Liebe Experten,
wie würde es sich anhören, wenn wir einen Germanen, so um das Jahr 400 hören würden? Könnten wir ihn verstehen, er uns? Gibt es Internetseiten zu diesem Thema?
Herzlichen Dank im Voraus.
Andreas
Liebe Experten,
wie würde es sich anhören, wenn wir einen Germanen, so um das Jahr 400 hören würden? Könnten wir ihn verstehen, er uns? Gibt es Internetseiten zu diesem Thema?
Herzlichen Dank im Voraus.
Andreas
Hallo Andreas,
wie würde es sich anhören, wenn wir einen Germanen, so um das
Jahr 400 hören würden? Könnten wir ihn verstehen, er uns? Gibt
es Internetseiten zu diesem Thema?
Das Aelteste, was wir kennen, sind die Merseburger Zaubersprueche.
Die stammen irgendwo von vor 750:
Eiris sazun idisi
sazun hera duoder.
suma hapt heptidun,
suma heri lezidun,
suma clubodun
umbi cuoniouuidi:
insprinc haptbandun,
inuar uigandun.
Zitiert nach wiki,
http://de.wikipedia.org/wiki/Merseburger_Zauberspr%C…
dort findest du auch noch mehr Info dazu, bzw. du kannst
auch googlen.
Verstaendnis waer wohl nicht so einfach.
Gruesse
Elke
Hallo,
Das Aelteste, was wir kennen, sind die Merseburger
Zaubersprueche.
Das ist, genauer gesagt, der älteste „deutsche“ (althochdeutsche) Text, den wir kennen.
Was die Germanen betrifft, so haben sie unterschiedliche Stammessprachen, die untereinander kaum verstanden wurden, wie übrigens die entsprechenden Dialekte noch bis zur Zeit Luthers (na ja, z.T. bis in die heutige Zeit).
Der älteste überlieferte germanische Text ist meines Wissens, neben altnordischen Runen-Inschriften, die gotische Ulfila-Bibel, die um 350 u.Z. entstand.
Die stammen irgendwo von vor 750:
Eiris sazun idisi
sazun hera duoder.
suma hapt heptidun,
suma heri lezidun,
suma clubodun
umbi cuoniouuidi:
insprinc haptbandun,
inuar uigandun.Verstaendnis waer wohl nicht so einfach.
Wenn es keine Übersetzungen gäbe:
Einst setzten sich Idisen,
setzten hier sich und dorthin;
Welche flochten die Fesseln,
welche hemmten das Heer,
Welche lösten der Kühnen knechtische Bande.
Entspring den Haftbanden!
Entfahr den Feinden!
Grüße
oranier
Hallo,
Der älteste überlieferte germanische Text ist meines Wissens,
neben altnordischen Runen-Inschriften,
Eine berühmter Runenvers ist z.B. der Stabreimvers auf dem Goldenen Horn von Gallehus (ca. 400):
„Ek Hléwagastir Hóltijar hórnno táwido“
(Ich Liegast der Holte [= der aus Holt stammende] das Horn verfertigte)
Nach: Heinz Mettke, Älteste deutsche Dichtung und Prosa, Leipzig 1976
siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Goldh%C3%B6rner_von_Gal…
die gotische
Ulfila-Bibel, die um 350 u.Z. entstand.
Textprobe (Mt 9,1-4):
Jah atsteigands in skip ufarlaiþ,
Und steigend in ein Schiff fuhr er hinüber
jah qam in seinai baúrg.
und kam in seine Stadt.
þanuh atbêrun du imma usliþan ana ligra ligandan.
Da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen auf einem Lager liegend.
jah gasaihvrands Iêsus galaubein izê qaþ du þamma usliþin:
Und sehend Jesus den Glauben ihren, sprach er zu dem Gichtbrüchigen:
þrafstei þuk, barnilô!
Tröste dich, Kindlein
aflêtanda þus frawaúrhteis þeinôs.
Erlassen sind dir die Sünden deine.
þaruh sumai þizê bôkarjê qêþun in sis silbam:
Da einige der Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst:
sa wajamêreiþ.
Dieser lästert.
jah witands Iêsus þos mitônins izê qaþ:
Und wissend Jesus die Gedanken ihre sprach er:
duhvê jus mitôþ ubila in haírtam izwaraim?
Warum ihr denkt Übles in den Herzen euren?
Nach: W. Schmidt, Geschichte der deutschen Sprache. Berlin 3. Aufl. 1976
Weitere Textproben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wulfilabibel
http://www.wulfila.be/gothic/browse/
http://titus.uni-frankfurt.de/texte/etcs/germ/got/go…
http://texte.mediaevum.de/ahd.htm
Grüße
Wolfgang