Wie schneide ich Rosen richtig?

Hallo zusammen!

Ich habe einen Garten, wo die Rosen leider sehr vernachlässigt wurden. Sie sind stakselig und bekommen kaum Blüten. Sie sind einfach nur hoch gewachsen und unten sind sie fast kahl, ich nehme mal an, weil sie nie geschnitten wurden. Wo muss ich Rosen abschneiden? Ich habe gehört, wenn es nicht richtig gemacht wird, können sie eingehen. Stimmt das oder sind Rosen gar nicht so empfindlich? Und würden sie sich überhaupt nochmal erholen oder ist das eher unwahrscheinlich?
Kennt sich da jemand aus und kann mir weiter helfen?

Tina

Servus Tina,

eine gute Einführung ist Dietrich Woessner, „Das Schneiden der Rosen“, bei Ulmer (ein Broschürchen mit 125 Seiten, kostet sicher nicht viel). Da sind die Grundregeln viel besser beschrieben, als ich es könnte, zumal sowieso eher Obst meine Baustelle ist.

Was und wie geschnitten wird, hängt von den Rosen ab: Bei Einmalblühenden funktioniert es anders als bei Remontierenden, und unter den Einmalblühenden hat es ältere Züchtungen wie die wundervolle (hamburgische) „Königin von Dänemark“, die ein arges Sensibelchen ist und auf zu heftiges Schneiden gern reagiert, indem sie sich zu einem Besen verwächst.

Ob man Rosen durch verkehrtes Schneiden kaputtkriegen kann, kann ich nicht sagen. Vorstellen könnte ich mir das allenfalls, wenn man zu spät im Jahr an den Stöcken herumfuhrwerkt „damit es sauber aussieht“, und sie dadurch zum Bilden vieler Triebe anregt, die im Herbst nicht recht ausgereift und kälteempfindlich sind, so dass der Stock viel Kraft in Nichts investiert.

Wenigstens so wichtig wie der Schnitt ist die Pflege des Wurzelbereichs: Beim Pflanzen in schwere Böden etwa 60 cm auskoffern und mit viel organischer Substanz versorgen. Später jährlich beim Abhäufeln etwa 30 cm tief den Boden durchlüften (Grabgabel, oder wenn man Gartenspielzeuge mag, zweizinkige Rosengabel). Unmittelbar danach Düngergabe (z.B. getrockneter Stallmist), die auf diese Weise dahin kommt, wo sie hinsoll - von der Oberfläche weg, Rosen sind Tiefwurzler, und nur wenn sie einen tiefen Wurzelstock entwickeln können, blühen sie gern und treiben von der Veredlungsstelle her nach, so dass man keine vergreisten Storren bekommt. Die Entwicklung des Wurzelbereichs wird auch dadurch gefördert, dass man möglichst nicht oberflächlich gießt oder anderweitig bewässert - in die Tiefe, in der Rosen wurzeln sollen, kommt das vergossene Wasser eh nicht oder kaum. Ich war überrascht, wie ich mit den beschriebenen Schritten einigen Stöcken, die ich vergreist und sehr verwachsen - ganze Treppenleiterchen von Absätzen an den viele Jahre alten Trieben - übernommen hatte, bisher ganz ordentlich habe aufhelfen können. Diesen Sommer, nach sechs Jahren, haben sie das erste Mal wieder voll geblüht, nachdem sie peu à peu das alte Holz ablegen durften und - wie mir schien - das Austreiben von unten regelrecht neu lernen mussten.

Wössner (s.o.) hat in den 1930er Jahren die bemerkenswert unterschiedlichen in der Literatur geschilderten Schnittmethoden vergleichend und systematisch untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass ausschließlich einmal jährlicher Schnitt im Frühjahr beim Abhäufeln empfohlen werden kann. Herbstschnitt ist eher was für die Augen des Nachbarn, es sieht halt „sauber“ aus dann…

Schöne Grüße

MM

Ich habe einen Garten, wo die Rosen leider sehr vernachlässigt
wurden. Sie sind stakselig und bekommen kaum Blüten. Sie sind
einfach nur hoch gewachsen und unten sind sie fast kahl, ich
nehme mal an, weil sie nie geschnitten wurden. Wo muss ich
Rosen abschneiden? Ich habe gehört, wenn es nicht richtig
gemacht wird, können sie eingehen. Stimmt das oder sind Rosen
gar nicht so empfindlich? Und würden sie sich überhaupt
nochmal erholen oder ist das eher unwahrscheinlich?
Kennt sich da jemand aus und kann mir weiter helfen?

Ich vermute, Du brauchst erst mal ein Grundrezept. Im Frühjahr, wenn der Stock austreibt, schneidest Du pro Hauptzweig auf 3-4 Augen (Sprosse) mit einer scharfen Schere 2 cm über dem Auge, möglichst das Auge das nach außen steht und so, dass die Schnittfläche nach unten weist ( Schutz vor Nässe). Drei bis 4 Hauptäste genügen.
Für den Winter häufelst Du die Rose mit Erde an und nimmst das nach der Frostperiode wieder weg. Falls Du Kompost oder Dung hast, fülle das oberflächlich außen rum.
Wenn sich im Sommer Rosenrost mit Blattfall einstellt, spritze mit einem geeigneten (Pilz)-Mittel.
Standort sonnig, lehmiger Boden ist gut.
Udo Becker

Hallo Tina,

Ich habe einen Garten, wo die Rosen leider sehr vernachlässigt
wurden. Sie sind stakselig und bekommen kaum Blüten. Sie sind
einfach nur hoch gewachsen und unten sind sie fast kahl, ich
nehme mal an, weil sie nie geschnitten wurden.

im Prinzip richtig. Rosen wachsen immer weiter, wenn man ihnen nicht mit der Schere Einhalt gebietet

Wo muss ich
Rosen abschneiden?

wenn Du noch niemals Rosen oder Anderes geschnitten hast, empfehle ich, dass Du mal herausfindest, ob es bei Dir vor Ort einen Obst- und Gartenbauverein gibt. Die Mitglieder sind in der Regel gern bereit, beratend tätig zu werden. Möglicherweise kommt sogar kostenlos jemand und zeigt Dir am konkreten Beispiel Deiner Rosen, wie und wo.

Ich habe gehört, wenn es nicht richtig
gemacht wird, können sie eingehen. Stimmt das oder sind Rosen
gar nicht so empfindlich?

wie Andere schon vor mir gesagt haben, ist Rose nicht gleich Rose.
Nicht alle Rosen haben die gleiche Lebensdauer und die gleiche Unverwüstlichkeit.
Noch dazu kommt es immer auf den Standort an.
Wir hatten zum Beispiel eine gelbe Kletterrose an einem Standort auf der Westseite (Pergola, wo sie nur mickerte.
Heute, gleicher Garten, 50 Meter weiter aber Süden und vollsonnig, ist sie zwar immer noch ein zartes Ding, blühte aber den ganzen verregneten Sommer.

Ohne also im nächsten Juni gesehen zu haben, wie das Laub aussieht, und wie die Blüte, kann man unmöglich sagen, was Deine Rosen aushalten.

Und würden sie sich überhaupt
nochmal erholen oder ist das eher unwahrscheinlich?

Versuch es auf alle Fälle.

Kennt sich da jemand aus und kann mir weiter helfen?

wie gesagt - am besten jemand, der in Deinen Garten gehen kann. Via Computertastatur bleibt alles arg theoretisch

viele grüße
Geli

Hallo Tina,

zuerst sollte man mal wissen was für Rosen es sind. Beetrosen, Strauchrosen, historische - einmalblühende oder öfterblühende?

Rosen werden normalerweise in der Zeit wenn die Forsythien blühen geschnitten. Bei manchen Rosen schneide ich allerdings lange Peitschen schon im Herbst etwas zurück, aber der Hauptschnitt erfolgt im Frühjahr.
Je nach Rosensorte. Gib doch mal bei Tante Google ein „Rosenschnitt“ o.ä.
Da kriegst Du sicher viele Anregungen.

LG Rosenfreak