hallo petra,
ich könnte jetzt fragen: was für ein buch? einen roman, ein erzähl- oder gedichtbändchen, ein tagebuch oder eine lebensgeschichte, ein sach- oder fachbuch (von koch- bis telefonbuch)?
aber ich gehe mal davon aus, dass du keinen ratgeber für rosenzüchter schreiben willst und nehme mal an, du meinst erzählende literatur.
für alle genres und arten von büchern, geschichten, texten - und wenn es „nur“ 5-zeiler sind! - gilt:
S C H R E I B E ! fange an!
die größte hürde ist der anfang, von der idee zum papier oder bildschirm. das leere blatt. damit fängt aber jeder autor/autorin an. entgegen landläufiger meinung ist ein(e) autor(in) nicht ein mit ideen gefüllter sack, den man nur irgendwo anpieken muss - und schon quillt literatur heraus.
nein! es ist harte arbeit, ein ringen um jede seite, jede zeile. mehr noch: ein ringen mit sich selbst und dem inneren schweinehund (der immer sagt: „aber eines tages schreibe ich mal ein buch. nicht gerade jetzt. aber irgendwann mal…“)
jetzt gibt exakt 2 möglichkeiten:
1.) ich warte auf die „richtige“ idee. gerade eben hatte ich es! wo ist der gedanke hin? so kann ihn nicht aufschreiben. gerade eben noch war er besser, klarer, druckreif. schade! jetzt ist er ganz weg!
ich warte lieber, bis mir eines tage wieder mal ein genialer gedanke kommt. dann schreibe ich ihn auf.
diesmal bestimmt.
ganz sicher!
versprochen!
**2.) schreib auf, was dir gerade durch den kopf geht! warte nicht auf den perfekten anfang, den kannst du später ersatzlos streichen oder ändern oder was auch immer. kümmere dich nicht um besonders elegante oder witzige formulierung - dran rumfeilen kannst du später noch.
schreib und schreib und schreib und schreib!
nach wenigen seiten schon wird dein geschriebenes, wenn es „gepackt“ hat, eine eigendynamik entwickeln. deine figuren werden zu leben anfangen, so dass du mühe haben wirst, sie im zaum zu halten - wenn es gut ist, wenn die idee gegriffen hat.
mal dauert es wenige zeilen, mal viele seiten, ehe dieser effekt eintritt.
und mal tritt er gar nicht ein. dann hat vielleicht die story nicht gelohnt, erzählt zu werden. oder es mangelt noch an den handwerklichen fähigkeiten zum schreiben. die tricks fehlen vielleicht, wie man einen spannungsbogen aufbaut oder eine figur interessant macht.
aber das ist erlernbar! ja, es ist sogar nötig zu üben, üben, üben. fang einfach mal an. JETZT! nicht irgendwann!
beschreibe jemanden, etwas. erzähle dir, was du gestern nachmittag erlebt hast. oder immer sonst. bringe einen dialog zu papier.
und dann: lege es weg. mindestens für einen tag, besser mehr.
dann lese es wieder.
wie würdest du es heute schreiben?
immer noch so?
wenn nicht verbessere es ruhig.
was sagen andere zu deinen geschichten? können sie sie miterleben? mitfühlen? (nein, nicht die liebe verwandschaft oder freund oder andere wirtschaftlich, sexuell oder sonst von dir abhängige, die es gut finden müssen! 
schließe dich schreibgruppen an. trage dort dein geschriebenes vor.
AUA! die kritik kann hart sein! vielleicht auch ungerecht.
aber was solls? da mußt du durch! wenn du eines tages deine werke veröffentlichen willst, wirst du dich vielleicht noch ganz anderen urteilen stellen müssen. da ist es ganz nützlich, wenn man bis dahin gelernt hat, mit negativer wertung umzugehen.
schau dir mal z.b. http://www.lettern.de an. oder http://www.literaturcafe.de. ebenso http://www.leselupe.de
auf diesen (und noch vielen anderen) seiten wirst du gleichgesinnte finden in allen stadien ihrer entwicklung (es macht nämlich nicht „peng“ und man ist autor!)
viel spaß & erfolg
ann
PS: ein tipp noch: erspare dir sündhaft teure schreibseminare, wie sie überall angeboten werden! das handwerk kannst du auch wesentlich günstiger erlernen (s.o.) und das talent und die ausdauer musst du sowieso selbst mitbringen.**