Wie Person finden, die im Notfall da ist?

Hallo,

folgende Situation. Familie mit zwei Kindern, Mutter Einwandererin, geht arbeiten, Vater Frührentner, wegen Krankheit oft beim besten Willen nicht „einsatzfähig“. Gebraucht wird eine Person, die da ist und sich kümmern kann, wenn es Probleme gibt. Kind krank, kleiner Unfall, Probleme mit der Schule etc. Die Person müsste also noch ziemlich fit sein, nicht eine alte Oma. Gibt es das? Wer würde eine Familie unterstützen wollen? In welcher Lebenssituation? Gegen welche Art von Gegenleistung? Wie würde man diese Person finden?

Welche sonstigen Hilfen (z.B. staatliche) oder Lösungen sind denkbar? Wer berät? Wie geht man vor?

Kennt jemand einen ähnlichen Fall?

Bitte alles sagen, was euch einfällt.

Danke!

Erst mal den weitläufigeren Bekanntenkreis abklappern, dann je nach Weltanschauung und religiöser Toleranz (nicht Bindung!) die Gemeinden mit Einrichtungen wie der Pfarr-Caritas kontaktieren. Ggf. gibt es vor Ort ein Freiwilligenbüro, Mehrgenerationenhaus o.ä. auf kommunaler Ebene, das Menschen vermittelt, die sich gerade nicht einer Organisation anschließen wollen, sondern individuelle Hilfe anbieten möchten. Ansonsten kann man es auch mal am Schwarzen Brett im Supermarkt oder mit einer Kleinanzeige versuchen.

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Was mir gerade noch einfällt: Auch Facebook-Gruppen und Foren, … mit Ortsbezug in die Suche einbeziehen.

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Hallo,

hat der Vater einen Pflegegrad? Wenn noch nicht beantragt, vielleicht machen (mehr als ablehnen geht nicht). Da gibt es bereits ab Pflegegrad 1 einen Entlastungsbeitrag von 125 € pro Monat. Den kann man nicht selbst bekommen, sondern ein Pflegedienst, zugelassene Nachbarschaftshilfe o.ä. Vielleicht würde es über diesem Weg funktionieren.
Viel Erfolg!
Karin

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Telefon mit rotem Knopf anschaffen.


Es gibt noch mehr Anbieter wie z.B. Die Johanniter und die Malteser.
ramses90

Hmm, ich bin nicht ganz sicher, ob das in dem Fall die richtige Hilfe ist. Denn erstens ist das nicht ganz günstig (ich meine sowas wie 50 Euro / Monat für die „sinnvolle“ Variante) und zweitens ist das ja eigentlich für ne andere Zielgruppe: also so die klassische Ommi, die im Wohnzimmer hinfällt und aus eigener Kraft nimmer hochkommt. Da entscheiden dann die Leute am anderen Ende vom „roten Knopf“ ob der Notarzt oder der freundliche Ersthelfer vor Ort vorbeikommen muss. Aber das geht im Wesentlichen um die „erste Hilfe“.

Ich glaube, beim Fragesteller geht’s eher um so Fälle wie „die Mama kriegt ne schlimme Lungenentzündung, jemand muss sich um Papa und die Kinder kümmern bis Mama wieder fit ist“. Oder „Klein-Susi droht in der siebten Klasse durchzurasseln, die Mama spricht nicht genügend deutsch um mit den Lehrern zu sprechen und möchte nen Muttersprachler der mitkommt“. Beides keine Fälle für den „roten Knopf“ (außer natürlich die Mama kriegt im Rahmen ihrer Lungenentzündung Atemnot und weder Mann noch Kinder sind in der Lage die 112 zu wählen g).

Und zur Beantwortung der eigentlichen Frage: das sind natürlich primär Jobs von Verwandten, Freunden, Bekannten und Nachbarn. Gibt’s da im Umfeld dieser Familie niemanden? Eventuell Eltern von Freunden der Kinder? Vielleicht auch nicht nur „die eine helfende Person“ sondern Hugo für Übersetzungen, Antonia für Notfall-Kinderpflege, Egon für Unfälle etc,?

Aber gut, es mag Gründe geben, warum diese Familie niemanden in dieser Art „greifbar“ hat, das geht uns auch nichts an. Das waren erstmal nur so Gedanken, die Ihr Euch sicher schon gemacht habt, ich wollte sie nur für den Fall erwähnen, dass Ihr irgendeinen davon tatsächlich noch nicht auf dem Schirm hattet.

Der nächste Schritt ist dann also sich solche Leute zu „kaufen“. Vielleicht mag sich die alleinerziehende Mutter nebenan ein paar Öcken nebenher verdienen? Vielleicht ist die Rentnerin im 2. OG noch fit und nicht abgeneigt, mal zu auszuhelfen? Es wurde ja schon erwähnt, aber auch im religiösen Umfeld findet man hier oft „Nachbarschaftshilfe“. Und ansonsten wäre nachzugucken, ob der Wohnort nicht so einen „Nachbarschaftshilfe-Verein“ hat, der seine Freiwilligen für kleines Geld vorbeischickt.

Und bei schlimmeren Sachen (also Mama bricht sich den Fuß und fällt längerfristig aus) gibt’s doch „offizielle“ Hilfe. Da bin ich jetzt unsicher: ich würde da mal beim Jugendamt fragen, da gibt’s doch Leute, die sich in solchen Fällen („Mama und Papa krank, sonst niemand da“) um die Kinder kümmern.

Das heißt, im Ganzen wird das wohl auf ein Netzwerk von Leuten rauslaufen, die im Zweifelsfall helfen.

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Ich glaube, in dem Fall ist die Krankenkasse anzusprechen. Hier ist z. B. ein Artikel darüber: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/haushaltshilfe-in-diesen-faellen-zahlt-die-krankenkasse-a-888560.html

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Hallo,

danke an alle, die geschrieben haben. Es sind gute Anregungen dabei.

Frau Boemer, du hast die Lage bzw. die möglicherweise entstehenden Situationen richtig erkannt. Genau genommen besteht die Lage noch nicht, aber es wird in absehbarer Zeit so sein und ein Plan muss her, vor allem für plötzliche Notlagen.

In der Familie ist niemand verfügbar. Wichtig wäre halt, jemanden zu haben, der tagsüber praktisch immer erreichbar ist und Zeit hat bzw. sich freimachen kann, wenn es nötig ist. Da gibt es nicht so viele Menschen, auf die das zutrifft. Der Hinweis auf die alleinerziehende Mutter ist daher sehr hilfreich.

In dem Fall sollte man mehrgleisig fahren.

Grundsätzlich ist bei allen gesundheitlichen Fragen die Krankenkasse der richtige Ansprechpartner. Gibt es niemanden, der den Haushalt führen kann - danach klingt es, wenn der Vater nicht kann - dann würde bei einer entsprechenden Erkrankung eine Haushaltshilfe von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, so ein Kind unter 12 ist. Näheres hier.
https://service.niedersachsen.de/detail?pstId=401572908#:~:text=Welche%20Gebühren%20fallen%20an%3F,EUR%2010%2C00%20pro%20Tag.
Dann wäre es sinnvoll, zusätzlich ein soziales Netz aufzubauen. Es gibt Nachbarschaftsnetzwerke, man kann in der Schule nachfragen. Grundsätzlich ist Hilfe auf Gegenseitigkeit etwas, was ein wenig Zeit braucht zum Aufbau, dann aber gut funktioniert. Vielleicht kann auch der Vater bestimmte Dinge leisten und es tut ihm sogar gut.