Wenn wir schon mal dabei sind, muß ich da auch mal an den Säulen der Physik rütteln. Bis vor einigen Jahren dachte ich, daß das mit der Messung der Lichtgeschwindigkeit ganz einfach wäre und ich es verstanden hätte. Dann habe ich aber festgestellt, daß dem nicht so ist. Ich benutze dazu folgende Meßanordnung:
Am Punkt A befinde sich eine Lichtquelle ein Fotosensor und eine Uhr. Am Punkt B befindet sich ein Spiegel. Der Abstand d zwischen A und B ist genau bekannt. Die Uhr wird gestartet, wenn die Lichtquelle einen Lichtblitz absendet und gestoppt, wenn der vom Punkt B reflektierte Blitz am Fotosensor ankommt. Daraus ergibt sich c = 2d / t mit t als die von der Uhr gestoppte Zeit. So weit so klar.
Jetzt muß ich mich aber mit der Uhr befassen. Da ich ja frei in der Wahl meiner Uhr bin, nehme ich mir eine mit einem elektromagnetischen Resonator als Referenztaktgeber. Der Einfachheit halber soll d = 150000 km und die Resonatorlänge 150 mm sein. Der Resonator schwingt stabil auf seiner lamda/2 Grundfrequenz. Bei 150 mm Resonatorlänge ergib sich eine Wellenlänge von 300 mm. Damit läßt sich die Resonanzfrequenz mit f = c/lamda = 10^9 Hz = 1 GHz berechnen. Die Zeitaulösung der Uhr ist also 10^-9 s = 1 ns.
Meine Messung wird ergeben, daß die Uhr genau 10^9 Takte, also 1s gestoppt hat, wenn der Blitz den Fotosensor erreicht hat. Ich werde also folgern, daß das Licht eine Geschwindigkeit von C = 2 * 150000 km / 1s = 3*10^8 m/s hat.
Jetzt kann ich die Sekunde noch durch den Term ersetzen, durch den meine Uhr die Sekunde definiert: 1s = 10^9 / f = 10^9 * lamda / c = 10^9 * 0.3m /c
-> c = 3*10^8m / 1s -> c = 3*10^8m / (10^9 * 0.3m / c ) -> 1 = 1
Da haben wir den Salat, denn hier kürzt sich alles, c inclusive, weg und es ergibt sich einfach nur eine wahre Aussage.
Das war aber eigentlich auch nicht anders zu erwarten. Wenn ich die Zeit als eine von c linear abhängige Größe zur Messung von c heranziehe, mußte das so kommen.
Was habe ich denn nun wirklich gemessen ? Eigentlich hat meine Messung ja nur bestätigt, daß das Licht für die n-fache Strecke die n-fache Zeit benötigt. Bedingt durch die Definition der Sekunde und des Meters erhalte ich diese ominöse Konstante c, unabhängig davon, wie schnell das Licht ist.
Jetzt aber meine Frage: Wie schnell ist das Licht denn nun wirklich ???
fragt sich seit langem und jetzt euch Jörg
zugegeben eine sehr provokante, aber sicher nicht uninteressante Frage
))