Hallo,
das Leben ist voller Risiken. Bei manchen kann man die Eintrittswahrscheinlichkeit reduzieren, bei manchen kann man den Schaden im Schadensfall reduzieren und gegen manche kann man sich finanziell absichern (Kombinationen sind möglich). Natürlich kann man wild loslegen und bspw. haufenweise Versicherungen abschließen, an der Wohnungstür einen Querriegel anbringen oder ein Schließfach anlegen.
Das bringt halt nur nicht viel, wenn
- die Versicherung nur dann zahlt, wenn man sich so verhält, dass der Schaden quasi nicht eintreten kann (die Gepäckversicherung ist so ein Fall),
- wenn man zwar ein Schlupfloch schließt, aber andere noch sperrangelweit offenstehen (Querriegel ist super, bringt aber nicht viel, wenn die Terrassentüren mit einem Kugelschreiber zu öffnen sind) oder
- man es am Ende die betrogene (und zugriffsberechtigte) Ehefrau ist, die das Fach leerräumt.
Man sollte sich also gründlich überlegen, welche Risiken man sieht, in welchen Szenarien die auftreten können, welche Folgen ein Schadensfall hat und wie man sich sinnvoll und umfassend dagegen absichern kann.
Drei wesentliche Risiken hast Du ja benannt: Diebstahl, Brand, Wasser.
a) Diebstahl kann man eigentlich in den Griff bekommen, wenn man seine Immobilie konsequent absichert, aber das hängt natürlich auch von den Gegebenheiten ab. Feldrandlage ist etwas anderes als Neubausiedlung mit handtuchgroßen Grundstücken, bei denen aus 17 Fenstern aus fünf umstehenden Häusern jeder Winkel eingesehen werden kann. Vernünftige Rollladen, durchwurfsichere Fenster, abgesicherte Lichtschächte, ein ordentliches Schloss und - wenn man sich noch einen kleinen Vorteil gegenüber den Nachbarn mit gleichen Absicherungen verschaffen will - ein von außen deutlich erkennbares Kamerasystem. Im Zweifel auch die Beratungsangebote der Kriminalpolizei in Anspruch nehmen. Die Fachleute dort sehen Dinge, auf die man selber nicht achtet und die wissen auch, wo Täter ansetzen.
b) Brand ist das schwierigste Thema. Das Risiko lässt sich praktisch nicht ausschließen und eine richtige Brandmeldeanlage mit Sprinklersystem ist in einem Wohnhaus kaum darstellbar, wenn man das alles nicht von vornherein mit einplant. Rauch-/Brandmelder bringen nur etwas, wenn man auch zu Hause ist, wenn es irgendwo anfängt zu kokeln. Ob man in der Situation noch die Geistesgegenwart hat, sich die Kiste mit Kaufverträgen, weiteren Urkunden, Schmuck und Barreserve zu schnappen und die aus dem Haus zu tragen, kann ich nicht beurteilen. Schmuck im Schließfach ist generell so eine Sache. Wenn man natürlich zur erlauchten Gesellschaft gehört und zu großen gesellschaftlichen Ereignissen lange im Voraus eingeladen wird, mag das funktionieren. Wahrscheinlich ist, dass man den Schmuck dann entweder nie mehr trägt oder einmal abholt und dann doch wieder in der Schatulle auf dem Nachttischschrank verstaut.
c) Über die Wahrscheinlichkeit, dass man den Keller irgendwann voller Wasser hat (Gewässer- oder Leitungswasser) kann man sich heute ganz gut informieren. Es gibt Starkregenkarten, Hochwassergefahrenkarten, Hochwasserrisikokarten (Verfügbarkeit mag nach Bundesland variieren) und auch Reliefkarten (topografische Karten mit Höhenlinien) sind öffentlich zugänglich. Wenn man kein größeres Gewässer in der Gegend hat, ist die Gefahr gering, dass das Haus weggespült wird. Je nachdem, wie es um die Abwasserleitungen bestellt ist (Querschnitt, Neigung) sollte man sich mit dem Thema Stau bzw. Rückschlag befassen.
Nehmen wir also mal den Klassiker zur Hand: leidlich abgesichertes Einfamilienhaus in normaler Lage ohne extremes Hochwasserrisiko. Kleiner Tresor mit gutem Widerstandsgrad (wegen Feuer und Diebstahl) in der ersten Etage, der am Fußboden und Wand verdübelt wird, für Papiere, Urkunden, Zweitschlüssel für Kfz, Zertifikate für Schlüssel usw. (also das Zeug, das feuchtigkeitsempfindlich ist (Löschwasser) und an das man gelegentlich mal ranmuss).
Wenn man zusätzlich noch einen Silberschatz, eine größere Schmucksammlung hat usw. kann man einen weiteren Tresor mit den unempfindlicheren Sachen im Keller unterbringen (bspw. unter der Raumspartreppe). Bedarf für ein Schließfach besteht in dem Fall eigentlich nicht. Wichtig ist, dass die Tresore mit einem Code geöffnet werden. Schlüssel bergen immer das Risiko, das sie gesucht werden und dann bei der Suche danach große Verwüstung entsteht. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie gefunden werden, wenn sie im Haus gelagert werden, ist sehr hoch.
Anders ist die Lage im denkmalgeschützten Fachwerkhaus, in dem man weder einen großen Tresor abstellen kann, ohne dass der nach unten durchfällt, noch einen kleinen Tresor diebstahlsicher verdübeln kann. Dann ist ein Schließfach für die wirklich wichtigen/teuren/unersetzlichen Dinge keine schlechte Lösung. Die Wahrscheinlichkeit, dass das aufgebrochen wird, ist ja in der Realität ausgesprochen gering und in der Regel reicht ja für die wichtigen Unterlagen und den geerbten Schmuck das kleinste Format, was inzwischen aber leider auch gerne mal 100 Euro pro Jahr kostet.
Eine Lösung kann auch sein, dass man sein Verlustrisiko diversifiziert, d.h. Festplatte mit den wichtigsten Daten/Fotos bei Familienangehörigen einlagern, eingescannte Fassungen von Dokumenten in einer Cloud speichern, die man nicht auf dem PC verknüpft hat (Risiko von Verschlüsselungsangriffen) usw.
Du siehst: das ist ein komplexes Thema. Der erste Schritt sollte immer die Analyse sein. Welche Risiken bestehen, gegen welche will und kann ich mich absichern und was darf es kosten. Dabei darf man durchaus auch auf Beratungen zurückgreifen - also Polizei, Tresorspezialisten, ggfs. Versicherung, verfügbare Daten (Hochwasser etc.) und nicht zuletzt auch KI.
Erst dann folgt der „taktische“ Teil - also Auswahl von Sicherheitstechnik, Hochwasserschutz, Versicherung, Tresor. Das ist ein spannendes, aber auch zeitintensives Thema und bei allem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es den totalen Schutz nicht gibt und man Risiken bzw. Schadenshöhen nur reduzieren/minimieren kann.
In der Regel zwei Bartschlüssel, aber wie gesagt: von Schlüsseltresoren wird allgemein abgeraten, weil die Täter im schlimmsten Fall (wenn sie sich sicher fühlen und sich daher Zeit nehmen) echt Verwüstungen anrichten können.
Gruß
C.