Wie refinanzieren sich Geschäftsbanken im Wesentl?

Geschäftsbanken haben je nach Bank und Definition von Eigenkapital etwa das 5-10 fache ihres Eigenkapitals als Fremdkapital aufgenommen. Von wo beziehen die Geschäftsbanken per se ihr Fremdkapital ?

Natürlich gibt es für kurzfristige Liquiditätsbeschaffung den Interbankenmarkt, wo eine andere Bank der Verleiher ist, aber da unter dem Strich ja nahezu alle Banken einen hohen Verschuldungsgrad aufweisen, muss das Geld woanders her stammen.

Klar verleihen die Notenbanken wie FED oder EZB Geld, nur das Volumen der EZB z.B. übersteigt ja nococh nichtmal die Bilanzsumme der Deutschen Bank, die im europ. Vergleich gar nicht mal so groß ist.

Dann gibt es die Kundeneinlagen, aber auch die machen ja nur einen sehr kleinen Teil des Fremdkapitals der Banken aus.

Also wer ist da am Ende der Kette im Wesentlichen angesiedelt, der Banken Geld leiht ?

Def. Geschäftsbanken!? Ich mutmaße, dass die Privatbanken gemeint sind.

Außenfinanzierung:
a) Offenmarktgeschäfte/Tendergeschäfte
b) Pensionsgeschäfte
c) Eigengeschäfte im Rahmen Bodensatztheorie oder Fristenkongruenz
d) nicht zu verachten sind weltweite Transaktionen (Auslandsgeschäft)

…will hier kein Buch schreiben…

einfach googeln…

-)

Hallo wasweissdannich,

ich stelle mal ein Zitat aus Wikipedia zur Verfügung, die diese frage umfassend beantwortet:
"Die Refinanzierung dient bei den Kreditinstituten der Mittelbeschaffung für die eigene Vergabe von Krediten als Unternehmenszweck.

Neben dem anteiligen Einsatz von Eigenkapital (in Deutschland im Kreditwesengesetz (KWG) bindend vorgeschrieben) können hierfür Einlagen wie Termingelder der eigenen Kundschaft, Kredite von der Zentralbank, von anderen Banken durch Interbankenhandel, speziellen Refinanzierungsinstituten, der öffentlichen Hand oder institutionellen Anlegern eingesetzt werden. Neben Einlagen werden auch als Kredite aufgenommene Mittel eingesetzt.

Für die Beschaffung kommen der Geldmarkt und der Kapitalmarkt in Frage. Dabei werden am Geldmarkt Einlagen von anderen Banken oder institutionellen Marktteilnehmern eingesammelt oder durch am Kapitalmarkt emittierte Schuldverschreibungen, Pfandbriefe und Anleihen beschafft. Außerdem können von Großanlegern im Wege des Factoring Mittel beschafft werden. Eine denkbare Erweiterung der Eigenkapitalbasis erfolgt ebenfalls über den Kapitalmarkt.

Eine noch junge Form der Refinanzierung stellen die True Sales dar. Hier werden von einem Kreditgeber Kredite mit identischen Laufzeiten und gleicher Risikostruktur gebündelt und an Investoren in verbriefter Form verkauft. Handelt es sich beim Kreditgeber um ein Kreditinstitut, kann die Eigenkapitalstruktur verbessert werden, allerdings reduzieren sich andererseits natürlich auch die Zinseinkünfte aus den verkauften Krediten. Die Verbriefung von Subprime-Hypotheken spielte bei der Subprime-Krise eine zentrale Rolle"
Beste Grüße
HJR

Mir geht es nicht um Technik oder die Bezeichnungen, wie eine Refinanzierung abläuft. Sondern ich möchte wissen, welche Gruppe (Staat, Notenbank, Privatkunden, institutionelle Anleger etc.) den WESENTLICHEN Part der Bankverbindlichkeiten übernimmt.
So haben meine Recherchen z.B. ergeben, dass die Bilanzsumme der EZB eher kleiner ist als die der Deutschen Bank z.B., also schließe ich daraus z.B., dass die von Dir angegebene Antwort Tendergeschäft KEINE wesentliche Refinanzierungsquelle ist. (bitte korrigieren, wenn dem nicht so wäre)

Deswegen wiederhole ich nochmal meine Frage: Von wem kommt der Großteil des Geldes, den Banken aufnehmen ?

PS: Gemeint sind im Unterschied zu den Notenbanken wie ich schrieb die Geschäftsbanken. Dabei spielt es keine Rolle ob der Anteilseigner die öffentlicher Hand ist (öffentlich-rechtliche Kreditinstitute) oder in privater Hand ist(Privatbank)

Danke für die Antwort, ich kannte den Artikel schon vorher, nur beantwortet er leider meine Frage nicht.

Ich kenne im Wesentlichen die Techniken der Refinanzierung, was ich aber nicht kenne und gerne ergründen möchte, wer der WESENTLICHE PART bei der Finanzierung ist.

Ist es der Staat, der Privatanleger, institutionelle Investoren, Notenbank etc. ? Wer ist der wesentliche Part dabei ?

Wenn man das Bsp. der EZB nimmt, dann hat die meines Wissens eine etwa so hohe Bilanzsumme wie die Deutsche Bank, spielt also deshalb für die Refinanzierung der Banken eine betragsmäßig untergeordnete Rolle. Genauso verhält es sich mit den Kundeneinlagen. (bitte zu korrigieren, falls dem nicht so ist)

Grüße
wasweissdannich

Das genau weiß nur die jew. Instiution.

An der Börse versucht man mit Zahlungsströmen derartige Infos zu schätzen, deshalb u.a. verändern sich Börsenkurse -das ist auch bei jeder Unternehmung anders.

Ich gehe davon aus, dass im Wesentlichen die Innenfinanzierung durch Wiederverleihung von Einlagen von Dir gemeint ist. Das ist die stärkste Finanzierungsquelle bei Banken.

Ok, da hatte ich wohl mehr das Grundsätzliche im Auge; die größten Positionen beinhalten wohl die gegenseitigen Geldmarktgeschäfte der Banken und die Refinanzierung am Kapitalmarkt, z. B. durch Anleihen, Pfandbriefe - als Geldgeber tauchen da neben privaten Investoren vor allem Kapitalsammelstellen wie Pensionsfonds, Vermögensverwaltungsfonds und dergl. auf.

Ich hoffe, jetzt die Erwartungshaltung getroffen zu haben.
Gruß

HJR

In der 2010er Bilanz der Deutschen Bank sind etwa 533 Mrd an Einlagen ausgewiesen bei einer Gesamtverbindlichkeit von etwa 1,855 Bio, folglich sind die Einlagen NICHT die WESENTLICHE Finanzierungsquelle.

Klar ist das bei jeder Bank graduell anders, mir geht es auch nicht um eine konkrete Bank, sondern um die Banken in der Summe. Alle Banken weisen aber eine hohe Verschuldung auf und da muss es insgesamt betrachtet eine betragsmäßig größte Finanzierungsquelle geben (oder von mir aus 2 annähernd gleich große), und da ich möchte wissen, wer konkret da dahinter steht. Das ist sicher bekannt und muss nicht erst über irgendwie geartete Zahlungsströme geschätzt werden.

Du argumentierst mir mit der Bilanz-das ist nett. Dann schau doch einfach in die anderen Positionen rein, Du hast die Bilanz ja offensichtlich vor Dir liegen… Da verstehe ich nicht ganz, weshalb Du überhaupt fragst?!? Aus der Bilanz kann der Sachkundige das idR. gut herauslesen, va. aus den Darunter-Positionen… Wenn Du bereits so viel über Bilanzierung weisst?!!

Ich beende die freundliche Konversation jetzt, da Du ja scheinbar besser Bescheid weisst, als ich… So lese ich zumindest aus Deinen netten Formulierungen heraus!

Einen schönen Tag!

Ja, ich glaube, jetzt hast Du meine Frage verstanden :smile:

Aber ich würde sie trotzdem gerne noch etwas vertiefen:
Denn diese gegenseitigen Interbankengeschäfte stellen doch als Summe für die gesamte Bankenlandschaft betrachtet keine Refinanzierungsquelle dar. Also wenn Bank A der Bank B Geld verleiht, dann hat sich A refinanziert, aber dann stellt sich sofort die Frage, wie Bank B dieses Geschäft refinanziert. Bzw. wenn B sich über C finanziert, dann eben die Frage wie C das gegenfinanziert. Irgendwo ist dann immer ein Ende der Kette. Also diese Interbankenmarktfinanzierung ist doch ein Nullsummenspiel aus Gesamtbankensicht gesehen, wenn Du verstehst, was ich meine, der Gesamtheit der Banken fließt ja dadurch kein neues Geld zu.

Tatsache ist ja, dass Banken oft etwa das Zehnfache des Eigenkapitals im Handelsbuch oder Bankbuch haben, und dafür müssen die sich eben Geld leihen.
Ok, jetzt schriebst Du, es sind die Anleihen, Pfandbriefe etc., über die sich die Banken von außerhalb der Bankenwelt Geld beschaffen, leuchtet mir ein. Ich vermutete auch, dass da im Wesentlichen institutionelle Anleger wie Versicherungen, Vermögensverwaltungen und Pensionsfonds dahinter stehen und sicher auch ein paar Privatanleger.

Nur konnte ich da die Größenordnungen nicht wirklich nachvollziehen, um die es da geht:
Bei einem Bruttoinlandsprodukt von ca. 2,5 Bio € in Deutschland, hat die Deutsche Bank eine Bilanzsumme von minimal weniger (rund 2 Bio €), davon sind alleine über 400 Mrd dem reinen Kreditgeschäft zuzurechnen, also von der D.B. vergebene Kredite an andere.
Ich frage mich halt, ob die dafür benötigten Mittel von den oben genannten Gruppen zu stemmen sind; so hat die Allianz z.B. im Ganzen auch etwa 400 Mrd an zu investierenden Kapital/Prämien zur Verfügung, aber das geht ja bei weitem nicht alles nur in Banken, sondern wird weit gestreut über alle Wirtschaftssektoren und auch z.T. in andere Formen als Anleihen. Aber es gibt schon viele (Pensions)-fonds, anscheinend läuft es wohl in der Weise ab, trotz allem erstaunlich, dass da derart immense Beträge gestemmt werden können, finde ich.
Aber was ich dann auch wiederum nicht verstehe, grade diese kapitalintensiven Institutionen wie Pensionsfonds, die könnten doch hingehen und selbst ne Art Bank spielen, indem sie sich Geld billig beschaffen und teuerer mit Hebel wieder weiteranlegen, als den Banken quasi „billiges Geld“ nachzuschmeißen ?

Grüße
wasweissdannich

Ob ich besser Bescheid weiß als Du, kann ich nicht beurteilen, kenne Dich ja nicht.

Aus der Bilanz geht eben (zumindest für mich) gerade nicht hervor, wer der Bank Geld zur Verfügung stellt, sonst bräuchte ich hier nicht nachzufragen.

Das bleibt Dir natürlich überlassen, wann Du die Diskussion beendest. Mir geht es hier um sachliche Argumente und nicht um charmante Formulierungen. Unhöflich habe ich mMn Dir gegenüber jedenfalls nicht geschrieben.

ich wünsche gleichermaßen einen schönen Tag.

hallo,

Geschäftsbanken haben je nach Bank und Definition von
Eigenkapital etwa das 5-10 fache ihres Eigenkapitals als
Fremdkapital aufgenommen. Von wo beziehen die Geschäftsbanken
per se ihr Fremdkapital ?

kunden- und dritteinlagen, einlagen anderer banken

Natürlich gibt es für kurzfristige Liquiditätsbeschaffung den
Interbankenmarkt, wo eine andere Bank der Verleiher ist, aber
da unter dem Strich ja nahezu alle Banken einen hohen
Verschuldungsgrad aufweisen, muss das Geld woanders her
stammen.

kunden und investoren z.b. - siehe aktivitäten nahezu aller banken während des ersten jahres der finanzkrise, als geldleihen über die ezb zu teuer war und die banken sich mit üppigen zinsen viel geld über einlagen geholt haben. soo gering ist der anteil privater einlagen nicht - kommt natürlich auf die bank an.

ansonsten: ein blick in die jeweiligen bilanzen und geschäftsberichte erzählt viel.

saludos, borito

Hallo,
ich denke, dass Sie da etwas nicht so ganz verstanden haben!
Die privaten Geschäftsbanken refinanzieren ihre Kreditvergaben überhaupt nicht! Das Geld welches sie als Kredit vergeben, haben sie im Augenblick der Kreditvergabe „erschaffen“, so zu sagen „aus dem Nichts“! Siehe im Internet unter „Fiatgeld“. Weil die Banken für diese „Luftnummern“ horrende Zins- und Zinseszinsen kassieren, wird das Ganze dann zur wirklich kriminellen Tat! Kein Geringerer als Maurice Allais, Nobelpreisträger für Wirtschaft, hat einmal gesagt, dass die Geldschöpfung der privaten Geschâftsbanken „aus dem Nichts“ der Tatsache der Geldfälscherei gleich zu stellen sei!
Wer mehr dazu lesen möchte:
Siehe unter www.monetative.de" und www.monneta.org
sowie unter www.freiwirte.de, „Textbeiträge“, „Wirtschaftskrisen und warum sie eigentlich Geldrisen heißen müßten“
Mit freundlichen Grüssen,
Joseph Meyer