Wie soll man richtig eine Immobilie finanzieren?

Hallo werte Forummitglieder,

vielleicht gibt es ja einige Experten unter Euch, die mir bei meiner Entscheidung behilflich sein können. Nach dem Studium, als Berufseinteiger, planen meine Frau und ich in ca. 8 Jahren eine Wohnung zu kaufen. Nehmen wir mal an, dass diese 250.000 Euro kostet und es ein Eigenkapital zu diesem Zeitpunkt in Höhe von ca. 75.000 Euro geben wird. Lohn es sich dann eher jetzt einen Bausparvertrag abzuschließen und das Eigenkapital so anzusparen oder monatlich einen bestimmten Beitrag auf ein Sparkonto überweisen und anschließend einen Kredit aufzunehmen?
Vielen Dank für Eure Beiträge im Voraus.

Hallo,

lohnen ist immer relativ. Kommt darauf an, was ihr wollt und wie schnell ihr dann schuldenfrei sein wollt.

Wer einen Bausparvertrag oder Lebensversicheurng zur Finanzierung abschließt, muss auch wissen, dass dabei immer Provisionen anfallen und daher die Verkäufer daran interessiert sind.

Wollt ihr euch jetzt schon niedrige Zinsen sichern, dann ist sicher ein Bausparer optimal, wobei was ist wenn ihr dann schon nach 4 Jahren bauen wollt??

Wenn ihr nach dem Bau möglichst schnell tilgen wollt, dann würde ich das Geld lieber auf ein Tagesgeldkonto legen.

An einen Bausparer kommt man über die Laufzeit nicht so leicht ran. Ein Tagesgeldkonto verführt natürlich dazu sich auch mal eine Reise oder Auto zu gönnen.

Grüße

Thomas

Hallo,

Höhe von ca. 75.000 Euro geben wird. Lohn es sich dann eher
jetzt einen Bausparvertrag abzuschließen und das Eigenkapital
so anzusparen oder monatlich einen bestimmten Beitrag auf ein
Sparkonto überweisen und anschließend einen Kredit aufzunehmen?

Wenn Du sicher bist, in den 8 Jahren das EK ansparen zu können und den Bausparvertrag tatsächlich zugeteilt zu bekommen, kann diese Variante Sinn machen, weil Du dann auf der Darlehenszinsseite keine unangenehme Überraschung mehr erleben kannst. Wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, würde ich das Geld anders, mit höheren Zinsen sparen.

Gruß

Nordlicht

Hallo Stan,

erst einmal vorweg, ich finde es gut wenn man langfristige Plaene hat die verwirklicht werden sollen.

Mein Vorredner habe dir ja schon ein paar Tips gegeben. Wenn du dich fuer eine Bausparvariante entscheiden solltest sagt ja niemand das du sie gleich ueber 150 TSD abschliesst… das geht auch in kleineren Tranchen. Meinerseits hat es sich immer bewaehrt mehrere Eisen im Feuer zu haben… sollte also ein Auto oder Kind dazwischenkommen dann wird eben aus den 8 Jahren sieben oder zehn. Schlussendlich wird eine Mischfinanzierung aus evtl. Eigenkapital, KfW Mitteln, BSP und Hypothek dabei herauskommen.

Gruss Keuper

Hallo Stanislav,

ich habe mir ebendiese Frage vor kurzer Zeit auch gestellt - da ich mich letzten Endes nicht auf Informationen von Banken und Baufinanzierern allein verlassen wollte, habe ich irgendwann selbst zu Stift und Papier gegriffen und die Optionen durchgerechnet. Das kann ich nur empfehlen.
Ich habe mich nun für die Variante Tagesgeldkonto und in Höhe des Bedarfs dann Bankenfinanzierung entschieden, für mich die deutlich günstigste Variante. Unerwarteterweise lohnt sich für mich ein Bausparvertrag nicht (solange die Bankenzinsen nicht noch massiv ansteigen, aber da lass ichs drauf ankommen. So schnell erwarte ich nicht, dass die 9 oder gar 10% Marke wieder geknackt wird.). Zudem bleibe ich so viel flexibler was den Baubeginn betrifft.

Lieben Gruß,
Anna

Hallo,

evtl. ist die Mischform (Teilweise Bausparen) für Euch ein gangbarer Weg. Dann kann ich Euch nur empfehlen, ein Bausparkonto einzurichten, das die Hälfte des späteren Darlehenswunsches abdeckt und dieses zu besparen (möglichst schnell). Wenn dann der Zeitpunkt des Erwerbes gekommen ist, steht Euch die Option offen, diesen u.U. zu erhöhen und „vollzumachen“. Meist muss die Erhöhung ein Jahr vor dem gewünschten Zuteilungstermin (der sich berechnen lässt) erfolgen. Damit könnt Ihr flexibeler auf den dann herrschenden Zinsmarkt reagieren. Die maximale Bausparsumme auf die Ihr erhöhen kommt, hängt von Eurer bisherigen Besparung ab (Je mehr /schneller eingespart wurde, desto höher die Bewertungsberechnung der Bausparkasse - ergo höhere Bausparsumme möglich). Darüber hinaus könnt Ihr so Eure mtl. Belastung aus dem Darlehen besser steuern.

Grüße

Moin,

Zudem bleibe ich so viel flexibler was
den Baubeginn betrifft.

Mit der Gefahr, dass man im ‚Notfall‘ dann doch mal darauf zurückgreift. Und wenn dies mal passiert ist, dann häufen sich die ‚Notfälle‘. Sprich: Eiserne Disziplin ist erforderlich!!

Lieben Gruß,
Anna

auch Gruß
vnA

Geschmackssache
Hallo,
Die Moeglichkeiten sind schier unendlich. Von meinen Eltern kenne ich noch die „uebliche“ Weise, naemlich eine Kombination aus Eigenkapital, Bausparvertraegen und staatlichen Darlehen (KfW). Der Nachteil daran ist, dass die Tilgung wenig flexibel ist und lange dauert.
Ich selber hab’s (allerdings im Ausland) so gemacht, dass ich neben dem Eigenkapital ein tilgungsfreies Darlehen aufgenommen habe, mit 10jaehriger Zinsbindung. Es sind dann jaehrlich Sondertilgungen von 20% moeglich, bei steigenden Marktzinsen (wie momentan) in unbegrenzter Hoehe. So kann ich tilgen wann und wieviel ich will. Ich weiss nicht, ob’s das in Deutschland auch so gibt. Was ich auf jeden Fall schon gesehen habe sind Angebote (z.B. von der DiBa), bei denen zwar monatlich getilgt werden muss, aber nur moderat, dafuer aber auch recht hohe jaehrliche Sondertilgungen moeglich sind. Der Vorteil an dem ganzen ist die hohe Flexibilitaet. Wenn du befoerdert wirst, steckst du den Mehrverdienst gleich in die Hypothek. Oder wenn du mal anbaust und Geld brauchst, zahlst du eben mal ein paar Monate nur Zinsen.

Eigenkapital wuerde ich einfach ueber ein Tagesgeldkonto ansparen.

Gruss
Christoph

Hallo,
Bausparen bringt jetzt wenig Guthabenzinsen und spaeter entsprechend wenig Darlehenszinsen. Bei steigenden Zinsen waere es von Vorteil. Ausserdem ist der Betrag des Darlehens oft hoeher als der Sparbetrag, je nach Vertrag. Und man ist einigermassen gebunden durch den langen Vertrag, der innere Schweinehund hat Ruhe zu geben. Auch wird der Bausparkredit nachrangig im Grundbuch eingetragen.

Alles ueber Bausparen ist meist sinnlos. Die Abzahlung ist in kurzer Zeit zu machen, deshalb ergibt Bausparen eine hohe Monatsrate. Man kommt fast automatisch zu einer Mischfinanzierung.

Macht Euch eine grobe Tabelle(-nkalkulation) wie ihr vorgehen wollt und dann fangt moeglichst gleich und viel an Geld zu sammeln.

Wenn ihr ein Drittel Bausparen anstrebt, 25ooo eigenes Geld, dann schliesst einen Vertrag mit 25/0,4=62500 Bausparsumme ab, oder 2 mit zusammen dem Betrag. Wenn ihr dies in 5 Jahren voll habt, seit ihr danach recht flexibel, und den Zinssatz fuer diesen Anteil sicher.

Ein Problem steckt in Eurer Ueberlegung. Was ist, wenn Wohnungspreise jedes Jahr nicht 2 sondern 7 Prozent steigen?
In 8 Jahren 250ooo heisst heute 213ooo und bei 7% in 8 Jahren 367ooo. Soviel zur Berechenbarkeit von 8 Jahren, aber gleich und intensiv anfangen duerfte stets richtig sein.

Weiterhin solltet ihr sparen trainieren. Es gibt 2 Wege, viel zu sparen, geht beide gleichzeitig:

  1. viel verdienen
  2. wenig ausgeben

Gruss Helmut

Hallo werte Forummitglieder,

ich danke allen für die hilfreichen Tipps. Hat mich echt erstaunt, dass man auf eine Frage im Forum so viele wertvolle Antworten bekommt.