Wie produziert man eine zeitschrift?

hallo,

ich weiss nicht, ob dieses forum richtig ist, aber ich hab kein geeigneteres gefunden.

ich hab eine idee für eine zeitschrift und würde gerne wissen, wie man am besten vorgehen sollte.
ich denke, dass die zeitschrift über anzeigen finanziert werden müsste. aber wie gehe ich vor?? ich habe beruflich absolut nichts mit journalismus oder verlagsarbeit zu tun, daher wäre das ein sprung ins wasser. ich habe schon nach literatur darüber gesucht, aber bin nicht wirklich fündig geworden.
wieviele mitarbeiter bräuchte man? wieviele leute braucht man für das layout? wie werden artikel in so schneller folge (monatliche herausgaben) recherchiert? wieviele artikel kann ein mitarbeiter im monat schreiben? wie funktioniert eine druckmaschine? kann man das alleine machen?
wie schafft man distributionswege?
ihr seht, ich stehe noch ganz am anfang meiner recherchen und daher total dankbar über beschreibungen wie denn eine zeitschrift funktioniert.

vielen dank!
anita

Hallo Anita

hallo,

ich weiss nicht, ob dieses forum richtig ist, aber ich hab
kein geeigneteres gefunden.

ich hab eine idee für eine zeitschrift und würde gerne wissen,
wie man am besten vorgehen sollte.
ich denke, dass die zeitschrift über anzeigen finanziert
werden müsste. aber wie gehe ich vor?? ich habe beruflich
absolut nichts mit journalismus oder verlagsarbeit zu tun,
daher wäre das ein sprung ins wasser.

Dann solltest du besser die Finger von lassen oder willst du dich unbedingt ins Unglück stürzen??

LG
Der Kater

hallo mikesch,

ich möchte mich sehr gerne selbständig machen und glaube, dass ich die richtige idee, die nötige passion und den notwendigen atem habe.

allerdings werde ich erst nach erstellung eines businessplans die entscheidung treffen, ob ich den sprung wage oder nicht.

um einen businessplan zu erstellen, muss ich erstmal infos sammeln und ich dachte, dass sich in diesem forum vielleicht viele menschen mit wissen finden, die mir sagen können, wie das ganze denn funktioniert und worauf ich alles achten sollte.

danke für deinen beitrag, mikesch, aber ich denke, dass man im leben an sich selbst glauben muss und auch träume ausleben sollte.

gruß
anita

Hallo Anita,
ich würde als erstes meine Zielgruppe möglichst klar definieren. Und dem würde ich alles, aber auch wirklich alles unterordnen.
Wenn du eine Vereins-Zeitschrift herstellst - wunderbar! Dann ist die Mitgliederliste gleich deiner Abnehmerliste. Wenn du eine Spezialzeitschrift über Dackelzucht, Halbleitertechnik oder Christbaumschmuckdesign herausgeben willst, hast du ebenfalls sehr klar umrissene Zielgruppen. Oder geht es um eine klassische Frauenzeitschrift, ein Kindermagazin, ein Rätselheft? In dem Moment, in dem du weißt, wer deine Leser sind, weißt du auch ziemlich genau, wer als Anzeigenkunde ein Interesse haben könnte, bei dir zu inserieren. Und dann weißt du auch, wie du deine Leser am besten erreichst (Postversand? Bahnhofskiosk? Abonnementwerbung in welchen Medien?) und was das Heft kosten darf.
Grundsätzlich: Wenn du nicht genau DIE Marktlücke gefunden hast, wird es verdammt schwer, auf dem Markt Fuß zu fassen. Du musst schon einiges Geld reinstecken. Und wenn du, wie du schreibt, von vielen Sachen gar keine Ahnung hast, brauchst du Fachleute, die dich unterstützen. Anzeigen verkaufen zum Beispiel ist ein extrem hartes Geschäft. Journalismus ebenfalls. Ein Journalist, der Anzeigen verkauft, oder ein Anzeigenverkäufer, der dem Kunden sagt: „Hey, bezahl mich, und du kriegst bei uns auch einen großen Artikel“ - das sollte in einem seriösen Magazin nicht vorkommen und könnte dich rasch mit dem Presserat in Konflikt bringen. Außerdem sind sowohl Journalismus als auch Anzeigen-Verkaufen Fulltime-Jobs, und dein Tag hat nur 24 Stunden. Den Druck könnte dir sicher eine Druckerei erledigen. Das Layout machen viele Redakteure selbst am Bildschirm, du musst halt die nötige Software kaufen.
Grundsätzlich: Das Risiko ist extrem hoch, dass du auf die Nase fällst. Schon ganz normalen, etablierten Zeitungen und Zeitschriften brechen die Abonnentenzahlen ein. Und wenn dann jemand kommt, der von Null anfängt, muss er sich auf einen harten Wettbewerb einstellen. Aber wenn du an dich und deine Idee glaubst und bereit bist, 72 Stunden pro Woche zu arbeiten und möglicherweise eine jahrelange Durststrecke durchzustehen, dann, nun dann drücke ich dir ganz fest die Daumen.
Liebe Grüße
Petra

Hallo Anita,

leier hast du auf deiner ViKa nicht angegeben, woher du kommst, aber ich würde dir so ganz generell erst mal raten bei einer kleinen Zeitschrift oder einen Verlag reinzuschauen. In den meisten größeren Städten gibt es Stadtblätter oder ähnliches. Wenn man da mal in der Redaktion anfragt ob man mal reinschauen darf, sagen die vielleicht nicht gleich nein. :smile:

Viel Erfolg,
Sasy

hallo sasy,

die idee hatte ich auch schon!! habe mir überlegt ein 2-monatiges praktikum zu machen.

grüsse anita

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hallo petra,

ich habe eine sehr klare zielgruppe. es ist keine nische, da ich im ausland dafür sesshaft werden müsste, da es diese zeitschrift zwar bereits in deutschland gibt, aber nicht im von mir ausgewählten ausland.
natürlich ist das alles etwas schwierig von hier aus dort druckerpresse, mitarbeiter und so weiter zu finden, da ich natürlich erst meinen job aufgeben und hinziehen möchte, wenn ich einen guten businessplan erstellt habe und der meinung bin, dass es klappen wird.

über die distributionswege muss ich mich noch informieren, da dort kioskverkauf normal ist. ich denke, dass ich dazu noch einiges zu recherchieren habe. da ich nicht weiss, wie die fertige zeitschrif an den kiosk kommt.

wenn ich dich richtig verstanden habe, bräuchte ich 1-2 anzeigenverkäufer. am besten leute mit erfahrung.
und dann neben mir noch einen weiteren journalisten und evtl. freie mitarbeiter, die fotos machen und an artikeln mitarbeiten.

vielen dank für deine ausführliche antwort! über weitere tips, falls dir noch was einfällt, wäre ich wirklich sehr dankbar.

grüsse anita

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo petra,

ich habe eine sehr klare zielgruppe. es ist keine nische, da
ich im ausland dafür sesshaft werden müsste, da es diese
zeitschrift zwar bereits in deutschland gibt, aber nicht im
von mir ausgewählten ausland.
natürlich ist das alles etwas schwierig von hier aus dort
druckerpresse, mitarbeiter und so weiter zu finden, da ich
natürlich erst meinen job aufgeben und hinziehen möchte, wenn
ich einen guten businessplan erstellt habe und der meinung
bin, dass es klappen wird.

Nun, in jedem Fall solltest Du ein Kapital von einigen hunderttausend bis zu einer Million Euro einkalkulieren, das Du benötigst (und mit hoher Wahrscheinlichkeit verbrennen wirst…). Zeitschriften werden aus gutem Grund heutzutage nicht mehr von Privatleuten gemacht (das ging noch bei Claudius mit seinem Wandsbeker Boten), sondern von Verlagen. Es braucht im Vorfeld Marktanalyse über möglichen Käuferkreis, Aufbau eines Vertriebsnetzes, exakte Planung der Produktion und Auslieferung, Schaffung einer Redaktion, Anwerben freier Mitarbeiter, die natürlich auch bezahlt werden wollen, Beschaffen von Hard- und Software auf professionellem Level und noch vieles andere. So wie Du Deine Frage formulierst, klingt sie mit Verlaub doch sehr blauäugig nach dem Kindertraum, den man sich gerne erfüllen würde.

1 „Gefällt mir“

nichts für ungut, armin, aber meine finanziellen mittel sind dir nicht dargelegt.

nichts für ungut, armin, aber meine finanziellen mittel sind
dir nicht dargelegt.

verlangt ja auch niemand ; aber in der Größenordnung mußt Du Invstitionen einplanen…

Ein paar Fragen, die ich mir vor der Unternehmensgründung im Ausland stellen würde:
Mache dich dringend zum dortigen Presserecht kundig. Und überhaupt zu rechtlichen Dingen für die Unternehmensgründung. Ist es EU-Ausland? Welche Rechte hast du als Nicht-Staatsbürger dort? Kannst du auf die Einhaltung geschlossener Verträge pochen? Darfst du dort Grund und Boden für dein Unternehmen erwerben? Oder musst du etwas mieten? Wie stabil ist die Währung?
Hat die Zeitschrift, die du „kopieren“ möchtest, möglicherweise irgendwelche Patente/Titelschutz o.ä.? Was weißt du über die Arbeitsmentalität der dortigen Bevölkerung?
Verkaufst du deine Zeitschrift an Einheimische oder an Deutsche, die sich im Land augfhalten? Brauchst du Schmiergelder (Okay, Klischeekiste wieder zu)
Wie gut sind deine Sprachkenntnisse?
Produzierst du deine Zeitschrift im Ausland, oder willst du sie dort nur verkaufen?

Auf deiner Personalliste sollten zusätzlich zu Anzeigenverkäufern und Journalisten unbedingt ein Jurist mit Kenntnissen des Landesrechtes und ggfs. ein Dolmetscher stehen.

Noch einmal: Du kannst böse baden gehen. Aber wenn du weißt, was du tust, und an deine Idee glaubst, alles Gute. Nur eine Bitte: Bevor du deine erste Million in den Sand setzt: Sprich mit professionellen Beratern darüber - und nicht nur mit uns Literaturfreunden, die im Forum unverbindliche und gut gemeinte Ratschläge geben.
Liebe Grüße
Petra

P.S.: Wenn du professionell ein Druckerzeugnis verbreiten willst, solltest du dir die konsequente Kleinschreibung abgewöhnen :wink:

Guten Morgen,

vorweg - ich lieben Menschen, die irgendwas gedruckten zu anderen Menschen bringen. Also: toi, toi,
toi. Ebenfalls vorweg: Dass Du gar keine Ahnung vom Verlagsgeschäft hast, macht es für Dich natürlich
extrem schwierig. Und so arg kannst Du Dich auch noch nicht damit beschäftig haben, das zeigen
Deine Fragen. Einfach mal der Reihe nach:

ich denke, dass die zeitschrift über anzeigen finanziert
werden müsste.

Der Vertrieb soll ja über Kiosk erfolgen, dann müssen um die 70 % der Kosten durch Anzeigen gedeckt
werden.

ich habe schon nachliteratur darüber gesucht, aber bin nicht wirklich fündig
geworden.

Dann brauchst Du unbedingt einen Mitarbeiter, der Recherche für Dich macht. Es gibt Dutzende von
Büchern über das Verlagswesen. Kennst Du Amazon? Das ist ein Online-Buchhandel. Gibt da mal das
Stichwort ein.
(Meine Empfehlungen, wenn es nichts Aktuelleres gibt: Wirtschaftsunternehmen Verlag von Thomas
Breyer)

wieviele mitarbeiter bräuchte man?

Das kann man so nicht sagen. Kommt auf die Inhalte an. Wenn Du jede klassische Abteilung einmal
besetzt, da brauchst Du einen Anzeigenverkäufer* (wahlweise eine Verkäuferin). Einen Menschen für die
Anzeigenverwaltung. Einen Verantwortlichen für die Redaktion**. Einen für die Produktion. Einen für
den Vertrieb. Evtl. einen für den Abo-Vertrieb. Die anderen Dinge wie Buchhaltung, Personal etc.
bleiben mal außen vor. Vergessen darf man nicht, dass man auch Werbung in eigener Sache machen
muss. Je nach Zielgruppe, heißt das: Messeauftritte, PR, Eigenwerbung, Mailings, Repräsentation, Events

wieviele leute braucht man für das layout?

Das erledigen heute die Redakteure meist selbst. Entsprechende Hard-/Software plus Know-how
vorausgesetzt. Ist auch keine so große Geschichte … wenn das Grundlayout steht. Und das sollte
wirklich professionell entwickelt worden sein. Passend zur Zielgruppe, zum Thema, zum Land … Das
heißt, die Blindseiten sind alle angelegt und werden „nur“ noch gefüllt.

wie werden artikel in so schneller folge (monatliche herausgaben) recherchiert?

Monatlich ist ja eher langsam (siehe Tageszeitungen). Das kommt darauf an, welches Thema die
Zeitung hat und wie exklusiv man sein will. Wenn jeder Artikel einzeln recherchiert wird, evtl. noch im
Ausland, dann ist das eine sehr aufwändige Sache und kann schon mal Wochen oder sogar Monate
dauern (National Geographie ö.ä.)
Darüber hinaus gibt es Nachrichtendienste, bei denen man sich (kostenpflichtig) anmeldet und deren
Informationen man verwenden kann.
Außerdem erhalten Redaktionen von freien Pressebüros oder Journalisten Artikel angeboten (exklusiv
oder nicht). Und, bei Fachzeitschriften, werden sie auch von den Firmen angeschrieben, die eine
vernünftige PR betreiben.

wieviele artikel kann ein mitarbeiter im monat schreiben?

Es gibt durchaus (Montats-)Zeitschriften, die werden von zwei Mann/Frau in der Redaktion betrieben
und die haben dennoch eine erstaunliche Qualität. Ansonsten: Siehe letzte Frage.

wie funktioniert eine druckmaschine?

Überlass das den Druckern. Du lieferst die fertigen Druckdaten, den Rest machen die. Vorher natürlich
Angebote vergleichen, nicht nur hinsichtlich Preis, sondern auch hinsichtlich der anderen Leistungen.
Unbedingt Spezialisten nehmen, die sich auch mit Zeitschriften/Zeitungen auskennen. Drucken alleine
reicht noch lange nicht.

kann man das alleine machen?

Äh, nee.

wie schafft man distributionswege?

Das ist eine sehr auf das Land bezogene Frage. Du sagtest ja bereits, dass das Baby am Kiosk verkauft
werden soll. Dann musst Du schauen, wie das in dem Land funktioniert. In der Regel schaffen die
Verlage es nicht mehr alleine, einen guten Platz am Kiosk zu bekommen. Das Angebot ist zu groß und
die Chance, dass Du einen Titel hast, der in entsprechender Frequenz explizit nachgefragt wird, ist
gering. Das heißt, man muss hier einen Spezialisten zur Rate ziehen. Firmen, die eben das alles
übernehmen. Meist holen die die Zeitschriften schon bei der Druckerei ab, verteilen sie an die Kioske
(oder wohin auch immer), sorgen für die Platzierung, überwachen das Remittentensystem …

Alle diese Angaben beziehen sich auf Deutschland. Sie mögen in anderen europäischen Ländern ähnlich
sein, müssen das aber nicht. Die Unterschiede können eklatant sein, vor allem in monitärer Hinsicht: O-
Ton eines italienischen Kunden, als er die Anzeigenpreise einer deutschen Fachzeitschrift erfuhr: „Ich
möchte inserieren, nicht die Zeitschrift kaufen.“

viel Erfolg
Richard

Hallo anita

danke für deinen beitrag, mikesch, aber ich denke, dass man im
leben an sich selbst glauben muss und auch träume ausleben
sollte.

manche dieser Träume entwickeln sich aber für den Träumenden zu Albträumen, dass wollte ich eigentlich sagen, wenn man so ahnunglos ist und damit mehr oder weniger von anderen abhängig ist.

gruß
anita

Der Kater

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hallo liebe antwortenden,

ich möchte gerne allen schreibenden danken.
wie ihr festgestellt habt, stehe ich ganz am anfang meiner recherchen und zur zeit ist alles nur eine idee. ob sie profitabel umsetzbar ist, wird sich zeigen.
um die idee zu durchdenken, habe ich mir ein jahr gegeben, damit ich nicht alles geld in den sand setze.
euch danke ich für eure denkanstösse, so dass ich weiss, woran ich alles denken sollte.

viele grüße
anita

nichts für ungut, armin, aber meine finanziellen mittel sind
dir nicht dargelegt.

verlangt ja auch niemand ; aber in der Größenordnung mußt Du
Invstitionen einplanen…

und das Geld ist dann auch nicht verbrannt, sondern es haben nur andere das Geld…

Schön, das es noch so sozial eingestellte Leute gibt…
Ich reich gern auch meine KTnr.rüber .:wink:

Der Kater