Hallo liebe Wissenden.
Ich bin neuzeitlich Vater geworden und mache mir naturgemäss Gedanken über die Zukunft meiner Tochter. Jetzt habe ich aber eine Sorge: Meiner Meinung nach wird nicht nur in Deutschland eine vernünftige Ausbildung durch den Staat in absehbarer Zeit nicht mehr (noch weniger) gewährleistet sein, die Wertvorstellungen die ich persönlich habe decken sich nicht mit der Vorgehensweise welche staatliche Institutionen zwangsläufig nutzen müssen. Und das Beginnt ja schon mit dem Kindergarten. Meine Frage: Wenn ich nicht möchte, dass mein Kind verwaltet statt individuell gefördert wird, wie gehe ich dieses Thema an? Wenn ich möchte, das mein Kind nicht nur bunte Bilder mit schlecht ausgebildeten Erziehern malt, sondern pädagogisch spielerisch zum experimentieren ermuntert wird, wie gehe ich das an? Ich wohne nicht in der Grossstadt, sondern in 80.000 Einwohnerstadt in Bayern, sodass nicht gerade ein Überangebot an privaten Schulen besteht.
Wo finde ich Informationen zu diesem Thema? Dieses Thema ist mir so wichtig, dass ein Umzug nicht unmöglich wäre, auch finanziell kann ich für Erziehung einiges ausgeben.
Das wir uns nicht falsch verstehen- es geht nicht darum, die Verantwortung für die Erziehung abzugeben und zu deligieren, dass ich persönlich einiges tun kann ist klar. Aber ich bin kein Fachmann für Pädagogik und möchte es auch nicht werden…
Vielen Dank für jede Hilfe!
Zaphod Wissensdurst
Auch hallo.
Also in die Zukunft zu schauen fällt nicht jedem leicht…
Und angesichts des Geburtenrückgangs hierzulande dürfte sich die Situation im Erziehungssektor auch bald wieder entspannen (was der Qualität der Ausbildung allerdings keinen Abbruch tun dürfte…)
Nun gut: erstmal muss man wissen, was das liebe Kind so ‚drauf‘ hat. Dann muss das Finanzielle stimmen. Und wenn individuelle Förderung das Nonplusultra darstellen soll kann ich genau zwei Mittel nennen: das Kind seine Begabungen ausleben lassen oder Walldorfschule (?). Für ersteres Punkt hätte ich ein Beispiel anzubieten: http://dev.jaced.com:8080/htm/c/cbios/cbios_capablan…
Man sieht: die beste Förderung für das Kind nutzt nichts, wenn dieses dafür keine Begabung mitbekommen hat…
HTH
mfg M.L.
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http://www.mensa.de
Hallo Markus,
interessanter Link, aber wie lautet Dein Rat?
1)Hoffen, das mein Baby ein Wunderkind ist oder 2)Waldorfschule?
Von einem Forumsmitglied mit so „multipler Interessenslage“ (vita) und einer Verbindung (Mitglied?) zu Mensa hätte ich eine noch fundiertere Antwort erhofft.
Was genau bedeutet Deine These „Man sieht: die beste Förderung für das Kind nutzt nichts, wenn dieses dafür keine Begabung mitbekommen hat…“ ? und wofür steht das „dafür“ in diesem Satz?
Vielleicht kannst du mir so weiterhelfen:
Wie hat man denn Deine Begabungen bemerkt und gefördert?
Interessiert mich sehr!
Gruss
Zaphod
Mahlzeit.
Ich sehe schon: der cand. autodidactus Psychologicus muss mal wieder ran…
1)Hoffen, das mein Baby ein Wunderkind ist oder
Was heisst hoffen ? Dem Kind etwas nahebringen (Musik, Zahlen, Dinosaurier, Schach, Astronomie…) und dann mal schauen wie es darauf reagiert. Okay, evtl. dauert die Begeisterung dafür etwas länger 
Und partielle Begabungen will ich mal nicht ausschliessen…(Bspl. Boris Becker: m.W. nach nur Tennis & Sport)
2)Waldorfschule?
Oder eine andere Schulform, die dem Kind seinen Freiraum lässt. Keine Gewehr (*g*), dass das in einer W.d.schule passiert… Und der beste Nachwuchs ist angeblich der, den man selbst ausgebildet hat.
Von einem Forumsmitglied mit so „multipler Interessenslage“
(vita) und einer Verbindung (Mitglied?) zu Mensa hätte ich
eine noch fundiertere Antwort erhofft.
Entschuldigung, aber der Sprössling ist ja wohl nicht älter als 6 Monate. Da schon eine Zukunftsprognose zu machen ist i.A. etwas schwerer. Kann ja sein, dass das Kind mit 10 Jahren noch nicht zwischen
einem Hund und einer Katze unterscheiden kann…
Was genau bedeutet Deine These „Man sieht: die beste Förderung
für das Kind nutzt nichts, wenn dieses dafür keine Begabung
mitbekommen hat…“ ? und wofür steht das „dafür“ in diesem
Satz?
Umgekehrt gefragt: lt. Deiner ViKa befasst Du Dich mit gerne mit Leuten, die bestimmte Bücher gelesen haben („Interessant, Stroh im Kopf kenne ich auch
“) . Würde es Dich da interessieren, dass der Prof.Dr. XYZ absolut mitreissende und massgebende Vorlesungen über politische Wissenschaften hält ? Wenn nein, dürfte ein Grund hierfür die fehlende Begabung für das Fach sein…
Vielleicht kannst du mir so weiterhelfen:
Wie hat man denn Deine Begabungen bemerkt und gefördert?
Wie…? Hm, lange her. Aber bisher hat immer das Manöver sich mit der jeweiligen Materie vertraut(er) zu machen geholfen 
In diesem Sinne
mfg M.L.
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http://www.wissenschaft-online.de/artikel/776536
Hallo Zaphod
Wenn ich nicht möchte, dass mein
Kind verwaltet statt individuell gefördert wird, wie gehe ich
dieses Thema an?
wir haben unsere Kinder in einen Waldorfkindergarten gesteckt und nicht bereut. Eine Waldorfschule haben wir aber nicht gewählt, weil die, die in unserer Gegend sind, ein etwas eigenartiges Konzept haben, mit dem wir nicht so ganz klarkamen.
So gehen sie in eine ganz normale Regelgrundschule.
Was demnächst sein wird (= weiterführende Schule) da mach ich mir noch keinen Kopf, weil es noch nicht mal klar ist, ob Real- oder Gesamtschule oder Gymi.
Eine Planung des Werdedgangs hängt nicht unerheblich vom Talent und den Neigungen des Kindes ab und die kommen erst im Laufe der Zeit zum Vorschein.
Ein unsportliches Kind in eine Sportschule zu stecken, ist genauso unsinnig wie quälend für dsa Kind wie es als Sportass mit Unfähigkeit einen Ton gerade zu treffen in eine Musikschule zu packen.
Ein Schritt nach dem nächsten.
Was Du jetzt schon tun kannst:
Viiiiel Zeit mit dem Kind verbringen und ihm zeigen, daß Du es bedingungslos liebst (und nicht nur dann, wenn es spurt = Leistung bringt, denn das fürchte ich ein wenig aus Deinen Ausführungen zu erahnen).
Es spielerisch und altergemäß fördern und fordern
Neugier wecken
rumtoben
…
Der Rest ergibt sich schon.
Gandalf
Huhu Gandalf,
auf Dich hatte ich irgendwie gehofft, habe Dich schon öfters angenehm zur Kenntnis genommen
Würde mich mal interessieren, welcher Teil meiner Ausführungen Leistungs-Forderungen impliziert…
Im Gegentum. Mir geht es darum, dass ein Kind ermuntert wird, Fragen zu stellen und nicht dazu erzogen wird besonders gut steuerbar für die Herrschaften Beamten zu sein.
Daher geht es mir auch nicht darum, eine Eliteschule herauszusuchen, ich suche vielmehr eine „Institution“ welche meine persönlichen Erziehungs- Bestrebungen unterstützt, eigenverantwortliches Denken und Handeln zu fördern. Später einen vernünftigen Weg zu finden, wenn sich Neigungen oder gar Begabungen zeigen scheint mir „einfacher“, meine Bedenken liegen eher im Bereich der schlecht ausgebildeten Kindergartentanten, welche vielleicht schlimmstenfalls einen Schaden anrichten können.
Im Endeffekt brauche ich geschulte (!) Unterstützung beim Erkennen von Interessen und optimalerweise wenigstens Potenzial, diese zu unterstützen und zu fördern.
Am Ende ist mir sowieso egal, welchen Nobelpreis die kleine nach Hause bringt, bzw welche olympische Medaille 
Vielleicht informiere ich mich mal intensiver über Walldorf/Montessori & Co.?
Wo informiere ich mich denn über verschiedene Lehransätze?
Gruss
zaphod
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Tach,
gucke Dir die umliegenden Kindergärten einfach mal an. Von aussen
kannst Du schon grob erkennen, ob sich die Erzieher selbst austoben,
oder auch die Kinder ranlassen.
Bei einem nahe gelegenen KiGa habe ich schön, von den Betreuenden
gebastelte Fensterdeko entdeckt, die Kinder spielen mit Lego an den
Tischen. Beides für mich Disqualifikationsgründe. Vermutlich werden
sich die Kinder da auch nicht beim Draussen-spielen dreckig machen.
Dann kannst Du mit den Leitern der KiGas reden und Dir ein Bild
machen…
Cu
Lalle
P.S.: 42!
Tach zaphod,
Würde mich mal interessieren, welcher Teil meiner Ausführungen
Leistungs-Forderungen impliziert…
ich hab ganz bewust etwas vage formuliert 
Nein, konkret hast Du so was nicht benannt, es klang nur ein wenig danach.
Im Gegentum. Mir geht es darum, dass ein Kind ermuntert wird,
Fragen zu stellen und nicht dazu erzogen wird besonders gut
steuerbar für die Herrschaften Beamten zu sein.
Das ist nicht der Job einer Schule etc. sondern der Deine!!!
Im Endeffekt brauche ich geschulte (!) Unterstützung beim
Erkennen von Interessen und optimalerweise wenigstens
Potenzial, diese zu unterstützen und zu fördern.
Ich will es mal so sagen:
Wenn Du fünf Experten fragst, kriegst Du mindestens sechs Meinungen zu hören.
Hör auf Deinen Bauch und auch auf Dein Hirn, Du wirst es schon richtig machen, denn Du kennst Dein Kind am besten - wenn Du dich mit ihm intensiv beschäftigst hast!
Am Ende ist mir sowieso egal, welchen Nobelpreis die kleine
nach Hause bringt, bzw welche olympische Medaille
Na unter einem goldmedailientragenden Nobelpreisträger willst Du doch sicher nicht nach Hause gehen - oder?!
Vielleicht informiere ich mich mal intensiver über
Walldorf/Montessori & Co.?
Wenn Du unter Waldorfschulen schaust, kriegst Du vermutlich mehr relevante Treffer als mit Walldorf
Wo informiere ich mich denn über verschiedene Lehransätze?
Es gibt eine Unmenge Bücher über beide (und auch diverse andere) Richtungen (z.B. Summerhill). Da einen Rat zu geben will ich mir nicht anmaßen.
Schau aber, ob der Autor/die Autorin ideologisch mit der jeweiligen Strömung verbandelt ist.
Oder mach eine Tournee durch die verschiedenen Tage der offenen Tür der einzelnen Einrichtungen.
Auf jeden Fall finde ich es klasse, daß Du dich so für die Sache interessierst.
Gandalf
es geht nicht darum, die
Verantwortung für die Erziehung abzugeben und zu deligieren,
dass ich persönlich einiges tun kann ist klar.
Schauen Sie mal hier:
http://www.homeschooling.de/
http://42963.forum.onetwomax.de/
Es gibt auch Literatur dazu, z. B. bei amazon.de
kein Fachmann für Pädagogik und möchte es auch nicht werden…
von denen gibt’s beinahe schon zuviele ;-/
Gruß
jo perrey (ExPädagoge)
Hallo,
wenn es dir vor allem um die schlecht ausgebildeten Kindergarten-Erzieher(innen) geht, dann sage ich nur - egal welchen Namen eine Einrichtung trägt (Waldorf/Katholisch/Städtisch o.a.), man muss schon genau hinschauen, der Name sagt nur theoretisch was aus, in der Praxis kommt es immer auf die individuellen konkreten Bedingungen an, die dann deinen Einstellungen entsprechen müssen. Da muss du in die Kindergärten gehen zu Schnupperstunden und selbst überprüfen, was passiert und gemacht wird. Da wird es liebevolle ruhige Geschichtenerzähler geben und aktive Tobe- und Wanderfreunde. Es wird Vorschul-und andere Förderung geben und andererseits Bewahranstalten.
Der Eine legt Wert auf viel Natur und wird einen Waldkindergarten bevorzugen, der Andere will einen Computerspezialisten ausbilden und schickt sein Kind ín einen Kindergarten mit PCs usw.
Je nach deinem eigenen Empfinden musst du dir dann das Passende suchen, das kann dir keiner abnehmen.
Beatrix
http://www.trixi.de
huhu grauer,
Im Gegentum. Mir geht es darum, dass ein Kind ermuntert wird,
Fragen zu stellen und nicht dazu erzogen wird besonders gut
steuerbar für die Herrschaften Beamten zu sein.Das ist nicht der Job einer Schule etc. sondern der Deine!!!
-ja ne, iss klar, ich will den Job auch nicht abgeben, es geht mir nur darum, das nicht ein Erzieher vom Typ „bockloser Verwalter“ meine Anstrengungen zunichte macht, weil nachfragende Kinder sind potentiell lästig, und wenn ein Kind ab und zu mal ermahnt wird, nicht so dumm zu fragen, kann das ja einiges bewirken.
Wenn Du fünf Experten fragst, kriegst Du mindestens sechs
Meinungen zu hören.
Hör auf Deinen Bauch und auch auf Dein Hirn, Du wirst es schon
richtig machen, denn Du kennst Dein Kind am besten - wenn Du
dich mit ihm intensiv beschäftigst hast!
-ist klar, intensive Beschäftigung ist a+o.
Das Problem besteht u.a. darin, das ich hier nicht die grosse Auswahl habe. Daher muss ich mich auch um eigeninitiative Bemühne, zB macht eine Bekannte eine englischsprachige Spielgruppe, das leistet hier in der Nähe kein Kindergarten. Finde ich aber geil, wenn ein Kind verschiedene Sprachen hört und ein gewisse Sprachgefühl entwickelt…
Die Waldörfler sind mir Ideologisch zu bedenklich, ich habe u.a. in der Wikipedia fundierte Aufsätze über deren grenzwissenschaftliche Weltanschauung gelesen, stimmt mich sehr bedenklich.
Es geht mir übrigens ungefähr null um Leistung. Ich finde nur, wenn man einen guten Einstieg bekommt, kann es Spass machen zu lernen, ob das jetzt Fussball, Nähen oder Geologie ist, und ich will lediglich Grundvoraussetzungen schaffen…
Vielen Dank für Deine Ausführungen!
Zaphod Montessori