Wie soll ich mich verhalten?

guten morgen,

am samstag haben wir eine einladung (die leute kommen zu uns). unter den gästen befindet sich ein alkoholiker, der momentan aber auf entziehung ist. wie soll ich mich verhalten? soll ich nur antialko. getränke anbieten? oder für die anderen gäste bier, wein ect.?
soll man das thema auch mal anschneiden? oder besser garnix drüber sagen?

bin für jede hilfe dankbar
liliana

Vor allem: Nichts mit Alkohol kochen, keine Rotweincreme oder so. Viele denken da nicht dran, aber das kann für einen Rückfall reichen.

Ich würde Alkohol anbieten. Damit muß er den Rest seines Lebens klarkommen. Wenn er das während der Entziehung nicht schafft, hält er eh nicht durch. Er muß es selbst wollen und selbst schaffen, da kann ihm keiner helfen. Und Alkohol wird ihm immer wieder in seinem Leben begegnen. Also, biete Deinen anderen Gästen ruhig was an.

Thema anschneiden oder nicht ist schon schwieriger. Ich würde abwarten, wie er damit umgeht. Wenn er offen drüber spricht, gibt es für Dich und die anderen keinen Grund, das Thema zu tabuisieren. Ansonsten lieber vorsichtig sein.

Viel Glück bei der Party.
Nike

Ich würde Alkohol anbieten. Damit muß er
den Rest seines Lebens klarkommen. Wenn
er das während der Entziehung nicht
schafft, hält er eh nicht durch. Er muß
es selbst wollen und selbst schaffen, da
kann ihm keiner helfen. Und Alkohol wird
ihm immer wieder in seinem Leben
begegnen. Also, biete Deinen anderen
Gästen ruhig was an.

Schon richtig, damit muß er klar kommen. Dennoch braucht er sicherlich Hilfe dabei. Wieviele haben schon mal versucht, sich das Rauchen abzugewöhnen, und fielen in geselliger Runde wieder in den alten Trott?
Ich bin zwar auch der Meinung, dass man ihm ruhig Alkohol anbieten sollte, aber stets mit dem freundlichn Hinweis, dass man auch nicht-alkoholische Getränke im Haus hätte. Dadurch macht man es ihm sicherlich etwas einfacher und zeigt auch, dass man in der Lage ist zu akzeptieren, dass jemand einen Abend lang keinen Alkohol trinkt.
Ernie

hallo

Ich bin zwar auch der Meinung, dass man
ihm ruhig Alkohol anbieten sollte, aber
stets mit dem freundlichn Hinweis, dass
man auch nicht-alkoholische Getränke im
Haus hätte.

wobei ich mit dem alkohol anbieten eigentlich die anderen meinte. ích meine, ich würde ihm direkt nur antialk. getränke anbieten.
und was mach ich wenn er dann doch ein bier will? soll ich es ihm dann geben?
ganz schön schwierig so was.

das mit dem kochen hab ich schon bedacht.
also danke schon mal für eure reaktionen
liliana

Hi Liliana,
ich war auch einmal in ähnlicher Situation: wollte eine Fete machen und stand vor dem Problem, dass ein Gast Alkoholiker ist. Ich wollte ihm keine Plattform bieten. Aufgrund der Tatsache, dass ich wußte, dass er nur Bier trinkt und Wein nicht mag, habe ich das Ganze unter ein französisches Motto gestellt und nur Weine, Pastis u.ä. angeboten. Alle Gäste haben sich toll unterhalten, es wurde eine lange, gemütliche Nacht ohne Probleme. Zusätzlich wurde von allen Anwensenden explizit positiv hervorgehoben, dass es mal was anderes war…
Viel Spaß bei Deiner Party!
Ernie

Hi Liliana,
Die Idee von Bernie finde ich auch sehr gut, wenn Du noch etwas tun willst, dann vermeide moeglichst, zu dieser Party jemanden einzuladen, der andere immer wieder auffordert, womoeglich ein aehnliches Problem hat. Manchmal weiss man es ja nicht, aber Leute zu denen Du vertrauen hast, weihe sie ein, damit sie Dir helfen, die Sache moeglichst natuerlich zu behandeln. Manchen Alkoholikern faellt es leichter, wenn sie sich auf momentane Medikamenteneinnahme ausreden koennen, das kannst Du von Dir aus auch als Begruendung anbieten, so in etwa. ich weiss, du nimmst Medikamente, daher hab ich fuer Dich diese Getraenke aufs Eis gelegt.

Thema NUR behandeln, wenn der Betroffene davon zu reden beginnt. Ich wuensche Dir und Deinen Gaesten ein vollen Erfolg, Ruecksichtnahme ist so wichtig und das ist der Unterschied zwischen einer Party und einem echten Beisammensein. Viel Spass Angelika
war auch einmal in ähnlicher

Situation: wollte eine Fete machen und
stand vor dem Problem, dass ein Gast
Alkoholiker ist. Ich wollte ihm keine
Plattform bieten. Aufgrund der Tatsache,
dass ich wußte, dass er nur Bier trinkt
und Wein nicht mag, habe ich das Ganze
unter ein französisches Motto gestellt
und nur Weine, Pastis u.ä. angeboten.
Alle Gäste haben sich toll unterhalten,
es wurde eine lange, gemütliche Nacht
ohne Probleme. Zusätzlich wurde von allen
Anwensenden explizit positiv
hervorgehoben, dass es mal was anderes
war…
Viel Spaß bei Deiner Party!
Ernie

Schon richtig, damit muß er klar kommen.
Dennoch braucht er sicherlich Hilfe
dabei. Wieviele haben schon mal versucht,
sich das Rauchen abzugewöhnen, und fielen
in geselliger Runde wieder in den alten
Trott?
Ich bin zwar auch der Meinung, dass man
ihm ruhig Alkohol anbieten sollte, aber
stets mit dem freundlichn Hinweis, dass
man auch nicht-alkoholische Getränke im
Haus hätte.

Natürlich meinte ich nicht, daß man ihm Alkohol anbieten würde. Es ist doch ohnehin selbstverständlich, daß man auf einer Party auch nicht alkoholische Getränke im Haus hat.

Dadurch macht man es ihm
sicherlich etwas einfacher und zeigt
auch, dass man in der Lage ist zu
akzeptieren, dass jemand einen Abend lang
keinen Alkohol trinkt.

Ich bin nicht Deiner Meinung. Man weiß von jeder Art von Süchtigen, daß nur einer ihnen helfen kann, und daß sind sie selbst. Ich glaube, wenn er der Versuchung, in fröhlicher Runde zu trinken, nicht widerstehen kann, kann auch Liliana ihm nicht „helfen“. Wenn er es schaffen will, muß er es auch so schaffen, oder er schafft es nie.

Was das darüber sprechen anbelangt, denke ich auch: Man sollte das Thema nicht nur anschneiden, wenn er darüber sprechen will.

Tja, was, wenn er ein Bier will? Das ist eine schwierige Frage. Ich persönlich würde es so machen: Wenn er mich wirklich explizit nach einem Bier fragt, würde ich ihn direkt darauf ansprechen: „Bist Du sicher, daß Du das willst? Du weißt, daß Du damit alles wieder kapputt machst“. Wenn er dann immer noch darauf beharrt, würde ich’s ihm geben. Denn wenn er es so dringend will, kommt er auch heimlich dran.

Ich glaube aber nicht, daß er direkt nach einem Bier fragen wird. Entweder er sterht es durch, oder, wenn er rückfällig wird, macht er es heimlich. Alkoholiker sind, wie alle Süchtigen, Meister der Lüge und Heimlichkeit.

Ich bleibe also dabei: Schafft er es nicht, trocken zu bleiben, obwohl es auf der Party Alkohol gibt, ist ihm nicht zu helfen. Das klingt hart, aber so ist es nun mal.

Liebe Grüße,
Nike

Hi, ich hab in einem ähnlichen Fall es einfach so gemacht, daß ich einfach nichts alkoholisches zu Hause hatte.
Bei mir Chaoten ist das jedoch einfacher. Da ist das was ich zu Haus hab einfach Glückssache. Meine Freunde sind gewohnt bei mir Cola zu trinken, wenn ich Cola da habe, oder Bier, wenn zufällig nur mehr Bier da ist.
Servus
Herbert

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Liliana,

hast Du Gelegenheit, vorher mit ihm unter vier Augen zu reden? Dann frag ihn selbst. Wie er zu seiner Entziehung steht, wie sicher er sich schon fühlt.

Einerseits ist alles richtig, was bisher gesagt wurde, daß er sein ganzes Leben lang damit konfrontiert sein wird etc.
Aber gerade am Anfang ist es besonders schwer für ihn. Die Gefahr, daß er rückfällig wird, ist immer gegeben. Aber wenn erst kurz „trocken“ ist, dann hat er vielleicht gerade eben genug Kraft, nicht in die nächste Wirtschaft oder in den nächsten Getränkemarkt zu rennen. Aber anderen Leuten beim trinken zusehen und selbst nix trinken dürfen, könnte für ihn zur Zerreißprobe werden.

Frag Dich mal ganz ehrlich. Muß das sein? Auch wenn er den Abend durchsteht. Er wird die Hölle für Deinen Bekannten sein. Magst Du ihn wirklich? Dann laß es. Vielleicht mal zwischendurch ein Glas Sekt zum Anstoßen und dann weg mit dem Zeug. Feiern kann man auch „ohne“. Laß Dir irgend was anderes einfallen, was die Stimmung anheizt. Lustige Spiele, gute Musik, was auch immer. Aber ich würde nicht wollen, daß ein Freund leiden muß, nur damit ich meine Freude habe und trinken darf. Was ist denn da sooooo toll dran?

Liebe Grüße. Auch an Deinen Bekannten. Ich drücke ihm alle Daumen, daß er es schafft.

Nena

Die Meinung eines Alkoholikers
hallo,

ich habe gestern einen guten freund befragt. er ist alkoholiker, aber seit nun sieben jahren trocken. seine aussage dazu:

  1. bloß nicht gar keinen alkohol im haus haben. das nützt deinem freund nichts und beleidigt ihn, wenn er merkt, daß alle ihm zuliebe nichts trinken. mein freund meinte, wenn er das merken würde, dann würde er die party sofort verlassen. er muß es schaffen, auch wenn’s alkohol gibt.

  2. ihm selbst natürlich keinen alkohol anbieten. und wenn er danach fragt (und da war ich ja anderer meinung), ihm auch keinen geben mit den worten: „wenn du saufen willst, mach’s zu hause, ich helfe dir dabei nicht“. gerade in der ersten phase der entziehung ist er noch sehr anfällig für rückfälle

  3. das thema anschneiden, wenn er es tut und kann. ansonsten nicht.

das also als die meinung eines alkoholikers, der es geschafft hat. vielleicht hilft das dir weiter.

liebe grüße, nike

Wie ist es gelauf??
Hallo Liliane,

ich glaub ich bin jetzt etwas zu spät zu dem Thema, war jedoch auch mal auf so einer Alkoholfreien Party. Würde mich interessieren wie es gelaufen ist.
Gruß
Ivo

alles im grünen bereich
hallo,
erstmal vielen dank für alle antworten.
war viel aufregung um nichts. der freund hatte sich als autofahrer angeboten. so war das thema gleich erledigt. gesprochen haben wir aber nicht davon.
das nächste treffen wir silvester sein. hoffe dass das dann auch so gut läuft.
tschüss liliana