Wie setzt Ihr diese Bibelstelle um?

Hallo Ihr Lieben!
wie setzt Ihr eigentlich die Stelle aus Matthäus 5,39 in eurem Leben um?
ich tu mich da noch etwas schwer mit!

Bitte fühlt Euch jetzt nicht ausgegrenzt oder ähnliches, wenn ich jetzt schreibe, dass ich nur Antworten von den Christen wünschwe, die das Leben auf dem schmalen Pfad gehen. Es gibt halt sehr liberale Christen, die das Leben kaum einschränken und sich (fast) alle Freiheiten nehmen, die die Welt uns bietet. Es gibt aber auch Christen, die versuchen, nach dem Worte Gottes zu leben!

Ich schreibe das nur, weil ich mit ganz liberalen Christen eh niemals auf einen Nenner kommen kann und dann diese Frage sich mehr in Streitgespräche entwickeln wird, statt eine sinnvolle Antwort.

Viele liebe Grüße
Lina

Gewaltlosigkeit kann man nur individuell verwirklichen.

gruß
rolf

Hallo Lina!

wie setzt Ihr eigentlich die Stelle aus Matthäus 5,39 in eurem
Leben um?
ich tu mich da noch etwas schwer mit!

Ich erinnere mich in so einer Situation gerne an Röm. 12,20. Die habe ich schon öfters umgesetzt. Wenn mir jemand was zu Fleiß getan hat, bin ich ihm umso herzlicher begegnet. Als Christ kann man ja, weil man die nötige Freude und Liebe dafür von Gott bekommt und nicht selbst „erzeugen“ muss.

Die Wirkung war immer dieselbe: Diese Menschen haben sich auf einmal so geschämt für ihr Verhalten, und sie haben es vielfach wiedergutzumachen versucht.
Heute habe ich das beste Auskommen mit diesen Leuten, wir begegnen uns gegenseitig mit Achtung und Respekt.

Mein Rat: Tanke Dich täglich bei Gott auf, dann hast Du auch die Kraft, Matthäus 5,39 umzusetzen!

Hanna

Hallo Josefine,
vorsicht beim zitieren aus dem Zusammenhang:
Kontext „Vom Vergelten“ 5,38 „Aug um Aug“, danach 39:
„ich aber sage euch: andere Backe hinhalten“

Linientreu: Keine Vergeltung / Rache, Aufforderung zum Märtyrerdasein: Lass Dich von Deinem Manne knechten; schrei nicht um Hilfe, solltest Du als Sklavin verkauft werden; lass Dich vergewaltigen und foltern. Denn da steht geschrieben: „Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel“. Lass mit Dir geschehen, was Gott mit Dir vorhat.
(Soviel zur Intelligenz eines wörtlich interpretierenden Christen. Jesus gab uns den heiligen Geist, und zwar bestimmt nicht nur, damit wir ihn zwischen den Ohren verstecken und nie auf ihn hören… Die Bergpredigt wurde (im Gegensatz zu den 10 Geboten z.B.) von einem Zeitzeugen aufgeschrieben und dabei interpretiert. Dann über Jahrtausende kopiert, verändert, angepasst und wieder interpretiert. m.Meinung nach gefällt Gott kein blinder Gehorsam den Texten gegenüber, sondern das aktive Hinterfragen und anwenden des Heiligen Geistes.)

Liberal: Bleib sachlich, höflich, konstruktiv und gebe Dich keiner wutverblendeten Rache hin; suche nach gewaltfreien Lösungen. Lass Dich nicht von Rache/Wut/Zorn zu etwas hinreißen. Handle nach dem Motto „Was ich nicht möchte, dass mir geschieht, soll ich keinem anderen Zufügen“

Und jetzt bist Du keinen Schritt weiter, ausser im Zugzwang das zu machen, was Du vor dem posten des Textes auch schon hättest machen müssen: Höre auf Dich, Deinen Glauben, Deine Gebete und schau in Dein Herz. Dann handle gottgefällig, wie DU meinst, dass es richtig sei, denn DU wirst eines Tages vor ihm stehen und Rechenschaft ablegen, das wird dir kein Pfarrer, kein Papst und schon gar kein WWW-Forumsteilnehmer abnehmen können.

puuh… und sowas als Atheist… erstma Händewaschen gehen :wink:)

jartUl, der an solchen Kokolores nicht glaubt und in Jesus einfach einen genialen pazifistischen Antirömer sieht, der die Zivilisation -zumal in Zeiten von Diskriminierung, Vetternwirtschaft, rechtsfreien Raum, Besatzung, Völkermord und Sklaverei- ein gehörigen Schritt weiter gebracht hat!

Hallo Rolf!
Wieso Gewaltlosigkeit? diese Stelle bezieht sich nicht nur auf körperliches Wehren sondern auf die vielen Ungerechtigkeiten im Alltag ebenfalls

Liebe Grüße
Lina

Wieso Gewaltlosigkeit? diese Stelle bezieht sich nicht nur auf
körperliches Wehren sondern auf die vielen Ungerechtigkeiten
im Alltag ebenfalls

Vers 39) meint wohl ausschließlich körperliche Gewalt.

Vers 40) Diebstahl und dann Nötigung, sind gegen den eigenen Willen gerichtet. Soll man einem fremden, statt des eigenen gehorchen oder ihm widerstandslos begegnen? Das scheint mir nicht der richtige Weg zu sein.

gruß
rolf

Hallo Ihr Lieben!
wie setzt Ihr eigentlich die Stelle aus Matthäus 5,39 in eurem
Leben um?

„Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Mt 5,39 Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.“

Mt 5,45 …„damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“

Hi Lina,
vielleicht kann man fragen - warum so? Die Begründung steht bei 5,45. Der Vater liebt sie alle. Wieso? Weil er den ganzen Lebensweg des Menschen übersieht und versteht.

Für uns ist so eine Streßsituation die Momentaufnahme - jemand ist böse gegen uns. Vor 2000 Jahren waren gewisse Einsichten noch nicht Allgemeingut, z.B. dass jemand nicht ohne Grund in eine solche Situation gerät. (Das heißt nicht, er sei ‚selber schuld‘!) Morgen könnte er selbst in die Versuchung geraten, böse zu sein. Wie sollen wir je aus dem Teufelskreis von negativer Resonanz herauskommen, wenn nicht der Erste es wagt, die Waffen abzulegen? Ein großes Risiko. Jesus ist dafür aufgehängt worden. Aber dabei blieb es ja nicht. Die Geschichte von der Auferstehung soll ja (echt oder nicht) uns mitteilen: Gott verspricht, dass dieser Weg der Gewaltlosigkeit zunächst äußerlich ein Fiasko werden könnte, aber der einzig richtige ist auf Dauer gesehen. Es gehört mehr Mut dazu als zum Kämpfen. Es braucht ein gigantisches Gottvertrauen, dass er mich nicht in Situationen laufen läßt, denen ich nicht gewachsen bin. Jesus war der Situation gewachsen und nach ihm haben es viele bewiesen, dass es möglich ist, sauf diese Weise etwas zu verändern. Auch Nichtchristen wie Ghandi. Diese Information ist in der Welt, das war der Sinn der Sache.

Wenn wir uns mit der Liebe des Vaters ein wenig identifizieren können, dann übernehmen wir langsam mehr Verantwortung - auch gegen solche, die uns bös provozieren wollen; so wie eine Mutter oder ein Vater das Kind nicht bekämpfen werden, sondern auf Reifung durch Einsicht bauen. Dafür sind sie zu Opfern bereit, um das gute Beispiel zu leben, um ihre eigenen Ideale vorzuleben. Gott war dazu bereit. Jeder entscheidet selbst, wann er es auch so versuchen will. Mit Gottes Hilfe gelingt es.
Gruß, Geris

Hallo Lina, Josefine usw.
Alles was recht ist und alles zu seiner Zeit (Salomo), aber was gibt es Schöneres, als einem Widerling mal anständig die Fresse zu polieren, mit Verlaub?
fragt
gutgelaunt
Branden

Hallo,

Als Christ kann man ja, weil man die nötige Freude und Liebe dafür
von Gott bekommt und nicht selbst „erzeugen“ muss.

Kommt Dir das nicht auch maßlos arrogant vor? Ich meine, das, wovon hier die Rede ist, sind ja nun keine Konzepte oder Überlegungen, die das Christentum für sich gepachtet hat.

Für Freude und Liebe gilt das noch verstärkt (im Übrigen bin ich der Meinung, daß Freude und Liebe, die nicht aus einem selbst erwachsen, nicht viel wert sind).

Mein Rat: Tanke Dich täglich bei Gott auf, dann hast Du auch
die Kraft, Matthäus 5,39 umzusetzen!

Mein Rat: Vergiß das dicke Märchenbuch und fang an, die jeweiligen Möglichkeiten zum Umgang mit Konflikten zu durch denken. Dann kommst Du ganz von selbst zu der Lösung, die die sinnvollste für Dich ist.

Gruß,

Malte

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Hallo Thorshammer, grüß Gott, Rolf

Soll man einem fremden, statt des eigenen
gehorchen oder ihm widerstandslos begegnen? Das scheint mir
nicht der richtige Weg zu sein.

Zumindest scheint es nicht ganz falsch zu sein, wenn sich ein größerer Teil der Menschheit auf beide Wangen schlagen lässt.
Man kann gewissen Leuten dann nochmal so richtig schön eine reinsemmeln.
Gruß,
Branden

Hallo Malte!

Als Christ kann man ja, weil man die nötige Freude und Liebe dafür
von Gott bekommt und nicht selbst „erzeugen“ muss.

Kommt Dir das nicht auch maßlos arrogant vor?

Im Gegenteil! Würde ich behaupten: „Ich bin so unendlich gut/weise/heilig/stark, ich schaffe das ALLES, und sogar mit links!“ - DAS käme mir arrogant wor.
Sich einzugestehen, dass man mit seiner Kraft und seiner Weisheit am Ende ist, dass man Hilfe braucht, dazu gehört nicht Arroganz sondern eine gehörige Portion Demut.

Ich meine, das,
wovon hier die Rede ist, sind ja nun keine Konzepte oder
Überlegungen, die das Christentum für sich gepachtet hat.

Ja, und? Als Christ habe ich es viel leichter, es umzusetzen, weil ich Unterstützung bekomme.

(im Übrigen bin
ich der Meinung, daß Freude und Liebe, die nicht aus einem
selbst erwachsen, nicht viel wert sind).

Ja, Malte, ich glaub Dir, dass Du das so siehst.
Was ich meine, kann nur einer verstehen, der das selbst erlebt hat. :smile:

Mein Rat: Tanke Dich täglich bei Gott auf, dann hast Du auch
die Kraft, Matthäus 5,39 umzusetzen!

Mein Rat: Vergiß das dicke Märchenbuch und fang an, die
jeweiligen Möglichkeiten zum Umgang mit Konflikten zu
durch denken. Dann kommst Du ganz von selbst zu der
Lösung, die die sinnvollste für Dich ist.

Von allein wär ich selbst nach stundenlangem Denken nie auf die Idee gekommen, meinen „Feinden“ mit Freundlichkeit zu begegnen.
Und doch war diese (scheinbar völlig unlogische) Lösung überraschenderweise die sinnvollste.

Gestatte mir eine Frage: Wieso „missionierst“ Du und willst mich zum Atheismus bekehren? Ich habe das auch nicht gemacht. Mein Rat ging ausdrücklich an einen Christen, also einen Gleichgesinnten.

Hanna

2 „Gefällt mir“

Guten Morgen!

Als Christ kann man ja, weil man die nötige Freude und Liebe dafür
von Gott bekommt und nicht selbst „erzeugen“ muss.

Kommt Dir das nicht auch maßlos arrogant vor?

Im Gegenteil! Würde ich behaupten: „Ich bin so unendlich
gut/weise/heilig/stark, ich schaffe das ALLES, und sogar mit
links!“ - DAS käme mir arrogant wor.
Sich einzugestehen, dass man mit seiner Kraft und seiner
Weisheit am Ende ist, dass man Hilfe braucht, dazu gehört
nicht Arroganz sondern eine gehörige Portion Demut.

Das meine ich nicht. Ich meine das „Als CHRIST…“ - das liest sich, als sei die Fähigkeit zu Demut, die Fähigkeit, Freude und Liebe zu geben, Christen vorbehalten oder würde ihnen nativ leichter fallen als anderen.

Ich meine, das,
wovon hier die Rede ist, sind ja nun keine Konzepte oder
Überlegungen, die das Christentum für sich gepachtet hat.

Ja, und? Als Christ habe ich es viel leichter, es umzusetzen,
weil ich Unterstützung bekomme.

Das bestreite ich :smile:

(im Übrigen bin
ich der Meinung, daß Freude und Liebe, die nicht aus einem
selbst erwachsen, nicht viel wert sind).

Ja, Malte, ich glaub Dir, dass Du das so siehst.
Was ich meine, kann nur einer verstehen, der das selbst erlebt
hat. :smile:

Naja, das ist ein Totschlagargument, das ich Dir genauso gut zurückgeben kann. Ich vergleiche das gerne mit Drogenmißbrauch - es ist sehr leicht, sich mit Hilfe von Substanzen, also „Hilfe von außen“, Rauscherlebnisse, Extase, Glücksgefühle zu verschaffen. Pille einwerfen, Line ziehen, fertig. Keine große Leistung, oder?

Ich finde jedenfalls, daß solche Erlebnisse immer mit einem verdammt schalen Beigeschmack einhergehen und nicht ansatzweise vergleichbar sind mit Zuständen, die man sich selbst erarbeitet - dem Rausch, in den man kommt, wenn man 20km läuft, dem Glücksgefühl, wenn man sich erfolgreich irgendetwas hart erarbeitet hat usw. - ich glaub, Du verstehst, was ich meine.

Mit Liebe und Freude, die man empfängt und gibt, ist es ähnlich.

Mein Rat: Tanke Dich täglich bei Gott auf, dann hast Du auch
die Kraft, Matthäus 5,39 umzusetzen!

Mein Rat: Vergiß das dicke Märchenbuch und fang an, die
jeweiligen Möglichkeiten zum Umgang mit Konflikten zu
durch denken. Dann kommst Du ganz von selbst zu der
Lösung, die die sinnvollste für Dich ist.

Von allein wär ich selbst nach stundenlangem Denken nie
auf die Idee gekommen, meinen „Feinden“ mit Freundlichkeit zu
begegnen.

Es klingt vielleicht arrogant, soll es aber nicht: Diese Lektion hab ich mit ungefähr 15 nach einer Disco gelernt, als ich mich einem halben dutzend so gar nicht wohlwollender Jugendlicher gegenüber sah. Ganz ohne Bibel. Ich hab aber auch gelernt, daß man manchmal erst dann respektiert wird, wenn man aufrecht und selbstbewusst steht, wenn man deutlich sagt „DAS dulde ich nicht!“. Die platte Formel mit der Wange wird der Realität und ihrer Vielschichtigkeit nicht gerecht.

Gestatte mir eine Frage: Wieso „missionierst“ Du und willst
mich zum Atheismus bekehren? Ich habe das auch nicht gemacht.
Mein Rat ging ausdrücklich an einen Christen, also einen
Gleichgesinnten.

Will ich doch gar nicht. Soll jeder glauben, was er will. Allerdings befinden wir uns auf einer Diskussionsplattform, deren Sinn imho auch ist, daß man über den Tellerrand hinausblickt und sich mal auf andere Sichtweisen einlässt. Ich neige jedenfalls überzeugt dazu, Einschränkungen wie die der Fragestellerin „Bitte nur Antworten von Christen!“ zu ignorieren.

Gruß,

Malte

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Hallo Malte!

Das meine ich nicht. Ich meine das „Als CHRIST…“ - das liest
sich, als sei die Fähigkeit zu Demut, die Fähigkeit, Freude
und Liebe zu geben, Christen vorbehalten oder würde ihnen
nativ leichter fallen als anderen.

Vorbehalten nicht. Leichter fallen schon. Aber auch das ist nicht arrogant gemeint. Eher bin ich dankbar dafür, ich betrachte es als Geschenk, als etwas, in dessen Genuss ich komme, obwohl ich es mir nicht verdient habe.

Ich meine, das,
wovon hier die Rede ist, sind ja nun keine Konzepte oder
Überlegungen, die das Christentum für sich gepachtet hat.

Ja, und? Als Christ habe ich es viel leichter, es umzusetzen,
weil ich Unterstützung bekomme.

Das bestreite ich :smile:

Ich kann meine Behauptung nicht beweisen und Du Deine nicht. :smile:))

(im Übrigen bin
ich der Meinung, daß Freude und Liebe, die nicht aus einem
selbst erwachsen, nicht viel wert sind).

Ja, Malte, ich glaub Dir, dass Du das so siehst.
Was ich meine, kann nur einer verstehen, der das selbst erlebt
hat. :smile:

Naja, das ist ein Totschlagargument, das ich Dir genauso gut
zurückgeben kann.

Ich hab auch mal ohne Bibel gelebt und kenne daher beide Seiten. Wie willst Du mir dieses Totschlagargument also zurückgeben?

Ich vergleiche das gerne mit Drogenmißbrauch

Das ist ein gutes Stichwort!
Heute ist Sucht eine anerkannte Krankheit.
Früher hat es gewiss Leute gegeben, die gesagt haben: „Hör doch einfach auf!!!“ - Sie konnten den Süchtigen nicht verstehen, weil sie es selbst nicht erlebt hatten.

Ich halte Dir zugute, dass Dir diese Erfahrung einfach fehlt.
(Das macht Dich in meinen Augen nicht besser oder schlechter. :smile:)) )

  • es ist sehr leicht, sich mit Hilfe von Substanzen, also
    „Hilfe von außen“, Rauscherlebnisse, Extase, Glücksgefühle zu
    verschaffen. Pille einwerfen, Line ziehen, fertig. Keine große
    Leistung, oder?

Das Beispiel hinkt ein wenig. Gott ist keine Droge, die ich mir reinziehe. So einfach ist es nicht.
Für mich ist es schon eine Leistung, wenn ich mich dazu entschließe, meiner Wut nicht nachzugeben sondern den von Gott empfohlenen Weg zu gehen. Das kostet mich oft genug gehörige Selbstüberwindung. Das Resultat entschädigt mich dann aber für die Mühe. :smile:))

Ich finde jedenfalls, daß solche Erlebnisse immer mit einem
verdammt schalen Beigeschmack einhergehen und nicht
ansatzweise vergleichbar sind mit Zuständen, die man sich
selbst erarbeitet

Für mich haben diese Erlebnisse keinen schalen Beigeschmack. Ich habe sie mir jedesmal wieder hart erarbeitet. Sich selbst zu beherrschen ist oft keine leichte Sache. Wenn man gerade explodieren möchte und dies dann doch nicht tut, weil man eingesehen hat, dass dies die Situation nur noch verschlimmert - dazu gehört schon einiges. Und wenn man darüber hinaus nicht einfach nur eisig schweigt sondern sich überwindet, dem anderen noch mit einem unbefangenen Lächeln zu begegnen, dazu gehört dann noch mehr. Das geht nicht automatisch. Es ist sogar schwer. Aber würde ich mich nicht so innig geliebt fühlen von Gott, schaffte ich es gar nicht (wenn Du mal eine Explosion von mir erlebt hast, wirst Du mir glauben *g*)
Und ich bin jedesmal wieder stolz auf mich, wenn ich es geschafft habe.

Ich möchte jetzt aber ausdrücklich nicht in Abrede stellen, dass jeder andere sich auch selbst beherrschen kann!!! Ich bin sogar sehr froh, dass dies nicht den Christen vorbehalten ist!!! Ich kann nur für mich sprechen, wenn ich sage: Ich würde es, hätte ich nicht diese mentale Unterstützung, meist nicht schaffen.

  • dem Rausch, in den man kommt, wenn man
    20km läuft, dem Glücksgefühl, wenn man sich erfolgreich
    irgendetwas hart erarbeitet hat usw. - ich glaub, Du
    verstehst, was ich meine.

Mit Liebe und Freude, die man empfängt und gibt, ist es
ähnlich.

Ja, da pflichte ich Dir bei. Ich bekomme von Gott Liebe und Freude. Es ist ein tolles Gefühl, sich total geliebt zu fühlen. Das gibt Sicherheit und Geborgenheit. Und es macht froh.
Diese Liebe und Freude kann ich dann auch weitergeben.

Es ist trotzdem keine leichte Übung, jemandem die zweite Backe hinzuhalten, glaub mir.

Es klingt vielleicht arrogant, soll es aber nicht: Diese
Lektion hab ich mit ungefähr 15 nach einer Disco gelernt, als
ich mich einem halben dutzend so gar nicht wohlwollender
Jugendlicher gegenüber sah. Ganz ohne Bibel. Ich hab aber auch
gelernt, daß man manchmal erst dann respektiert wird, wenn man
aufrecht und selbstbewusst steht, wenn man deutlich sagt „DAS
dulde ich nicht!“.

Dazu gehört auch eine Portion Mut!!!

Die platte Formel mit der Wange wird der
Realität und ihrer Vielschichtigkeit nicht gerecht.

Ja, natürlich. Das wird man von Situation zu Situation abwägen. Aber als eine von mehreren möglichen Lösungen hat sie durchaus ihre Berechtigung.
Klar, dass in manchen Situationen ein klares mutiges Wort, so wie Du es damals ausgesprochen hast, der bessere Weg ist.
Ich wünschte, ich hätte Deine Courage!

Hanna

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Sehr lustig :smile:

Außerdem hätten die Nazis, falls sie nochmal aus ihren Schlupflöchern rauskriechen würden, leichtes Spiel bei dieser Haltung.

gruß

Außerdem hätten die Nazis, falls sie nochmal aus ihren
Schlupflöchern rauskriechen würden, leichtes Spiel bei dieser
Haltung.

Stimmt!
Es grüßt Dich
der nicht immer mit Gandhi übereinstimmende
Branden

Das meine ich nicht. Ich meine das „Als CHRIST…“ - das liest
sich, als sei die Fähigkeit zu Demut, die Fähigkeit, Freude
und Liebe zu geben, Christen vorbehalten oder würde ihnen
nativ leichter fallen als anderen.

Vorbehalten nicht. Leichter fallen schon.

Wie kommst Du darauf?

Naja, das ist ein Totschlagargument, das ich Dir genauso gut
zurückgeben kann.

Ich hab auch mal ohne Bibel gelebt und kenne daher beide
Seiten. Wie willst Du mir dieses Totschlagargument also
zurückgeben?

Indem ich behaupte, daß Du das gar nicht beurteilen kannst, weil Dir Erfahrungen fehlen, die ich gemacht hab. Aber das ist natürlich keine Diskussionsgrundlage :smile:

Ich vergleiche das gerne mit Drogenmißbrauch

Das ist ein gutes Stichwort!
Heute ist Sucht eine anerkannte Krankheit.
Früher hat es gewiss Leute gegeben, die gesagt haben: „Hör
doch einfach auf!!!“ - Sie konnten den Süchtigen nicht
verstehen, weil sie es selbst nicht erlebt hatten.

Ich halte Dir zugute, dass Dir diese Erfahrung einfach fehlt.

Welche Erfahrung soll mir fehlen?

Die platte Formel mit der Wange wird der
Realität und ihrer Vielschichtigkeit nicht gerecht.

Ja, natürlich. Das wird man von Situation zu Situation
abwägen. Aber als eine von mehreren möglichen Lösungen hat sie
durchaus ihre Berechtigung.

Zweifellos. Aber bedeutet nicht genau das, daß man die Geschichte mit der zweiten Wange eben _nicht immer_ getreu der Bibel umsetzen sollte? Oder gibt’s irgendwo noch eine Einschränkung, die ein Abwägen erlaubt?

Gruß,

Malte

Hallo Lina

wie setzt Ihr eigentlich die Stelle aus Matthäus 5,39 in eurem
Leben um?
ich tu mich da noch etwas schwer mit!

Ich auch, wer schon nicht…

Versuche zumindest freundlich zu bleiben, wenn mir sowas widerfährt.
Versuche auch an den Grund dieser stelle zu denken, dann fälltt es etwas leichter.

Ein kleines Beispiel:
Der Nachbar schaufelt den Schnee seines Parkplatzes auf den Deinen. Wenn wir so wie Matt 5,39 reagieren, dann schaufeln wir später / ein andermal nicht nur unseren Parkplatz (inkl. den zusätzlichen Schnee des Nachbarn), sondern auch den des Nachbarns. Der Nachbar wird die Welt nicht mehr verstehen und sich fargen wieso wir dies machen. Wenn er sich dies mehrfach fragen muss, wird er sich verändern und/oder gegenüber uns, dh aauch Gott, offener werden.

Liebe grüsse
beat

Außerdem hätten die Nazis, falls sie nochmal aus ihren
Schlupflöchern rauskriechen würden, leichtes Spiel bei dieser
Haltung.

Nein, da die Textstelle sich nur auf die eigene Ange bezog.
Ausserdem, werw eiss, wie ein Mensch, der den Nazi angehörte reagieren würde, wenn er so was mehrfach erleben würde? Es gibt einer, der ähnluich sein Leben im Konzentrationslager verbracht hatte und der bei den nazis und den Insassen sehr beliebt war. Leider ist mir der Name entfallen.

gruß

Hallo Malte!

Das meine ich nicht. Ich meine das „Als CHRIST…“ - das liest
sich, als sei die Fähigkeit zu Demut, die Fähigkeit, Freude
und Liebe zu geben, Christen vorbehalten oder würde ihnen
nativ leichter fallen als anderen.

Vorbehalten nicht. Leichter fallen schon.

Wie kommst Du darauf?

Ausprobiert. Und ich kenne den Unterschied zwischen Vorher und Nachher.

Ich hab auch mal ohne Bibel gelebt und kenne daher beide
Seiten. Wie willst Du mir dieses Totschlagargument also
zurückgeben?

Indem ich behaupte, daß Du das gar nicht beurteilen kannst,
weil Dir Erfahrungen fehlen, die ich gemacht hab. Aber das ist
natürlich keine Diskussionsgrundlage :smile:

Keiner hat die selben Erfahrungen gemacht wie ein anderer.

Das ist ein gutes Stichwort!
Heute ist Sucht eine anerkannte Krankheit.
Früher hat es gewiss Leute gegeben, die gesagt haben: „Hör
doch einfach auf!!!“ - Sie konnten den Süchtigen nicht
verstehen, weil sie es selbst nicht erlebt hatten.

Ich halte Dir zugute, dass Dir diese Erfahrung einfach fehlt.

Welche Erfahrung soll mir fehlen?

Die Erfahrung, wie es ist, Christ zu sein. Dasurch ändert sich einiges; das kann aber nur einer verstehen, der das selbst erlebt hat.

Die platte Formel mit der Wange wird der
Realität und ihrer Vielschichtigkeit nicht gerecht.

Ja, natürlich. Das wird man von Situation zu Situation
abwägen. Aber als eine von mehreren möglichen Lösungen hat sie
durchaus ihre Berechtigung.

Zweifellos. Aber bedeutet nicht genau das, daß man die
Geschichte mit der zweiten Wange eben _nicht immer_ getreu der
Bibel umsetzen sollte? Oder gibt’s irgendwo noch eine
Einschränkung, die ein Abwägen erlaubt?

Eine gute Frage! Da hab ich jetzt selbst nachdenken müssen.
Also, wenn ich mir Vorbilder aus der Bibel nehme (Jesus, die Apostel, Moses, …), so stelle ich fest, dass sie nicht immer alles widerspruchslos erduldet haben. Das Volk Israel wäre nie aus Ägypten rausgekommen, hätten sie immer nur die zweite Wange hingehalten.

Deshalb denke ich, dass es durchaus angebracht ist, individuell zu entscheiden.
Was ein Nichtchrist jetzt wahrscheinlich wieder nicht nachvollziehen kann, ist, dass das natürlich in Absprache mit Gott geschieht :smile:))

Hanna

2 „Gefällt mir“