Hallo !
Wie die Bauern zu ihrem Land kamen?
Das kommt ganz auf die Region an, in der sie lebten.
Z.B. in unserer Gegend, früher nur Moor und Sumpf, wurden an Kolonisten große Flächen übergeben, die sie, nach Urbarmachung, behalten durften. Dass dabei viele Kolonisten früh aufgaben und wieder abzogen, ist normal. Das, was sie dann hinterließen, kauften dann oft die Nachbarn, die mehr Ausdauer hatten. Oder wurde ihnen geschenkt.
Wurde ein regionales Adelsgeschlecht in eine Auseinandersetzung mit Nachbarn hineingezogen, so mußten Teile der männlichen Bevölkerung schon mal zum Schwert und Pferd greifen und helfen. Zum Dank, im Falle eines Sieges, bekamen diese dann oft Land zum Lehen. Und behielten dieses dann durch irgendwelche Umstände.
Meistens war die Vergabe von Land also nur eine Sache der Urbarmachung und ein Dank für geleistete Dienste. Wobei nicht mal sicher war, ob der Schenkende überhaupt vorher Eigentümer war. Kirche und Adel waren die größten angeblichen Landbesitzer.
War der Grundbesitz erstmal verteilt, hatte man die Möglichkeit seinen Landbesitz zu vergrößern durch :
Heirat, Erben, Kauf (vor allem von dann verarmendem Adel), Übernahme von verschuldeten Anwesen, weitere Urbarmachung bis ins 20. Jahrhundert hinein.
Oftmals war gar nicht sicher, wem irgendeine Gegend gehörte. Man unterschlug sie einfach. Je mehr Land so ein Großbauer oder Gutsbesitzer hatte, umso größer war seine Macht. Wer wollte schon dagegen anstinken?
Häusler oder Köter besaßen meistens etwas Land, von dem sie lebten. Arbeiteten hauptberuflich für einen Gutshof. Verschuldeten sie sich, flogen sie raus und das Gut übernahm das Land.
Wer von Anfang an viel Land besaß, also Vermögen, hatte es leicht, diesen zu vergrößern. Es hat sich nichts geändert.
mfgConrad