bei verschiedenen Empfänger zuzustellen. Als erstes hinterfragst du Ladeorte und Entladeorte, und entweder die benötigten Lademeter eines Standard-LKW und das Gewicht der Ladung, oder die Maße der einzelnen Stückgüter. In der Regel gibt der Auftraggeber aber die benötigten Meter des Lkw und die Höhe der Ladung an. Dann muss hinterfragt werden, ob es sich bei der Ladung oder einem Teil der Ladung um Gefahrgut nach GGvS oder ADR handelt, denn dabei sind besondere Vorschriften zu beachten.Anhand der Ladungsmaße wird nur der Platzbedarf auf der Ladefläche ermittelt, was maßgebend für die Kalkulation des Frachtpreises ist. In der heutigen ist auch ein wichtiger Punkt die Ladungssicherung. Kann ich die Ware stapeln und dann noch verkehrssicher unterbringen? Wenn nicht, benötige ich noch mehr Laderaum, also wirds für den Auftraggeber noch teurer.
Anhand der zur Verfügung stehenden Daten wird nun aus Laderaum, Gewicht und zu fahrende Kilometer der Frachtpreis errechnet (dabei nicht den eigenen Verdienst vergessen) und dem Kunden übermittelt. Bei der Kalkulation der Fahrzeiten zwischen den Ladestellen muss man auch Sicherheiten für Stau, dichten Verkehr und Wartezeiten beim Kunden einkalkulieren.
Zur Planung des Transporte gehört auch das heraussuchen der rentabelsten Transportroute unter berücksichtigung von z.B. schwerer Bergstrecken, Mautpflichtigen Strecken usw. Der kürzeste Weg ist dabei nicht immer der günstigste.
Anhand der Wegstreckenplanung ist dann auch die Beladung vorzunehmen, also der Kunde, welcher als erstes entladen werden muss, der muss als letzter geladen werden.
Wird der Transport z.B. im Winter, wie zu den jetzigen schwierigen Verhältnissen durchgeführt, sollte man sich für die gesamte Strecke die Wettervorhersagen besorgen, um dadurch auch noch etwaige Probleme einkalkulieren zu können. Es muss sichergestellt werden, das an den jeweiligen Be-und Entladestellen das nötige Personal dafür zur Verfügung steht, denn im Fernverkehr z.B. ist der Fahrer NICHT zu den Tätigkeiten heranzuziehen, da er hierzu nicht versichert ist.
Mit den ganzen erhaltenen Daten wird nun ein Lade- und Transportauftrag für den Fahrer erstellt und dieser wird damit losgeschickt.Ich gehe jetzt davon aus, das alles über Kredit und Tankkarten bezahlt wird. Muss der Fahrer bar zahlen, muss ihm unter Berücksichtigung der ganzen Strecke auch noch das für Diesel, Maut oder sonstige Kosten anfallende Bargeld mitgegeben werden. Der Fahrer hat sich von jeder Ladestelle nach Erledigung zu melden, damit der Zeitplan überwacht werden kann. Kommt es hier schon zu verzögerungen, ist auch der Auftraggebeber hierüber zu informieren. Kommt es im Verlauf des Transportes zu Verzögerungen durch Unfall, Stau, Wetter oder was auch immer, muss sich der Fahrer melden und der Zeitplan wird mit Benachrichtigung des Auftraggebers wiederum korrigiert. Gleiches gilt auch für die Zeiten an den verschiedenen Entladestellen, denn so mancher Kunde bestellt sich das Entladepersonal extra zum Eintreffen der Ware, und müßte ohne Info die Leute auch während der Wartezeit bezahlen. Oder noch schlimmer z.B. bei Kran-Be-oder-Entladung. Ein grosser Autokran kann schnell mal 500-1.000 € die Stunde kosten. Da wird sich der Kunde freuen, wenn er den Kran während der >Wartezeit auf den LKW auch noch bezahlen muss.
Während des laufenden Transporte muss dann unter steter Berücksichtigung des Zeitplans eine Rück- oder Anschlußfracht für das Fahrzeug besorgt werden. Dies sollte recht zügig erfolgen, denn Standzeiten bei einem LKW kosten nun mal Geld, da alle Fixkosten weiterlaufen.
Ist das Fahrzeug dann entladen, erhält der Fahrer per Tel. oder Fax seinen Anschlussauftrag.
Es ist auch stets dafür zu sorgen, das der Fahrer an die gesetzlichen Lenk-und Ruhezeiten (also die EG-Sozialvorschriften) einhält. Mittlerweile werden bei Verstößen schon in vielen Fällen auch der Disponent und sogar der Chef mit zur Rechenschaft gezogen. Am Ende eines Transportes wird unter berücksichtigung aller variablen und fixen Kosten eine Nachkalkulation, bzw eine Rentabilitätsberechnung des Transporte durchgeführt.
SO DAS WAR ES ERST MAL. ICH HABE OBEN AUFGEFÜHRT, WIE ES IM BESTEN FALLE LAUFEN SOLLTE. WIRD ABER LEIDER NICHT IMMER SO GEMACHT.
Sollten noch weitere Fragen auftauchen, könnt ihr mich gerne noch einmal ansprechen.
Gruß aus Lloret de Mar
Uwe