der Opa meines Verlobten liegt seit vorgestern auf der Intensivstation. Er hat eine Hirnblutung… mitten im Hirn (genauer kann ich es nicht sagen), das Ventrikelsystem ist, bzw. war(?) laut 4 von 5 Neurologen nicht betroffen.
Bis heute morgen sah es ziemlich gut aus. Er war ansprechbar, Kraft und Motorik war beidseitig in Armen und Beinen vorhanden, linksseitig dauerte das ansprechen der Muskulatur länger.
Heute morgen trübte er wohl zusehends ein. Der Hirndruck stieg an und er wurde ins künstiliche Koma versetzt.
Da ich nicht vom Fach bin und mein Verlobter auch nicht gerade gut drauf war, würde ich ganz gerne wissen, wie ihr hier die Chancen einschätzt. Was kommt auf uns zu?
Zu den Grunddaten des Opas: 78 Jahre, Alkoholiker (schlecht Leberwerte), recht dürr, mir sind keine großartigen Vorerkrankungen bekannt…
Für eure Einschätzungen wäre ich sehr dankbar. Mache mir halt große Sorgen, insb. auch um die dazugehörige Omi, die eine ganz liebe ist und ohne ihren Haustyran vermutlich zu Grunde geht.
Moin DjTrulla,
verständlich, dass ihr euch Sorgen macht.
Leider ist in einem solchen Fall eine Einschätzung auf Abstand kaum möglich. Hirnverletzungen - und um eine solche handelt es sich hier ja - sind meist sogar für die behandelnden Ärzte nur schwer einzuschätzen.
Generell kann man sagen:
Massive Hirnblutungen sind immer eine lebensbedrohliche Situation - auch bei jungen, ansonsten gesunden Menschen.
zentrale Blutungen sind insofern qua Prognose idR. noch schwieriger, weil eine Op meist nicht möglich ist, dabei würde mehr Schaden angerichtet als schon besteht.
auch bei Menschen die eine Hirnblutung überleben ist idR eine ausgedehnte und langwierige Reha zu erwarten. Häufig müssen gehen, sprechen und andere basale Fertigkeiten wieder mühsam erlernt werden.
eine Alkoholerkrankung mit eingeschränkter Leberfunktion hat an sich schon eine ungünstige Prognose. Noch dazu leiden Menschen dann oft an einer gestörten Blutgerinnung, da ihre Leber die dafür notwendigen Eiweiße nicht mehr produzieren kann.
Im Fall deines Schwiegeropas könnte das also sogar der Hirnblutung zu Grunde liegen.
Vielleicht hilft euch diese Einschätzung bei der Beurteilung der Situation.
Stärke…lux
vielen Dank für deine Antwort. Waren heute nochmal da… sieht nicht dolle aus. Der Opa hängt jetzt auch an der Beatmung und hat ne Lungenentzündung…
Der Arzt meinte, wenn überhaupt, sollten wir uns darauf einstellen, dass er jetzt einige Wochen so da liegen wird…
Mein Verlobter denkt wohl, dass er das nicht überlebt… nicht schön…
Wie bereits erwähnt kann man nichts sagen, wei das verlaufen wird.
Wenn Gehirnareale, die für bestimmte Funktionen geschädigt werden, dann könnte das mitunter irreparabel sein, muss aber auch wiederrum nicht, das Gehirn ist sehr flexibel (wenn man es nicht zu sehr schädigt) und baut „Lernbrücken“ (so nenne ich es zumindest). Wichtig ist, dass man nach dem Erwachen eine Ergotherapie macht, damit man verlernte Fähigkeiten so gut wie möglich wieder in den Griff bekommt.
Bei den Gehirnschädigungen können sogar Persönlichkeitsstörungen auftreten, wenn bestimmte Areale beschädigt sind. Daher ist eine genaue Lokalisation des Schadens das A und O.