Wie sind Eure Kindergarteneingangstüren gesichert

Hallo Zusammen,

bei uns in der Kindergarteneinrichtung sind die Türen zu den Ausgängen nur durch einen Drehgriff gesichert. Diese führen dann direkt auf die Straße. Viele Kinder können diese Türen problemlos öffnen und könnten dann den Kindergarten unbemerkt verlassen.

Ist das heute noch zulässig?

Gruss
Laredo

Hallo Laredo,
leider gibt es tatsächlich eine gesetzliche Lücke, was die Sicherung von Türen und Außenspielgelände angeht: Drehgriffe gelten als völlig ausreichend. Bei uns sind es soger völlig normale Türklinken.

Da es sich um eine Einrichtung „unter Aufsicht“ handelt, darf der Träger davon ausgehen, dass das Fachpersonal es bemerken würde, wenn ein Kind das Haus/den Garten verlässt. Bemerken sie es nicht, wird es eine rechtliche Frage: Wieso konnten sie es nicht bemerken? Waren sie nachlässig oder durch eine unvermeidbare Tatsache kurzfristig abgelenkt (also zum Beispiel: Schlichten eines handgreiflichen Streites - und danach bemerkt, dass Kinder aus dem Haus sind). Je nachdem wird die Fachkraft/die Kindergartenleitung anschließend zur Rechenschaft gezogen oder nicht.

Aber sowohl den Erzieherinnen, als auch den Eltern, ist leider nur all zu klar, dass es diese unbeobachteten Momente unweigerlich mehrmals am Tag geben wird. Man müsste sonst regelrecht eine Kollegin als Pförtner abstellen.
Und damit ist es den Kindern im Prinzip natürlich täglich möglich, die Einrichtung zu verlassen. Normalerweise hält allein die bestehende Regel „niemand geht ohne Erwachsenen aus dem Haus“ die Kinder davon ab.
Also oft durchaus ein unbefriedigender Zustand für alle Beteiligten.

Es bleibt leider kein anderer Weg, als dass die Eltern langfristig Druck auf den Träger ausüben und ein anderes Tür-Sicherungs-Systhem verlangen. Sie sind die zahlenden Kunden (und zugleich die Wähler von Gemeinderat oder Kirchengemeinderat!), also können sie darauf drängen, dass hier Änderung geschieht.
Aber: Je nach der finanziellen Situation der Gemeinde braucht es durchaus einen langen Atem (= mehr als ein Kindergartenjahr), um hier durch regelmäßiges Drängen (Unterschriftenliste; Frage bei öffentlichem Teil Gemeinderatssitzung;…) etwas in Bewegung zu setzen. Billig sind gute Türsystheme nämlich nicht.

Und eine Bitte: Unbedingt zuerst über den Elternbeirat mit der Kindergartenleitung ins Gespräch kommen! Sie weiß, was bisher in dieser Frage beantragt wurde. Sie weiß, wie die Erzieherinnen diese Sicherheitsfrage einschätzen. Und sie weiß auch, ob eventuell die pädagogische Konzeption der Einrichtung gegen ein Türsysthem spricht. So gibt es zum Beispiel zunehmend Kindertagesstätten, die bewußt möchten, dass Kinder so selten wie möglich die Hilfe von Erwachsenen brauchen - und die das Öffnen der Ausgangstür bewußt in diese selbstbestimmte Handlungsmöglichkeit von Kindern einbeziehen.
In dem Fall bestünde zunächst interner Gesprächsbedarf, nicht wahr?

Alles Gute für die weiteren Tür-Aktionen.

Ernei