… dass er demnächst mal ein paar Wochen ohne mich auskommen muß?
Hallo liebe Leute,
mein Problemchen fasse ich mal stichwortartig zusammen:
ich arbeite seit Mai 07 in diesem Büro, bin noch etwas „die Neue“
wo mir die Arbeit und das Betriebsklima richtig gut gefällt
zu Weihnachten geht ein Mitarbeiter in Rente, ich soll dessen
Stelle besetzen, worauf ich mich freue
ich wäre die einzige Angestellte in dieser „Abteilung“ und mein
derzeitiger Arbeitsplatz wird von jmd. anderem versorgt
vor kurzem habe ich eine Fernstudium zur Weiterbildung begonnen,
was teilweise von meinem Chef mitfinanziert wird
ich weiß seit wenigen Tagen, dass ich schwanger bin.
Tatsache ist, dass ich trotzdem nach Möglichkeit meinen Beruf nicht aufgeben würde, sondern „nur“ eine Auszeit von ein paar Monaten nehmen möchte. Alles andere wäre organisiert; ich würde dann meine Arbeitszeit etwas reduzieren.
Was meint Ihr? Einfach die Fakten auf den Tisch legen und alles andere ist ihre Sache? Und bis wann sollte man es sagen, unverzüglich oder reicht es bis zur 12. Woche (mal gehört). Fragen über Fragen…
so wie Du schreibst, gefällt’s Dir ja in Deinem Job, und auch durch die eben erst begonnene Weiterbildung hat ja auch Dein Chef sein Interessen an Deiner Mitarbeit bekundet. Das heisst im ganzen ist alles genau so wie’s sein soll Und nun kommt Deine Schwangerschaft „dazwischen“, wobei Du auch da schreibst, dass Du dort weiterarbeiten möchtest.
Wenn das so ist, dann gibt’s nur eines: rede Klartext mit Scheffe. Je früher er Bescheid weiss, umso eher kann er anfangen zu organisieren Gerade da Du ja die „Ein-Frau-Abteilung“ sein wirst, muss man da sicher ein wenig umplanen. Sprich, selbst wenn im Gesetz steht, dass man Scheffe erst ab Monat x der Schwangerschaft benachrichtigen muss (was ich nicht weiss), ist es doch gerade bei einem guten Verhältnis so, dass es die Fairness gebietet, dem Chef so früh wie möglich Bescheid zu geben. Denn so hat er maximal viel Zeit, für Deine Abwesenheit und die hinterher eventuell reduzierten Stunden zu planen.
Das heisst, nix wie hin zum Scheffe mit der frohen Botschaft. Wobei es natürlich schlau ist, wenn Du möglichst genaue Daten hättest (also geplanter Geburtstermin, Auszeit von… bis…, Anzahl der Stunden die Du nachher arbeiten wirst etc.) und wüsstest wie das mit Deinem Fernstudium weitergehen wird.
zuerst darf ich Dir meinen Glückwunsch aussprechen.
Genau diese Situation kenne ich (als Chef, nicht als schwangere Mitarbeiterin:wink:
Es ist schon ein paar Jährchen her.
Ich hatte diese wunderbare Mitarbeiterin eingestellt. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Kinder und ich hatte mich absichtlich für eine sogenannte „Wiedereinsteigerin“ entschieden.
Prompt wurde sie schwanger (ich hatte es mir als Chef nicht nehmen lassen, sie persönlich vollumfänglich einzuweisen - Pflichten und Rechte, einschlieslich der ganzen Schwangerschaftsthematik). Sie kam also eines Tages zu mir und sagte (ich weiss das noch wie gestern): „Chef, (ja, so sprach sie mich an:smile: ich bin schwanger“. Verdutzte Pause und ich dachte „Sch****“ aber ich sagte: „O.k.“ Pause. Ich dachte „was mach ich denn nun?“ und sagte: „Wie geht es Ihnen“? Und: „Wann können wir uns zusammen setzen um die Abläufe zu besprechen“? Sie meinte gleich und das taten wir dann auch. Wir klärten, ab wann sie in Mutterschutzurlaub gehen würde und sie erklärte, dass sie baldmöglichst nach der Geburt wieder anfangen wolle und ich bot ihr an, dass sie das Baby ruhig mitbringen könne (schliesslich hatten wir im Büro keinen Kundenverkehr - wir fahren immer zum Kunden, zum Projekt) und diese Möglichkeit kam ihr sehr entgegen.
Und so kam es dann auch. Ab und zu brachte sie ihr Kleines mit und alle waren glücklich und zufrieden. Während ihres Mutterschaftsurlaubs (ich glaube das war ein halbes Jahr aber ich weiss das nicht mehr so genau) schaute sie ab und zu rein. Sie meinte, das sei wie so eine Art Flucht - für ein paar Stunden - aus dem Chaos (so ist das nunmal mit kleinen Kindern zu hause) und dass sie sehr gerne käme. Wir hatten während dieser Zeit eine Mutterschaftsvertretung (mit welcher ich nicht so richtig zufrieden war) und sie unterstützte diese.
Nach ihrem Mutterschutzurlaub kam sie dann wieder und ich war heilfroh. Und so lebten und arbeiteten wir glücklich…
…bis ich im Jahre 2000 meine Klitsche zu machte und in die Schweiz auswanderte/übersiedelte.
Fazit: Wenn Dein Chef überzeugt von Dir ist - und Dein Text legt diese Vermutung nahe - wird er es verkraften. Sprich, wie Petzi schon schrieb, offen mit ihm. Wenn Du da weiter arbeiten willst, sag es ihm klar und deutlich.
Ich hoffe, diese Einlassung war hilfreich im Sinne der Anfrage
Danke für Eure Antworten…
… Ihr habt mir Mut gemacht. Hatte bislang das Gefühl, über einen Arbeitgeber käme solch eine Nachricht wie die Apokalypse. *g*