Wie sicher sind Bankschließfächer wirklich?

“So sicher sind Bankschließfächer wirklich”

hahaha

Das Gesäusel der …-Banken ist schon zynisch : damit ein Bankschließfach einigermaßen sicher sei, soll man die Bank noch mit einem teuren Versicherungsvertrag unterstützen !

Wenn man die Kosten für das Schließfach über wenige Jahre zusammenrechnet, kann man sich dafür auch bald einen eigenen Tresor kaufen !

Auch darin sind die Wertgegenständer und Dokumente brand- und weitgehend überschwemmungssicher ablegbar.

Bei guter Tarnung wird so ein Tresorchen auch nicht so schnell entdeckt, aber dann würde ja wohl die meist bereits vorhandene Hausratversicherung greifen !

Und bei wem würden potentielle Einbrechner überhaupt suchen : wohl nur bei jemand, der seinen „Reichtum“ outet !

Was meint Ihr ?

Unnötige Formatierung des gesamten Textes als Überschrift für eine bessere Lesbarkeit entfernt.
MOD Pierre

Was hat “man” denn überhaupt in so einem Schließfach? hauptsächlich Schmuck oder sowas nehme ich an… Ist das denn dann nicht automatisch versichert, oder die Bank haftet? Wie schön, dass ich mir da keine Gedanken machen muss… Müsste eigentlich niemand, oder?

Nein. Nicht nur.

Aus ihrer Verzweiflung machte eine junge Frau gegenüber der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ keinen Hehl: „Ich habe ein großes Schließfach, dort liegt Geld und Gold im Wert von 100.000 Euro.“ Das sei so üblich bei türkischen Familien. Die Wertsachen seien als Vorsorge für die Kinder gedacht gewesen, für die Hochzeit oder als Aussteuer. „Aber: Das Fach ist nicht versichert.“

https://www.focus.de/panorama/sparkassen-raub-tuerkische-familien-bangen-um-gold-polizei-jagt-flucht-audi_1be2c5b8-cf49-457e-9fa3-bbab945bd2ff.html

Keine Ahnung, was Du mit Gesäusel meinst, aber dass ein höherer Versicherungsschutz mehr Geld kostet, ist völlig normal; siehe KFZ-Versicherung, Hausratversicherung usw.

Das stimmt. Aber auch das ist nichts neues: wenn man lange genug Miete zahlt, hätte man sich davon auch ein Haus kaufen können. Wenn man lange genug Taxi fährt, hätte man sich auch ein Auto kaufen können.

Tatsächlich hat nicht jeder die Möglichkeit, einen Tresor in seine Wohnung/sein Haus zu stellen. Zu wenig Platz, zu geringe Tragfähigkeit der Decke, fehlende Befestigungsmöglichkeiten (dazu kommen wir gleich noch einmal). Außerdem kann es durchaus sinnvoll sein, wichtige Unterlagen außerhalb seiner Immobilie zu lagern, weil es durchaus vorkommt, dass ganze Immobilien zerstört werden oder so von einem Unglücksfall betroffen sind, dass auch der beste Tresor nicht standhält. Siehe Ahrtal, siehe Concordiasee usw.

Kommt halt darauf an, was man sich für einen Tresor geleistet hat. 30 Minuten (Widerstandsgrad S2) sind halt schnell vorbei. Insbesondere dann, wenn ein Brand in einem Mehrfamilienhaus ausgebrochen ist.

Und das ist halt ein großer Trugschluss. Zum einen muss man einen Tresor schon komplett einmauern, damit er von Einbrechern, die genug Zeit haben (und damit meine ich 10 Minuten) nicht gefunden wird. Aber der viel größere Trugschluss ist die Sache mit dem Versicherungsschutz.

Generell sehen die Bedingungen von Hausratversicherungen Obergrenzen für Wertsachen vor (mal auf 20% der Versicherungssumme, mal absolute Beträge - z.B. 20.000 Euro), die dann wiederum nach Klassen (also Bargeld, Schmuck) noch einmal reduziert sind.

Bei Tresoren sind die Beträge natürlich deutlich höher, aber - und das wissen die wenigsten - ist damit nicht der Blechschrank aus dem Baumarkt gemeint, sondern ein zertifizierter Tresor. Der versicherte hängt dann vom Widerstandsgrad ab und - je nach Größe des Tresors - auch von der Montage (=Verankerung im Mauerwerk). Mit einem typischen Kleintresor mit 40 oder 50 Litern Inhalt, der einfach so in die Ecke gestellt wird, wird man die Versicherung nicht beeindrucken und es gelten dann wieder die o.g. Obergrenzen.

Ab 200 kg und Widerstandsgrad II sieht es dann besser aus, aber auch da endet der Schutz meist in der Größenordnung von 100.000 Euro.

Aber nun kommt der eigentliche Clou: natürlich reicht es bei einem aufgebrochenen und ausgeräumten Tresor auch nicht aus, zu behaupten, man hätte darin 50.000 Euro, ein paar blaue Mauritius und ein unbekanntes Gemälde von van Gogh gebunkert.

Genau wie bei einem aufgebrochenen Bankschließfach muss man den Nachweis führen, dass sich die gestohlenen Wertgegenstände auch im Tresor befanden oder dass man sie zumindest mal besessen hat. Listen und Fotos sind das absolute Minimum und es bringt natürlich auch nur wenig, wenn sich diese im Tresor befanden und mit seinem Inhalt verschwunden sind.

Sollte sich herausstellen, dass es doch etwas zu einfach war, in den Tresorraum vorzudringen und auch die Innenraumüberwachung nicht ausrechend war, dann wird sicherlich vor Gericht darüber diskutiert werden, ob die Sparkasse (keine Bank, übrigens) die Schließfächer hinreichend abgesichert hat und sich auf die Höchstbetragsklausel wirklich berufen kann. Dem will ich nicht vorgreifen.

Ganz klar ist aber, dass die Leute, die jetzt rumheulen, dass ihre gesamte Altersvorsorge verschwunden ist, eine Mitschuld an dem Problem tragen und zwar dergestalt, dass die Obergrenzen für den Versicherungsschutz und auch die Nachweispflicht kein Geheimnis waren. Sie hätten also wissen müssen, dass im Schadensfall a) nur die Obergrenzen versichert waren und b) es im Schadensfall auch nicht ausreicht, zu behaupten, was sich alles im Schließfach befunden hat, sondern dass dafür Nachweise erforderlich sind.

Ein Tresor im Haus kann eine Alternative zum Schließfach sein, ist das aber nicht zwingend und vor allem gilt da eben auch, dass man im Schadensfall in irgendeiner Form glaubhaft machen kann, was sich im Tresor befunden hat.

hi, danke für die vielen Antworten/Beiträge !

evtl sollte man beides haben, einenen Behälter zuhause

für kleinere Werte ( z.B. < 10000 €) und wichtige Dokumente,

den man bei Brand / Überschwemmung einfach mitnehmen könnte - also eher leicht,

und ein Bankschließfach für die Kronjuwelen :blush: , wobei man ja für Schmuck auch Schmuckpässe

vorhalten kann (Juwelier fragen).

Beim Googeln habe ich mich für “Heimtresore” gefragt, wie das mit den Schlössern und Schlüsseln ist ..wieviel Schlüssel welcher Art bekommt man da ?

Hallo,

das Leben ist voller Risiken. Bei manchen kann man die Eintrittswahrscheinlichkeit reduzieren, bei manchen kann man den Schaden im Schadensfall reduzieren und gegen manche kann man sich finanziell absichern (Kombinationen sind möglich). Natürlich kann man wild loslegen und bspw. haufenweise Versicherungen abschließen, an der Wohnungstür einen Querriegel anbringen oder ein Schließfach anlegen.

Das bringt halt nur nicht viel, wenn

  • die Versicherung nur dann zahlt, wenn man sich so verhält, dass der Schaden quasi nicht eintreten kann (die Gepäckversicherung ist so ein Fall),
  • wenn man zwar ein Schlupfloch schließt, aber andere noch sperrangelweit offenstehen (Querriegel ist super, bringt aber nicht viel, wenn die Terrassentüren mit einem Kugelschreiber zu öffnen sind) oder
  • man es am Ende die betrogene (und zugriffsberechtigte) Ehefrau ist, die das Fach leerräumt.

Man sollte sich also gründlich überlegen, welche Risiken man sieht, in welchen Szenarien die auftreten können, welche Folgen ein Schadensfall hat und wie man sich sinnvoll und umfassend dagegen absichern kann.

Drei wesentliche Risiken hast Du ja benannt: Diebstahl, Brand, Wasser.

a) Diebstahl kann man eigentlich in den Griff bekommen, wenn man seine Immobilie konsequent absichert, aber das hängt natürlich auch von den Gegebenheiten ab. Feldrandlage ist etwas anderes als Neubausiedlung mit handtuchgroßen Grundstücken, bei denen aus 17 Fenstern aus fünf umstehenden Häusern jeder Winkel eingesehen werden kann. Vernünftige Rollladen, durchwurfsichere Fenster, abgesicherte Lichtschächte, ein ordentliches Schloss und - wenn man sich noch einen kleinen Vorteil gegenüber den Nachbarn mit gleichen Absicherungen verschaffen will - ein von außen deutlich erkennbares Kamerasystem. Im Zweifel auch die Beratungsangebote der Kriminalpolizei in Anspruch nehmen. Die Fachleute dort sehen Dinge, auf die man selber nicht achtet und die wissen auch, wo Täter ansetzen.

b) Brand ist das schwierigste Thema. Das Risiko lässt sich praktisch nicht ausschließen und eine richtige Brandmeldeanlage mit Sprinklersystem ist in einem Wohnhaus kaum darstellbar, wenn man das alles nicht von vornherein mit einplant. Rauch-/Brandmelder bringen nur etwas, wenn man auch zu Hause ist, wenn es irgendwo anfängt zu kokeln. Ob man in der Situation noch die Geistesgegenwart hat, sich die Kiste mit Kaufverträgen, weiteren Urkunden, Schmuck und Barreserve zu schnappen und die aus dem Haus zu tragen, kann ich nicht beurteilen. Schmuck im Schließfach ist generell so eine Sache. Wenn man natürlich zur erlauchten Gesellschaft gehört und zu großen gesellschaftlichen Ereignissen lange im Voraus eingeladen wird, mag das funktionieren. Wahrscheinlich ist, dass man den Schmuck dann entweder nie mehr trägt oder einmal abholt und dann doch wieder in der Schatulle auf dem Nachttischschrank verstaut.

c) Über die Wahrscheinlichkeit, dass man den Keller irgendwann voller Wasser hat (Gewässer- oder Leitungswasser) kann man sich heute ganz gut informieren. Es gibt Starkregenkarten, Hochwassergefahrenkarten, Hochwasserrisikokarten (Verfügbarkeit mag nach Bundesland variieren) und auch Reliefkarten (topografische Karten mit Höhenlinien) sind öffentlich zugänglich. Wenn man kein größeres Gewässer in der Gegend hat, ist die Gefahr gering, dass das Haus weggespült wird. Je nachdem, wie es um die Abwasserleitungen bestellt ist (Querschnitt, Neigung) sollte man sich mit dem Thema Stau bzw. Rückschlag befassen.

Nehmen wir also mal den Klassiker zur Hand: leidlich abgesichertes Einfamilienhaus in normaler Lage ohne extremes Hochwasserrisiko. Kleiner Tresor mit gutem Widerstandsgrad (wegen Feuer und Diebstahl) in der ersten Etage, der am Fußboden und Wand verdübelt wird, für Papiere, Urkunden, Zweitschlüssel für Kfz, Zertifikate für Schlüssel usw. (also das Zeug, das feuchtigkeitsempfindlich ist (Löschwasser) und an das man gelegentlich mal ranmuss).

Wenn man zusätzlich noch einen Silberschatz, eine größere Schmucksammlung hat usw. kann man einen weiteren Tresor mit den unempfindlicheren Sachen im Keller unterbringen (bspw. unter der Raumspartreppe). Bedarf für ein Schließfach besteht in dem Fall eigentlich nicht. Wichtig ist, dass die Tresore mit einem Code geöffnet werden. Schlüssel bergen immer das Risiko, das sie gesucht werden und dann bei der Suche danach große Verwüstung entsteht. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie gefunden werden, wenn sie im Haus gelagert werden, ist sehr hoch.

Anders ist die Lage im denkmalgeschützten Fachwerkhaus, in dem man weder einen großen Tresor abstellen kann, ohne dass der nach unten durchfällt, noch einen kleinen Tresor diebstahlsicher verdübeln kann. Dann ist ein Schließfach für die wirklich wichtigen/teuren/unersetzlichen Dinge keine schlechte Lösung. Die Wahrscheinlichkeit, dass das aufgebrochen wird, ist ja in der Realität ausgesprochen gering und in der Regel reicht ja für die wichtigen Unterlagen und den geerbten Schmuck das kleinste Format, was inzwischen aber leider auch gerne mal 100 Euro pro Jahr kostet.

Eine Lösung kann auch sein, dass man sein Verlustrisiko diversifiziert, d.h. Festplatte mit den wichtigsten Daten/Fotos bei Familienangehörigen einlagern, eingescannte Fassungen von Dokumenten in einer Cloud speichern, die man nicht auf dem PC verknüpft hat (Risiko von Verschlüsselungsangriffen) usw.

Du siehst: das ist ein komplexes Thema. Der erste Schritt sollte immer die Analyse sein. Welche Risiken bestehen, gegen welche will und kann ich mich absichern und was darf es kosten. Dabei darf man durchaus auch auf Beratungen zurückgreifen - also Polizei, Tresorspezialisten, ggfs. Versicherung, verfügbare Daten (Hochwasser etc.) und nicht zuletzt auch KI.

Erst dann folgt der „taktische“ Teil - also Auswahl von Sicherheitstechnik, Hochwasserschutz, Versicherung, Tresor. Das ist ein spannendes, aber auch zeitintensives Thema und bei allem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es den totalen Schutz nicht gibt und man Risiken bzw. Schadenshöhen nur reduzieren/minimieren kann.

In der Regel zwei Bartschlüssel, aber wie gesagt: von Schlüsseltresoren wird allgemein abgeraten, weil die Täter im schlimmsten Fall (wenn sie sich sicher fühlen und sich daher Zeit nehmen) echt Verwüstungen anrichten können.

Gruß
C.

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Wow..Super Echo..Vielen Dank für Eure Mühe !

Bleibt nur noch anzumerken, daß heutige “Diebe” oft auch mal tagsüber in Monteurdressing mit

Monteurauto kommen, oft wurde Bandenkriminalität festgestellt, und man sollte sich eher Nicht

persönlich mit denen anlegen..inwieweit man die Leute/das Auto fotografieren darf, ist leider eine jurisitische Frage..:thinking:

Servus,

wer einen Diebstahl begeht, bei dem er zur Ausführung der Tat in eine Wohnung einbricht, einsteigt, mit einem falschen Schlüssel oder einem anderen nicht zur ordnungsmäßigen Öffnung bestimmten Werkzeug eindringt oder sich in der Wohnung verborgen hält, begeht einen Wohnungseinbruchdiebstahl. Die Leute, die so etwas tun, nennt man landläufig Einbrecher. Auf diese Weise kann man sie leicht von anderen Dieben unterscheiden.

Schöne Grüße

MM