Hallo,
ich bin ein normalgebildeter 28jähriger Mann, der sich durchaus auch gut verbal ausdrücken kann.
Aber wenn ich mich z. B. in meiner Familie befinde (Frau ist gebürtige Russin und spricht zwar gut deutsch, aber nicht immer im korrekten deutschen Satzbau und Tochter ist 14 Jahre alt), verfehle ich doch recht häufig das Wort, welches ich benutzen möchte. Ich habe dann zwei Begriffe für eine Worterklärung parat und aus diesen zwei Wörtern mache ich regelmäßig eins. Z. B. aus kapieren und begreifen wird „bekieren“. Meist verwechsle ich „lediglich“ die Anfangsbuchstaben dieser Wörter. Ich merke, dass ich mich selbst irgendwie unter Druck setze und möglichst schlau daherreden möchte, um vielleicht Eindruck zu schinden, zu zeigen, dass ich ein wenig besser reden kann, …
Auch in Situationen, in denen ich schon immer unsicher war, in denen ich mich selbst immer unter Druck gesetzt habe, um dem Gegenüber zu zeigen, dass ich halt nicht dumm bin und das kommunikativ ausdrücken kann, fehlen mir manchmal die Wörter oder ich suche nach einem und rede und rede und rede … bis ichs gefunden habe oder ich rede eben trotzdem (sehr gerne). Wenn mir die Wörter fehlen, fallen mir dann zwar Alternativen ein, die aber, zumindest für mich, in diesem Moment partout nicht richtig passen wollen oder irgendwie kindisch wirken.
Dann gibts dann aber auch wieder Situationen, in denen ich mehr als nur souverän mit Wörtern, Sätzen, … umgehen kann. Ich denke da an viele verbale Auseinandersetzungen mit meinem ehemaligen Arbeitgeber (Anmerkung: es handelt sich dabei nicht um meinen ehemaligen Arbeitgeber, weil dieser mich aufgrund dieser verbalen Gefechte entlassen hat!). Auch wenn diese z. B. nicht immer einfach und ruhig waren, konnte ich stets Paroli bieten, ruhig bleiben, mich gewählt ausdrücken und nie in irgendeiner Weise beleidigend wirken und werden.
Dann wiederum gibts Gesprächssituationen, in denen ich irgendwie auch unter Druck stehe (z. B. im Vorstellungsgespräch), aber in denen alles prima läuft. Kein Versprecher oder Sonstiges dergleichen!
Wenn ich z. B. einen Brief schreibe, was ich während meiner Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten gelernt habe, dann lassen sich diese Briefe toll lesen. Hin und wieder helfe ich Bekannten bei der Formulierung irgendwelcher wichtigeren Schreiben. Auch habe ich gerne Kurzgeschichten und Gedichte geschrieben. Die Gedichte waren vielleicht nicht immer orthografisch die besten und die Kurzgeschichten verfehlten mit Sicherheit jegliche literarische Voraussetzung, um auch nur im Entferntesten als Literatur durchzugehen, aber dabei gings mir um die Belustigung von Freunden oder Familie.
Ich glaube und hoffe, dass ich mir evtl. nur irgendwie diesen Druck nehmen muss, den ich mir selbst auferlege, um auch in schwierigeren Situationen Herr meiner Wörter zu bleiben!?
Was mir so auch auffällt, dass ich, vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, meine Stimme zum Negativen verändert, also nicht mehr so männlich klingt, nicht mehr so fest ist, …
Wenn mir dann doch mal in einer Stresssituation die Worte fehlen, was ich ja durchaus vermeiden möchte, dann können schon ein mal beleidigenden Worte meinen Mund verlassen oder, nicht unbedingt beleidigende, Gesten durch die Scheiben meines Pkws erkennbar sein.
Vielleicht regts mich auch „einfach“ nur auf, dass es eben andere gibt, die auf diesem Gebiet besser sind als ich. Die ruhiger bleiben können, sich gewählter ausdrücken können, die immer irgendwie das letzte Wort haben (wollen) - was ich übrigens auch irgendwie haben möchte, …?!
Doch vielleicht liegt der Hund noch irgendwo anders begraben?!
Bitte um eure Ratschläge, Tipps und Tricks, …
Vielen lieben Dank im Voraus.
Schöne Grüße