Wie soll ich mit seinem Sohn umgehen?

Mein Freund und ich wir wohnen zusammen und er hat einen Sohn der ist 5 Jahre. Lebt aber bei der Mutter (seiner Ex). 2 mal im Monat haben wir seinen Sohn für 2 Tage. Mein Freund will immer einen auf Familie machen und ich soll ihn sozusagen auch als meinen Stiefsohn ansehen. Da er nicht mein eigener Sohn ist, ist die Verbindung zueinander nicht da. Immer wenn er da ist bin ich ziemlich genervt. Er läßt mich ganz deutlich spüren, daß er mich nicht mag. Warscheinlich denkt er, daß ich ihm seinen Vater wegnehmen will. Seine Mutter redet mich warscheinlich schlecht. Denn er gibt mir nicht die Hand wenn er kommt oder er geht mir auch so aus dem Weg. Er sagt, daß es nicht mein zu Hause ist (wohne seit einem halben Jahr dort) und das ich ihm nicht zu sagen habe. Er ist auch ziemlich einferdüchtig, wenn sein Papa, also mein Freund mich küßt. Ich nehme mir alles ziemlich zu Herzen und bin dann traurig. Mein Freund sagt immer, daß er erst 5 ist und er nicht weiß was er sagt und ich mir nicht soviel Gedanken machen soll.
Und das es nur an seine Ex liegt, aber das glaube ich nicht. Ich bin ziemlich gestresst, wenne er da ist und mecker dann nur mit ihm rum, wenne er nicht gleich hört und bin mit den Nerven am ende. Alle sehen nur den lieben Jungen in ihn und keiner sieht mit welchem hasserfüllten Blick er mich ansieht. Da er ein EInzelkind ist, ist er auch ziemlich egoistisch. Man sieht es im Umgang mit anderen Kindern auch dem Spielplatz oder er will ständig Geschenke von uns oder er kann nicht teilen oder er sagt uns frech ins Gesicht, daß er sein Vater nicht teilen will und auch nicht will, daß wir ein Kind bekommen bzw. das er kein Geschwisterchen haben will. Zu Ostern habe ich die ganzen Spielsachen und Süßigkeiten gekauft, weil mein Freund nicht soviel Geld hat und zum dank dafür wird man von dem kleinen beleidigt oder fertig gemacht und das macht mich einfach wütend.
Was kann ich tun, damit ich besser mit ihm auskomme oder damit ich nicht mehr so genervt bin wenn er da ist und alles viel gelassener sehe.
Kitty

Hallo erstmal,

also gleich vorweg, die Trennung der Eltern ist für Kinder sehr schwer zu verarbeiten. Verlange nicht von ihm, dass er dich sofort akzeptiert und „pflegeleicht“ ist.

Mein Freund will immer einen auf Familie machen…

Das ist verständlich, denn er will eine schöne Zeit mit seinem Sohn verbringen. Akzeptiere das.

und ich soll ihn sozusagen auch als meinen Stiefsohn ansehen.

Verhalte dich normal und seh ihn als Familienmitglied, aber nicht als deinen Sohn an. Er wird nie dein Sohn sein. Du kannst ihm eine gute Freundin sein, aber das braucht Zeit. Verlange nicht von ihm, dass er sich freut, denn dafür ist die Situation zu kompliziert.

Warscheinlich denkt er, daß ich ihm seinen Vater wegnehmen will.

Wenn es dich stört, dass er da ist und der Junge dich nicht mag, warum ziehst du dich dann nicht gelegentlich zurück? Du musst nicht die ganze Zeit dabei sein. Allerdings wäre es verkeht, wenn du dich ganz zurückziehst, denn dann hätte der Junge sein Ziel erreicht.

Denn er gibt mir nicht die Hand wenn
er kommt oder er geht mir auch so aus dem Weg. Er sagt, daß es
nicht mein zu Hause ist (wohne seit einem halben Jahr dort)
und das ich ihm nicht zu sagen habe.

Das ist eine andere Sache. Da du dort wohnst, hast du auch das sagen. Fertig. Mach ihm das klar und sei konsequent. Misch dich nicht in das Vater-Sohn-Verhältnis ein und achte darauf, dass der Junge euch nicht ausspielt. Die Erziehung liegt überwiegent in der Hand der Mutter. Richte dich nach dem Stil deines Freundes. Sprecht vorher Regeln ab, an die sich alle richten. Normales Benehmen und die „Hausregeln“ sollte er auch in deiner Anwesenheit einhalten.

Er ist auch ziemlich einferdüchtig, wenn sein Papa, also mein Freund :mich küßt.

Damit muss er klarkommen. Sein Papa soll ihm klar machen (und auch zeigen) - das er trotz Freundin - ihn immernoch genauso lieb hat.

Mein Freund sagt immer, daß er erst 5 ist und er nicht weiß was er
sagt und ich mir nicht soviel Gedanken machen soll.

Kinder verstehen manchmal Dinge falsch, das verbessert bitte. Allerdings sollte er mit 5 schon verstehen was er sagt. Ob er immer den Sinn begreift (z.B. redet der Mama nach) oder die Bedeutung seiner Sätze kennt (z.B. abgehörte Schimpfwörter, Reichweite seinr Sätze) ist jedoch fraglich. Mach ihn einfach freundlich darauf aufmerksam und fragt nach, wie er das gemeint hat. Spreche in der „ich“-Form. Also nicht: „das sagen wir nicht“ sondern: „das macht MICH traurig“ oder „ICH mag solche Wörter nicht“.

Ich bin ziemlich gestresst, wenne er da ist und mecker dann
nur mit ihm rum, wenne er nicht gleich hört und bin mit den
Nerven am ende.

Nehme dir Auszeiten. Ziehe dich zurück, wenn du nicht mehr kannst, aber führe die Auseinandersetzung noch zu ende.
Zeige Verständnis für seine Situation, sag aber auch, dass es hier bestimmte Regeln gibt. Zudem darfst du ruhig zugeben, dass für dich auch alles neu ist und Schwächen eingestehen. Aber nur so viel, dass er dir nicht auf der Nase herum tanzt.

Da er ein EInzelkind ist, ist er auch ziemlich egoistisch.

Das ist für ein Kind recht normal. Er hat zudem miterlebt, wie seine Eltern sich trennten und nun muss er seinen Papa mit einer „fremden“ Person teilen. Der Spielzeug-Egoismus sich mit der Zeit.

Zu Ostern habe ich die ganzen Spielsachen und Süßigkeiten
gekauft, weil mein Freund nicht soviel Geld hat

Ob das richtig war? Überlegt mal, was man ohne viel Geld unternehmen und machen kann. Ich habe mal für ein Kind im Heim eine Girlande mit „Happy Birthday“ drauf gebastelt. Er hat sich sehr darüber gefreut - sogar mehr, als über manche gekaufen Geschenke.
Es tut auch eine Murmalbahn aus Pappe, eine Runde Fußball mit Papa, ein selbstgebautes Holz-Parkhaus, eine gemeinsame Kochstunde…

Gruß
Tato

Hallo!
Sein Sohn ist aber schon ziemlich verwöhnt worden von allen. Sein Opa wohnt bei uns nebenan und ihn besucht er nur, weil er immer schöne Sachen geschenkt bekommt. Und das macht einen schon traurig.
Wie soll ich mich verhalten wenn er da ist? Darf nur der Vater mit ihm schimpfen bzw ihm was sagen oder darf ich es auch, wenn er nicht hört?

Kitty

Hallo,

Sein Opa wohnt bei uns nebenan und ihn besucht er nur, weil er
immer schöne Sachen geschenkt bekommt. Und das macht einen
schon traurig.

Daran kannst du vorerst wenig ändern. Man kann versuchen dem entgegenzuwirken, indem man sich diesem Schenkzwang widersetzt und Geld durch Zuneigung ersetzt. Wenn das Kind Spaß hat, wird es auch auch ohne Geschenke besuchen kommen. Ich habe mich immer gefreut, wenn ich mir bei meinen Großeltern etwas zu Essen aussuchen konnte und ich eine Puddingfarbe/Puddingform (selbstgemacht) wählen durfte.

Darf nur der Vater mit ihm schimpfen bzw ihm was sagen oder darf ich :es auch, wenn er nicht hört?

Es ist auch deine Wohnung, also darfst du ihm auch was sagen / mit ihm schimpfen / ihn loben (wichtig!). Allerdings solltest du und dein Freund die gleichen Regeln haben und darauf achten, dass er euch nicht gegeneinander ausspielt. Er will wissen, wo deine Grenzen sind und ob du mit seinem Papa einer Meinung bist. Rechne damit, dass er dich anfangs nicht ernst nimmt, daher sei konsequent. Wenn du ihm das Fernsehen verbietest, sollte dein Freund es nicht erlauben. Wenn dein Freund ein Eis versprochen hat, solltest du es akzeptieren.

Gruß
Tato

Hallo Kitty,

meiner Meinung nach musst du das Problem erst einmal mit deinem Freund besprechen. Denn es muss auch zwischen euch klar geregelt sein, was sich sein Sohn erlauben darf (dir gegenüber und auch generell) und was nicht. Und wenn sich sein Sohn dir gegenüber unverschämt verhält, dann müsste der Vater (dein Freund) zunächst mal dem Sohn klar machen, dass er diese Unverschämtheiten dir gegenüber nicht duldet. Hier muss einfach eine klare Grenze gezogen werden und da hat meiner Meinung nach auch dein Freund dir gegenüber eine Bringschuld.

Ich weiß natürlich nicht, ob du schon mit deinem Freund darüber gesprochen hast, dein Betrag klingt eher so, als ob du das Ganze bisher in dich hineingefressen hast.

Was nicht geht: Den Vater gegen den Sohn ausspielen oder umgekehrt. Ein Beziehung kann man beenden, eine Vater-Kind Beziehung nicht. Vater bleibt man sein Leben lang, Sohn auch. Also da zieht man als LAG (Lebensabschnittgefährte) eher den kürzeren.

Einen lieben Gruß
Michael

hi Kitty,

Mein Freund will
immer einen auf Familie machen und ich soll ihn sozusagen auch
als meinen Stiefsohn ansehen. Da er nicht mein eigener Sohn
ist, ist die Verbindung zueinander nicht da.

Es wäre wichtig dass Du Deinem Freund klar machst dass Du nicht die „Stiefmutti“ spielen willst - lass Dich nicht auf etwas ein was Du nicht leisten kannst und willst. Der Kurze spürt natürlich wie Du zu der Geschichte stehst (Kinder haben da einen sicheren Radar) und verhält sich entsprechend.

Immer wenn er da
ist bin ich ziemlich genervt. Er läßt mich ganz deutlich
spüren, daß er mich nicht mag. Warscheinlich denkt er, daß ich
ihm seinen Vater wegnehmen will. Seine Mutter redet mich
warscheinlich schlecht. Denn er gibt mir nicht die Hand wenn
er kommt oder er geht mir auch so aus dem Weg. Er sagt, daß es
nicht mein zu Hause ist (wohne seit einem halben Jahr dort)
und das ich ihm nicht zu sagen habe. Er ist auch ziemlich
einferdüchtig, wenn sein Papa, also mein Freund mich küßt.

Das ist ganz typisch -
damit dass er Dich „hasst“ - versetze Dich mal in seine Situation…Du bist die „böse Frau“ die schuld hat dass Papa und Mama nicht zusammen sind.
Er ist eben noch viel zu klein um die Komplexität von „Erwachsenenbeziehungen“ zu durchschauen. Wenn man 5 ist gibt es eben nur gut und böse…sein Papa kann nicht böse sein also bleibst nur Du übrig.
So Geschichten wie nicht die Hand geben oder bocken ohne Ende…total normal in der Situation.

Ich denke dass Du momentan machen kannst was Du willst - er akzeptiert Dich jetzt nicht und das wird wahrscheinlich noch eine Zeitlang so bleiben.
Mit einer Sache hat Dein Freund recht - Du solltest es Dir wirklich nicht zu Herzen nehmen. Lege keine Erwachsenenmassstäbe an wenn es um sein Verhalten und seine Aussagen geht!
Natürlich! will er nicht dass ihr beide noch ein Kind bekommt - aber das wollen viele Einzelkinder in diesem Alter nicht (:smile:)Er hat wahrscheinlicht große Angst dass sein Vater aufhören könnte ihn zu lieben wenn ein Geschwisterkind kommt.
Kinder in diesem Alter können sich oft nicht vorstellen dass es möglich ist mehrere Menschen - auf unterschiedliche Weise - zu lieben.

Mein Rat an Dich wäre Dich erst mal zurückzuziehen. Irgendwie bringt diese gewollte Familieneintracht momentan doch eh nichts. Du bist traurig und frustriert und der Kurze bockt nur.
Erziehungsversuche von Deiner Seite sind wahrscheinlich nutzlos - er bockt und trotzt wahrscheinlich gerade erst recht wenn er merkt dass er mit seinem Verhalten etwas bei Dir bewirkt.
Ich denke dass es für alle entspannter wenn die Besuchstage mehr Vater/Sohn Tage wäre. Überlasse das mal Deinem Freund - wenn der Kleine zu frech wird Dir gegenüber muss ihm sein Vater ganz klar zeigen dass er hinter Dir steht und so ein Verhalten Dir gegenüber nicht akzeptiert.

Interessant wäre es zu sehen wie er reagiert wenn Du Dich rausnimmst…

Alles Gute
Sue

Hi Kitty,

versuche diesen kleinen Mann Mal als ganz normalen (erwachsenen) Menschen zu nehmen: Er mag Dich vielleicht nicht, weil er in Dir eine „Gefahr“ sieht: die seine Familie zerstört hat, die ihm den Papa genommen hat, die jetzt den Papa immer hat und er nicht, die zwischen ihm und Papa ist, wenn er zu Besuch kommt usw. usf.

Würde ein Erwachsener so von Dir denken, würde er/sie das vermutlich nicht so deutlich zeigen (können oder wollen), aber er/sie würde auch „rumzicken“.

Mein Vorschlag: Mach´ Dich rar. Sag´ Vater und Sohn, wie es Dir mit der Situation geht, vielleicht auch, dass Du Sohnemanns Ängste sogar verstehen kannst und den beiden deshalb Zeit für sich lassen willst.

Ich denke, nach einiger Zeit wird man Dich in die Vater-Sohn-Beziehung „aufnehmen“ (können).