Wie richtig verhalten?

Hallo alle zusammen!

Heute mal in diesem Brett:

Meine beste Freundin ist seit einiger Zeit manisch-depressiv mit bipolaren Störungen. Sie ist deswegen in (stationärer) Behandlung, die sich aber in den nächsten Wochen derart gestalten wird, dass sie die Therapie in einer Tagesklinik fortsetzen wird. Ich habe gestern mit ihr telefoniert und sie hörte sich wirklich optimistisch an. Ich empfand, dass sie auf dem Weg der Besserung und das nicht nur wieder eine kurze „Phase“ ist.

Da sie wusste, dass ich mich mal wieder bei ihr „ausheulen“ wollte (hab´s in letzter Zeit aus Rücksichtnahme für ihr Problem nicht gemacht), hat sie mich dazu ermuntert. Ich habe das dankbar angenommen und mich mal so richtig ausgesprochen. Danach ging es mir auch gleich besser, was sie natürlich auch freute. Wir haben uns auch nicht nur über meine „Probleme“ ausgetauscht, sondern natürlich auch über sie geredet.

Jetzt frage ich mich aber im nachhinein, ob das denn richtig war, dass ich sie mit meinen Problemen „belastet“ habe. Kann sich das jetzt negativ auf ihren Krankheitsverlauf auswirken? Oder hilft es ihr sogar, dadurch ein wenig von ihrem eigenen Problem „abgelenkt“ zu sein?

Ich hatte aber während des Telefonats sehr stark das Gefühl, dass sie sich eher „freute“, dass ich jetzt mal diejenige war, die jemanden zum Zuhören und vielleicht ein paar Ratschläge gebraucht hat.

Gruß
Berlinerin
(die ganz begeistert von „“ ist :smile:

Hallo Berlinerin

so lange Du sensibel mit Deiner Freundin umgehst und ihre Stimmung
richtig einordnest, machst Du bestimmt nichts falsch.
Oft ist es doch so, dass einen Probleme von anderen Menschen von den
eigenen ablenken und das trifft auch für Deine Freundin zu. Überdies
kann es ihr Selbstbewusstsein nur stärken, wenn sie Dir auch mal
helfen kann.
Wenn sie mal wieder in einer depressiven Phase wäre, kannst Du sie
daran erinnern, wie sie Dir geholfen hat.

Aus meiner unprofessionellen Sicht machst Du das schon richtig.

Gruss
Heinz

Hi Berlinerin,

ich würde sagen, dass du mit einer Freundin reden kannst, wie du es möchtest. Sie ist deine Freundin. Punkt; Aus; Ende! Wenn du Schaden vom Kontakt mit ihr trägst, dann ist das eine andere Sache. Man tut aber schlecht daran funktionierende Systeme verbessern zu wollen.
Ich kenne eine Manisch-Drepressive und weiß sie auch einzuschätzen. Man kann mit ihnen klarkommen und sogar sehr interessante Gespräche mit ihnen führen. Die, die ich kenne ist sogar hochgradig intelligent. Man sollte sich lediglich im Klaren darüber sein, dass es aus heiterem Himmel Retourkutschen geben kann, die sehr schmerzhaft sein können. Wenn das jedoch okay für dich ist, dann gibt es keinen Grund etwas am Ist-Zustand zu ändern. Wozu auch?

Frohe Ostern,

Hilmar

Liebe Berlinerin,
aus „Diagnose-Schubläden“ lässt sich Deine Frage seriös gar nicht beantworten.

Ich habe das Gefühl, dass Du erst nach dem Gespräch überlegt hast: „Ups, was könnte ich da angerichtet haben?“

Ich sehe es wie die Anderen: Du brauchst kein schlechtes Gefühl zu haben.

Deine Freundin ist weiter in Therapie, damit sie mit dem wirklichen(*) Leben besser leben kann. Dazu gehören auch Problemgespräche.

Wenn also Euer Gespräch Auswirkung für die Erkrankung haben sollte, kann es in der Therapie gleich verwendet werden.

Schlimm ist es für Kranke, wenn sie das Gefühl bekommen, von wirklichen Gefühlen und Gesprächen ausgeschlossen zu sein. Das kann auch als Entwürdigung empfunden werden.

Mut und
viele weitere Frauenrunden
Ole

(*) von Wirkung (die WAHRgenommen wird, auch ein interessantes Wort)