Wie soll ich sagen

Gruezi mit’nand’

Eine Frage von einem, der nicht Deutsch als Muttersprache hat:
Es ist klar, wenn ich einen auf der deutschen Sprache fragen will, woher er/sie kommt, und ich nicht weiss, dass er/sie aus Deutschland kommt, kann ich einfach die folgende Frage stellen: “Wo kommen Sie her?”

Aber, wenn ich schon weiss, dass er/sie ein Eingeborener von einer der teutonischen Staemme ist und ich will nicht bloed aussehen und den Eindruck geben, dass ich das nicht erkannt habe, was frage ich denn? Einige Moeglichkeiten fallen mir ein, welche waere richtig/die Beste?

„Wo kommen Sie her aus Deutschland?“

„Wo kommen Sie aus Deutschland her?“

oder vermeide ich besser diese Konstruktion und so etwas wie die folgenden Phrasen benutzen?

„Aus welchem Teil Deutschland kommen Sie (her?)“

„Kommen Sie aus Hamburg oder Reit im Winkel oder wo denn? Die Kombination von Kapitaensmuetze und Lederhosen macht doch konfus.“

„Na Kleine, wo bist Du denn zu Hause?“

Vielen Dank im Voraus

Jim

WOHER KOMMEN SIE? (niedersachsen:smile:

Stephan

So sollst Du sagen
„Woher kommen Sie?“

Nicht: „Woher kommen Sie denn?“

oder schlimmer noch: „Wo kommen Sie denn her?“ :smile:

Im Ernst (kürzlich) an einer Strandbar in Goa: Ich vermeine im, auf englisch geführten, Gespräch (mehrere Beteiligte aus aller Herren Länder:smile: einen deutschen Akzent erkannt zu haben. „Where do you come from?“ wurde auf deutsch mit einem grinsenden „Aus der Schweiz“ beantwortet.

Drehen wir das um: Ein Mitmensch (dessen Muttersprache nicht deutsch ist) bemerkt im Laufe eines Gespräches, daß sein Gegenüber wohl Deutsch als Muttersprache hat. Die o.a. Formulierung wäre korrekt:smile:
(Merke: ES kann durchaus Menschen geben, deren Muttersprache zwar Deutsch ist, die aber keineswegs für Deutsche gehalten werden wollen - möglicherweise weil sie eben keine sind.)

Hi James !

Es wäre überhaupt nicht blöd, einfach trotzdem zu fragen: „Wo kommen Sie her ?“, denn das muß sich nicht unbedingt auf ein Land beziehen, sondern kann auch eine Stadt sein.

Gruß,

Mathias

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Tja, die alte Frage: „Wo kommen Sie her?“
Antwort:
Gestern war ich in Boston,
vor einer Woche in Hamburg
ich wohne bei Stuttgart
geboren bin ich in Neu-Ulm
aufgewachsen bin ich in Hessen…

(So könnte z.B. mein Schwager antworten…)

Oder - medizinisch: Wo kommen wir denn alle her - aus einer Gebärmutter.
Oder - philosophisch: Weiß der Mensch, woher er kommt und wohin er geht?

Um auf Deine eigentliche Frage zu antworten:
Ich würde fragen:

In welcher Gegend Deutschlands leben/wohnen sie?

oder halt, wie Andreas schon vorschlug

Aus welcher Gegend Deutschlands stammen sie?

(Wenn es das ist, was ich wissen will…) Mein Schwager würde auf die erste Frage vermutlich antworten „bei Stuttgart“, auf die zweite „aus Hessen“ und dann hinzufügen „aber geboren bin ich in Bayern“…

Aber Zunächst sollte man in der Tat erfragen, ob der/die Betreffende _überhaupt_ aus Deutschland kommt. Typisch deutsch ist ein stufenweises Eingrenzen der Art:

„Wo wohnst Du denn?“
„In Deutschland“
„Und wo dort?“
„In Bayern“
„Und wo dort?“
„In der Oberpfalz“
„Und wo dort?“
„Bei Neumarkt“
„Und wo dort?“
„In Berg“
„Und wo dort?“
„Im Ortsteil Hausen“
usw… ;=)

Reinhard

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Jim!

Ich würde fragen:
Aus welcher Gegend/Region Deutschlands stammen Sie.

Aber Achtung Du weiss, dass auch in der Schweiz u. Österreich deutsch gesprochen wird. Da könntest Du manchen „beleidigen“, wenn Du ihn/sie für Deutsche hälst.

Gruss Andreas

Hi
Danke fuer die Antwort. Aber keine Sorge. Ich glaube, dass ich Schwyzer-tuetsch erkennen kann und wenn ich nicht sicher waere, ob jemand aus Bayern ist oder moeglicherweise aus dem Tirol, wuerde ich bloss fragen: " I merk dass Du Gott sei Dank kein Saupreis bist. Aber aus welcher Gegend des sueddeutschen Sprachraums koamst Du? Und uebrigens, dass ist ja mein Mass, woraus Du trinkst." Dabei wuerde ich die „r’s“ schoen von der Zungenspitze runterrollen lassen.

Bye Jim

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Jim,

der Bayer würde aber merken, daß Du Dein Deutsch in Norddeutschland gelernt hast:

Die Maß (und dementsprechend die Halbe) ist ist Süddeutschland weiblich, während das Maß in Norddeutschland sächlich ist. Das kommt daher, daß die Maß in Süddeutschland vom althochdeutschen weiblichen masa (Krug) abstammt und in Norddeutschland vom lateinischen neutralen metrum (das Abgemessene).

Ich habe noch keinen Menschen deutscher Zunge erlebt, der richtig beleidigt ist, wenn ein Fremder ihn in die falsche Gegend schätzt. Vielleicht ein paar grobe (unvollständige) Richtlinien:

Schweizer, Schwaben, Badener und Elsässer sind nicht sauer, wenn man sie durcheinander bringt. Sie sehen sich selbst sowieso nicht als richtige Deutsche (bzw. Franzosen), eher als was besseres.

Württembergische Schwaben und Bayern können sich gegenseitig nicht ausstehen. Sie dulden sich nur, wie sich Hund und Katze dulden, wenn sie lange genug in demselben Haushalt wohnen.

Die Schwaben nennen die Badener abfällig Badenser und Gelbfüßler. Woher letzteres kommt, weiß ich nicht, ich vermute mal, das liegt daran, daß die badischen Truppen auf Seiten Napoleons gekämpft haben und wohl gelbe Strümpfe getragen haben. Dafür sind die Schwaben für die Badener dumpf und raffgierig.

Franken und Hessen werden auch gerne verwechselt. Das einzige, was die Franken nervt, ist, daß ein Außenstehender zwischen ihnen und den Bayern selten einen Unterschied findet (dabei kochen sie besser).

Alles zwischen Pfalz und holländischer Grenze darf man „Rheinländer“ nennen. Im Zweifel bekommt man einen Vortrag, wer nun richtiger Rheinländer ist, oder nicht.

Nenne niemals die Bremer oder Hamburger Friesen. Nenne auch die übrigen Friesen nur Friesen, wenn Dir dabei kein Ostfriesenwitz einfällt, sondern Störtebecker oder die Schlacht in Dithmarschen 1500.

Erinnere die Niedersachsen immer daran, daß sie die eigentlichen Sachsen sind, und die Angelsachsen von ihnen abstammen. Vorsicht: irgendwo westlich von Hameln fängt Westfalen an.

Im Osten kenne ich mich nicht großartig aus. Es gibt wohl dort vier große Stämme: die Pommern, die Berliner, die Brandenburger und die Sachsen. Die Berliner und die Brandenburger wollen nicht gerne daran erinnert werden, daß sie Preußen sind. Die Sachsen sind allesamt große Eisenbahn-Fans.

o)))

ralph

Es ist klar, wenn ich einen auf der
deutschen Sprache fragen will, woher
er/sie kommt, und ich nicht weiss, dass
er/sie aus Deutschland kommt, kann ich
einfach die folgende Frage stellen: “Wo
kommen Sie her?”:

Wenn es Dich ins Sauerland verschlagen sollte, dort heißt es:
Wo bist du denn weg?

Hi Jim,

der Bayer würde aber merken, daß Du Dein
Deutsch in Norddeutschland gelernt hast:

Die Maß (und dementsprechend die Halbe)
ist ist Süddeutschland weiblich, während
das Maß in Norddeutschland sächlich ist.
Das kommt daher, daß die Maß in
Süddeutschland vom althochdeutschen
weiblichen masa (Krug) abstammt und in
Norddeutschland vom lateinischen
neutralen metrum (das Abgemessene).

Gruess Gott und Halloooo-
Eigentlich habe ich ein Jahr in HH studiert aber danach ca. 2.5 Jahre in M verbracht. Aber die Erklaerung dafuer, warum ich „mein Mass“ geschrieben habe, ist: Als arme Student in Hamburg habe ich nie ein(e) Mass bestellt sondern nur „ein Bier.“ Aber in Muenchen, wo ich immer eine Frau, Bekannte, Mitarbeiter und/oder Freunde beim Biertrinken dabei hatte, habe ich immer „zwei (drei, vier…) Mass“ gesagt. Also musste ich nie darueber denken, welches Geschlecht „Mass“ hat. In der obigen Mitteilung schrieb ich „mein Mass“ weil ich vermutet habe, dass „Mass“ hoechstwahrscheinlich maennlich waere, weil es einsilbig ist und nur einen Vokabel hat und meistens waere das richtig gewesen. (Ich weiss, nicht immer - bitte, liebe Leser, keine Liste von einsilbigen Worten, die nicht maennlich sind - ich habe Sprachunterrichtbuecher voll von denen.) Aber so ist die deutsche Sprache; voll von Faellen fuer den unvorsichtigen Auslaender. Ich denke daran, immer das Verkleinerungsfoermchen zu benutzen, damit ich mit allem „das“ benutzen kann. Hoffentlich waere das kein Problemchen und wuerde das Verstaendiguengchen leichter machen.

Danke fuer die kurze Lehre darueber, wie die versch. Staemme sich gegenseitig ansehen/leiden/moegen/usw. Vor ein paar Wochen hatte ich die Jungs (16 und 18) von einem deutschen Freund bei mir zu Besuch. Es hat mich erstaunt, wie die sich benommen haben, als wir die Strasse entlang gingen und merkten, dass es eine Blasskappelle in dem Biergarten hinter dem „Athaneum“ spielten. Die wollten gar nicht rein, weil das etwas mit Bayern zu tun hatte. Die kommen aus Oldenburg, uebrigens. Hoffentlich hat das aber mehr mit unreifheit zu tun, als ein Fruehzeichen fuer das Auseinanderspringen von Deutschland zu sein. (Das Atheneum in Indianapolis hatte den (ur?)grossvater von dem Autor Kurt Vonnegut als Architekt und war bis zum Ersten Weltkrieg „Das Deutsche Haus“ gennant.) Jim

Na, sieht Ihr? Man soll immer …
…genau ueberpruefen, bevor man etwas sendet. Natuerlich haette ich schreiben sollen:

… merkten, dass eine

Blasskappelle in dem Biergarten hinter
dem „Athaneum“ spielte.

In der obigen Mitteilung

schrieb ich „mein Mass“ weil ich vermutet
habe, dass „Mass“ hoechstwahrscheinlich
maennlich waere, weil es einsilbig ist
und nur einen Vokabel hat und meistens
waere das richtig gewesen. (Ich weiss,
nicht immer - bitte, liebe Leser, keine
Liste von einsilbigen Worten, die nicht
maennlich sind - ich habe
Sprachunterrichtbuecher voll von denen.)
Aber so ist die deutsche Sprache; voll
von Faellen fuer den unvorsichtigen
Auslaender. Ich denke daran, immer das
Verkleinerungsfoermchen zu benutzen,
damit ich mit allem „das“ benutzen kann.
Hoffentlich waere das kein Problemchen
und wuerde das Verstaendiguengchen
leichter machen.

Hallo Jim
Hier hab ich was Nettes für Dich:

Um bei den Artikeln der deutschen Sprache zu bleiben: Baum ist männlich, seine Knospen sind weiblich, seine Blätter sächlich; Pferde sind geschlechtslos; Hunde sind männlich; Katzen, auch wenn man Kater meint, weiblich; eines Menschen Mund, Nacken, Busen, Ellenbogen, Finger, Fingernägel, Füsse und Leib sind männlichen Geschlechts, der Kopf kann dagegen auch sächlich sein, wenn man dafür das Wort Haupt gebraucht. Es kommt dabei gar nicht auf das Geschlecht seines Trägers an. Infolgedessen haben die deutschen Frauen entweder männliche Köpfe oder geschlechtslose Häupter. Nase, Lippen, Schultern, Brüste, Hände Hüften und Zehen sind wiederum weiblichen Geschlechts; Haar, Augen, Ohren, Kinn, Beine, Knie, Herz und Gewissen haben dagegen gar kein Geschlecht. Vermutlich hat der Schöpfer dieser Sprache Gewissen nur vom Hörensagen gekannt.
Aus dieser Aufteilung geht hervor: wer sich in Deutschland für einen ganzen Mann hält, wird bei näherer Betrachtung daran seine Zweifel haben. Denn bei Licht besehen erkennt er sich als höchst komisches Mischwesen. Wenn er sich indessen mit dem Gedanken tröstet, dass wenigstens ein Drittel des Durcheinanders unzweideutig männlich ist, muss er sich doch im nächsten Augenblick wieder gestehen, dass er in dieser Beziehung nicht besser dran ist als jede Frau oder Kuh im Land.

Mark Twain
The awful German language

Gefällts Dir?
:wink:
Rainer

SEHT Ihr wollte ich natuerlich…
schreiben. Jetzt hoere ich aber auf, nach Fehlern zu suchen.

Ja, das von Mark Twain hat mir gefallen. Wenigstens hat man vernuenftigerweise DER Penis erlaubt, obwohl das Wort sicherlich ein Fremdwort ist, und wie ich gelernt habe, sind Fremdworte saechlich. Jim

Typisch deutsch ist ein stufenweises
Eingrenzen der Art:

„Wo wohnst Du denn?“
„In Deutschland“
„Und wo dort?“
„In Bayern“
„Und wo dort?“
„In der Oberpfalz“
„Und wo dort?“
„Bei Neumarkt“
„Und wo dort?“
„In Berg“
„Und wo dort?“
„Im Ortsteil Hausen“
usw… ;=)

Reinhard

Mir passiert das im Ausland immer umgekehrt:

„Wo kommst Du her?“
„Aus Worms“
„???“
„…südlich vom Mainz…“
„???“
„…in der Nähe von Mannheim…“
„???“
" (seufz) bei Frankfurt"
„Aaaah! Frankfurt!“

Tomcat :smile:

Mir passiert das im Ausland immer
umgekehrt:

„Wo kommst Du her?“
„Aus Worms“
„???“
„…südlich vom Mainz…“
„???“
„…in der Nähe von Mannheim…“
„???“
" (seufz) bei Frankfurt"
„Aaaah! Frankfurt!“

Tomcat :smile:

Da kannst Du von Glück sagen, dass das dann Frankfurt am Main ist - sonst wärst Du dann noch nicht am Ende mit den Erklärungen…

Gut ist auch:

… That’s near Hamburg!
Hamburg in Illinois?
No, Hamburg in Germany!
Oh, East or West Germany?
Well, Germany has been reunited recently…
Really? So you’re from Austria, aren’t you?

Reinhard

Hallo Jim!
Wenn ich dich in München auf der Srasse treffe, aber du merkst dass ich einen Hamburger Akzent gebrauche würde ich die einfache Frage erwarten: SIND SIE VON HIER?
Das würde ich mit nein beantworten, daraf könntest du fragen: AUS WELCHEM BUNDESLAND KOMMEN SIE? Das ist auch unter Deutschen üblich weil niemand alle Dialekte genau kennt oder erkennt.
Gruß
Claudia