Wie sagt man's dem Scheffe?

Hallo zusammen,

mal angenommen ein Arbeitnehmer arböte so friedlich vor sich hin bei seinem Brötchengeber. Nun wöllte dieser Arbeitnehmer sich aber beruflich in eine ganz andere Richtung orientieren, wozu die eine oder andere Fortbildungsmassnahme notwendig sei.
Nun seinen diese Fortbildungsmassnahmen so umfangreich, dass diese mit einem normalen Jahresurlaub nur teilweise abgedeckt würden. Gleichzeitig gäbe es aber bei diesem Arbeitgeber kein für diesen Zweck sinnvoll verwendbares Arbeitszeitkonto. Das heisst, mal eben (naja…) 320 Überstunden ansammeln und diese zusammen mit dem Jahresurlaub in die Fortbildung investieren geht nicht.

Das heisst - der Arbeitnehmer wird seinen Arbeitgeber um das eine oder andere Zugeständnis (unbezahlter Urlaub, erweitertes Zeitkonto, Reduktion der Wochenarbeitszeit, was-auch-immer) bitten müssen. Andererseits kann der Arbeitnehmer durchaus absehen, dass seine Abwesenheit im Fortbildungszeitraum Probleme beim Arbeitgeber verursachen könnte. Nicht dass derjenige unersetzlich sei, sondern mehr darum weil die potentiell stellvertretenden Kollegen ebenfalls arbeitsmässig mehr als ausgelastet seien.

Ganz egoistisch möchte der Arbeitnehmer aber seinen Job derweil noch nicht kündigen, da er nicht weiss, ob er im Anschluss an die Fortbildungsmassnahme im fortgebildeten Beruf sofort oder überhaupt was finden wird. Es ist auch nicht so, dass er die Qualifikation aus der Fortbildung in irgendeiner Form im aktuellen Job einsetzen könnte (stellt Euch nen Buchhalter vor, der nebenher Masseur wird oder so). Dennoch wird der Arbeitnehmer den aktuellen Job verlassen, sobald sich im fortgebildeten Job ein Job ergibt.

Diese lange Rede eigentlich nur damit Ihr den Hintergrund der Frage versteht. Wie also kann der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber gegenüber argumentieren? Was könnten Vorteile für den Arbeitgeber sein? Wie kann er ihm das schmackhhaft machen? Wie würdet Ihr vorgehen?

*wink*

Petzi

Hi,
einer „Seele von Mensch“ könnte man vielleicht „reinen Wein“ einschenken und um Hilfe bitten. Er würde es verstehen können und sogar aktive Unterstützung anbieten.

der „kühle Rechner“ wird sich über so eine Eröffnung wohl weniger freuen und sich danach eventuell schon frühzeitig nach „Ersatz“ umsehen wollen.

Du musst deinen Chef selbst einschätzen, zu welcher „Sorte“ er wohl gehört.

Lässt sich die Weiterbildung nicht auf dem „2.Bildungsweg“ machen (Abendschule etc.)?
Da es ein „Jobproblem“ ist, könnte man eventuell auch Hilfe vom örtlichen Arbeitsberater erhalten.
Es gab mal Sonderurlaub für Weiterbildung… weiß nicht ob das heute noch so ist.

Mal grundsätzlich:
Innerlich hast du schon gekündigt… sonst würdest du dich nicht intensiv mit der Zeit nach der Weiterbildung beschäftigen.
Im Endeffekt wartest du ja nur noch darauf, eine neue Stelle antreten zu können. Du bist nur noch auf „Warteschleife“ und schiebst „Dienst nach Vorschrift“.

Überlege diese Behauptung und prüfe dich ehrlich, ob es so ist.
Wenn ja: Warum sorgst du dich noch, wie deine Arbeit während deiner Abwesenheit geschafft wird ? Wenn du „endlich“ weg bist, müssen die doch auch sehen wie sie zurecht kommen.
Zu provokativ ? Ja… So sollte es auch sein. Erforsche deine persönliche Bindung zur aktuellen Firma und handel dementsprechend.

Gruß
BJ

Hallo,

ganz einfach eigentlich. Wenn Du deinem AG keinen Vorteil aufzeigen kannst gibt es auch keinen schlauen Argumentationsweg warum ihn deine Fortbildung interessieren sollte. Da nützen auch schöne Worte nicht viel…

Hier geht’s ja um eine grundsätzliche Frage, die kurz nach der zum Sinn des Lebens kommt - nämlich was motiviert Menschen? Und die Antwort ist immer: ein Nutzen, den sie aus etwas ziehen können. Wenn Du aber keinen Nutzen darbieten kannst…

Gruß,

MecFleih