Hallo Bella,
keine einfache Situation, würde ich sagen. Letztlich wird es Deine Entscheidung sein, was Du daraus machst. Vielleicht wäre es gut, wenn Du mal dabei wärest, wenn er mit seiner Tochter zusammen ist. Du kannst dann evtl. erkennen, wie er mit Ihr umgeht. Der Tochter die Entscheidung zu überlassen finde ich nicht gut, daß hat auch schon ein anderer geschrieben. Menschen die trinken, haben meist 2 Gesichter: Ein liebes und ein nettes, daß bringt Kinder durcheinander, denn Sie können denjenigen nicht recht einschätzen, mal genervt, dann wieder ruhig…
Es ist Deine Entscheidung.
LG
Michael
Nun ist es so, dass der Vater seit mehrern Jahren alkoholabhängig ist, jetzt auch noch Depressionen hat und auch von Suizid spricht und meint unsere Tochter ist sein ganzer Halt und er „braucht“ sie.
Hallo bella, ich habe selbst eine „Tochterteilung“ hinter mir, der Kindsvater war Alkoholiker.Ich habe sie trotzdem „geteilt“ weil ich dachte, das würde ihn stabilisieren, denn er war früher immer ein guter Vater. Die Erzählungen meiner inwischen erwachsenen Tochter beschreiben leider ein anderes Bild (das ich mir zurechnen lassen muss).
Meine Erfahrung ist folgende:
Sicher ist, dass ein Kind, egal wie die Umstände sind, seinen Vater oder Mutter) liebt. Aber - Du kannst Deine Tochter nicht mit den Lebensumständen Deines Ex beschweren, dazu ist sie noch zu klein.
Wenn noch Depressionen und Suizidgedanken hinzukommen, sehe ich eine echte Gefahr für Dein Kind. Der Vater Deines Kindes ist krank und zwar - wie mir scheint - außerordentlich. Ich habe inzwischen berufliche Erfahrung mit solchen Menschen. Dein Kind hat in dieser Situation nichts bei ihm verloren. Wenn sie dann noch der „einzige Halt“ im Leben des Vaters ist, ist sie überfordert und auch gefährdet. Suche die Hilfe des Familiengerichts oder zumindest die des Jugendamtes auf. Ihm muss es in der Zwischenzeit reichen, dass er eine Tochter hat, die auf ihn wartet. Das ist der einzige Halt, den er von seinem Kind erwarten kann. Vielleicht brutal, aber es ist so.
Die besten Wünsche für Euch, Sylvia
Vielen lieben Dank noch mal für die rege Diskursion zu meinem Artikel, für den einen oder anderen Rat bin ich Euch sehr, sehr dankbar (…jedoch nicht für den Hinweis, dass der beste Freund ggf. was von mir will…, ich finde so eine Behauptung passt nun mal gar nicht hier her… und zu Beruhigung…so ist es auf keinen Fall…, sondern erst dieser Anruf des Freundes hat mich dazu annimiert, doch endlich etwas zu tun…)
Ich werde mich zunächst bei einem RA beraten lassen und sehen wozu dieser mir rät… und euch wenn es gewünscht wird auf dem Laufenden halten
… klar liebt unser Kind uns beide und möchte bei Beiden gleich viel Zeit verbringen…damit keiner traurig ist sie weniger zu haben, meint sie…aber auch sie weiß, dass ihr Papa krank ist und bestimmt Hilfe brauch und wie Sylvia geschrieben hat, habe ich sie bisher weiterhin zu ihrem Papa gegeben weil auch ich dachte „…sie ist sein ganzer Halt-nachdem ich gegangen bin…“ und sie würde ihn ablenken und stabilisieren, wie gesagt, bisher ist ja auch noch nichts passiert, sie kann dort mit ihren Freunden spielen und sie fühlt sich dort wohl…, auch wenn Papa wenig mit ihr spielt…,sie ist dort aufgewachsen-hat ihr gewohntes Umfeld, der Wohnsitz bei mir ist eben nur ihr „2.Zuhause“ - dennoch denke ich, dass sie zur Ruhe kommen muß und einen „Lebensmittelpunkt“ braucht, wo es „Spielregeln“ und „Grenzen“ gibt und sie lernen kann, dass das Leben auch Pflichten mit sich bringt und nicht nur Ferien…??? Und sie ist auch in meinen Augen noch zu klein um für ihren Papa die Verantwortung zu übernehmen, Papa miemt die perfekte Opferrolle…( er hat sehr wenig Geld zum Leben, er ist krank, er ist allein…, Mama hat ja Jemanden-er nicht usw…, das hat unser Kind mir gegenüber auch schon geäußert…mein Papa ist alleine, du hast ja noch…)
nun gut, ist wieder etwas viel geworden…
Vielen Dank noch mal, Bella
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo,
vielen Dank Sylvia für deinen Artikel (dafür ein Sternchen). Ich bin der gleichen Meinung wie du, wusste nur nicht wie ich es treffend ausdrücken kann.
Gruß
Samira
Kind verantwortlich für die Eltern
Hallo
… klar liebt unser Kind uns beide und möchte bei Beiden
gleich viel Zeit verbringen…damit keiner traurig ist sie
weniger zu haben, meint sie…
Mama hat ja Jemanden-er nicht usw…, das hat unser Kind mir
gegenüber auch schon geäußert…mein Papa ist alleine, du hast
ja noch…)
O je, dann hat sie die Verantwortung also offensichtlich für euch beide, insbesondere für ihren Vater schon übernommen.
Ich würde unbedingt eine Erziehungsberatung oder psychologischen Rat in Anspruch nehmen, wie man sie wieder auf ihre Rolle als Kind (wo die Eltern fürs Kind verantwortlich sind, und nicht umgekehrt) zurückführen kann.
Dieses Missverhältnis kann man nicht so einfach durch äußere Änderungen beenden. Sie wird sicherlich sehr unglücklich sein oder ein sehr schlechtes Gewissen haben, wenn man sie einfach so ohne weiteres von ihrem Vater fernhält. Sie müsste auch gleichzeitig begreifen und akzeptieren können, dass es nicht ihre Aufgabe ist, den Vater (oder auch die Mutter) aufzumuntern.
Da sie ja wohl schon sehr lange in der Rolle lebt, dem Vater Halt geben zu müssen, ist es sicher nicht ganz einfach, ihr das beizubringen. Mit Sicherheit reicht es nicht, ihr das mal zu sagen.
Viele Grüße
Simsy